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Kommentare

  • Portrait von Desmont88

    Desmont88

    28.04.2014 - 09:47

    Wirklich ausgezeichnetes Tutorial. Vielen Dank dafür. Durch die vielen Bilder ist es wirklich sehr verständlich und man erkennt den Unterschied sehr schnell. Danke.

  • Portrait von Figib

    Figib

    30.12.2013 - 08:18

    Vielen Dank für das Tutorial!!!

  • Portrait von HeinzGeorg

    HeinzGeorg

    18.12.2013 - 17:07

    Nun ist mir klar, warum einige Bilder so aussagelos sind, es fehlte am richtigen Licht!

  • Portrait von teste123

    teste123

    05.10.2013 - 13:55

    vielen Dank
    MfG

  • Portrait von firsthippi

    firsthippi

    16.09.2013 - 11:11

    Grundlagen super mithilfe von Bildern erklärt

  • Portrait von w0dka

    w0dka

    28.07.2013 - 12:38

    Sehr gutes Tutorial, Danke.

  • Portrait von Sir Jeffrey

    Sir-Jeffrey

    24.06.2013 - 23:42

    Klasse Thema, die Beispiele mit der Maske fand ich sehr anschaulich. Jetzt weiß ich (oder beginne zu lernen) wie man LIcht gezielt einsetzen kann.

    Herzlichen Dank, Gerald.



    geändert von Sir-Jeffrey am 24.06.2013 - 23:43
  • Portrait von Andre_S

    Andre_S

    15.02.2013 - 19:47

    Klasse Tut, anschaulich, und lehrreich.

  • Portrait von sepper

    sepper

    06.02.2013 - 20:16

    Vielen dank für dieses sehr hilfreiche Tutorial.

  • Portrait von zhabo

    zhabo

    05.02.2013 - 21:37

    Sehr hilfreich! Danke

  • Portrait von Martek90

    Martek90

    01.11.2012 - 10:47

    Gutes Tutorial danke!

  • Portrait von Ollii

    Ollii

    07.08.2012 - 14:25

    Vielen Dank. Sich immer wieder über das Licht Gedanken zu machen tut den Fotos gut :)) Wieder was gelernt

  • Portrait von Pegasine

    Pegasine

    28.07.2012 - 21:01

    Auch dieses Tutorial war wieder mal super lehrreich

  • Portrait von anccce

    anccce

    21.07.2012 - 16:12

    klasse tutorial! wird durch die skizzen und bilder so einleuchtend und vielen dank für diese serie!

  • Portrait von Gismo77

    Gismo77

    20.06.2012 - 19:42

    Danke für das Tutorial

  • Portrait von michael_freemann

    michael_freemann

    10.06.2012 - 19:42

    Wieder einmal ein toller Beitrag.

  • Portrait von MicroSmurf

    MicroSmurf

    18.05.2012 - 17:10

    Sehr gutes Tutorial, Danke.

  • Portrait von bilgenratte

    bilgenratte

    17.04.2012 - 07:28

    Die vielen Beispiel-Fotos erklären das Thema Licht sehr gut - Danke.

  • Portrait von Elri100

    Elri100

    07.03.2012 - 09:46

    Danke für das Tutorial. Es ist sehr anschaulich erklärt.

  • Portrait von flotty

    flotty

    08.02.2012 - 16:46

    Was Licht alles so bewirken kann ist schon erstaunlich. Danke für dieses Tutorial :)

Weitere Kommentare
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Anleitung (Bilder + Extras werden nur für Mitglieder eingeblendet)


Nicht Helligkeit, Kontrast oder Gradation unterscheiden diese beiden Fotos, sondern nur die Art, die Qualität der Beleuchtung!

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BITTE NICHT

Bei ungünstigen Lichtverhältnissen fotografieren

Licht steht auf der Liste der wichtigsten Zutaten zu einer gelungenen Fotografie immer auf einem der obersten Ränge. Ohne Licht gibt es keine Fotografie.

In dem folgenden Dreizeiler, der dem nicht näher bekannten Verfasser „Georg IR“ zugeschrieben wird, steckt viel Wahrheit:

Der Amateur sorgt sich um die richtige Ausrüstung,
der Profi sorgt sich ums Geld
und der Meister sorgt sich ums Licht.

Das bedeutet nicht, dass alle, die sich als Einsteiger fühlen, sich zunächst um ihre Ausrüstung kümmern sollten! Im Gegenteil; man kann als Fotograf nicht früh genug damit beginnen, sich mit dem Thema Licht zu beschäftigen, um die Qualität seiner Ergebnisse zu steigern.

Die Rede ist hier keineswegs von der Quantität des Lichts, d.h. von der Frage, wie hell oder wie dunkel es ist. Unterschiedliche Lichtquantitäten zu beherrschen, ist kein Problem, denn die Regler Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert sowie entsprechende Belichtungsautomatiken tragen dem Rechnung und verhindern bei großer Helligkeit Über- und bei Dunkelheit Unterbelichtung. Durch die Leistungsfähigkeit heutiger Digitalkameras können mit lichtstarken Objektiven und hohen ISO-Werten selbst dann noch brauchbare Fotos entstehen, wenn man mit dem Auge in der Dunkelheit schon fast nichts mehr erkennen kann. Nein, die Quantität des Lichts ist es nicht, die dem Fotografen zu schaffen macht.

Vielmehr ist es die Qualität der Lichtverhältnisse, die alle Aufmerksamkeit verdient. Ein an sich gutes Motiv kann durch ungünstige Beleuchtungsverhältnisse entwertet werden. Umgekehrt ist es denkbar, dass ein ausgesprochen spannendes Licht ein Fotomotiv erst entstehen lässt, an dem man ohne dieses Licht achtlos vorübergehen würde.

Erschwerend bei der Erkennung günstiger und ungünstiger Lichtverhältnisse wirken unsere Sehgewohnheiten, die der Wahrnehmung und Identifizierung von Gegenständen und Objekten oberste Priorität einräumen und der Art der Beleuchtung praktisch keine Bedeutung zukommen lassen. Es bedarf eines geübten und geschulten Fotografen-Auges, um ungünstiges von günstigem Licht im Sucher zu unterscheiden.

Schauen wir uns zunächst - als Negativbeispiel - eine Serie von Fotos an, bei denen die Qualität der Beleuchtung ignoriert wurde.

 
Diese Landschaftsaufnahme wirkt unattraktiv und flau, weil sie bei hoch stehender Sonne um die Mittagszeit aufgenommen wurde. Der steile Lichteinfall verhindert eine Schattenbildung und damit eine plastische Darstellung der Bodenformationen.

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Das Histogramm zu der obigen Aufnahme zeigt, dass es keineswegs die Helligkeitsverteilung ist, die zu dem flauen Bildeindruck führt. Der Datenberg reicht von ganz links bis ganz rechts, also sind alle Helligkeiten von tiefem Schwarz bis hellem Weiß auf dem Foto vertreten.

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Ein wolkenloser Himmel und eine hoch am Himmel stehende Sonne, also „Kaiserwetter“, laden zum Wandern ein, aber gute Fotos entstehen unter diesen Bedingungen nicht!

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Auch das Histogramm der zweiten Landschaftsaufnahme zeigt keine Auffälligkeiten, die man mittels Bildbearbeitung beheben könnte. Weder eine Änderung von Helligkeit, Kontrast, Gradation, noch Anpassungen von Farbgebung und -sättigung können das Foto retten, weil es bei ungünstigen Lichtverhältnissen entstand.

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Dieses in der grellen Mittagssonne entstandene Landschaftsfoto leidet unter den grausamen Lichtverhältnissen, bei denen man die Kamera am besten in der Tasche lässt.

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Selbst der mächtigste Canyon der Welt, der Grand Canyon in den USA, gibt in der Mittagssonne kein attraktives Motiv ab. Fast völlig fehlende Schatten führen zu einer flachen, nicht plastischen Darstellung mit flauen Farben.

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Das harte Licht der direkten Sonne erzeugt scharf begrenzte Schatten und hohe Kontraste. Keine guten Voraussetzungen für ein sensibles, zartes Pflanzenporträt.

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Umgekehrt führte das weiche Licht eines trüben Tages zu einem langweiligen Schwarz-Weiß-Foto dieser Treppe, die mit buntem Herbstlaub bedeckt ist. Das gleiche Foto in Farbe findest du weiter unten - ein interessanter Vergleich.

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Kurz nach Sonnenuntergang wird dieses Gebäude nur noch von weichem Himmelslicht erhellt - absolut keine brauchbaren Beleuchtungsverhältnisse für eine überzeugende Architekturaufnahme.

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Auch das harte Licht der fast senkrecht stehenden Sonne ist für „Architektur“ keine Lösung. Die Kontraste sind hart, die Farben eher flau. An Ende dieses Tutorials ist gleiche Bild als Schwarz-Weiß-Foto zu sehen.

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Hartes, direktes Sonnenlicht lässt Teile des Gesichts in tiefen Schatten verschwinden, unter anderem sind auch die Augenhöhlen betroffen. Davon abgesehen, dass das Modell selbst wegen des Lichts die Augen zukneift, führen derartige Lichtverhältnisse nie zu einer schmeichelhaften Darstellung einer Person.

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BESSER MACHEN

Auf die Qualität der Beleuchtungsverhältnisse achten

Was unter der „Qualität“ der Lichtverhältnisse zu verstehen ist, soll in die folgenden drei Abschnitte aufgegliedert werden. Dabei ist der erste Abschnitt von übergeordneter Bedeutung:


 

1. Weiches und hartes Licht

Das wichtigste Kriterium, um die Qualität der Beleuchtungsverhältnisse zu beschreiben, ist die Klassifizierung in „hartes“ und „weiches“ Licht. Zu erkennen ist hartes und weiches Licht daran, wie scharf die Licht-/Schatten-Grenze verläuft. Existieren sehr scharf begrenzte Schatten, die messerscharf gegen die im Licht liegenden Motivteile abgegrenzt sind, wird das Licht als „hart“ bezeichnet. Verlaufen die Schatten allmählich und mit unscharfer Grenze, handelt es sich um „weiches“ Licht. Die Extremform davon stellt ein völlig schattenfrei ausgeleuchtetes Motiv dar.

Ein Motiv in hartem (links) und weichem Licht (rechts). Die roten Pfeile zeigen Grenze des Nasenschattens, der im Falle des harten Lichts scharf abgesetzt ist und bei weichem Licht einen entsprechend unscharfen und allmählichen Verlauf nimmt.

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Nun kann nicht generell gelten, dass weiches Licht besser ist als hartes, ebenso wenig, wie das Umgekehrte gilt. Alles hängt vom Motiv und der beabsichtigten Bildwirkung ab. Während ein farbiges Porträt meist von einem weichen Licht profitiert, verlangt die schwarz-weiß aufgenommene Dünenlandschaft nach einem harten Licht.

Diese Porträtaufnahme profitiert von einem weichen Licht ohne harte Schlagschatten, …

Bilder


 
… während diese schwarz-weiße Landschaftsaufnahme nicht ohne die Hell-dunkel-Kontraste auskommt, die durch das harte Licht einer tief stehenden Sonne entstehen.

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Ob ein weiches oder ein hartes Licht entsteht, hängt einzig und alleine von der scheinbaren Größe der Lichtquelle aus der Sicht des Motivs ab. Die Frage ist also, unter welchem Winkelbetrag die Lichtquelle erscheint, wenn man sie aus dem Blickwinkel des Motivs anschaut. Je kleiner die Lichtquelle ist, desto schärfer sind die Schatten und desto härter ist das Licht. Der extreme Fall ist eine punktförmige Lichtquelle, die zwar in ihrer Reinform nicht existiert, aber durch die Sonne oder ein handelsübliches, direkt eingesetztes Blitzgerät gut repräsentiert wird. Beide Lichtquellen liefern ein hartes Licht mit scharf begrenzten Schatten.

Nicht auf die absolute Größe der Licht-Abstrahlfläche kommt es an, sondern auf die relative Größe, also auf die scheinbare Größe dieser Lichtquelle aus der Sicht des Motivs. Die Sonne beispielsweise ist riesig, nämlich 1,4 Millionen Kilometer im Durchmesser. Da sie jedoch sehr weit von uns entfernt ist, erscheint sie von uns aus gesehen nur unter einem Winkel von 0,5 Grad. Damit ist sie eine relativ kleine Lichtquelle und liefert hartes Licht mit scharfen Schatten.


1.1 Hartes Licht

Um verschiedene Beleuchtungssituationen zu demonstrieren, verwendete ich für die nachfolgenden Fotos eine tönerne Maske, das Gesicht der Hauptfigur aus dem Roman „Die Unbekannte“ von Reinhold Conrad Muschler. Zuvor stelle ich jeweils die Beleuchtungssituation skizzenhaft dar, gefolgt vom Ergebnis dieser Situation.

Die erste Aufnahmesituation simuliert eine hoch am Himmel stehende Sonne. Zwar erscheint die Sonne nicht wirklich punktförmig, aber dennoch unter einem nur sehr kleinen Winkel. Folglich liefert sie ein extrem hartes Licht mit scharf begrenzten Schatten.

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Die hoch stehende Sonne lässt die Augenhöhlen in tiefen Schatten verschwinden, die zudem scharf begrenzt über die Wangen laufen - ein untrügliches Zeichen für hartes Licht. Für ein klassisches Porträt mithin eine denkbar schlechte Beleuchtungssituation, die in der Praxis jedoch immer wieder aktiv - jedoch unwissentlich - provoziert wird, wenn z.B. Familienmitglieder zum Fotografieren gebeten werden, sich in die pralle Mittagssonne zu stellen.

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Beim zweiten Aufbau steht die nahezu punktförmige Lichtquelle nicht über dem Motiv, sondern tiefer. In der Praxis könnte das die Sonne sein oder ein auf der Kamera befestigtes, direkt eingesetztes Blitzgerät.

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Das harte Licht der kleinen Lichtquelle erzeugt nach wie vor scharf begrenzte Schatten, gut erkennbar an dem Schatten unterhalb von Nase und Kinn. Da das Licht aus der Aufnahmerichtung auf das Gesicht trifft, ist dieses kaum plastisch ausgeleuchtet - beide Gesichtshälften sind gleich hell. Für Porträts ist auch ein solches Licht in aller Regel unbrauchbar.

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Wie die Skizze von oben zeigt, ist die kleine Lichtquelle im nächsten Fall seitlich vom Modell angeordnet. In der Realität könnte das die tief stehende Sonne sein, die das Gesicht von der Seite trifft.

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Zwar führt das seitlich einfallende Licht zu einer plastischen Beleuchtung mit einer hellen und einer dunklen Gesichtshälfte, aber das Licht ist unverändert hart. Beachte den scharfen Nasenschatten! Zusätzlich ist zu beklagen, dass die Schatten sehr dunkel und größtenteils ohne Zeichnung sind, also strukturlose schwarze Flächen bilden. Wiederum keine für ein Porträt wünschenswerte Situation.

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Hartes Licht kann durch Aufhellschirme oder weitere, schwächere Lichtquellen nicht weicher gemacht werden, selbst wenn dadurch die Aufhellung der Schatten gelingt. Die scharfe Licht-Schatten-Grenze - das einzige Kriterium für hartes Licht - bleibt trotz eines Aufhellschirms erhalten!

Um etwas gegen die tiefen Schatten zu unternehmen, wird im folgenden Aufbau ein Aufhellschirm eingesetzt; ein großes Stück weißer Pappe. Sie reflektiert das von rechts kommende Licht und erhellt so die im Schatten liegenden Bereiche.

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Hier das Resultat: Die Schatten sind tatsächlich aufgehellt. Noch wichtiger jedoch ist die Feststellung, dass das harte Licht durch den Aufhellschirm nicht im Geringsten weicher wird! Zur Erinnerung: Die Klassifizierung in hartes und weiches Licht gelingt ausschließlich über die Schärfe des Schattens. Ein Blick auf den Nasenschatten zeigt, dass er exakt genauso scharf ist wie im letzten Aufbau ohne Aufhellschirm.

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Nun wird statt des Aufhellschirms eine zweite Lichtquelle eingesetzt, die die dunklen Schatten aufhellen soll.

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Die Aufhellung der Schatten ist gelungen, ohne aus dem harten ein weiches Licht zu machen. Der Nasenschatten ist nach wie vor scharf begrenzt - und damit für das Porträt eher störend. Bleibt die Hauptlichtquelle klein, bleibt auch das Licht hart, allen Aufhellmethoden zum Trotz.

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1.2 Weiches Licht

Weiches Licht entsteht durch eine flächenmäßig große Abstrahlfläche, etwa durch einen wolkigen Himmel, wenn die Sonne nicht zu sehen ist.

Um hartes in weiches Licht zu verwandeln, ist es zwingend notwendig, die Abstrahlfläche des Lichtes zu vergrößern oder eine Lichtquelle mit einer größeren Abstrahlfläche zu finden. Nicht immer ist das möglich oder einfach zu bewerkstelligen. An einem wolkenlosen Tag beispielsweise, an dem die Sonne vom Himmel scheint, herrscht ein hartes Licht vor. Für ein Porträtfoto könnte sich das Modell zum Beispiel im Schatten eines Gebäudes positionieren. Für eine Landschaftsaufnahme jedoch bleibt dem Fotografen nur die Lösung, auf Wolken zu warten oder während einer anderen Tageszeit zu fotografieren, wenn die Sonne tiefer steht und lange Schatten produziert. Fotografiert er erst nach Sonnenuntergang, dann fungiert der gesamte Himmel als Lichtquelle und liefert ein extrem weiches Licht.

Um ein extrem weiches Licht zu erhalten, lässt man die Lichtquelle nicht das Motiv direkt beleuchten, sondern zunächst eine große weiße Fläche, die sich hinter dem Fotografen befindet. Diese wird erhellt und bildet eine große Licht-Abstrahlfläche - die Voraussetzung für weiches Licht. Das Motiv wird nur von dem reflektierten Licht dieser Fläche beleuchtet. Als Reflexionsfläche wurde ein großer weißer Karton verwendet, in der Praxis kann diese Funktion zum Beispiel auch eine helle Hauswand übernehmen (siehe auch Übung Nr. 3 am Ende dieses Tutorials).

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Das weiche Licht produziert so gut wie keine Schatten mehr, zumindest keine scharf begrenzten. Die Plastizität, das Relief des Gesichts kommt kaum zur Geltung. Die Einfallsrichtung des Lichtes aus der Aufnahmerichtung trägt dazu bei, weil beide Gesichtshälften in gleicher Helligkeit wiedergegeben werden.

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Um das weiche Licht von der Seite einfallen zu lassen, änderte der Fotograf und sein Modell im Vergleich zur letzten Konfiguration ihre Position relativ zu der hellen Wand. In der Praxis ist bei dieser Methode darauf zu achten, dass kein direktes Licht die vom Fotografen aus gesehen linke Wange des Modells streift.

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Das Ergebnis ist ein schön ausgeleuchtetes Porträt mit zart verlaufenden Schatten, bei dem die Plastizität des Gesichts gut herausgearbeitet wird. Allenfalls der Helligkeitsunterschied zwischen heller und dunkler Gesichtshälfte erscheint noch ein wenig zu stark.

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Statt einer lichtbeschienenen, weißen Fläche wird nun eine flächenmäßig große Lichtquelle eingesetzt, die von der Seite auf das Gesicht leuchtet. Grundsätzlich sind ähnliche Resultate wie beim letzten Setup zu erwarten. Im Studio bildet eine sogenannte „Softbox“ eine solche Flächenleuchte. Mit viel weniger Aufwand bekommt man die gleichen Lichtverhältnisse aber auch an einem Fenster, durch das diffuses Tageslicht einfällt.

Lediglich die Sonne darf nicht direkt durch das Fenster auf das Modell fallen. Geeignet ist demnach jedes Fenster bei wolkenverhangener Sonne, noch besser ein nach Norden gerichtetes Fenster, durch das die Sonne niemals scheint. Achtung: Das Licht wird härter, wenn der Abstand des Modells zum Fenster größer wird, denn dann verringert sich ja die scheinbare Größe des Fensters aus der Sicht des Modells!

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Ein traumhaft weiches Licht wurde durch diesen Aufbau erzielt, auch wenn die dunkle Gesichtshälfte noch zu dunkel erscheint. Wie dunkel diese wird, hängt von den Bedingungen an Aufnahmeort ab. Entscheidend ist, wie viele natürliche Aufheller vorhanden sind, also zum Beispiel gegenüber der Lichtquelle befindliche Wände. Selbst ein hell gekleideter Fotograf fungiert als Aufheller!

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In diesem letzten Aufbau wurde zusätzlich zur letzten Konfiguration ein Aufhellschirm auf der linken, der großen Lichtquelle gegenüberliegenden Seite eingesetzt. Größe, Reflexionsvermögen und Entfernung dieses Aufhellschirms entscheiden darüber, wie stark die dunklere Gesichtshälfte aufgehellt wird. Keinesfalls darf die Aufhellung übertrieben werden, denn das Ziel ist ja eine helle und eine dunkle Gesichtshälfte.

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Das Ergebnis zeigt ein sehr harmonisch ausgeleuchtetes Porträt mit einerseits sehr weichem Licht, andererseits einem ausgesprochen plastischen, räumlichen Eindruck.

Es lehrt uns aber auch, dass zur Ausleuchtung eines Porträts kein umfangreicher Lampenpark benötigt wird, sondern im Gegenteil eine einzige Lichtquelle ausreicht, wenn es die richtige Lichtquelle ist (große Abstrahlfläche), sie aus der richtigen Richtung das Gesicht beleuchtet (von der Seite) und ein zusätzlicher Reflexschirm zur Aufhellung der Schatten eingesetzt wird.

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Bei der Verwendung von Blitzgeräten bietet sich das indirekte Blitzen an, also das Anblitzen von Zimmerdecke oder -wand, um dort eine große Abstrahlfläche zu erzeugen. Vorsätze vor der Blitzröhre, die die Abstrahlfläche des Blitzes nicht vergrößern, sind hingegen wirkungslos. Dem Blitzen widmen sich separate, spätere Folgen dieser Tutorialserie.

Dass eine bestimmte Lichtquelle nicht per se hartes oder weiches Licht liefert, soll im Folgenden gezeigt werden. Der Reflektor eines System-Blitzgeräts hat eine Abstrahlfläche von nur wenigen Quadratzentimetern. Er erscheint, wenn man ihn aus einer Distanz von zwei Meter einsetzt, unter einem sehr kleinen Winkel. Hartes Licht ist die Folge. Verwendet man das gleiche Blitzgerät jedoch für Makroaufnahmen, sodass zwischen Motiv und Lichtquelle nur noch wenige Zentimeter liegen, ändern sich die Verhältnisse. Jetzt erscheint die Blitzröhre aus der Sicht des Makromotivs als ausgedehnte Fläche und wird daher für eine weichere Beleuchtung des Motivs sorgen.

Diese winzigen Nadeln wurden von einem Systemblitzgerät aus etwa zwei Metern Entfernung beleuchtet. Der winzig erscheinende Blitz lieferte ein ausgesprochen hartes Licht mit scharfen Schatten.

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Das gleiche Blitzgerät wurde zur Ausleuchtung dieser Aufnahme benutzt, allerdings aus einer sehr kurzen Distanz. Die Entfernung vom Motiv zur Lichtquelle betrug nur wenige Zentimeter, daher erscheint die Blitzröhre relativ gesehen größer und liefert ein bedeutend weicheres Licht.

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Noch weicher wird das Licht, wenn das Blitzgerät nicht direkt das Motiv beleuchtet, sondern gegen die weiße Raumdecke gerichtet wird. Dann entsteht an der Decke ein riesiger Lichtfleck, der als große Lichtquelle ein extrem weiches Licht liefert. Im Vergleich zur letzten Aufnahme ist diese Beleuchtung fast schon zu weich ausgeleuchtet und vermittelt wenig Dreidimensionalität, weil die Schatten fast gänzlich verschwunden sind.

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2. Dynamikumfang

Insbesondere hartes Licht ohne Aufhellung der Schatten fördert hohe Kontraste. Mit anderen Worten: Die im Schatten liegenden Motivbereiche sind erheblich dunkler als die vom Licht getroffenen Regionen. Übersteigt der Unterschied zwischen Hell und Dunkel ein bestimmtes Maß, ist die Kamera nicht mehr imstande, sowohl die dunkelsten als auch die hellsten Partien des Bildes detailliert abzubilden.

Dann nämlich übersteigt der Dynamikumfang des Motivs den Dynamikbereich der Kamera und es droht Zeichnungsverlust in den hellsten oder den dunkelsten Bildbereichen - oder gar in beiden gleichzeitig. Das Instrument des Digitalfotografen, um diese heikle Situation zu erkennen, ist das Histogramm. Folge Nummer drei dieser Tutorialserie („Den Dynamikbereich der Kamera nicht überschreiten“) beschäftigt sich ausführlich mit dieser Problematik.

Das Histogramm bei der Bildrückschau auf dem Kameradisplay zeigt die Überbelichtung durch eine blinkende, schwarze Fläche an (linker Pfeil) und durch den „Anschlag“ der Histogramme am rechten Rand (rechte Pfeile). Da die Histogramme gleichzeitig auch links anschlagen, wird der Dynamikbereich der Kamera durch dieses Motiv überschritten.

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3. Farbtemperatur

Schließlich spielt noch die sogenannte „Farbtemperatur“ eine Rolle, die darüber entscheidet, ob ein Motiv in seinen natürlichen Farben oder mit einem gewollten bzw. ungewollten „Farbstich“ wiedergegeben wird. Wer ausschließlich im JPG-Format fotografiert, sollte an der Kamera stets die richtige Farbtemperatur einstellen, was als Weißabgleich bezeichnet wird.

Einstellung der Kamera auf Tageslicht. Auch das Symbol Glühbirne für Kunstlicht hat noch eine praktische Bedeutung, weil bei Verwendung von Kunstlicht der automatische Weißabgleich der Kamera (AWB) oftmals überfordert ist. Ich verwende nur diese drei Einstellungen; in seltenen Extremsituationen noch den manuellen Weißabgleich (Symbol ganz rechts), weitere Feinabstimmungen überlasse ich der späteren Bildbearbeitung.

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Zunächst mutet es etwas seltsam an, dass die Zusammensetzung des Lichtes in „Grad Kelvin“ (K) gemessen wird. Tatsächlich jedoch orientiert sich diese Einheit an einem theoretischen Körper, der immer stärker erhitzt wird. Das erste Licht, welches wir wahrnehmen, erscheint uns rot, daher hat rötliches Licht eine relativ niedrige Farbtemperatur. Steigt die Temperatur des Körpers, wechselt seine Farbe über Orange, Gelb, Weiß nach Blau. Blaues Licht hat demnach eine hohe Farbtemperatur.

In vielen Situationen erweist sich die Einstellung des automatischen Weißabgleichs (AWB = Automatic White Balance) an der Kamera als brauchbar. Erst, wenn farbstichige Bilder entstehen, ist es an der Zeit, den Weißabgleich selbst vorzunehmen und entweder auf Tageslicht (Symbol Sonne) oder auf Kunstlicht (Symbol Glühbirne) zu stellen. Für besonders farbkritische Arbeiten (z.B. Reproduktionen, Mode usw.) kann der Weißabgleich auf einen beliebigen, benutzerdefinierten Wert erfolgen.

In der Praxis ist das Anpassen des Weißabgleichs bei ständig wechselnden Lichtsituationen (etwa Mischlicht aus Tages- und Kunstlicht oder verschiedenartigen Kunstlichtquellen) eine mühselige Angelegenheit, die viel Zeit raubt und von Fotografieren ablenkt. In dieser Lage profitiert der Fotograf, wenn er seine Fotos im RAW-Format aufnimmt, denn damit kann er den Weißabgleich zu einem späteren Zeitpunkt durchführen, nämlich im Rahmen der „digitalen Bildentwicklung“.

Entwicklung einer Aufnahme im RAW-Format durch Adobe Photoshop. Im Pull-down-Menü Weißabgleich können alle Voreinstellungen ausgewählt werden, die auch im Kameramenü erscheinen (linker Pfeil). Davon losgelöst kann mit den Reglern Farbtemperatur und Farbton jeder erdenkliche Weißabgleich realisiert werden (rechte Pfeile).

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Besonders einfach gestaltet sich der nachträgliche Weißabgleich einer Aufnahme im RAW-Format, wenn das Motiv Bereiche enthält, die nicht überbelichtet sind, aber ein farbloses Objekt zeigen, wie in diesem Falle die Statue.

In der oberen Leiste findet sich an dritter Position das Weißabgleich-Werkzeug (Tastenschlüssel I; links). Ist es angewählt, braucht man im Bild nur noch auf das farblose Objekt zu klicken, schon erscheint dieses ohne Farbstich (rechts).

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Weitere Beispiele

Einige weitere, positive Bildbeispiele sollen hinsichtlich ihrer Lichtverhältnisse analysiert werden.

Für das Porträt dieser Dame war das weiche Licht eines großen Fensters ideal. Es befindet sich hinter dem Fotografen, etwas links der Achse Fotograf-Modell. Dadurch wurde eine Gesichtshälfte heller als die andere. Direkt auf das Gesicht fallendes Sonnenlicht hätte harte Schatten erzeugt, die in jedem Falle zu vermeiden waren!

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Die Sonne am wolkenlosen Himmel liefert ein sehr hartes, kontrastreiches Licht. In diesem Fall einer Landschaftsaufnahme wurde direktes Gegenlicht gewählt, um aus der Not eine Tugend zu machen. Auf eine sorgfältige Wahl der richtigen Belichtung ist zu achten.

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Der Grand Canyon bei tief stehender Sonne: Das flach einfallende, harte Licht führt zu einer plastischen Ausleuchtung, bei der die räumlichen Dimensionen der Landschaft deutlich werden.

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Auch diese Detailaufnahme entstand am Grand Canyon, USA. Das erste Licht der aufgehenden Sonne trifft auf diese Berggipfel, die aus einer Wolkendecke herausragen. Das harte Licht der Sonne ist nur bei niedrigem Sonnenstand brauchbar. Steht die Sonne hoch am Himmel, ist das Licht kaum noch für gute Landschaftsfotos zu gebrauchen.

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Schwarz-Weiß-Aufnahmen leben von Hell und Dunkel, von Licht und Schatten. Daher ist das harte, seitlich einfallende Licht bei Sonnenschein kein Hindernis für diese Aufnahme zeitgenössischer Architektur.

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Diese farbenfrohe Häuserzeile konnte sogar bei direktem Sonnenlicht, also bei hartem Licht, in Farbe fotografiert werden, weil das Licht frontal und nicht seitlich einfällt. Dadurch halten sich die Flächen, die in tiefen Schatten versinken, in engen Grenzen.

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Diese Aufnahme wurde weiter oben in Farbe gezeigt, wirkte farbig wenig überzeugend. In Schwarz-Weiß ist das harte Licht durchaus vertretbar und sogar förderlich.

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Umgekehrt konnte dieses Foto in Schwarz-Weiß gar nicht gefallen (siehe oben), weil das weiche Licht eines bewölkten Tages keine Schatten bildet und die Helligkeitskontraste fehlen, die eine Schwarz-Weiß-Aufnahme bitter nötig hat. Auf der Farbaufnahme hingegen gelingt die Differenzierung der Objekte durch ihren Farbkontrast.

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Um die Geranien in besserem Licht zu fotografieren als im direkten, harten Sonnenlicht (siehe oben), wurde diese Aufnahme im Schatten angefertigt. Das weiche Himmelslicht erzeugt keine harten Schatten mehr, die Ausleuchtung wirkt gefälliger, wenn auch fast etwas zu „flach“, also wenig plastisch.

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Diese dritte Geranien-Variante wurde in direktem Gegenlicht aufgenommen.

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Übung

1. Suche etwa zehn gelungene Aufnahmen aus deinem Archiv heraus und entscheide bei jeder einzelnen, ob sie bei eher hartem oder weichem Licht aufgenommen wurde. Um eine Entscheidung zu treffen, ist zu prüfen, ob die Grenze zwischen Licht und Schatten scharf oder unscharf beschaffen ist. Überlege danach, bei welchem der zehn Fotos das harte oder weiche Licht zum Gelingen des Bildes maßgeblich beitrug und ob gegebenenfalls eine veränderte Lichtsituation zu einer Verbesserung beigetragen hätte. Ist das der Fall, überlege, ob und wie man die gewünschte Lichtqualität hätte herstellen können.

2. Versuche, die beiden Fotos am Anfang dieses Tutorials nachzufotografieren: das weiße Hühnerei auf weißem Grund (zur Not tut es auch ein braunes Ei). Für das erste Foto soll das Licht möglichst hart, beim zweiten möglichst weich sein.

3. Warte einen sonnigen Tag ab und fertige von einer Person deines Vertrauens drei verschiedene Aufnahmen an: Bei der ersten lasse die Sonne direkt in das Gesicht des Modells scheinen. Die zweite nimm im Schatten auf. Für die dritte stelle dich mit dem Rücken vor die helle Wand eines Gebäudes, die von der Sonne beschienen wird. Das Modell fotografiert du aus dieser Position heraus im Gegenlicht, während die helle Wand das Gesicht mit weichem Licht ausleuchtet. Beurteile die Ergebnisse und frage auch das Modell nach dessen Meinung dazu.

Weiter geht es mit Teil 11: „Nicht auf Bildbearbeitung verzichten“
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