-
Teil 09 - Handhabung einer astronomischen Montierung
25.02.2009 in Astro- und Himmelsfotografie von stefan_seip
- Kategorie: Astro- und Himmelsfotografie
- Erstellt mit Programmversion: CS3
- Kompatibel ab Programmversion: -
- Dateigröße (PDF): 2.5 MB
- Bisherige Zugriffe: 3752
Tipp: Dieser Inhalt befindet sich auch auf der:
Lieber Gast …
… die Inhalte von PSD-Tutorials.de stehen nur registrierten Mitgliedern zur Verfügung. Damit wollen wir den Communitygedanken weiterführen. Als Mitglied trägst du - wenn auch nur im Kleinen - zum Puls der Community bei. Und nur so ist es möglich, weiterhin hochwertige Inhalte für alle bereitzustellen.
Vorteile der kostenlosen Mitgliedschaft
Mit der kostenlosen und schnell erledigten Registrierung erhältst du viele nachhaltige Vorteile, die wir dir hier in aller Kürze aufzeigen möchten:
- PSD steht für professionelles Know-how in den Bereichen Bildbearbeitung mit Photoshop, Fotografie, Webentwicklung, Layout- und Vektorbearbeitung, 3D-Bearbeitung mit Cinema 4D und Co.
- Über 3.000 Tutorials mit druckbarer PDF-Datei und teilweise den zugehörigen Arbeitsmaterialien
- Mehr als 1.900 Video-Trainings als Stream zur Direktanzeige und zum Download
- Abruf von über 2.200 Downloads zu Photoshop-Presets, 3D-Modellen, Grußkarten, Texturen & Co
- Zugriff auf ein sehr aktives Forum mit Antworten im Minutentakt
- Deine Daten sind sicher. Sie werden nicht weitergegeben! Die Mitgliedschaft kann jederzeit und ohne Aufwand wieder gelöscht werden.
-
Registriere dich bei uns und du erhältst die Selection-DVD mit über 24 Stunden Video-Trainings zu Photoshop, InDesign uvm. als Download gratis (sofern Newsletter aktiviert).
Reinschnuppern als Gast
Niemand kauft gerne die Katze im Sack, auch wenn sie kostenlos ist. Wir haben eine Handvoll Tutorials und Video-Trainings ausgesucht, die du auch als Gast ohne Registrierung ansehen kannst. Gefallen sie dir, stehen dir nach der Registrierung alle oben genannten Inhalte zur Verfügung.
- Download: Sepia-Vintage-Effekt-Aktion
- Download: Screenguide-Magazin als PDF zum Download
- Download: Spiegelungen 2
- Download: Vektor-Logo (Eidechse)
- Tutorial: Ballons aus einer Schublade
- Tutorial: Neue Pinsel erstellen leicht gemacht
- Tutorial: Kommerzielle Fotografie 01: Berufswunsch Fotografie
- Tutorial: Linien zum Glühen bringen
- Videotraining: Lichtscheinkontureneffekt mit Animation
- Videotraining: CorelDRAW X6 Grundlagen - Hilfsmittel Freihand, 2-Punkt-Linie, Bezier, B-Spline, Polylinie, Stift, 3-Punkt-Kurve
- Videotraining: CorelDRAW X6 Grundlagen: Hilfsmittel Form - Heranziehen, Zurückweisen
- Videotraining: Die Programmoberfläche und der Arbeitsbereich von Adobe InDesign
Fotografie-Workshop-DVD
- 170 Tutorials zu den 15 Schwerpunktthemen der Fotografie
- 13 Fotoexperten erklären Ihnen ihr Fotogenre - auf insgesamt 3.800 Seiten reinstem Fotografie-Wissen!
- PLUS: 9 Stunden Video-Training zur Fotografie und Postproduction von Bildern
Kommentare
Anleitung (Bilder + Extras werden nur für Mitglieder eingeblendet)

Teil 9: Handhabung einer astronomischen Montierung
Wird eine Kamera fest auf einem normalen Fotostativ befestigt, werden Himmelsobjekte nur dann scharf abgebildet, wenn die Belichtungszeit einen Maximalwert nicht überschreitet, der von der Brennweite, der aufgenommenen Himmelsregion, der Pixelgröße des verwendeten Aufnahmesensors und den persönlichen Ansprüchen an ein „scharfes“ Bild abhängt.Bei 3000 Millimeter Brennweite beispielsweise muss schon bei Belichtungszeiten länger als 1/45 Sekunde mit einer unscharfen Darstellung gerechnet werden, wenn die Kamera der Bewegung des Himmels nicht folgt. Und selbst bei Verwendung eines 24-Millimeter-Weitwinkelobjektivs werden Sterne nach 10 Sekunden Belichtungszeit nicht mehr als Punkte, sondern als winzige Striche abgebildet.
Der einzige Weg, um lange Belichtungszeiten zu realisieren und die Sterne trotzdem punktförmig abzubilden, ist, die Kamera während der Belichtungszeit der Himmelsdrehung nachzuführen. Dazu ist eine astronomische Montierung erforderlich, bei der eine Achse parallel zur Erdachse ausgerichtet wird.
Wird diese Achse dann während der Belichtung in der richtigen Geschwindigkeit bewegt, entstehen „nachgeführte“ Himmelsfotos. Üblicherweise erfolgt diese Bewegung durch einen Elektromotor. Eine astronomische Montierung wird auch als parallaktisch oder äquatorial bezeichnet.

• 1: Dreibeinstativ (Alternative: Säulenstativ)
• 2: Steuerung (im abgebildeten Fall: aufwendige Computersteuerung mit GoTo-Funktion und Objekt-Datenbank)
• 3: Einblickposition des Polsucherfernrohrs. Es befindet sich im Inneren der Stundenachse (4), deren Richtung durch die Pfeilorientierung angedeutet wird.
• 4: Stundenachse, die als einzige Achse angetrieben wird, wenn die Montierung der Himmelsdrehung folgt. Im unteren Ende steckt das Polsucherfernrohr (3), das obere Ende ist mit einem Deckel verschlossen, der abgenommen wird, wenn das Polsucherfernrohr benutzt wird.
• 5: Lage der Deklinationsachse, die ihre Fortsetzung in der Gegengewichtsstange (12) findet. Eine Bewegung um die Deklinationsachse findet während der Nachführung normalerweise nicht statt.
• 6: Schraubenpaar, das durch Druck und Gegendruck die Einstellung des Neigungswinkels (Polhöhe) der Stundenachse ermöglicht. Es wird zur Einnordung der Montierung verwendet. Ist die Montierung erst einmal eingenordet, werden diese Schrauben nicht mehr verstellt.
• 7: Schraubenpaar, das durch Druck und Gegendruck die Einstellung des Azimuts (horizontale "Blickrichtung" der Stundenachse) ermöglicht (die hintere Schraube ist auf der Abbildung nur schwer zu erkennen). Es dient zur Einnordung der Montierung. Ist die Montierung erst einmal eingenordet, werden diese Schrauben nicht mehr verstellt.
• 8: Hebelklemmung der Stundenachse.
• 9: Hebelklemmung der Deklinationsachse.
• 10: Schwalbenschwanzführung zur Aufnahme einer Prismenschiene, um ein Teleskop oder eine Kamera auf der Montierung zu befestigen.
• 11. Schraubenklemmung, die eine in die Schwalbenschwanzführung (10) eingeschobene Prismenschiene sichert.
• 12: Gegengewichtsstange (in der Abbildung ohne Gegengewicht).
Azimutale Montierung
Mit einem Fotostativ wäre eine solche Nachführung nicht zu bewerkstelligen, selbst dann nicht, wenn die Feinverstellung sehr sanft erfolgt. Es würde daran scheitern, dass sich das Bildfeld während einer längeren Belichtung um den Stern dreht, auf den nachgeführt wird, denn ein Fotostativ kann die Rotationsbewegung des Himmels nicht ausgleichen. Stellen Sie sich das Sternbild Orion vor: Es geht, auf der linken Seite „liegend“, im Osten auf, richtet sich bei seiner Höchststellung im Süden senkrecht auf und geht, auf der rechten Seite liegend, im Westen unter. Folgt man diesem Sternbild mit dem Fotostativ, würde die Kamera nur „auf- und abwärts“ bzw. nach rechts bewegt werden, ohne jedoch die Drehbewegung auszugleichen.
Schematische Darstellung der Himmelsdrehung am Beispiel des Sternbildes Orion. Eine azimutal montierte, nachgeführte Kamera kann das Sternbild Orion nicht im Gesichtsfeld halten, und das Bildfeld dreht sich im Laufe der Zeit (rote Bildfeldrahmen). Ist die Kamera parallaktisch montiert, folgt sie einerseits der Bewegung des Orion und führt gleichzeitig auch eine Drehbewegung aus, sodass das erfasste Bildfeld konstant bleibt (gelbe Bildfeldrahmen).
Eine Montierung, die nur Auf- und Abwärtsbewegungen sowie Schwenks nach rechts und links kennt, wird als „azimutale“ Montierung bezeichnet und der parallaktischen gegenübergestellt. Ein Fotostativ stellt demnach eine einfache Form der azimutalen Montierung dar. Eine ihrer beweglichen Achsen steht gegenüber dem Erdboden senkrecht und erlaubt horizontale Schwenks, also Verstellungen des Azimuts. Die andere Achse verläuft parallel zum Erdboden und sorgt für die Beweglichkeit nach oben und unten, also der Höhe.

Azimutale Montierung (links) und parallaktische Montierung (rechts). Bei der azimutalen Montierung stehen beide Bewegungsachsen senkrecht auf bzw. waagrecht zum Erdboden. Sie funktioniert wie ein Fotostativ. Die parallaktische Montierung (rechts) zeichnet sich durch die schräg stehende Stundenachse (Pfeil nach links oben) aus. Der Typ „deutsche Montierung“ benötigt Gegengewichte an der Deklinationsachse (Pfeil von links unten nach rechts oben).
Parallaktische Montierung
Parallaktische Montierungen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Allen gemeinsam ist, dass eine Achse davon parallel zur Erdachse ausgerichtet wird. Sie wird Stundenachse genannt. Im Winkel von 90 Grad dazu muss es eine zweite Achse geben, die Deklinationsachse, um ein Fernrohr oder eine Kamera auf jeden Punkt des Himmels ausrichten zu können.Zwei parallaktische Montierungen: die Gabelmontierung (links) und die „deutsche Montierung“ (rechts). Die eingezeichneten roten Pfeile geben die Lage der Stundenachse an.

Deutsche Montierung
Sie besteht aus einem Achsenkreuz und ist dadurch gekennzeichnet, dass auf der einen Seite der Deklinationsachse das Fernrohr oder die Kamera sitzt, während auf der anderen Seite ein Gegengewicht für die Balance sorgt. Insbesondere bei Astrofotografen ist dieser Typ sehr beliebt und verbreitet, weil die Stundenachse leicht auf den Himmelspol ausgerichtet werden kann. Zudem ist das Angebot an deutschen Montierungen reichhaltig: Alle Gewichts- und Preisklassen sind vertreten, und die allermeisten davon können einzeln und nicht nur in Verbindung mit einem Teleskop erworben werden. Als Nachteil schlägt zu Buche, dass bei Verwendung eines Fernrohrs dieses bei der Verfolgung eines Motivs am Stativ oder an der Säule anschlagen kann, was ein Umschwenken von der West- in die Ostlage (oder umgekehrt) erforderlich macht.Gabelmontierung
Gabelmontierungen werden praktisch nur in Verbindung mit Teleskopen vom Handel angeboten. Als parallaktische Ausführung muss die gesamte Gabel gekippt werden, damit ihre Stundenachse auf den Himmelspol zeigt, was eher ungünstige mechanische Verhältnisse schafft. Die meisten Gabelmontierungen für den Amateurmarkt zeigen tatsächlich ein ausgeprägtes Schwingungsverhalten, daher findet man sie im astrofotografischen Einsatz eher selten. Im Gegensatz zur deutschen Montierung ist als Vorteil der Gabelmontierung zu erwähnen, dass ein Himmelsobjekt die ganze Nacht verfolgt werden kann, ohne dass ein Teleskop oder die Kamera gegen ein Hindernis (Stativ/Säule) zu stoßen droht, ein Umschwenken daher also nicht nötig wird.Peripherie
Wenn man als Montierung die reine Achsenmechanik betrachtet, sind weitere Komponenten nötig, um daraus eine für Astrofotografie funktionsfähige Einheit zu machen:• 1. Stativ/Säule
Ein Dreibeinstativ hat im mobilen Einsatz Vorteile, weil es praktisch überall aufgestellt werden kann. Eine Säule bietet mehr Bewegungsfreiheit für ein Fernrohr, steht aber nur auf ebenem Untergrund sicher. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, es sollte auf eine hohe Stabilität geachtet werden. Letztlich wird das schwächste Glied in der ganzen Kette die Stabilität und damit auch die maximale Nachführgenauigkeit limitieren.
• 2. Motoren
Manche Montierungen werden mit bereits installierten Motoren ausgeliefert, bei anderen müssen sie hinzugekauft werden. Für kurze Belichtungszeiten reicht im Grunde der motorische Antrieb der Stundenachse, d. h., auf einen zweiten Motor für die Deklinationsachse kann verzichtet werden. Bei längeren Belichtungszeiten können unter Umständen auch Korrekturbewegungen der Deklinationsachse nötig werden, sodass zwei Motoren – für jede Achse einen – zu empfehlen sind. Die meisten Montierungen arbeiten mit Schrittmotoren, die mit Mikroschritten laufen und über eine Schnecke und einen Zahnkranz die Montierungsachsen bewegen. Eine andere Lösung sind Servomotoren.
Jede Montierung benötigt eine Steuerung. Fehlt sie im Lieferumfang, muss sie zusätzlich erworben werden. Aufgabe der Steuerung ist die Versorgung der Motoren mit Spannung und Antriebsimpulsen. Zusätzlich bietet sie die mehr oder weniger schnelle und feine motorische Bewegung der Montierung in alle Richtungen über vier Tasten an.
Neben diesen fundamentalen Funktionen bieten manche Steuerungen weitere Ausstattungsmerkmale:
• Änderung der Nachführgeschwindigkeit (neben siderisch, also auf die Sterne, wahlweise auch für Sonne und Mond)
• Autoguider-Anschluss: eine Buchse, um mithilfe einer speziellen Digitalkamera, die Autoguider genannt wird, in den Lauf der Montierung regulierend eingreifen zu können, falls das nötig sein sollte. Wer mit langen Brennweiten und langen Belichtungszeiten arbeitet, wird früher oder später die „Nachführkontrolle“ einem Autoguider überlassen wollen und auf die Ausstattung der Steuerung mit einem Autoguider-Anschluss Wert legen.
• GoTo-Funktion: In Verbindung mit schnellen Motoren ermöglicht eine GoTo-Steuerung die automatische Positionierung der Montierung auf ein Himmelsobjekt Ihrer Wahl. Für den Astrofotografen spielt die GoTo-Funktion keine entscheidende Rolle, sodass ein begrenztes Budget im Zweifelsfall in eine stabilere Montierung investiert werden sollte.

• 4. Polsucherfernrohr
Dabei handelt es sich um ein Minifernrohr, das in die hohle Stundenachse der Montierung eingeschraubt wird und die schnelle und bequeme Einnordung (siehe unten) ermöglicht.

• 5. Stromversorgung
Gängig ist der Betrieb von Montierungen mit 12 Volt Gleichstrom. Für den mobilen Einsatz ist daher ein Batteriepack bzw. ein entsprechender Akku zu beschaffen.
Um ein Fernrohr oder eine Kamera auf einer Montierung zu befestigen, sind meistens noch weitere Kleinteile notwendig. Viele Montierungen verfügen als Anschlussplattform eine Schwalbenschwanzführung. Fernrohr- oder kameraseitig ist dann eine passende Prismenschiene vorzusehen. Wenn eine Kamera angebracht werden soll, ist ein stabiler Kugelkopf eine gute Ergänzung.
Aufstellung
Eine parallaktische Montierung muss so aufgestellt werden, dass die Stundenachse auf den Himmelspol (also in die Nähe des Polarsterns) zeigt. Dieser Prozess wird als „Einnordung“ bezeichnet.Am leichtesten gelingt die Einnordung mittels eines Polsucherfernrohrs. Voraussetzung dafür ist, dass der Himmelspol und der Polarstern von Beobachtungsort aus zu sehen und nicht etwa durch einen Baum oder ein Haus verdeckt sind. Das Polsucherfernrohr blickt durch die hohle Stundenachse und zeigt beim Durchschauen eine Markierung, die die Sollposition des Polarsterns darstellt.
Dabei wird auch die Abweichung des Polarsterns vom wahren Himmelspol, die derzeit rund anderthalb Vollmonddurchmesser beträgt, berücksichtigt. Je nach Ausführung der Montierung und des Polsucherfernrohrs muss lediglich die aktuelle Stellung des Polarsterns relativ zum Pol eingestellt werden, denn dieser kreist ja auch einmal pro Tag um den Pol herum.
Dann muss nur noch die Neigung (Polhöhe) und die Blickrichtung der Polachse (Azimut) so lange verstellt werden, bis der Polarstern im Polsucherfernrohr an der vorgesehenen Stelle zu sehen ist. Die Neigung der Polachse entspricht dabei der geografischen Breite des Beobachtungsortes, also etwa 50 Grad für Frankfurt/M. Eine gute Montierung erlaubt das feinfühlige Einstellen der Polachsenneigung für eventuelle Korrekturen. Die Blickrichtung wird durch eine ebenfalls feinfühlig arbeitende Azimutverstellung erledigt.


Selbst mit längeren Brennweiten und längeren Belichtungszeiten ist die Einnordung mithilfe eines justierten Polsucherfernrohrs genau genug. Für kurze Belichtungszeiten mit kürzeren Brennweiten reicht es sogar aus, wenn der Polarstern einfach in die Mitte des Gesichtsfeldes vom Polsucherfernrohr positioniert wird.
Nur bei hohen Ansprüchen an die Präzision der Einnordung, wie sie bei sehr langen Belichtungszeiten, langen Brennweiten, stationären Sternwarten oder der bestmöglichen Positionierungsgenauigkeit von GoTo-Montierungen erforderlich sein kann, empfiehlt sich zum Einnorden die Methode nach „Scheiner“. Sie setzt voraus, dass ein Fernrohr und ein Fadenkreuzokular zur Verfügung stehen. Eine ausführliche Beschreibung dieser zeitraubenden Prozedur ist zu finden unter:
http://www.baader-planetarium.de/montierungen/download/scheiner-klassic.pdf
Nach der Einnordung wird die Montierung beladen, d. h., Gegengewicht, Fernrohr und/oder Kamera werden angebracht. Nun gilt es, die Stunden- und die Deklinationsachse auszubalancieren. Im Idealzustand bleibt die Montierung dann in ihrer Position stehen, ohne dass die Achsen geklemmt sind, egal, auf welchen Punkt des Himmels sie ausgerichtet wird.
Dazu wird ein montiertes Fernrohr so ausgerichtet, dass es exakt nach Süden (oder nach Norden) zeigt und dort auf den Horizont gerichtet ist, d. h., es befindet sich in waagrechter Position. Zunächst wird das Gegengewicht auf der Gegengewichtsstange so lange axial verschoben, bis die Montierung auch ohne Klemmung der Stundenachse in ihrer Position verharrt.

Blick von Süden auf die Montierung. Das Fernrohr mit Kamera (rechts) wurde auf einen Punkt am Horizont im Norden ausgerichtet. Durch axiales Verschieben der Gegengewichte (links) wird ein Gleichgewicht hergestellt, sodass das Fernrohr selbst bei nicht festgeklemmter Stundenachse in dieser Position stehen bleibt.

Blick von Osten auf die Montierung. Das Fernrohr mit Kamera (hinten) wurde auf einen Punkt am Horizont im Süden ausgerichtet. Durch Verschieben der Prismenschiene (alufarbene Leiste mit Löchern) in der Schwalbenschwanzführung oder durch Verschieben des Teleskops in seinen Rohrschellen entlang des rot eingezeichneten Doppelpfeils wird wiederum ein Gleichgewicht hergestellt. Danach bleibt das Teleskop in dieser Position stehen, selbst wenn die Klemmung der Deklinationsachse gelöst wird.
Nicht immer ist es möglich, diesen Idealzustand zu erreichen. Dann sollten Sie aber versuchen, ihm wenigstens so nahe wie möglich zu kommen. Das Ziel der Ausbalancierung ist, dass die Motoren bei der Bewegung der Montierung möglichst wenig Arbeit verrichten müssen. Bei starkem Ungleichgewicht ist außerdem damit zu rechnen, dass die motorische Nachführung nicht mehr mit der erforderlichen Präzision arbeitet.
Im Anschluss an diesen Schritt verfügen Sie über eine funktionsfähige Anlage, um die Kamera dem Lauf der Gestirne nachzuführen, ohne dass die Erdrotation bei Langzeitbelichtungen strichförmige Abbildungen der Sterne verursacht.
Schließen Sie dazu die Steuerung der Montierung an und versorgen Sie sie mit Spannung. Stellen Sie sicher, dass die Nachführgeschwindigkeit auf „siderisch“ oder „Stern“ steht, wenn Sie andere Himmelsobjekte als Mond und Sonne aufnehmen. Falls die Steuerung den Betrieb der Montierung auch auf der Südhalbkugel der Erde zulässt, muss „Norden“ eingestellt werden, andernfalls dreht sich die Stundenachse in der falschen Richtung. Nun lösen Sie die Klemmen der Stunden- und Deklinationsachse und richten Sie Ihr Teleskop und/oder Ihre Kamera auf die gewünschte Himmelsregion, anschließend ziehen Sie beide Klemmen wieder mit sanftem Druck an. Warten Sie vor dem Start der ersten Belichtung einige Sekunden, um der Antriebsschnecke Zeit zu geben, satt in die Zähne des Zahnkranzes einzugreifen.
Die nächsten beiden Folgen der Tutorial-Reihe „Astro- und Himmelsfotografie“ werden sich mit den Themen „Langzeitbelichtungen bei nachgeführter Kamera“ und „Nachführkontrolle während einer Langzeitbelichtung“ beschäftigen.
Transport
Während des Transports einer astronomischen Montierung sollten die Gegengewichte abgenommen und die Klemmen der Stunden- und Deklinationsachse gelöst werden. Das schont die Mechanik bei auftretenden Erschütterungen.Beispiele für fototaugliche Montierungen
Wenn es auf die Reduzierung von Gepäckmaßen ankommt, ist die „AstroTrac 320x“-Montierung kaum zu schlagen. Dabei handelt es sich um einen Aufsatz für Fotostative, im Bild um den alufarbenen Teil. Optional kann diese Montierung sogar mit einem Polsucherfernrohr (links oben) ausgerüstet werden, allerdings wird das Vorhandensein eines Stativs und eines Stativkopfes vorausgesetzt.
Die „Skywatcher EQ-3“ stellt die absolute Untergrenze für nachgeführte Aufnahmen bei klassischen Fernrohrmontierungen dar, wenn sie – wie im nächsten Bild zu sehen – mit Motoren ausgestattet ist. Allenfalls kleinste Fernrohre kommen als „Nutzlast“ infrage, eher eine Kamera mit Fotoobjektiven und nicht zu lange Brennweiten. Für Aufnahmen mit moderaten Brennweiten und einigen Minuten Belichtungszeit ist sie aber durchaus eine geeignete Plattform, die inklusive Stativ, Motoren und Steuerung für ca. 230 Euro zu haben ist.




-
Reklame
-
-
- illustrator konturschnitt
- Wischmop mit Hair erstellen?
- Verliere langsam Übersicht, wie speichert ihr?
- Durchscheinendes T-shirt bei Kleid einfärben
- Ron21rn Showroom
- Erstellung eines LOGO´s für ein Fotostudio mit CS5
- Welche Programme nutzt Ihr für Plakate, Flyer u. a. Printlayouts?
- neuer Filter von Redfield
- Auswahl mit transparentem Hintergrund abspeichern
- Kameraentscheidung
- Guten Abend zusammen...
- Steam Worskop
- Photoshop speichert nicht weiter
- Und wieder Bildlook. Oder:"Wie hat er das gemacht?"
- Animationszeitfenster ohne loop
- Schrift am Pfad ausrichten - Problem! Stopp am Knotenpunkt?
- Backen beim Sculpten funktioniert nicht
- 3D mit dem OpenSimulator
- DB Fehler bei Umzug auf Server
- Mappen eines halb-runden Zylinders
-
-
Aktuelles Commag
Anzeige
-
Anzeige


kAgravedigger
22.11.2012 - 20:44
Danke für das Klasse Tutorial!
shk79
10.08.2012 - 13:40
Gutes Tutorial. Wichtig ist, dass man sich beim Kauf einer Montierung wirklich auf ein solides Gerät konzentriert. Nichts ist ärgerlicher, wenn die Konstruktion nur schon vom anblicken alleine wackelt.
astro_mann
26.02.2012 - 13:04
Gut erklärt, kurzweilig. Für einen Einsteiger das wichtigste sehr anschaulich dargestellt.
Generell gefallen mir die Erklärungen von Stefan Seip sehr gut.
anton610
06.02.2012 - 20:11
Danke!
super Tutorial!
mikle
02.03.2009 - 09:46
ich finde es ist eine sehr gute Darstellung, die das Wesentliche in Kurzform beschreibt. Ich habe bezüglich des Polsucherfernrohres wieder etwas neues erfahren; Led-Beleuchtung. Dieser Workshop hilft mir mit bei der Anschaffung eines Teleskopes für Astrofotgrafie. Danke
stp69
28.02.2009 - 16:24
ich hab bei mir noch ein altes DDR-Telementor-Teleskop stehen, ebendso mit einer (manuelen) parallaktischen Montierung "T" auf der Montierung sollte meine Sams auch Platz und Halt finden. Nur die Nachführung gestalltet sich etwas umständlich :)
danke für das tolle Script
Eyke
26.02.2009 - 22:24
Sehr interessant erzählt, obwohl das Thema an sich eigentlich eher trocken ist. Ein Beispiel für eine perfekte Nutzung der vorgestellten Komponenten hätte den 5.Stern eingebracht.
Danke für die Mühe
raptor31
26.02.2009 - 10:51
Sehr gut und anschaulich erklärt!
Die Nicht-Astronomen werden zwar noch bemerken, dass das Einnorden (und Polarstern-finden) anfangs nicht ganz so einfacht ist, wie es auf den ersten Blick scheint, aber davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Beim 2. Versuch klappts bestimmt!
In diesem Sinne: Clear Skies!
stefan_seip
26.02.2009 - 11:00
Richtig. Zum Finden des Polarsterns und Erkennen der Sternbilder empfehle ich die Lektüre von Teil #2 und #3 der Tutorialreihe 'Himmels- und Astrophotographie'
wgdiabolo
26.02.2009 - 06:43
Unbeschreiblich, wie man so ein Thema verständlich erklären kann. Weiter so und vielen dank. Wolfgang
oetzy
25.02.2009 - 21:03
Einfach genial, Dank Dir für deine Tutorials
roman2
25.02.2009 - 17:21
einfach toll !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
RalfK123
25.02.2009 - 08:54
Ein sehr technisches Thema dennoch gut verständlich rübergebracht. Vielen Dank
stefan_seip
25.02.2009 - 10:30
Ralf, es stimmt: Die Astrophotographie kommt ohne Technik nicht aus. Für manche ist gerade das der Reiz des Themas. Gruß Stefan