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Fotoillustration: FRESH FRUITS
04.09.2009 in Composing und Illustrationen von tomkrieger
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Schritt 1: Ausgangsbild
Dieses Beispiel einer Orange wurde mit mehreren Lichtquellen (Dauerlicht) auf einer kleinen Table-Top-Anlage fotografiert. Hier ist insbesondere schon darauf zu achten, dass eine Hauptlichtquelle vorherrscht. Diese kommt in meinem Beispiel von links oben vorne. Vorn rechts oben erreicht ebenso eine etwas reduziertere Lichtquelle den rechten Bereich der Orange, um die optisch interessante Fläche um den Stielansatz herum hervorzuheben. Durch das Anheben des Objektes vom Untergrund entsteht eine Reflexion auf dem unteren Drittel, damit auch der Schattenbereich aufgehellt und das Objekt plastischer wird:
Schritt 2: Freistellung
Bei Objekten dieser Art ist die Freistellung mit dem Pfadwerkzeug die geeignetste Möglichkeit. Nachdem der Pfad geschlossen ist, wird im Dialog Auswahl erstellen der Radius auf 0,5 Pixel eingestellt, um im Randbereich eine homogene Schärfe/Weichheit zu erreichen. Die Auswahl wird nun auf eine separate Ebene gebracht und nun kann das Objekt weiter losgelöst vom Hintergrund bearbeitet werden:
Schritt 3: Neutraler Hintergrund
Nach dem Duplizieren der Hintergrundebene wird ein neuer Hintergrund mit einem neutralen Grau erstellt. Falls der später eingesetzte Hintergrund feststeht, sollte die entsprechende Farbigkeit (Himmel=neutrales Blau, Wasser=sehr helles Blau, Gras= neutrales Grün, usw.) angepasst werden. Das erleichtert später die Idealisierung der Farbigkeit:
Schritt 4: Ausbessern der Oberfläche
Mit dem Ausbessern-Werkzeug und dem angeklickten Icon Quelle ziehe ich nun um jene Stellen eine Auswahl, die korrigiert werden wollen. Mit einem Klick in die erstellte Auswahl fahre ich nun an die Stelle im Bild, von der als Quelle die Helligkeits- u. Farbinformationen angeglichen werden sollen. Dieser Vorgang kann auf Anhieb funktionieren oder man versucht hierbei, in kleinen Zügen die störende Stelle zu korrigieren. Mit dieser einfachen, aber sehr wirkungsvollen Methode kann sehr schnell die Oberfläche gereinigt und verschönert werden, ein weiterer Schritt unserer Idealisierung:
Schritt 5: Ausbessern der Form
Im Menü>Filter wird der Dialog Verflüssigen aufgerufen. Dieses Tool eignet sich hervorragend zur Optimierung der Formanpassung. Das oberste Werkzeug aus der Verflüssigen-Werkzeugpalette Vorwärts-krümmen-Werkzeug kommt vom Rand ausgehend sehr oft zum Einsatz, da es für mich das skulpturelle Arbeiten sehr gut simuliert. Pinselgröße in den Werkzeugoptionen variiert je nach Ausbeulung der zu korrigierenden Stellen. Pinseldichte und -druck sollten über 50 liegen:
Schritt 6: Der Rand
Ist die äußere Form nun ideal, dann sollte die Auswahl geladen werden und unter Auswahl>Auswahl verändern>Weiche Kante auf 0,5 und danach unter Verkleinern auf 2 Pixel die geladene Auswahl verkleinert werden. Die Auswahl wird invertiert und die Fläche gelöscht. Somit sind alle störenden Randbereiche gelöscht und die homogene Randweichheit beträgt 0,5 Pixel:
Schritt 7: Der Look
Der wachsige Look der Orange soll verstärkt zur Geltung kommen und die Lichtreflexe auf der Oberfläche verschönert werden. Dazu bedienen wir uns des Filters Stilisierungsfilter>Korneffekt und klicken Anisotrop an. Das bewirkt eine sehr schöne, richtungsabhängige und fast wie gemalt wirkende Struktur:
Schritt 8: Die Schärfe
Der Nachteil des vorigen Schrittes ist jedoch auch ein Verlust der Schärfe. Die Ebene wird benannt mit dem Effekt, bzw. Filtereinstellung, das erleichtert das spätere Nachvollziehen. Dem kann ich entgegenwirken, indem ich die unter der Korneffekt-Ebene liegende retuschierte Ebene kopiere, sie an die oberste Stelle ziehe und dann den Filter>Sonstige Filter>Hochpass aufrufe und eine Einstellung um 1px wähle, sodass gerade die Helligkeiten sichtbar werden.
Schritt 9:
Die Füllmethode kann nun auf Lineares Licht verändert und entsprechend der Dominanz der Schärfe eine Deckkraft von ca. 30% gewählt werden. Das Ergebnis ist nun eine leicht erhöhte Schärfe:
Schritt 10: Farbigkeit
Nach dem Zusammenfügen der beiden Ebenen wird die neu benannte Ebene (Orange-Illu) kopiert und auch hier kommt der Filter>Hochpassfilter wieder zum Einsatz. Der Radius wird diesmal jedoch sehr hoch gestellt, auf ca. 23,1 Pixel:
Schritt 11:
Die Füllmethode hierbei sollte auf Weiches Licht gestellt werden; mit einer Deckkraft von ca. 70% sind nun sehr schön die Farbkontraste dezent erhöht worden. Als störender Nebeneffekt können beim Einsatz des Hochpassfilters graue Randeffekte auftauchen, die jedoch mit einer invertierten Auswahl ganz leicht eliminiert werden können:
Schritt 12: Der „appetize appeal“ durch Tropfen
In der bunten Werbewelt sehr gerne gehört wird der Begriff „appetize appeal“, der sich u.a. positiv auf den Kaufanreiz bezieht. Deshalb wird sehr gerne auf eine Betauung oder auf Wassertropfen bei der Darstellung von Objekten, die einen gewisse Frische transportieren sollen, Wert gelegt. Über eine Auswahl mit dem Lassowerkzeug simuliere ich die Form eines herunterlaufenden Tropfens und kopiere ihn auf eine Ebene. Mit der Tonwertkorrektur helle ich die Auswahl ein wenig auf.Dodge and burn: Mit dem Abwedler-Werkzeug helle ich nun die rechten unteren Bereiche des Tropfens ein wenig auf, da das Licht in Flüssigkeiten auf der entgegengesetzten Seite der Lichtquelle eine Helligkeit produziert. Danach dunkle ich gegenüber, also auf der linken oberen Seite des Tropfens, die Fläche ein wenig ab, um hier eine leichte Plastizität hineinzubekommen. Danach wird die Auswahl umgekehrt und mit einem weichen Pinsel (geringe Deckkraft und Fluss) im Modus Multiplizieren (Achtung: nicht Füllmethode der Ebene, sondern oben in der Leiste bei den Pinseleinstellungen) manuell ein leichter Schlagschatten nach rechts unten eingemalt:

Schritt 13: Lichtpunkt
Um das Licht auf einem herunterlaufenden Wassertropfen zu simulieren, wird es mit einer harten und kleinen Pinselspitze mit der Helligkeit, die sich auf der Oberfläche findet, eingemalt und mit dem Wischfinger-Werkzeug leicht nach oben verwischt:
Schritt 14: Form optimieren
Was für die Orange gut war, das ist für den Tropfen nur recht. Auch hierbei muss wieder eine Formoptimierung stattfinden. Mit Transformieren>Verkrümmen wird die Form der Rundung der Orange ein wenig angepasst:
Schritt 15: Duplikate
Dieser erstellte „Master-Tropfen“ kann nun mehrfach als Duplikat herhalten, mit der Verkrümmung die Form verändert werden und somit nicht mehr als einfache Kopie sichtbar sein. Tipp: Die Deckkraft ein wenig reduzieren (ca. 90%), damit der/die Tropfen nicht zu viel Aufmerksamkeit im Gesamtbild auf sich ziehen und ein wenig mit den Helligkeiten variieren, da sich das Licht im Tropfen unterschiedlich stark bricht (siehe Screenshot: Tonwertkorrektur):
Schritt 16:
Die Tropfen und die Orange werden als Kopie zusammengefügt und nochmals dupliziert. Die oberste Ebene wird nun im Menü>Filter>Stilisierungsfilter>Konturen finden bearbeitet:
Schritt 17: Zarte Erhellung
Die entsprechende Füllmethode ist hier Ineinanderkopieren mit einer Deckkraft zwischen 10-20%. Diese Veränderung ist nur sehr dezent, aber dennoch wirksam; es findet eine leichte Helligkeitssteigerung statt mit dem zarten Betonen von Kanten und Konturen, ähnlich dem Malen mit einem sehr feinen Pinsel:
Schritt 18: Die Komposition
Auf diese Art und Weise der Bearbeitungen können nun sämtliche Früchte, Kräuter, Gewürze etc... erstellt werden und in ein Stillleben, ein Composing, usw. eingebracht werden. Auf fast jedem einzelnen Element finden sich auch Tropfen wieder, die je nach Oberflächenbeschaffenheit des Untergrundes (Pfirsich= matt, Mango=glatt ...) etwas unterschiedlich reagieren:
Schritt 19:
Hier ist Welt idealisiert und bunt. So verlangt es oftmals die Werbebotschaft, und ... es regnet Früchte!
An dieser Stelle verweise ich wieder gerne auf den 46-minütigen Video-Workshop.
Viel Spaß wünscht: Tom Krieger
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Raimund
09.05.2012 - 15:03
Sehr gut und ausführlich erklärt. Danke!
berndschwartz
27.02.2012 - 20:24
Tolles Tutorial, ein großes Dankeschön dafür ...
gonzo_sh
27.02.2012 - 13:18
Genau das was ich brauchte! Danke
Brigitte_C
24.08.2011 - 23:27
OK, gut, wie man eine Orange perfekt in Szene setzt, ist ja sehr gut beschrieben.
Aber vermutlich sollte man doch bei anderem Obst - z.B. einem Pfirsich - anders vorgehen, schließlich ist da die Struktur der Oberfläche viel gleichmäßiger. Hätte mich über einen derartigen Hinweis gefreut.
sonje
31.07.2011 - 17:59
Danke für das Tutorial.
tinchen_55
22.07.2011 - 15:52
Sehr gut und verständlich erklärt! Vielen dank für das schöne Tutorial
hamsibone
19.07.2011 - 20:49
Danke für das Tutorial
master_class
07.04.2011 - 18:50
moktabas "mit dem neues Board Design sind jetzt auch die Arbeitsdateien verfügbar, vielen Dank dafür...."
master_class
07.04.2011 - 18:49
moktabas "mit dem neues Board Design sind jetzt auch die Arbeitsdateien verfügbar, vielen Dank dafür...."
annibanni
10.03.2011 - 16:01
Das hat mir echt super gefallen, lediglich die Tropfen haben mir ein paar Probleme bereitet!
AnnaGalaktika
22.02.2011 - 17:59
Wirklich super!! Klasse Ergebnis.
croni
02.01.2011 - 18:53
genau das habe ich gesucht. ich werde den sonntag abend nutzen, gleich mal auszuprobieren, ob theorie und praxis nicht zu weit auseinanderliegen. ;)
Fintschi1977
01.09.2010 - 12:35
Kann nur sagen vom Feinsten !!
finnsto
28.08.2010 - 11:06
Super super geiler! Gefällt mir voll gut! Muss ich jetzt sofort ausprobieren! Vielen Dank
1001
26.08.2010 - 14:43
Toll, knackig und bis ins Detail nachgedacht.
Patrickes
23.08.2010 - 21:17
total super herzliche gratulation
MARIA52
05.08.2010 - 08:51
Super schönes Tutorial. Vielen Dank !
SubcutanStef
09.07.2010 - 07:33
Unglaublich gut. Vielen Dank. Das ist sehr hilfreich.
Refi
07.07.2010 - 11:04
Das ist Klasse, besonders die Tropfenerstellung ist genial!
phie
13.06.2010 - 12:35
Unser Dozent hat deine Arbeiten als Beispiel im Unterricht angebracht, nach deren Vorbild wir die neue Übung erarbeiten sollen.
Ich finds klasse, dass du deine Erfahrung auf diesem Weg mit uns teilst! Vielen Dank!