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Kommentare

  • Alternative Portrait von EinFotograf

    EinFotograf

    23.03.2012 - 10:12

    Sensationell gutes Tutorial mit ebenso beeindruckenden, sehr anschaulichen Fotos!
    Vielen Dank für die Mühe und Zeit die Du hier investiert hast! Es hat sich sehr gelohnt und ich finde, es ist eines der besten "Einsteiger"-Tutorials die ich bisher hier gefunden habe.

    Viele Grüße

  • Alternative Portrait von Quirin295

    Quirin295

    02.01.2012 - 03:30

    Wiedermal herzlichen Dank, das gelernte kann eigentlich bei jedem Foto umgesetzt werden...

  • Alternative Portrait von Dorie1968

    Dorie1968

    20.11.2011 - 19:51

    Bislang bin davon ausgegangen, dass ich vom Motiv immer alles drauf haben sollte - z.B. den Weißen Tiger im Loro Parque habe ich so aktuell "geknipst". Nun aber sind mir tolle Bilder mit seiner Tigerin in Interaktion gelungen - mit "Spot" sozusage auf die Gesichter und die auch nur angeschnitten. Toll geworden - herzlichen Dank dafür!

  • Alternative Portrait von fox_

    fox_

    06.09.2011 - 10:24

    Noch mehr inspiration - ich mag diese Tutorialreihe!

  • Alternative Portrait von MaryLou

    MaryLou

    05.09.2011 - 15:40

    Durch die Beispiel Bilder sehr verständlich gestaltet!Vielen Dank :)

  • Alternative Portrait von WeingutBucher

    WeingutBucher

    19.08.2011 - 19:59

    Danke für das tolle Tutorial.
    Gruß

  • Alternative Portrait von Krestan

    Krestan

    17.08.2011 - 10:16

    Grüsse

    Danke für das Tutorial

    Markus

  • Alternative Portrait von unix96

    unix96

    01.08.2011 - 14:57

    Super tutorial . Werde gleich mal das schöne wetter ausnutzen und ne foto tour machen.

  • Alternative Portrait von unix96

    unix96

    01.08.2011 - 14:12

    Super tutorial . Werde gleich mal das schöne wetter ausnutzen und ne foto tour machen.

  • Alternative Portrait von Biberle

    Biberle

    27.07.2011 - 14:47

    Vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Ich werde versuchen die Ratschläge umzusetzten !!

  • Alternative Portrait von frank2germany

    frank2germany

    27.07.2011 - 13:02

    Ich habe beim Lesen sehr viel gelernt. Besonders die Gegenüberstellung der verschiedenen Bilder mit großzügigeren oder knapperen Bildausschnitt war für mich sehr ausschlussreich. Vielen Dank!

  • Alternative Portrait von Blacky43

    Blacky43

    16.07.2011 - 10:43

    Habe das Tutorial im Wesentlichen überflogen. Sehr, sehr aufschlussreich. Werde es mir nochmal in Ruhe zu Gemüte führen um bessere Fotos zu machen. Freue mich schon auf die nächste Ausgabe.

  • Alternative Portrait von Blacky43

    Blacky43

    16.07.2011 - 10:43

    Habe das Tutorial im Wesentlichen überflogen. Sehr, sehr aufschlussreich. Werde es mir nochmal in Ruhe zu Gemüte führen um bessere Fotos zu machen. Freue mich schon auf die nächste Ausgabe.

  • Alternative Portrait von Helena01

    Helena01

    15.07.2011 - 23:55

    Habe den Inhalt gerade kurz überflogen. Doch schon jetzt kann ich sagen: "Es sieht lehrreich und vielversprechend aus". Werde gleich morgen aufmerksam lesen!

  • Alternative Portrait von spatzerl

    spatzerl

    15.07.2011 - 13:48

    Danke für das tolle Tutorial. Es hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich werd es auch gleich ausprobieren:-)

  • Alternative Portrait von zilly

    zilly

    15.07.2011 - 13:31

    Danke, die ganze Reihe ist toll. Gespanntes warten auf die nächste Ausgabe

  • Alternative Portrait von Friedemann

    Friedemann

    15.07.2011 - 12:33

    Danke für das hilfreiche und interessante Tutorial. Passende Bildbeispiele.

  • Portrait von chriskess

    chriskess

    15.07.2011 - 10:07

    super, viele gute Tipps, die ich berherzigen werde.

  • Alternative Portrait von andemande

    andemande

    15.07.2011 - 09:59

    Das Tutorial zeigt m.E. aber auch, daß man sowohl zu viel wie auch zu wenig im Bild haben kann.
    Das formatfüllende Bild vom Theater ist ein ganz schlechtes Beispiel. Figuren/Dach oben abgeschnitten.
    Ein Gesamtübersichtsbild ist für Aussenstehende übrigens durchaus sehenswert. Stimmt sozusagen auf die Detailfotos ein.

    In jeder Hinsicht für mich überzeugend die Portraits. KIasse !

    Natürlich bin ich auf die - baldige? ;-) - Fortsetzung gespannt.

  • Alternative Portrait von andemande

    andemande

    15.07.2011 - 09:59

    Das Tutorial zeigt m.E. aber auch, daß man sowohl zu viel wie auch zu wenig im Bild haben kann.
    Das formatfüllende Bild vom Theater ist ein ganz schlechtes Beispiel. Figuren/Dach oben abgeschnitten.
    Ein Gesamtübersichtsbild ist für Aussenstehende übrigens durchaus sehenswert. Stimmt sozusagen auf die Detailfotos ein.

    In jeder Hinsicht für mich überzeugend die Portraits. KIasse !

    Natürlich bin ich auf die - baldige? ;-) - Fortsetzung gespannt.

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Anleitung (Bilder + Extras werden nur für Mitglieder eingeblendet)


Ein zu großer Bildausschnitt (links) erfasst viele unwichtige Elemente und bildet das Hauptmotiv zu klein ab. Das rechte Bild zeigt das Hauptmotiv angemessen groß. Dass es dabei leicht angeschnitten wird, stört nicht im Geringsten.

Bilder


BITTE NICHT
Hauptmotiv zu klein abbilden


Geht man den Ursachen für mehr oder weniger misslungene Fotos auf den Grund, treten hin und wieder sehr triviale Ursachen zutage. Das ist definitiv der Fall bei solchen, auf denen das Hauptmotiv schlicht und ergreifend zu klein abgebildet wurde. Dieser leicht zugänglichen Fehleranalyse steht allerdings eine gewisse Ratlosigkeit bei der Suche nach den Ursachen gegenüber. Warum wohl werden Motive mit zu viel Umgebung abgelichtet?

 
Darauf eine schlüssige Antwort zu finden, ist zwar auf dem Weg der Verbesserung nicht zwingend erforderlich, gleichwohl aber hilfreich. Folgende Punkte mögen dabei eine Rolle spielen:


1. Kamerasucher und Bildausschnitt

Bei der Bildgestaltung und –komposition kommt dem Suchersystem der Kamera eine große Rolle zu. Die meisten heute in Gebrauch befindlichen Kameras sind digitale Spiegelreflex-, Bridge- und Kompaktkameras. Sowohl optische Spiegelreflexsucher als auch die elektronischen Sucher (ob Display oder EVIL) können bestenfalls 100 Prozent des aufzunehmenden Fotos zeigen.

Bei vielen Displays ist das auch der Fall, während im Sucher der meisten Spiegelreflexkameras sogar weniger zu sehen ist; gängig sind etwa 95 Prozent. Den Vergleich eines 95%-Sucherbildes mit dem tatsächlich aufgezeichneten Foto zeigen die beiden folgenden Abbildungen:

Bilder
Ein Sucher, der einen Teil des Bildes nicht zeigt, erschwert die präzise Bildgestaltung. Dieser Sucher zeigt nur 95 Prozent des späteren Fotos.


 
Das Foto zeigt mehr Umfeld, als im Sucher (Bild oben) zu sehen war.

Bilder


 
Viele Fotografen neigen dazu, ihr Motiv mit einem gewissen „Sicherheitsabstand“ zu komponieren, damit keinesfalls wichtige Partien fehlen. Kommt dann noch ein Beschnitt durch den Kamerasucher hinzu, ist eine zu kleine Abbildung des Hauptmotivs die Folge.

Der Hang zu diesem Sicherheitsabstand resultiert vielfach auch aus Erfahrungen, dass bei gedruckten Fotos öfter Randbereiche der Datei (oder des Negativs) vom Foto-Dienstleister weggeschnitten werden, weil diese nicht randlos drucken.

Bilder
Obwohl im Bildbearbeitungsprogramm (oben) der Kaktus noch komplett ist, fehlt auf dem späteren Ausdruck (unten) die Spitze.


 

2. Interesse am Motivumfeld

Der „Tunnelblick“ durch einen Kamerasucher kann zu einer gewissen Unbehaglichkeit führen, weil man sich stets auch für die Dinge interessiert, die im Umfeld passieren und die beim Blick durch den Kamerasucher nicht zu sehen sind. Möglicherweise sorgt auch diese angeborene Neugier dafür, dass ein größerer Bildwinkel gewählt wird als der, der für das Foto der beste wäre.

Reine Sucherkameras bzw. Messsucherkameras sind kaum noch in Gebrauch, obwohl sie gerade in dieser Hinsicht einen großen Vorteil zu bieten haben. Der Blick durch den Sucher zeigt nicht nur den durch Linien markierten Bildausschnitt, sondern auch einen großen Bereich der Umgebung. Eine ins Bild laufende Person zum Beispiel kann vom Fotografen bereits erkannt werden, wenn sie sich noch außerhalb des Bildfeldes befindet. Er kann dann entscheiden, ob er schnell auslöst, wenn die Person auf dem Foto eher stören würde, oder ob er damit noch wartet, bis sich die Person an der besten Position befindet.

Bilder
Der Blick durch eine Sucherkamera zeigt einen eingeblendeten, hellen Rahmen, der die Bildfeldbegrenzung darstellt. Im Gegensatz zur Spiegelreflexkamera kann der Fotograf auch einen Teil des Bildumfeldes sehen. Er sieht die Beine, die die Treppe hinabsteigen, noch bevor sie das Bildfeld erreichen, und kann entscheiden …

 
… ob er schnell den Auslöser drückt und dieses Bild ohne die Beine aufnimmt oder …

Bilder


 
… ob er noch einen Moment wartet und die Beine in das Bild einbezieht.

Bilder


 

3. Fotograf nimmt eine distanzierte Haltung zu seinem Motiv ein

Bisweilen mag auch eine große emotionale Distanz zwischen Fotograf und seinem Motiv herrschen – grundsätzlich keine gute Voraussetzung für gelungene Fotos. Unbewusst nämlich kann sich eine solche Distanziertheit tatsächlich in der Wahl des Bildausschnitts widerspiegeln. Sie wird dann unter Umständen auf dem Foto sichtbar: in Form eines zu klein abgebildeten Hauptmotivs!

Das Gleiche kann vorkommen, wenn der Fotograf ein Übermaß an Angst, Respekt, Hochachtung oder Einschüchterung verspürt, während er sich fotografisch mit seinem Motiv auseinandersetzt.


4. Keine Annäherung möglich

Ein pragmatischer Grund für eine zu kleine Abbildung eines Objekts kann darin bestehen, dass physische Gründe den Fotografen daran hindern, sich seinem Subjekt zu nähern. Hindernisse wie Wasserflächen, Zäune, Gräben oder Mauern können unüberwindbare Barrieren darstellen und Pläne diesbezüglich vereiteln. In anderen Fällen besteht vielleicht ein schlichtes Verbot oder es handelt sich um ein Motiv mit einer gewissen „Fluchtdistanz“, etwa ein Wildtier.


5. Keine längere Brennweite verfügbar

Größere Entfernungen von Fotograf und Motiv können mit einem langbrennweitigen Objektiv (Tele) bzw. Tele-Zoom überwunden werden. Die Voraussetzung dafür ist freilich, dass man ein solches Objektiv sein Eigen nennt und zum Aufnahmezeitpunkt auch dabeihat. Ist das nicht der Fall, zieht man vielleicht ein Foto mit einem kleiner abgebildeten Hauptmotiv der Alternative vor, auf eine Aufnahme vollständig zu verzichten.


 

6. Nahbereich ausgeschöpft

Bei Nahaufnahmen kann es auch die Technik sein, die einem Grenzen setzt, obwohl man gerne einen engeren Bildausschnitt wählen würde. Das ist der Fall, wenn die Nahgrenze des Objektivs erreicht ist, noch bevor der gewünschte Abbildungsmaßstab eingestellt ist.


7. Innerer Wunsch, nichts Wichtiges wegzulassen

Enge Bildausschnitte bergen die Gefahr, dass Motivteile weggelassen werden, die man später doch gerne auf dem Bild sehen würde. Während überschüssige Bildbereiche später einfach abgeschnitten werden können, sind außerhalb des Bildwinkels liegende Bereiche unwiederbringlich verloren. Möglicherweise tendieren viele Fotografen dazu, „auf Nummer sicher“ zu gehen, wählen im Zweifelsfall vorsorglich einen größeren Bildausschnitt, versäumen es aber hinterher, das Bild wieder auf den ursprünglich ins Auge gefassten Ausschnitt zuzuschneiden.

Bilder
Die Komplettansicht eines hübschen Bauwerks lässt keinen Raum für Fantasien.


 
Aus einer anderen Perspektive und stark beschnitten wird der Charakter der Architektur genauso erkennbar wie in der Komplettansicht, doch die Einbettung in die Bäume vermittelt eine gesteigerte Bildstimmung und –wirkung.

Bilder


 

8. Bedenken wegen vermeintlicher Publikumsreaktion

Vermutlich jeder Fotograf kennt es aus eigener Anschauung, dass manche Betrachter von Fotos außerhalb des Bildfeldes liegende Motivteile vermissen, was durch Äußerungen wie z. B. „Warum sind denn da die Beine abgeschnitten?“ oder „Schade, dass dem Katzenporträt die Ohren fehlen“ deutlich wird.

Dabei realisiert das unerfahrene Publikum nicht, dass die Bildwirkung verloren ginge, die Gesichter einer Gruppenaufnahme weniger gut und die Details in den Augen der Katze vielleicht gar nicht mehr erkennbar wären, wenn sich der Fotograf für eine „Totale“ ohne Beschnitt entschieden hätte. Um solchen Reaktionen vorzubeugen, wählen womöglich manche vorsorglich einen etwas größeren Bildausschnitt.

Bilder
Zu viele Elemente auf einem Foto führen zu einem „verwirrenden“ Bildaufbau, so wie bei dieser Aufnahme von einem Affenkäfig.


 
Im Gegensatz dazu wirkt dieses Affen-Porträt ausgesprochen intensiv. Es wurde durch die Glasscheibe aufgenommen. Der Fotograf sollte sich von naiven Fragen, warum der Kopf des Gorillas „abgeschnitten“ ist, nicht von seinem Weg abbringen lassen.

Bilder


 
BESSER MACHEN
Nähe wagen, Motiv anschneiden


Nach dieser Fehleranalyse liegt es auf der Hand, wie eine Verbesserung in vielen Fällen erreicht wird, nämlich dadurch, dass das Hauptmotiv größer in Szene gesetzt wird. Folgendes Zitat des bekannten Fotografen Robert Capa (1913 – 1954) unterstreicht diese Notwendigkeit:

„Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran“

Treffender kann eine Zusammenfassung des angesprochenen Themas nicht ausfallen, auch wenn Capa eigentlich eine inhaltliche Annäherung im Sinn hatte. Hinzufügen möchte ich:

„Fotografie ist die Kunst des Weglassens“

Tatsächlich stellt jede Fotografie bereits durch ihr Wesen eine beträchtliche Reduktion, Abstraktion der „Wirklichkeit“ dar: Dinge wie Dreidimensionalität, Bewegung, Geräusche, Gerüche, Temperaturen, Windbewegungen und alle Dinge um den gewählten Bildausschnitt herum werden von der Kamera nicht aufgezeichnet; bei Schwarz-Weiß-Fotos wird sogar die Farbe unterschlagen.

Das ist keineswegs als „Verlust“ zu werten, sondern im Gegenteil als eine überaus erfolgreiche Methode, den Blick auf ganz bestimmte Dinge zu lenken, die der Fotograf in deren Umgebung herausgesucht hat und anschließend mit fotografischen Mitteln betont, aus der Masse der anderen Dinge „freistellt“ und damit zum Hauptmotiv erklärt.

Je besser dieser Prozess gelingt, desto positiver werden die Reaktionen des Publikums ausfallen! Fotografen sollten daher gewohnheitsmäßig nicht den Dingen nachtrauern, die sie nicht mit ihrer Kamera einfangen können, sondern sich über alles freuen, was man weglassen kann!

 
Um zerstörungsfrei zu testen, ob ein Bildbeschnitt einen positiven Effekt hat, können zwei aus schwarzem oder weißem Karton geschnittene Winkel verwendet werden, die über das ausgedruckte Bild gelegt werden können. Hier sind noch die beiden schwarzen Winkel und das komplette Bild zu sehen, …

Bilder


 
… während jetzt die beiden Winkel über das leicht gedrehte Foto platziert wurden. In der Mitte ist das „neue“ Bild zu sehen.

Bilder


Auf dem Weg zu dieser Einstellung könnte man sich angewöhnen, dass man während der Wahl seines Bildausschnitts mehr und mehr Dinge weglässt, bis „der Bogen überspannt“ ist und die gewünschte Bildwirkung und Darstellung nicht mehr erzielt wird. Dann kehrt man zur letzten noch „funktionierenden“ Variante zurück und drückt den Auslöser…

Das soll keineswegs heißen, dass ausschließlich angeschnittene, bildfüllende Darstellungen zu überzeugenden Fotos führen! Soll „Weite“ gezeigt werden oder die Verlorenheit eines kleinen Hauptmotivs innerhalb seiner Umgebung, können und müssen andere Wege beschritten werden. Doch hier geht es um die Frage, mit welchen Mitteln sich die gestalterische Qualität von Fotos steigern lässt.

 
Rückt der Fotograf sein Hauptmotiv groß und prominent ins Bild, werden mehrere Ziele erreicht.


1. Hauptmotiv wird deutlich

Fotografen dürfen es nicht den Betrachtern ihrer Bilder überlassen, zu entscheiden, was das Hauptmotiv gewesen ist. Diese Entscheidung hat der Fotograf zu treffen und mitzuteilen. Durch die große Abbildung eines Hauptmotivs gelingt das mühelos. Diesem Thema widmet sich eine separate Folge dieser Tutorialserie.

Bilder
Ein Beet mit vielen verschiedenen Pflanzen im Sonnenlicht lässt die Frage offen, was das Hauptmotiv gewesen sein soll.


 
Die Detailaufnahme der Palmfarn-Blätter im Gegenlicht greift ein Detail aus der Szenerie heraus und konzentriert die „Bildaussage“.

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2. Vermeidung störender Bildelemente

Je mehr Raum das Hauptmotiv beansprucht, desto weniger bleibt übrig für störende Elemente wie zum Beispiel Asphaltflächen, Himmel, Zäune, Autos und Verkehrsschilder, wobei diese Liste unendlich fortgesetzt werden könnte. Dominierend in Szene gesetzte Hauptmotive drängen störende Bildelemente in die Bedeutungslosigkeit oder eliminieren sie vollständig. Gleichzeitig kann ein unruhiger und dadurch ablenkender Hintergrund vermieden werden.

Bilder
Eine gute Übung, um die „Dominanz“ des Hauptmotivs (hier das Theatergebäude) zu prüfen, ist eine kleine Tabelle, in der die (geschätzten) summierten prozentualen Flächenanteile der einzelnen Bildelemente aufgeführt werden. Bei diesem Beispiel könnte das Ergebnis lauten: Wasser 45%, Theater 20%, Himmel 20%, Bäume 10%, Häuser 2%, Rasen 2%, Menschen 1%.



 
Bei diesem Foto fällt das Ergebnis für das Theater als Hauptmotiv deutlicher aus – es beherrscht fast das gesamte Bild und wirkt wesentlich mächtiger.

Bilder


 

3. Fantasie der Betrachter sprengt das Bild

Hat ein Betrachter einer Fotografie den Eindruck, dass alles Wichtige auf dem Bild enthalten ist, fehlt die Spannung und die Neugier, wie die Szenerie außerhalb des Bildes weitergehen könnte. Bei angeschnittenen Motiven bleiben Fragen oder zumindest Neugier bestehen, was sich positiv auswirkt, weil das Foto als „interessanter“ empfunden und eingestuft wird. Es stellt sozusagen keine fertig erzählte Geschichte dar, sondern lässt dem Betrachter Raum für eigene Gedanken und Fantasien.

Bilder
Auch ein noch so schöner Baum liefert ein nur unterdurchschnittliches Foto, wenn er mitsamt seiner nicht sehr interessanten Umgebung abgelichtet wird.


 
Nur wenige Schritte des Fotografen nach vorne reichten aus, um die Umgebung zu eliminieren und dieses Bild aufzunehmen, das dem Betrachter Raum für eigene Interpretationen und Vorstellungen lässt.

Bilder


 

4. Hintergrundfigur leichter kontrollierbar

Schneidet man aus einem Foto das Hauptmotiv, die sogenannte „Figur“ aus, bleibt die „Hintergrundfigur“ übrig. Diesem wichtigen Thema widmet sich eine der kommenden Folgen der Tutorialserie in aller Ausführlichkeit.


5. Details werden sichtbar

Groß abgebildete Motive zeigen feinste Details und befriedigen dadurch die Neugier des Publikums. In manchen Fällen sogar Details, die man vom bloßen Anschauen der Motive her nicht kennt - etwa bei Makroaufnahmen oder Porträts. Eine Makroaufnahme etwa kann Strukturen einer Blüte offenbaren, für deren Wahrnehmung man eine Lupe bräuchte. Ein eng aufgefasstes Porträt enthält unter Umständen Feinstrukturen innerhalb der Iris der Augen, die man normalerweise nicht wahrnimmt.

Bilder
Die komplette Ansicht einer Orchideen-Vitrine zeigt viele verschiedene Arten, liefert aber keine Grundlage für ein überzeugendes Foto.

 
Die Nahaufnahme einer einzigen Pflanze in der Vitrine vermittelt hingegen mehr Emotionen, mehr „Stimmung“. Der Blick bleibt an den nun erkennbaren Einzelheiten der einzigen scharf abgebildeten Blüte kleben.

Bilder


 

6. Nähe wird spürbar

Wer als Fotograf durch einen engen Bildausschnitt „Nähe wagt“, transportiert das direkt zum Publikum. Auch Betrachter der Fotos werden diese „Nähe“ spüren und honorieren. Ein großzügig beschnittenes Porträt zum Beispiel erlaubt einem Betrachter, kleinste Details im Gesicht zu studieren, ohne sich einer wirklichen Person nähern zu müssen. Er wird in die Lage versetzt, anhand feinster Strukturen (vermeintliche) Emotionen und Persönlichkeit der abgebildeten Person zu entschlüsseln.

Bilder
Das interessante Gesicht dieses alten Mannes ist ziemlich klein abgebildet. Das Foto verfehlt daher seine potenzielle Wirkung.


 
Ein Schritt in die richtige Richtung: Hände wurden ins Spiel gebracht.

Bilder


 
Noch besser: Stark angeschnitten gestattet diese Aufnahme ein genaues Studium des Gesichts, fast einen Blick in die Seele der porträtierten Person. Während der Beschnitt der Stirn kein Problem ist, sollte das Kinn nicht angeschnitten werden.

Bilder


 

7. Größe und Unendlichkeit darstellen

Noch ein spannender Aspekt ist der, dass, wenn man als Fotograf die Größe, die Endlosigkeit eines Motivs darstellen möchte, nicht deren Begrenzung zeigen darf! Ist weder der Beginn noch das Ende einer Sache auf dem Foto dargestellt, wirkt es sogar größer, als es in Wirklichkeit ist, weil der Betrachter es sich im Geiste fortgesetzt vorstellt. Im Vergleich dazu erscheint selbst ein großes Objekt klein und „begrenzt“, wenn man seine Ausmaße auf dem Foto komplett erfassen kann. Folgende Beispiele sollen das verdeutlichen.

Bilder
Diese hübsch beleuchtete Häuserfassade ist links durch ein ins Bild ragendes, anderes Gebäude begrenzt.


 
Hier wurde das gleiche Foto links beschnitten, wodurch die Fassade das Gefühl einer „Endlosigkeit“ vermittelt.

Bilder


 
Selbst der mächtige Bryce Canyon in den USA wirkt „überschaubar“, wenn er mit einem starken Weitwinkelobjektiv aus großer Entfernung so aufgenommen wird, dass man seine Grenzen sieht.

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Durch den Anschnitt und die veränderte Perspektive wirkt die gleiche Landschaft hier schon wuchtiger, obwohl der Vordergrund sehr viel Fläche des Bildes beansprucht.

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Noch besser gelungen ist diese Aufnahme, auf der fast ausschließlich charakteristische Formationen des Bryce Canyon abgebildet sind und selbst auf den Himmel verzichtet wurde.

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Während im vorigen Bild die Bäume einen Größenvergleich erlauben, sind es hier die Menschen, die die Wuchtigkeit der Felsformationen vor Augen führen. Ein weiterer Zuschnitt würde der Großartigkeit der Landschaft nicht mehr gerecht werden können.

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Erreicht werden kann das angestrebte Ziel, das Hauptmotiv groß und prominent darzustellen, durch die folgenden drei Methoden:


1. Distanz zwischen Motiv und Fotograf verringern

„Näher herangehen“ bedeutet zwangläufig eine größere Abbildung des Hauptmotivs.

Bilder
Aus großer Distanz fotografiert, wird das ganze Beet erfasst.


 
Wer näher herangeht, beseitigt nicht nur störendes Umfeld, sondern kann durch die Strukturen der Kakteen auch eine anspruchsvolle Bildgestaltung verfolgen.

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Wer mit seinem Objektiv nicht nahe genug an das Motiv herankommt, kann sich mit einer vergleichsweise preiswerten Nahlinse ausstatten, die in das Filtergewinde des Objektivs geschraubt wird.

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2. Längere Brennweite benutzen

Ein Objektiv mit längerer Brennweite (Tele) bzw. ein Zoomen in diese Richtung verkleinert den Bildwinkel und bildet das Hauptmotiv größer ab.

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Ohne Teleobjektiv wirkt der Eisbär in seinem Gehege ziemlich verloren.


 
Mit längerer Brennweite lässt sich der Blick auf interessante Details oder Situationen lenken. Dabei ist es in diesem Beispiel keineswegs notwendig, das Umfeld „Zoo“ zu leugnen.

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Je mehr Umfeld aus dem Bild verschwindet, desto mehr Aufmerksamkeit wird dem Hauptmotiv zuteil.

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Dieser Teich ist noch ein Beispiel dafür, dass eine Annäherung an das Motiv Seerose nicht ohne Weiteres möglich ist, ohne dass man ins Wasser steigt.

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Mit dem Teleobjektiv können faszinierende Details isoliert werden, die für sich gesehen bessere Fotos abgeben als die Gesamtansicht des Seerosen-Teichs. In diesem Fall sind es genau drei Blüten samt ihrem Spiegelbild auf der Wasseroberfläche und die schönen grünen Blätter.

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Diese Detailaufnahme verzichtet sogar auf Blüten und lenkt den Blick auf die dezenten Pastellfarben der Blätter im Gegenlicht.

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Dass Methode 1 und 2 zu unterschiedlichen Resultaten führt und unterschieden werden muss, wird in der kommenden Folge dieser Tutorialserie ausführlich besprochen.


 

3. Nachträglich vorgenommener Bildbeschnitt

Manchmal zeigt sich erst bei der Sichtung der Bildergebnisse, dass ein Beschnitt durch die Bildbearbeitungssoftware notwendig wird. Das ist zwar eine „Notlösung“, aber immer noch besser, als ein zu kleines Hauptmotiv zu zeigen. Mir persönlich ist ein überzeugend komponiertes Foto mit durch den Beschnitt reduzierten sechs Megapixeln immer noch lieber als ein langweiliges Foto mit 18 Megapixeln. Dennoch lautet die Empfehlung, möglichst schon beim Fotografieren den endgültigen Bildausschnitt zu finden.

Bilder
Um mit Photoshop einen Bildbeschnitt durchzuführen, wählt man das Werkzeug Auswahlrechteck (Tastenschlüssel M) und zieht mit der Maus eine Box auf (s. Abbildung). Danach wird der Befehl Bild>Freistellen ausgeführt.


 
Nach der Umsetzung in Schwarz-Weiß entstand auf diese Weise dieses endgültige Ergebnis.

Bilder


 

Beispiele

Um Beispielaufnahmen für dieses Tutorial aufzunehmen und um den Prozess der Konzentration auf Details zu illustrieren, habe ich zwei Ausflüge unternommen, einen zum Ludwigsburger, einen zweiten zum Stuttgarter Schloss.

Bilder
Die gesamte Ansicht des Ludwigsburger Schlosses ist kein herausragendes Foto.


 
Eine Detailansicht der Fassade im Gegenlicht vermittelt schon mehr Flair, von den Vorzügen einer erfolgten Bildgestaltung ganz zu schweigen.

Bilder


 
Spiegelungen in einem Fenster erlauben eine überraschend neuartige Ansicht eines millionenfach abgelichteten Motivs.

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Noch einen Schritt weiter geht diese Spiegelung in einem Brunnen, die durch Drehung des Bildes um 180 Grad ein zunächst rätselhaftes Bild ergibt.

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Zahllose Details rund um das Schloss versprechen interessantere Fotos als die Komplettansicht des Gebäudes.

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Hier rückt das Schloss sehr in den Hintergrund, weil die Asymmetrie der Bänke für Spannung sorgt.

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Auch dem Foto dieser einladend wirkenden Bank kann ich mehr abgewinnen als der „Totalen“.

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Das neue Schloss in Stuttgart in seiner Gesamtansicht, die nicht als fotografische Meisterleistung gelten kann.

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Auch dieser Blick durch einen Pavillon auf das Schloss ist mehr oder weniger langweilig; zumindest wird er Tag für Tag tausendfach in gleicher Weise geknipst.

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Der Blick durch die Wasserfontänen des Brunnens im Innenhof verhilft zu einem lebendigen Foto, dessen Wirkung aber vor allem durch das Weglassen unwichtiger Bildelemente zustandekommt.

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Bessere Resultate stellen sich ein, wenn mehr und mehr Dinge weggelassen werden, das Hauptmotiv angeschnitten wird. Hier trägt die schräg gehaltene Kamera zu einer nochmals gesteigerten Bildwirkung bei.

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Der Versuch, beim Fotografieren immer weniger Objekte abzubilden, führte schließlich zu dieser Aufnahme von Figuren auf dem Dachsims des Schlosses im Gegenlicht.

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Übung

1. Durchforste dein Bildarchiv und versuche anhand ausgewählter Fotos herauszufinden, ob sie durch einen „mutigen“ Beschnitt an Ausdruckskraft gewinnen. Variiere dabei auch das Seitenformat (siehe Folge 2 dieser Tutorialserie).

2. Nimm ein Porträt einer dir vertrauten Person auf und wähle dafür das weiche Tageslicht eines großen Fensters, in das kein direktes Sonnenlicht fällt. Verzichte auf den Einsatz von Blitz- oder Kunstlicht. Mache mehrere Aufnahmen und wähle zunächst einen sehr großzügigen Bildausschnitt mit viel Umfeld, später immer kleinere Bereiche des Gesichts. Beschneide den Kopf zunächst an der Stirn, während du unterhalb des Kinns noch Raum lässt. Erst zum Schluss beginnst du damit, auch noch das Kinn anzuschneiden. Vergleiche die entstanden Aufnahmen miteinander und wähle eine zu deinem Favoriten. Erfrage auch die Meinung der porträtierten Person und vergleiche sie mit deiner Sichtweise.

3. Verwende drei Bilder aus der Übung Nummer 2: Eines vom Anfang, ein weiteres aus der Mitte und ein letztes vom Schluss der Serie. Versuche abzuschätzen, welchen prozentualen Flächenanteil das Gesicht an der Gesamtfläche des Bildes ausmacht.

4. (optional) Fotografiere einen Stau aus Autos. Achte darauf, weder das Stauende noch den Beginn auf dem Foto zu zeigen und versuche, den prozentualen Flächenanteil, den die Autos auf dem Bild einnehmen, zu maximieren. Ein Tipp dazu: Eine erhöhte Kameraposition (Brücke) und eine längere Brennweite können von Nutzen sein.


Weiter geht es mit Teil 6: „Zoom statt Perspektivenwechsel“

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