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Basiswissen - Teil 05 - So macht man scharfe Bilder: Tipps gegen das Verwackeln
03.11.2008 in Grundlagen der Fotografie von chaasz
- Kategorie: Grundlagen der Fotografie
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So macht man scharfe Bilder
Tipps gegen das Verwackeln
Nicht verwackelt, sondern bewegungsunscharf. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Bild einfach nur verwackelt ist oder der Fotograf Unschärfe als Stilmittel einsetzt.
Kein Problem, hier die Kurzfassung: Vertrauen Sie keiner Werbebotschaft! Einschalten und abdrücken führt mit Glück zu netten Schnappschüssen. Wird’s dämmrig oder dunkel oder fotografieren Sie mit langer Brennweite, bezahlen Sie kameratechnisch blindes Vertrauen mit Bildrauschen, schrecklichen Blitzgesichtern und verwackelten Motiven.
Damit das nicht passiert, gibt es die wichtigsten Tipps gegen Verwackeln im folgenden Tutorial.

Unschärfe hat viele Ursachen
Wenn auf Fotos alles verschwommen ist, kann das mehrere Ursachen haben. Der Autofokus hat versagt, die manuelle Fokussierung war nicht exakt genug, der Fotograf hat sich nach dem Scharfstellen noch mal vor oder zurückbewegt, Motive, die eigentlich stillstehen sollten, haben sich bewegt (Bewegungsunschärfe), oder – und darum geht es hier – die Fotos sind einfach nur verwackelt.Wenn man sich einfach Innenraumaufnahmen so ansieht, wird man feststellen, dass ein hoher Prozentsatz davon einfach nur verwackelt ist. Das liegt vor allem an der Unwissenheit des Fotografen, weil er die Warnungen der Kamera vor Verwacklung nicht erkennt oder falsch interpretiert. Denn die allermeisten Kompaktkameras blenden ein blinkendes Symbol auf dem Monitor ein, wenn die Gefahr besteht, dass ein Motiv verwackelt.
Und wenn dieses Symbol blinkt, hat es in den meisten Fällen überhaupt keinen Sinn, auf den Auslöser zu drücken. Außer die Kamera steht auf einem Stativ, dann kann man die Warnung getrost ignorieren.

Eine simple Faustregel
Die Verschlusszeit sollte immer maximal dem Kehrwert der Brennweite entsprechen. Bahnhof? Hier die Erklärung: Fotografieren Sie mit der Brennweite 100 mm, sollte die Verschlusszeit höchstens 1/100 sek betragen. Wäre die Verschlusszeit länger, also z.B. 1/30 sek, würden die Bilder mit größter Wahrscheinlichkeit verwackeln.Das Problem bei der Sache in Zeiten digitaler Kompaktkameras: Wer weiß schon, mit welcher Brennweite er/sie gerade fotografiert? Die Brennweite wird einfach per Schalter oder am Objektivrad verändert, bis der gewünschte Motivbereich schön groß im Bild ist.
Nächstes Problem: Die Brennweitenangaben auf Kompaktkameras sind meistens nicht ohne Weiteres mit den aus der Kleinbildfotografie bekannten Brennweiten vergleichbar. Ein Kleinbildsensor hat die Fläche von 36 x 24 mm, Kompaktkamerasensoren sind viel kleiner. Deshalb sind auch die tatsächlichen Brennweiten an Kompaktkameras viel kleiner.
Weil die Faustregel sich auf das Kleinbildformat bezieht, müsste man also umrechnen. Aber wer will und kann das schon, wenn es schnell gehen muss mit dem Schuss aus dem Schnappschützengraben. Also vereinfachen wir die ganze Sache für Besitzer von Kompaktkameras (bei SLRs ist das Ablesen der Brennweite auf dem Objektiv einfacher): Wenn Sie mit langer Brennweite fotografieren, achten Sie auf Verschlusszeiten kürzer als 1/125 sek, fotografieren Sie mit Weitwinkel, kann es auch mal 1/30 sek sein.

Das Foto wurde mit einer Brennweite von 400 mm aufgenommen. Die Verschlusszeit lag bei 1/125 sek, hätte nach oben genannter Regel also nicht genügt, um aus der Hand zu fotografieren. Deshalb musste die Kamera auf ein Stativ.
Ganz banal: abstützen
Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht und übersieht das Naheliegende (mir scheint, ich bin in Phrasendrescherlaune). Also: Wird es dämmrig oder fotografieren Sie unter schwierigen Lichtverhältnissen, stützen Sie sich doch einfach ab und lehnen sich an. Das bringt mindestens eine Belichtungsstufe. Noch besser wäre es, die Kamera irgendwo abzulegen und mit Fern- oder Selbstauslöser zu fotografieren.
Mit Stativ fotografieren
Nächste Möglichkeit, gegen verwackelte Fotos etwas zu tun: Fotografieren Sie mit einem Stativ! Im Prinzip kann man sagen, je schwerer die Kamera, desto stabiler (und schwerer) muss das Stativ sein. Für eine kleine Kompaktkamera reicht also ein einfaches Kunststoffstativ für 50,- Euro, sogar mit einem einfachen, kleinen Tischstativ kann man scharfe Fotos machen. Vorausgesetzt, man hat einen geeigneten Platz für das Tischstativ.Fotografen, die mit einer digitalen Spiegelreflexkamera arbeiten, sollten schon etwas mehr Geld in ein stabiles Dreibeinstativ investieren. Aber keine Sorge, hier ist noch immer nicht von Geräten in der 1000,-Euro-Klasse die Rede. Kleiner Tipp für Sportfotofans: Ein Einbeinstativ genügt sogar professionellen Ansprüchen und man kann viel schneller den Standort wechseln als mit einem Dreibein.
Da man Sportfotos in der Regel mit sehr kurzen Verschlusszeiten macht, um die Bewegungen einzufrieren, dient das Einbein lediglich dazu, auch die letzte Verwacklungsgefahr auszuschließen. Außerdem muss man die Kamera nicht ständig im Anschlag halten, was mit der Zeit ziemlich anstrengend sein kann.

Stabilisator nutzen
Hat Ihre Kamera einen Bildstabilisator? Sie wissen es nicht? Holen Sie mal Ihr Kamerahandbuch – ich warte so lange hier ……
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Welche Technologie auch immer dahintersteckt, lassen Sie sich von der Technik helfen. Kleiner Nachteil des Bildstabilisators: Die Kamera verbraucht mehr Strom als ohne die Verwacklungshilfe. Aber besser 100 unverwackelte Bilder und ein leerer Akku als 300 verwackelte Aufnahmen und ein leerer Akku. Und eine enttäuschte Familie, weil die Schnappschüsse auf Cousin Egons Hochzeit total in die Hose gegangen sind. Ein Hinweis noch: Wenn Sie mit Stativ fotografieren, sollten Sie den Bildstabilisator ausschalten, weil die Kamera ja nicht wackelt. Manche Kameramodelle versuchen vermeintliches Wackeln auszugleichen und bewirken dabei das genaue Gegenteil.

Da war die Grenze überschritten. Bei einer Verschlusszeit von 1/4 sek war auch der Bildstabilisator überfordert und die Aufnahme zeigt schon ziemlich deutlich, dass aus der Hand fotografiert wurde.

Blende so weit wie möglich öffnen
Sie fotografieren aus der Hand und der Bildstabilisator ist an. Trotzdem werden die Fotos noch immer nichts. (Sie kontrollieren die Bilder natürlich sofort auf dem Display, nicht wahr?)? Dann hilft nur noch, die Kamera nicht in der Schnappschussautomatik zu betreiben, sondern ein manuelles Aufnahmeprogramm zu wählen. Stellen Sie das Programm Blendenvorwahl (A, Av) ein. Wie das geht, steht im Handbuch (welches Sie ja sowieso vorhin geholt haben und das jetzt neben der Tastatur auf dem Schreibtisch liegt).Wählen Sie nun den kleinstmöglichen Blendenwert aus. Zur Erinnerung: Je kleiner der Blendenwert, desto größer die Blendenöffnung. Je größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht fällt in gleicher Zeit durchs Objektiv auf den Sensor. Fazit: Die Kamera stellt passend zur weit geöffneten Blende eine entsprechend kurze Verschlusszeit ein, die im Idealfall wiederum dafür sorgt, dass die Bilder nicht verwackeln.

Empfindlichkeit erhöhen – Rauschen leider inklusive
Und reicht das immer noch nicht, kommt der nächste Trick. Erhöhen Sie die Empfindlichkeit (ISO). Je höher der Wert, desto weniger Licht benötigt die Kamera für korrekte Belichtungen. Die Verschlusszeit kann kurz bleiben. Der Standard bei den meisten Digitalkameras ist ISO 100. Dabei weisen die Bilder das wenigste Bildrauschen auf. Wenn’s dämmert, ist diese Empfindlichkeit jedoch viel zu niedrig, um noch aus der Hand zu fotografieren. Nachteil hoher ISO-Werte: Bildrauschen.Während die meisten Kompaktkameras (Handykameras sowieso) ab ISO 400 nicht mehr zu übersehendes Rauschen produzieren, kann man mit einer ordentlichen Digital-SLR auch bis auf ISO 800 oder noch höher gehen, ohne dass das durch die hohe Empfindlichkeit unvermeidliche Rauschen zu sehr stört. Ab wann Bildrauschen für Sie inakzeptabel wird, müssen Sie ausprobieren. Je kleiner der Sensor (bei höherer Auflösung), desto schlimmer das Rauschen. Zwar hat jedes Kameramodell seinen eigenen Rauschunterdrückungsalgorithmus, wirklich unterdrücken lässt sich das Phänomen aber leider nicht. Langer Rede kurzer Sinn: Machen Sie bei Gelegenheit ein paar Aufnahmen mit verschiedenen ISO-Einstellungen und merken Sie sich, bis zu welcher ISO-Grenze Sie gehen können.

Das Foto wurde ohne Blitz mit ISO 3200 aufgenommen und es zeigt noch immer fast kein Bildrauschen. Warum? Weil die 1Ds Mark II ihre Sache bei der Rauschunterdrückung wirklich gut beherrscht.
Blitzen mit längeren Verschlusszeiten
Warum nicht einfach blitzen? Gute Frage. Ich arbeite häufig dokumentarisch, möchte eine Szene also möglichst unverfälscht mit der Kamera erfassen – auch wenn sie im Halbdunkel und in schlecht beleuchteter Umgebung stattfindet. Ein Blitz kann da sehr stören. Sicher, ein oder mehrere Menschen im Vordergrund werden vielleicht vom Blitz gut erfasst. Der Hintergrund bleibt aber dunkel. Aus der Sicht des Fotoreporters kann das zu einem Dilemma führen, wenn die Umgebung wichtig für die Bildaussage ist. Geht‘s um ein paar witzige Schnappschüsse, blitzen Sie ruhig.Wenn die Umgebung mit aufs Bild soll, Sie nicht mit zu hohem ISO-Wert fotografieren möchten und auch kein Stativ in Sicht ist, habe ich einen Tipp: Stellen Sie die Kamera auf Zeitautomatik/Blendenvorwahl (A, Av), wählen Sie eine mittlere Blende (z.B. f/5,6) und aktivieren Sie den Blitz.
Je nachdem, wie dunkel die Umgebung ist, werden die Verschlusszeiten relativ lang sein, vielleicht sogar bei einer halben Sekunde oder mehr liegen. Bitten Sie die fotografierten Personen, nach dem Blitz noch kurz ruhig stehen zu bleiben und drücken Sie ab. Der Witz an der Sache: Der Blitz friert die Leute quasi ein, während die lange Verschlusszeit dafür sorgt, dass der Hintergrund ebenfalls gut belichtet wird.
Selbst wenn sich die Personen im Vordergrund noch ein wenig bewegen oder Sie die Kamera verwackeln, hat der Blitz schon für eine zumindest teilweise scharfe Aufnahme gesorgt. Probieren Sie es aus, das klappt sogar, wenn Sie die Kamera nach dem Blitz noch wie wild hin und her bewegen.

Nächste Woche geht’s weiter mit „Messen für Anfänger: Belichtung ist das A und O“
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gulag
30.01.2013 - 21:01
es ist sehr zu empfehlen
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111mialga
28.12.2012 - 22:03
Gut erklärt. Auch für Anfänger gut verständlich.
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111dorkadana
11.11.2012 - 20:55
Gute Tipps und verständlich erklärt. Danke
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111BuddahLeader
29.10.2012 - 14:11
Super erklärt. Vielen Dank!
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Wutknut
19.07.2012 - 20:54
sehr schick geschrieben.. einiges werd ich nur anders angehen ;) danke dafür
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Gismo77
20.06.2012 - 19:36
Danke für die Tipps, echt gut
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111TheSchmauli
12.06.2012 - 22:51
Hier im Tutorial wird als längste belichtungszeit der Umkehrwert vom objektiv genannt. was ist mit der Formel (Brennweite*1.6)^-1?
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Quirin295
21.05.2012 - 22:36
Für Anfänger ein Muss!
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Der_Kleine_Hobbit
17.12.2011 - 12:33
Super erklärt! Vielen Dank!
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111tpfote
14.12.2011 - 13:01
Für Anfänger wie mich, ist das fundamentales Wissen! Vielen Dank!
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111hamsibone
05.08.2011 - 00:08
Vielen Dank für das Tutorial
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111mtepe
24.07.2011 - 23:06
Sehr angenehm zu lesen, freue mich auf die nächste Folge.
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Elchblender
02.07.2011 - 03:06
Macht Spaß zu LESEN und freue mich schon darauf, doch mal den Blitz zu verwenden.
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Hasse ja BLITZLICHT, aber jetzt muss ich ja doch mal was ausprobieren.
Flyleaf
07.06.2011 - 21:45
Danke! sehr hilfreiches Tutorial! :)
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Eli93
04.06.2011 - 13:39
Tolles Tutorial und vor allem sehr mitreisend und spaßig geschrieben
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111kitana73
18.05.2011 - 20:04
Klasse tipps, danke!
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111paegger
28.04.2011 - 21:53
Danke für's erklären... sehr schön.
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111butko01
09.04.2011 - 17:39
Bis jetzt das Interessanteste Tutorial....Der Tipp mit dem Blitz zum Schluss ist sehr hilfreich...
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111Ein Tipp für alle hier....Fotografieren ist wie Autofahren lernen...alle haben am Anfang Probleme mit dem Anfahren...das Motorgeräusch richtig zu deuten...wo ist jetzt der Hebel für dies...der Schalter für das...
Mein Tipp: Die Kamera Kennenlernen...viele Fotos von einem Motiv, mit unterschiedlichen Einstellungen machen...dann erkennt man auch die Auswirkungen besser...
manu90
08.04.2011 - 12:44
toll für einsteiger :)
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111laymoon
01.04.2011 - 14:59
Dankeschön für ein toller Beitrag, verständliche Erklärungen, Sehr hilfreich!:)
<<<<<<< HEAD ======= >>>>>>> 552ea1b3de2d1faa48895405d06eba8f9a574111