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Photo Composing Dreamwalk - Teil 2
12.08.2009 in Composing und Illustrationen von tomkrieger
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Einleitung
In diesem Bild nähern wir uns Schritt für Schritt der finalen Illustration. Das heißt, dass an keiner Stelle das Bild bis in die kleinsten Details ausgearbeitet wird, sondern, dass das Bild im Ganzen Stück für Stück detaillierter wird und wir über Vordergrund und Hintergrund gleichermaßen stückweise zur finalen Fotoillustration kommen. Das hat den Vorteil, dass sowohl die farbliche Anpassung als auch die gestalterischen Elemente im Bild und der Detailreichtum besser abzuschätzen ist. Im Gegensatz zum Conceptpainting nähern wir uns dem Bild vom Vordergrund aus, um danach den Hintergrund und die Atmosphäre auszurichten.Schritt 1: Bildgröße
In diesem ersten Step wird die Bildgröße auf ein Format gebracht, das gewährleistet, dass im Detail gut gearbeitet werden kann. Falls dies eine Auftragsarbeit wäre, dann würde das Produkt (Plakat, Buchcover, ...) die Bildgröße vorgeben. Tipp: Im Zweifelsfall immer größer arbeiten!
Schritt 2: Junge aus Teil 1
Der Junge aus Teil 1 wird nun per copy&paste in das Bild geholt und an die passende Stelle über Bearbeiten>Frei transformieren positioniert und skaliert. Die unterste Ebene ist das Concept/die Farbskizze:
Schritt 3: Koffer
Das Bild „Koffer“ wird in der gleichen Art und Weise wie aus Teil 1 bekannt per Pfad freigestellt und bearbeitet. In den Masken der Farbfüllungen kann man sehr gut erkennen, wo die Farbwirkungen zur Geltung kommen. Eine Kalt/Warm-Akzentuierung ist dadurch schon gegeben:
Schritt 4: Seil
Nachdem der Koffer an die passende Stelle positioniert und auch für die korrekte Handhaltung maskiert wurde, kommt nun das Bild: “Seil“ ins Spiel. Auch hier wird transformiert und im Dialog Verkrümmen gewählt, um eine passende und schwunghafte Form des Seiles zu bekommen. Das Ende des Seiles wird in dieser Phase noch vernachlässigt.
Schritt 5: Hand
Der Baum, der sich dem Jungen befindet, soll in der Verästelung der Form einer greifenden Hand ähnlich sein. Es gibt nun viele Möglichkeiten, eine greifende Hand zu bekommen: Wer kann, der zeichnet sich eine oder erstellt sich eine Hand in einem 3D-Programm wie z.B. Poser, oder man kann sich sehr leicht mit einem einfachen Foto einer greifenden Hand behelfen, was ich hier aufzeige:
Schritt 6: Handform
Die freigestellte Hand wird an die passende Stelle positioniert und über Bearbeiten>Frei Transformieren>Verkrümmen in die korrekte Form gebracht. Zur besseren Beurteilung kann man den Hintergrund (das Concept) über eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur aufhellen:
Schritt 7: Der Stamm
Auf einer neuen Ebene wird nun mit einem Pinsel die Form der Hand nachgemalt. Der Pinsel sollte eine harte Kante aufweisen. Es sollte darauf geachtet werden, dass eine spätere Verästelung angefügt wird:
Schritt 8: Äste
Die Verästelung kann aus dem „Baum“-Bild entnommen werden. Die Freistellung der Äste erfolgte über den duplizierten Blaukanal, der in seinen Kontrasten erhöht wurde und somit als Maske einzusetzen war:
Schritt 9: Baum und Äste
Natürlich hätte man Baum und Äste auch einfach mit einem Pinsel ins Bild malen können. Die vorher erwähnten Techniken sind aber für weniger geübte Zeichner und Maler hier von Vorteil, denn die Kombination aus gemalten und fotografierten Elementen ergibt einen ganz eigenen Realismus wieder:
Schritt 10: Struktur
Es handelt sich zwar um eine Nachtszene unter scheinendem Mond, jedoch sollte in der Fläche des Baumstammes noch eine gewisse Struktur erkennbar sein, die den Baum realistischer erscheinen läßt und einen besseren Übergang vom Gras zum Baum unterstützt. Dazu hilft das Bild: “Stamm“:
Schritt 11: Struktur schafft Form
Eine Schnittmaske (gedrückte Alt-Taste zwischen Hand mit Ästen und Stamm-Ebene) erleichtert das Einfügen des Stamm-Bildes. In den Verästelungen soll jedoch die Struktur weniger sichtbar sein, deshalb (siehe Maske dazu) wird hier mit der Farbe Schwarz maskiert. Deckkraft dieser Ebene ist ca. 77%. Eine zweite Kopie der Ebene wird ebenfalls zur Schnittmaske umgewandelt und über den Dialog Farbton/Sättigung>Färben (Blauton) in die Füllmethode Farbe mit geringer Deckkraft gebracht. Deckkraft dieser Ebene ist ca. 50%:
Schritt 12: Malen
Es darf gemalt werden. Und das soll es auch. Die Vegetation um den Baum herum und auf dem Boden soll eine grasige und leicht blättrige Struktur aufweisen. Dazu werden Pinselspitzen erstellt; wie das genau geht, habe ich bereits in einem der vorherigen Tutorials erwähnt und beschrieben. Wichtig beim Malen ist, dass an einigen Stellen die Deckkraft und der Fluss des Pinsel-Werkzeugs reduziert wird. Die Pfeile im Bild deuten auf die gemalten Bereiche hin. Die passende Farbigkeit finde ich im Concept, im Baumstamm und in den Blautönen des Jungen:
Schritt 13: Schwebender Brocken
Wie eingangs erwähnt, wird nicht jeder bearbeitete Bereich bis in kleinste Detail ausgefeilt, deshalb wird nun in diesem Step die Felsform festgelegt, mit einem Strukturpinsel eingearbeitet und der Farbigkeit des Concepts angepasst. Auch hierbei gilt: Deckkraft und Fluss immer reduzieren, um zu einem homogenen Steinstruktur-Ergebnis zu kommen:
Schritt 14: Fotostruktur
Der Mix macht's! Auch hier wieder bekommen wir mit dem Foto: “Felsen“ eine geeignete Struktur, die sich der Form des schwebenden Brockens über Bearbeiten>Transformieren anpasst. Tipp: Mit gedrückter cmd-Taste (Mac) kann jeder einzelne Eckpunkt verzerrt werden, ohne dass man in einen Dialog gehen müsste. Die Perspektive sollte sich der Form des Brockens angleichen. Die Füllmethode sollte auf Ineinanderkopieren gestellt werden und das Resultat ist ein Stück glaubwürdiger Felsen geworden:
Schritt 15: HG Farbanpassung 1
Mit einer Verlaufsfüllung (ebenfalls auf den Verlaufswinkel achten durch den gekippten Horizont) von Vordergrund- zu Hintergrundfarbe im Füllmodus Farbe bewirke ich eine erste homogene Einfärbung:
Schritt 16: HG Farbanpassung 2
Die Ebene des Bildes Vogelperspektive wird dupliziert und über die in Schritt 15 erwähnte Ebene gelegt. Im Dialog Farbton/Sättigung klicke ich auf das Kästchen Färben und verschiebe die Farbigkeit in ein kräftiges Blau. Die Sättigung wird ebenso erhöht. Die Füllmethode wird nun auf Multiplizieren gelegt und die Ebene mit 'Abdunkelung' bezeichnet. Diese beiden Ebenen (Schritt 15+16) werden nun passend maskiert, um einige Farbigkeiten und Helligkeiten der Ursprungs-Hintergrundebene durchscheinen zu lassen:
Schritt 17: Es werde Licht
Nun ist es Zeit, den Mond, also unsere Lichtquelle von links oben, mittels einer runden Auswahl und einer hellen Farbigkeit (kein reines Weiß) zu erstellen. Mit dem Filter>Gaußscher Weichzeichner> ca. 5 wird der Mond etwas diffus und integriert sich schon ganz passabel in die Szene. Eine spannende Position ist hinter dem Geäst:
Schritt 18: Wolken malen
Auf separater Ebene werden nun mit einem selbst erstellten Wolkenpinsel mit geringer Deckkraft und Fluss dunkle Wolken vor (Ebene darüber) den Mond gemalt. Das unterstreicht die Dramatik im Bild und nimmt dem Mond ein wenig die Aufmerksamkeit, die von seiner Helligkeit ausgeht. Weiter werden leichte Dunkelheiten dort eingemalt, wo im Bereich des Jungen Helligkeiten auftauchen, denn das bewirkt ein deutlicheres Abheben von Vorder- zu Hintergrund:
Schritt 19: Die Mystik
Um eine gewisse farbliche Spannung ins Bild zu bekommen, sollten Bereiche im Bild mit einer „Gegenfarbe“(Farbkreis) beleuchtet werden. Das erzeugt eine starke Akzentuierung und dieser Farbkontrast unterstützt in unserem Beispiel auch den surrealen Aspekt im Bild. Mit einem hellen Rot und Gelb wird diese Farbe mit einem großen Pinsel auf separater Ebene (über der Ebene aus Schritt 18) leicht aufgebracht:
Schritt 20: Farben über alles
In diesem Step werden 2 Farbfüllungen angelegt. Eine in Türkis und in der Füllmethode Weiches Licht und darüber eine in Hellbraun und in der Füllmethode Hartes Licht. Die Pfeile deuten auf die Wirkungsflächen hin, die mittels einer Maske nur dort zur Geltung kommen sollen. Es ist mir in dieser Phase wichtig, dass von unten nach oben das Bild einen Kalt-Warm-Verlauf aufweist, um so das Mondlicht und den Boden effektiver zu akzentuieren:
Schritt 21: Detailarbeit
In dieser Phase widme ich mich einigen Stellen, etwa der Vegetationsebene, die sich auf einer Ebene unter dem Jungen und auf einer über dem Jungen befinden soll. Mit den Farben aus dem Bild male ich nun das Gras und einige Pflanzen weiter in das Bild. Dort, wo das Mondlicht den Weg bis auf den grasigen Boden findet, sollten einige Grashalme auch ein Hellblau aufweisen. Oftmals benutze ich Pinsel und Radiergummi mit der gleichen Pinselspitze, das erschafft eine organischere Struktur und verstärkt den Realismusgehalt:
Schritt 22: Alles wird anders
Jetzt kommt der Punkt, wo mich von meinem Concept löse und mich von der Hauptgestaltung, der Komposition entferne. In dieser Phase habe ich festgestellt, dass das Weglassen der weiteren schwebenden Inseln der Gesamtanmutung guttut und einen Freiraum im Bild verursacht, von dem eine gewisse Spannung ausgeht. Frei nach dem Motto: Weniger ist mehr. Auf oberster Ebene werden farbige radiale Verläufe aufgezogen, um das Ende des Seiles zu verdeutlichen:
Schritt 23: Lichtstellen
Ausgehend von der Lichtquelle am unteren Seilende findet sich auf den unterschiedlichen Oberflächen wie z.B. dem Fels/Stein eine warme Farbigkeit wieder, siehe Pfeile. Genau diese Farbigkeit findet sich im Koffer wieder, ebenso an Bereichen des Jungen, die Akzentuierung ist somit perfekt:
Schritt 24: Spieglein ...
Nicht nur zwischendurch, sondern auch am Ende sollte das Bild oft gespiegelt werden, um es zum einen „neu“ zu sehen und zum anderen unstimmige Bereich besser zu erkennen. In dieser Phase achte ich sehr auf die Lichter, ausgehend vom Mond, und auf die Gesamtatmosphäre:
Schritt 25: Das fertige Bild:

... an dieser Stelle verweise ich gerne wieder auf das betreffende Video (1h33min), in dem weitere Details erklärt werden ...
Wir sehen und hören uns; viel Spaß!
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ninafee
14.11.2011 - 10:55
Danke, Klasse Tutorial, Mal wieder was gelernt.
boardfritz95
27.07.2011 - 21:07
Sehr gutes Tutorial, dass auch einsteiger verstehen
hamsibone
20.07.2011 - 18:33
Vielen Dank für das Tutorial
Andre_S
04.07.2011 - 12:50
wieder einmal sehr kreativ
Svile
04.03.2011 - 20:55
thy das tut ist echt gold wert
Michael
04.03.2011 - 16:11
Danke, das hilft mir sehr weiter
_FirstLady_
04.02.2011 - 13:11
Wirlich super erklärt :)
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
07.01.2011 - 21:01
Krass wenn man sieht was so alles möglich ist. Einfach hammer :) Danke fürs Tutorial!
Nemo0310
19.09.2010 - 11:35
Klasse Tutorial, da lernt man was!
LG
OneTouchNeuss
21.06.2010 - 14:55
super.... das ist einfach genial
kroginer
13.06.2010 - 20:15
sieht echt toll aus!!!
ubootkommandant
11.05.2010 - 18:28
Super Tutorial! Danke!
ElleMacBee
07.05.2010 - 10:39
echt starkes Tutorial! Danke!
jj09
30.04.2010 - 03:37
tolles tut danke sehr .
HeikeK
06.04.2010 - 19:44
WOw!! ich Bin Begeistert!!!
fabse
18.03.2010 - 17:52
DER ABSOLUTE WAHNSINN! Das sieht ja mal sowas von geil aus! Echt gut gemacht. TOP!!!
Duplikat01
06.03.2010 - 11:29
Einfach super. Du beherrscht das Handwerk wirklich gut, nur eines hätte ich zu bemäbgeln: Die Perspektive des Seils passt nicht so ganz. Es wirkt, als wäre der Felsbrocken auf dem der Junge steht, schief und das finde ich ein bisschen kontraproduktiv.
Ansonsten aber hut ab!
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
11.01.2010 - 00:13
´da kann man ne menge von lernen sehr nice
KinghDingeling
31.10.2009 - 16:23
thx für das tut mal sehen wie ich das so hinbekomme =)
airbat
28.10.2009 - 17:42
Wieder spitzenmäßig.