Tutorial-Steckbrief

Fotoillustration - Glaskugeln in einer Landschaft

Fotoillustration - Glaskugeln in einer Landschaft

03.12.2008 in Composing und Illustrationen von tomkrieger

  • Kategorie: Composing und Illustrationen
  • Erstellt mit Programmversion: CS3
  • Kompatibel ab Programmversion: CS2
  • Dateigröße (PDF): 7.7 MB
  • Dateigröße (Arbeitsmaterial): 2.8 MB
  • Bisherige Zugriffe: 19596
In dieser Fotoillustration gehe ich auf die Bildbearbeitungsaspekte ein, um ein Foto in den gemalten Look zu versetzen, den man dadurch erreicht, dass man Foto und Illustration (Glaskugeln) optisch glaubwürdig zusammenfügt.

Das Tutorial richtet sich an Photoshopanwender, die mit den grundlegenden Techniken vertraut sind und sich an ein nachvollziehbares Composing wagen wollen. Stimmung und Atmosphäre sollen einen endzeitmäßigen und leicht destruktiven Charakter bekommen ...

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Bilder


 

Schritt 1:

Das Ausgangsbild wurde aufgenommen vom Riesenrad aus mit Blick über den Hamburger Hafen:

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Schritt 2:

Um sich hier im ersten Step von dem reinen Foto zu lösen, empfiehlt es sich, den Filter>Rauschfilter>Staub und Kratzer im Radius 1 und Schwellenwert 0 zu betätigen:

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Schritt 3:

Danach lege ich eine Kopie der Ebene im Füllmodus Weiches Licht an und korrigiere die Helligkeitswerte im Tonwertkorrektur-Dialog. Dies hat eine Kontrast erhöhende Wirkung auf unser Ausgangsbild:

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Schritt 4:

Unter Bild>Korrekturen>Tiefen/Lichter kann man nun sehr schön die Lichter im Bild dezent hervorheben:

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Schritt 5:

Das Bild bis dahin:

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Schritt 6:

Um nun eine homogenere Farbwirkung zu erhalten, wird diese Ebene dupliziert und im Füllmodus Farbe mit einer Deckkraft von ca. 50% verrechnet:

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Schritt 7:

Eine Ebenenmaske erhält mir nun die Farbigkeit im Hintergrund, die wiederum durch den Eindruck von sichtbarem Dunst und einer bläulichen Tönung Tiefe im Bild suggeriert:

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Schritt 8:

Der Schritt in die Illustration erfolgt nun über Füllmodi und Filter. Zuerst wird die Kopie invertiert; im Füllmodus Weiches Licht wird dann auf das Ergebnis ein Weichzeichnungsfilter in geringer Deckkraft angewendet, das dürfte dann so aussehen...

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... und dieses Ergebnis wird mit Hilfe einer Kopie der Ebene darunter (also ohne weiches Licht) eines Filter>Sonstige Filter>Hochpassfilter (ca. 2,5); hier das Zwischenergebnis:

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... welches dann im Modus Weiches Licht so ein Ergebnis liefert:

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Über dieses Vorgehen mit dem Hochpassfilter kann ich mir jederzeit die Details, die dann letztlich auch die Schärfe im Bild verursachen, zurückholen.


 

Schritt 9:

Wenn ich nun feststelle, dass sich ein zu starkes Rauschen eingestellt hat, dann kann ich einfach über Filter>Rauschfilter>Staub und Kratzer (ca. Stärke 5) experimentieren. Ich gehe wieder den Weg, dass ich eine Hochpassfilterebene erstelle und kleine Details wiederkommen lasse. Achtung: Hier immer mit den Deckkrafteinstellungen herumprobieren. Diesen Vorgang kann man nun immer wiederholen, und somit können wir uns langsam vom Fotostil entfernen. Das Ergebnis dürfte dann in etwas so aussehen:

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Schritt 10:

Die Farbigkeit und Farbstimmung erreiche ich am besten durch eine Ebene>Füllebene>Volltonfarbe im Füllmodus Farbe. Mit einer Ebenenmaske lasse ich vorne die wärmeren Töne stehen und weiter hinten die Farbe aus meiner Füllebene Volltonfarbe kommen:

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Schritt 11:

Die Kugel: Wir erzeugen eine runde Auswahl an der gewünschten Stelle, an der unsere Glaskugel erscheinen soll, und wölben mit einer Stärke von 100%:

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Wir wenden den Filter 5 Mal an und erhalten ein Ergebnis, welches die Basis bzw. den Fond bietet für unsere Glaskugel. Diese Vorgehensweise ist sehr nützlich, da wir hiermit eine solide Grundlage schaffen. Achtung: Weichzeichnen, da unerwünschte Artefakte entstehen durch dieses extreme Wölbung:

Bilder


 
Eine erneute Wölbung unserer vorherigen Auswahl schafft nun den Aufbau. Glas spiegelt in Kugelform die Umgebung vertikal; sie stellt quasi alles auf den Kopf:

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Nach Deckkraftangleichung und nochmaligem horizontalen Spiegeln sieht unsere Kugel schon sehr nach Glas aus:

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Schritt 12:

Licht auf der Kugel: Licht erzeugen wir auf einer separaten Ebene durch: Radiales Verlaufswerkzeug >Verlauf von Weiß nach Transparent> erzeugter Verlauf wird transformiert (Verkrümmen):

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Die so erzeugte Lichtreflexion können wir nun mehrfach einsetzen und platzieren. Ebenfalls sehr nützlich ist eine freie Auswahl (Auswahllasso) und das Einziehen eines leichten Verlaufs in Weiß, der Reflexionen aus der Umgebung simuliert:

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Das Ergebnis nach mehrmaligem Einsatz dieser Schritte könnte dann so aussehen:

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Schritt 13:

Integrieren der Kugel: Zuerst einmal legen wir einen Pfad an die Kante der Häuser, hinter der unsere Kugel platziert werden soll...

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Wir erzeugen mit dieser vom Pfad erzeugten Auswahl (weiche Kante 0,5) eine Maske...

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In der Vergrößerung von ca. 200% sollte man die entstandene Maske mit einem kleinen Pinsel homogener gestalten und kleine Blitzer und zu scharfe Kanten bearbeiten...

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... Mit ein paar kleinen Tricks kommen schöne Lichteffekte hinzu, die das Ganze noch mehr wie Glas aussehen lassen, wie z.B ein kleiner Bereich (maskiert) im Modus Weiches Licht; siehe hier rechts an der Kugel. Die Sättigungs- und Kontrastunterschiede ergeben ein homogeneres Gesamtbild ab:

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Schritt 14:

Eine zweite Kugel in unser Bild integriert bewirkt Tiefe und Symbolgehalt im Bild. Die Vorgehensweise ist wieder genau die gleiche wie bei der ersten Kugel. Wichtig ist, dass die Lichtsituation auch dieselbe ist wie bei der großen. Generell halte ich Sättigung und Kontraste hier ein wenig zurück, was wiederum die Tiefe unterstreicht:

Bilder


 

Schritt 15:

Es ist nun Zeit, sich dem Feintuning der Farbwelt/Atmosphäre zu widmen, und hierzu erstelle ich eine neue Füllebene in der Füllmethode Weiches Licht, was mir wiederum Kontraste liefert. Mit einer entsprechenden Maske sieht das dann so aus:

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Eine Abdunkelung im oberen Himmel erreicht man sehr einfach durch ein paar Verläufe im Modus Multiplizieren von oben nach unten. Das Ganze umschließt unsere Szene sehr passend:

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Mit einem Filter>Renderfilter>Wolken (reagiert auf Vordergrund-u. Hintergrundfarbe) und einer reduzierten Deckkraft (ca. 15-20%) im Füllmodus Dunklere Farbe...

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... erzeugen wir einen leicht fokussierenden Bereich, der die Platzierung der Glaskugel ein wenig unterstützt:

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Um die Lichtsituation zu verdeutlichen, benötige ich sichtbares Licht von rechts. Das kann sehr schön erreichen durch eine Einstellungsebene, die man in der Helligkeit der Lichtstrahlen anlegt, mit einer schwarzen Maske versieht und diese dann mit der Vordergrundfarbe Weiß bearbeitet. Hier kann man nun Verläufe in Lichtstrahlrichtung einziehen oder mit einem sehr großen weichen Pinsel Strahlen in die Maske einmalen:

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In einer Deckkraft von ca. 80% wirkt sich die Maske so auf das Bild aus:

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Schritt 16:

Ein Zeppelin kommt in die Szene. Um Größenverhältnisse zu simulieren, empfiehlt sich bei einem Composing das Hinzufügen von weiteren Elementen, die dem Betrachter geläufig sind und mit denen man Proportionen gezielt steuern kann.

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Nach dem Übermalen der Schrift und der farblichen Angleichung über Einstellungsmasken an unser Bild ist nur noch die richtige Positionierung gefragt. Eine Spiegelung auf der Kugel simuliert dazu noch die wahre Größe unserer Glaskugel:

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Schritt 17:

Das Element im Vordergrund ... soll hier eine kaputte Glasscheibe sein. Diese soll den destruktiven Charakter im Bild unterstreichen. Das kann man sehr gut mit einem Ebenenstil erreichen. Eine mit Schwarz gefüllte Ebene mit dem Ebenenstil Kante und Relief im Modus Negativ multiplizieren ergibt schon sehr schöne Ergebnisse, wenn man nun mit einer Auswahl oder einem Pfad eine Fläche von zersplittertem Glas simuliert:

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Im Ebenenstil kann man nun feintunen mit der Einstellung der Lichtrichtung und weiteren Einstellungen:

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Schritt 18:

Rauch kommt ins Spiel: Rauch soll ebenso das Destruktive in der Szene simulieren. Von mir sehr gerne manuell eingefügt mit einer selbst erstellten Pinselspitze und geringer Deckkraft übermale ich im Vordergrund die Sichtbarkeit der Häuser ...

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Für den Rauch im Hintergrund erstelle ich eine Rauchwolke, die ich dupliziere und die Kopien durch Transformieren>Verkrümmen voneinander abweichen lasse. Im Vordergrund male ich mit ein wenig mehr Dunkelheit ...

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Mit einer Schwarz gefüllten Ebene im Modus Multiplizieren ziehe ich nun einige Verläufe in die dazugehörige Ebenenmaske mit diesem Effekt:

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Eine individuelle Einstellung erfolgt nun über Bild>Korrekturen>Selektive Farbkorrektur, in der ich die Farbe Schwarz bearbeite, um sie ein wenig mehr zu meinem gewünschten Blau zu verhelfen...

Bilder


 

Schritt 19:

Endkorrekturen Die Kugelkante muss nun noch ein wenig mit einer Stärke von 0,5 Pixeln weichgezeichnet werden. Die Kugelauswahl wird somit geladen>Verkleinern um 1 Pixel>Weiche Kante 0,5>Auswahl umkehren>Löschen:

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Schritt 20:

Atmosphärischer Kick Den kann man sehr gut erreichen mit einer neuen Ebene (ganz oben) und mit dem Einsatz eines Filters - Renderfilter>Blendenflecke - auf einer mit 50% Grau gefüllten Füllebene. Hierbei positioniert man die Lichtquelle entsprechend des ins Bild kommenden Sonnenlichts:

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Im Modus Hartes Licht hole ich nun über Transformieren>Vergrößern die Lichtquelle etwas außerhalb des sichtbaren Bildes und unter Filter> Weichzeichnungsfilter>Gaußscher Weichzeichner sieht das Ganze dann so aus:

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... die Blendenflecke links blende ich mit einer Ebenenmaske aus und bearbeite im Dialog Farbbalance ein wenig die atmosphärische Farbigkeit dieses Lichtes:

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Schritt 21:

Das fertige Resultat:

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Viel Spaß beim Nachbauen ... und bis zum nächsten Mal - Tom Krieger
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