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Mehr Struktur für matte Bilder ODER: raue Prise für schnöde See
22.04.2011 in Fotobearbeitung von BettinaKLechner
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Schritt 1: Ebene duplizieren
Wir öffnen das Foto in GIMP und legen sogleich ein Duplikat der Hintergrundebene an (Shift+Strg/Ctrl+D, bzw. Klick im Ebenendialog auf das doppelte Fenster-Icon ganz unten):
Schritt 2: Strukturieren
Die obere Ebene bleibt markiert und wir wählen Filter>Abbilden>Bump-Map. Damit erzeugen wir den sogenannen Einprägeeffekt.Ihr könnt jetzt einfach die hier abgebildeten Einstellungen übernehmen, auf OK klicken und bei Schritt 3 weiterlesen.
Oder - wenn ihr mehr über den Filter und seine Möglichkeiten erfahren wollt - hier weiterlesen:

Der Bump-Map-Dialog im Detail
• Bump-MapIn diesem Drop-Down legt ihr fest, welche Datei/Ebene als Vorlage zur Strukturierung dienen soll. Dies ist in dem meisten Fällen die aktuelle Datei selbst (und dabei ist es egal, welche Ebene ihr verwendet).
Dennoch lassen sich witzige oder interessante Effekte erzielen, wenn ihr beispielsweise eine andere Datei auswählt. Ich habe hier ein Foto von diesem Palmwedel als zweite Datei in GIMP geöffnet, welche auch sogleich in diesem Drop-Down zur Auswahl steht. Nachdem ich mit OK bestätigt hatte, erhielt ich dieses Ergebnis:

Gut, OK. Wir wollen ja hier keine Scherzbilder gestalten, sondern das fade Meer auffrischen - also rückgängig machen, zurück in den Filter und im Drop-Down einfach eine der beiden vorhandenen Ebenen ausgewählen.
Damit legt ihr die Funktion für die Höhe der Strukturierung bezogen auf die Helligkeit fest. Probiert eine Option nach der anderen und betrachtet das Vorschaubild. Ich wählte hier sphärisch.
• Verdunklung kompensieren
Lasst unbedingt die Option Verdunklung kompensieren aktiviert, da sonst das Bild zu dunkel wird.
• Bump-Map umkehren
Üblicherweise werden helle Pixel hochgehoben und dunkle versenkt. Mit dieser Option kehrt ihr dies um.
Bump-Map kacheln
Diese Option ist nur dann relevant, wenn ihr ein kleineres zweites Bild als Relief verwendet. D.h., bei uns bleibt diese Option deaktiviert.
• Azimut
Damit legt ihr fest, aus welcher Richtung das Licht auf das Bild/Relief trifft. Dabei ist der Wert 0=Osten/rechts, 90=Norden/oben, 180=Westen und 360=Süden/unten. Ich wählte ca. 160 NWW ;).
• Höhenwinkel
Hier legt ihr fest, auf welcher Höhe sich die Lichtquelle (Sonne) befindet. 90 = Zenith, 0.50 = Höhe des Horizonts. Ich wählte einen Wert dazwischen: 43 für eine Nachmittags- bzw. Wintersonne.
• Tiefe
Mit Tiefe bestimmt ihr die Höhe des Reliefs. Je höher der Wert, desto dreidimensionaler und erhabener werden die Strukturen. Nicht übertreiben :)! Ich stellte hier 34 ein.
• X-Versatz, Y-Versatz
Damit verschiebt ihr das Relief über dem Bild. Da uns die Struktur an und für sich jedoch ausreichend Kontrast bringt, belassen wir die Werte beide auf 0. Für stärkere Effekte verschiebt ihr die Kanten mithilfe dieser Versatz-Werte.
• Wasserhöhe
Die Wasserhöhe ist nur dann relevant, wenn ihr im obersten Drop-Down (Bump-Map) eine Ebene/eine Datei mit transparenten Pixeln ausgewählt habt. Diese würden standardmäßig in dunkle Pixel umgewandelt werden. Je höher der Wert bei Wasserhöhe, desto heller werden diese Pixel und desto weniger "tief" wirkt das Relief an diesen Stellen.
• Ambient
Schlussendlich verstärkt oder vermindet ihr den Effekt noch, indem ihr hier den Regler nach links bzw. rechts zieht und damit das Licht verstärkt oder abschwächt. Ich stellte ihn auf 86.
Tipp: Betrachtet stets das Vorschaufenster, verschiebt den Ausschnitt auch immer wieder zu anderen Stellen, um diese krititsch zu bewerten und experimentiert mit den Werten!
Wenn ihr soweit zufrieden seid, bestätigt ihr mit OK.
Schritt 3: Ebenenmodus Weiche oder Harte Kanten
Meistens ist der Effekt zu dramatisch und muß ein wenig abgeschwächt werden. Hier kommen die Ebenenmodi ins Spiel. Welcher Modus der geeignetste ist, hängt von eurem Ausgangsbild ab. Ich schwankte zwischen Weiche bzw. Harte Kanten. Während Weiche Kanten den Reliefeffekt zwar beibehielten, aber das Gesamtergebnis eben auch softer aussehen ließ, lieferten die Harten Kanten, wie ihr nun sicherlich überhaupt nicht geahnt hättet ... härtere Kontraste.
Reduziert je nach Bedarf die Deckkraft der oberen Ebene, um den Effekt abzumildern.
Aber auch Nachbelichten und Multiplizieren lieferten faszinierende Ansichten. Probiert es aus!
Tipp: Ebenen-Modi bequem durchsehen:
Positioniert die Maus über den ersten Modus Normal und dreht - ohne zu klicken - langsam am Mausrad. So durchlauft ihr einen Modus nach dem anderen, ohne ständig klicken zu müssen und könnt euch so ganz entspannt auf das Ergebnis im Bildfenster konzentrieren.
Hier nun die schnöde See mit frischer Brise:

Fazit:
Wie ihr seht, lassen sich mit diesem Filter flache Bilder sehr flott aufrauen und erhalten so einen erfrischenden Charakter. Am geeignetsten finde ich den Filter bei eher monotonen Fotos, wie weite Landschafts-, Himmel oder, so wie hier: Meeresaufnahmen.Ich freue mich über Feedback und wünsche viel Spaß und Erfolg mit GIMP; eure Bettina K. Lechner
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stacheldeluxe
09.04.2012 - 17:55
Ich freue mich schon drauf, damit zu arbeiten
j3rry
07.11.2011 - 16:01
Man erzielt den (fast) gleichen Effekt wenn man den Schritt "Bump Map" überspringt. Der Nebeneffekt ist, man erhält weniger Artefakte und trotzdem gewinnen flaue Fotos spürbar an Brillianz
LG Wolf
haespe
27.10.2011 - 16:31
Gutes Tutorial! Werde mir gleich einige geeignete Beispiele raussuchen und die Methode auprobieren.
Danke
FotoTut
12.08.2011 - 13:43
Danke für deinen Beitrag!! Habe wieder viel Neues entdeckt. War mir völlig neu!
Freue mich über weitere ähnliche Tutorials!!
Elize
02.08.2011 - 20:27
Hallo,
dein Tut hat mich sehr zum rumprobieren gebracht, wofür ich dir herzlich danke, denn ich habe echt coole Effekte gefunden:-)
Gruß Elize
adi_69
27.04.2011 - 15:09
Danke! Kann ich gut gebrauchen.
Pjotr
25.04.2011 - 18:27
Danke! Schönes Ergebnis!
Kathrin_G
24.04.2011 - 09:50
Klasse tut! Vielen Dank! Sehr hilfreich!
Fragile
23.04.2011 - 20:35
Damit sehen meine Landschaftsbilder bedeutend besser aus. Vielen Dank. L.G. fragile
andrea69
22.04.2011 - 23:38
Toll dieses Tutorial.Danke
cheekydevil
22.04.2011 - 14:30
Das Tutorial ist ausgesprochen hilfreich. Ich hatte bei uns aufziehende Gewitterwolken photographiert und musste feststellen, dass die Dramatik bei weitem nicht so rüber kam wie in der Realität. Mit dieser Methode der Bearbeitung sieht es aber jetzt viel besser aus.
Mir gefiel nur nicht so gut, dass die Farben recht stark ins blaue tendierten. Also habe ich diese noch über Farben etwas korrigiert. Zum einen den Farbton, aber auch die Kontrast und die Helligkeit habe ich etwas angeglichen.
Herzlichen Dank für das Tutorial.
Viele Grüße
vom cheeky-devil
watjah
22.04.2011 - 10:26
Sehr schönes Tut! Vielen Dank!