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Photobearbeitung
>> Professionelle Beauty-Retusche
In diesem Tutorial werde ich euch zeigen, wie man ein Portrait professionell bearbeitet, und das ohne die Haut mit den bekannten Mitteln "weichzumatschen" oder nur ein wenig die Augen umzufärben. Da ich von zu extremen Make-Overs nichts halte, fällt meine Bearbeitung sehr dezent aus, wenn ihr es aber weiter treibt, könnt ihr auch die hässlichste Person entfremden. Dieses Tutorial ist für Fortgeschrittene geeignet. Grundlegende Photoshopkenntnisse werden vorausgesetzt.
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Schritt 1: Als erstes öffnen wir unser Ausgangsbild in Photoshop. Da ich nicht auf zu extreme Retuschen stehe, habe ich mir für dieses Tutorial eine schon recht schöne Frau als Ausgangsbild gesucht. Nachher will ich noch ein realistisches Foto haben, das nicht wie gemalt aussieht. Schritt 2: Als erstes erhöhe ich den Kontrast des Bildes ein wenig, da die Farben dieses Fotos doch sehr flau sind. Insbesondere Kameras in professionellen Preisklassen kommen die Bilder sehr flach und farblos aus der Kamera, da diejenigen die solch eine Kamera verwenden ohnehin die Fotos später am PC bearbeiten. Die meisten Anwender von Kompaktkameras tuen dies nicht, weshalb die Fotos bei diesen Geräten "out of cam" (also ohne Bearbeitung) schon farblich ganz ansprechend aussehn. Um den Kontrast zu erhöhen, verwende ich eine Einstellungsebene "Gradationskurven". Sollte deine Photoshop-Version keine Einstellungsebenen unterstützen, kannst du auch eine Gradationskurve ohne Einstellungsebene anwenden. Ebene -> Neue Einstellungsebene -> Gradationskurven bzw. bei älteren Versionen: Bild -> Anpassen -> Gradationskurven Hier noch ein Vorher-Nachher Vergleich: Schritt 3: Bevor wir mit der Hautglättung beginnen können, muss die Haut erst von allen Pickeln und anderen störenden Elementen befreit werden. Ich habe dazu hauptsächlich das Reparaturwerkzeug, an schwierigen Stellen das Stempelwerkzeug verwendet. Wie diese beiden Werkzeuge verwendet werden, setze ich voraus, da dies ein Tutorial für Fortgeschrittene ist. Allererst beseitige ich die größsten Pickel und Unreinheiten, dann zoome ich schrittweise herein und befreie das Gesicht sektorweise von kleineren Pickeln. Insbesondere um die Augenbrauen und um die Nase herum lassen sich häufig ganz kleine Pickelchen finden. Schritt 4: Genauso verfahre ich mit den Augenringen. Mit dem Stempelwerkzeug (Deckkraft 70%) habe ich sie entfernt, mit dem Abwedlerwerkzeug (Bereich: Mitteltöne, Stärke: 5%) habe ich die Farbe teilweise ein wenig angepasst und den Bereich direkt unter den Augen zusätzlich noch aufgehellt: Schritt 5: Jetzt sind die Vorbereitungen für die Hautglättung getroffen. Anders als in den meisten anderen Tutorials zu diesem Thema werde ich keinen Weichzeichnungsfilter anwenden, da diese die Haut unrealistisch weich aussehen- und die Poren verschwinden lassen. Da ich aber die einzelnen Poren später noch sehen will, wende ich eine andere Technik an, mit der ich meistens arbeite: Als erstes duplizieren wir die retuschierte Ebene, auf der nun keine Pickel usw mehr zu sehen sein sollten. Die Farben der Ebene müssen über das Tastenkürzel Strg + I invertiert, also umgekehrt, werden. Den Ebenenmodus stelle ich auf "Weiches Licht"; man sieht schon, dass die Haut nun ein wenig blass und gepudert aussieht. Jetzt kommt ein selten verwendeter Filter zum Einsatz: Der Hochpass-Filter. Filter -> Sonstige Filter -> Hochpass Dort stelle ich einen Wert von circa 60-70% ein (bei einem 10Mpx-Bild). Wenn dein Bild nicht diese Größe aufweist, musst du einfach mit dem Regler einen Tick nach oben oder unten gehen, er sollte jedoch in der oberen Hälfte liegen. Jetzt ist alles aber für meinen Geschmack zu stark abgepudert. Deshalb lege ich zunächst eine Ebenenmaske an und blende alles aus: Ebene -> Ebenenmaske -> Alles ausblenden Alternativ dazu kann man auch die ALT-Taste gedrückt halten und auf das Symbol in der Ebenenpalette klicken. Schritt 6: Wir haben im letzten Schritt die gesamte Ebene ausgeblendet, nun hat sie ja gar keinen Effekt mehr. Das ändern wir jetzt: Mit einem sehr weichen und großen Pinsel und weißer Farbe (Deckkraft: 30%) malen wir nun auf der Ebenenmaske über alle Stellen im Gesicht, die "abgepudert" werden sollen. Ich habe zunächst die gesamte Haut mit 10% Deckkraft apgepudert und dann einzelne Partien mit 30% mehrmals "angemalt", z.B. die Stirn, die Wangen und den Bereich unter den Augenbrauen. Solltet ihr euch aus Versehen vermalt haben, könnt ihr einfach mit schwarzer Farbe über die Stelle in der Ebenenmaske malen und schon ist der Fehler behoben. Vor und Nach der Hautretusche: Schritt 7: Jetzt sind die Augenbrauen an der Reihe: Als erstes akzentuiere ich sie mit dem Nachbelichter-Werkzeug (Bereich: Tiefen; Stärke: 5%) indem ich einfach drüberfahre und sie abdunkle. Jetzt bringe ich sie ein wenig mehr in Form: Dazu muss zuerste eine Augenbraue ausgewählt werden. Mit dem Lassowerkzeug wähle ich sie grob aus (noch ein wenig von der umliegenden Haut markieren) und drücke dann Strg + T um die Auswahl zu transformieren. Ab der Version CS2 (9.0) gibt es im Transformieren-Dialog die Funktion "Verkrümmen". Mit Hilfe dieser Option kann man die Augenbrauen sehr leicht in die gewünsche Form biegen: Wenn du eine ältere Version von Photoshop benutzt, kannst du leider die Verkrümmen-Technik nicht anwenden. Mit dem Filter "Verflüssigen" und ein wenig Übung und Geschick kann aber trotzdem auch in älteren Versionen der selbe Effekt erreicht werden (Filter -> Verflüssigen): Das sind die Augenbrauen vor- und nach diesem Schritt: Schritt 8: Mit dem Verflüssigen-Filter (Werkzeug: Aufblasen) habe ich auch noch die Augen ein ganz klein wenig vergrößert und danach mit dem Nachbelichterwerkzeug (Bereich: Tiefen) die Augen ein wenig abgedunkelt. Die eigentliche Augenretusche erfolgt erst im letzten Schritt. Schritt 9: Nun verleihen wir den Haaren ein bisschen mehr Volumen: Als erstes duplizieren wir die Ebene. Dann markieren wir den rechten Teil der Haare inklusive ein bisschen vom Hintergrund mit dem Lassowerkzeug und drücken Strg + T. Jetzt kann man die Auswahl einfach ein wenig nach rechts verschieben und skalieren. Wenn die Auswahl bestätigt ist, muss ein gegebenfalls entstandener Übergang mit dem Stempelwerkzeug retuschiert werden. Um transparente Lücken zu vermeiden, werden die beiden Ebenen nun wieder mit Strg + E zusammengefügt. Schritt 10: Mit der selben Technik mache ich zusätzlich noch das Gesicht ein bisschen schmaler: Ebene duplizieren, Großzügig auswählen, Strg + T, den äußeren Knotenpunkt nach links ziehen, Übergang retuschieren, Ebenen zusammenfügen. Um den Effekt noch zu unterstreichen, habe ich den Bereich links vom Gesicht mit dem Nachbelichter abgedunkelt. Schritt 11: Je länger man sich dem bearbeiteten Bild widmet, umso mehr Dinge finet man, die noch bearbeitet werden könnten. Mir gefällt die Nase noch nicht ganz. Deshalb öffne ich wieder den Verflüssigen-Filter und verkleinere sie mit Hilfe des "Zusammenziehen" (S) Werkzeuges ein wenig. Schritt 12: Nun der letzte Schritt: Der Feinschliff. Mit dem sogenannten "Dodge and Burn" Verfahren (auf deutsch: Abwedeln und Nachbelichten) helle ich mit dem Abwedler die hellen Stellen auf der Stirn, den Wangen, die Fingernägel und den Bereich rund um den Mund auf. Mit dem Abwedler kann man die Konturen ein wenig abdunkeln, sowie den Ring am Finger. Besonders das Aufhellen rund um den Mund, unter den Augen und um die Nase herum lassen die Haut jünger aussehen. Zusätzlich habe ich noch die Pupillen abgewedelt, damit sie nicht mehr fast schwarz sondern haselnussbraun anmuten. Wenn ich mir das Bild jetzt so ansehe, denke ich, dass einige Hautpartien noch weicher sein könnten und wiederhole deshalb den Schritt zur Hautglättung. Ich wende ihn diesmal gezielt nur auf die Stirn und auf die Wangen an. Nun fummele ich noch ein wenig am Makeup herum: Als erstes erstellen wir eine neue Ebene über der Ebene des Portraits, aber unter der Ebene für die Hautglättung. Auf dieser Ebene malen wir zunächst mit heller rosa Farbe (weiche Pinselspitze!) den Bereich über den Augen an. Nun mit dunklem lila und einer Deckkraft von 40% darüber, aber diesmal nur den oberen Bereich, sodass der Lidschatten von unten nach oben hin immer dunkler wird. Jetzt setzen wir den Ebenenmodus auf "Weiches Licht" und radieren mit einer sehr weichen Pinselspitze alle überschüssige Farbe weg. Und schwupps haben wir einen Lidschatten: Passend zu dem rosafarbenen, jugendlichen Lidschatten, verpasse ich der Frau nun noch einen passenden Lippenstift. Dazu wähle ich den Mund mit dem Lassowerkzeug aus und drücke Strg + U, um den Dialog "Farbton/Sättigung" zu öffnen: Nun optimiere ich noch Farben und die Helligkeit des Gesamtbildes ein bisschen, indem ich eine Tonwertkorrektur durchführe, und den schwarzen- und weißen Regler an die Stelle ziehe, an der die Kurve beginnt. Als einen kleinen optischen Anreiz habe ich virtuell eine Corona um die Person erstellt, da mit der einfarbige Hintergrund zu langweilig ist. Erstmal duplizieren wir die Ebene (Wichtig!). Dazu missbrauche ich den Filter "Blendenkorrektur" (Filter -> Verzerrungsfilter -> Blendenkorrektur): Mit diesem Filter kann man Verzeichnungen und Abschattungen des Objektivs korrigieren. Normalerweise wird das Bild zum Rand hin ein bisschen dunkler (je nach Objektiv mehr oder weniger), man spricht von der sogenannten "Vignettierung". Man korrigiert diese am Computer, in dem man den Rand im Filter "Blendenkorrektur" einfach ein wenig heller macht. Ich drehe den Spieß um, und dunkle ihn zusätzlich ab, sodass man den Eindruck bekommt, der Hintergrund wäre von einem Spot beleuchtet worden. Nun wurde leider auch das Gesicht der Frau abgedunkelt. Da wir aber vor dem Abdunkeln eine Ebenenkopie gesichert haben, können wir nun mit dem Radiergummiwerkzeug (E) und einer sehr weichen Werkzeugspitze die Frau aus der abgedunkelten Ebene ausradieren und haben somit einen abgedunkelten Hintergrund und eine korrekt-beleuchtete Frau. Damit sind wir endlich fertig und können unser Ergebnis bestaunen. Ging' doch eigentlich ganz einfach, oder? Dieses Tutorial dient dazu, die grobe Technik zu vermitteln - man kann natürlich auch andere Einstellungen und Werkzeuge verwenden, um ein anderes Resultat zu erhalten. Ich hoffe, ihr habt mein Tutorial verstanden. Viel Erfolg!
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