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HDR-Fotografie - Teil 14 - HDR experimentell: Eine surreale Szenerie erstellen
20.08.2008 in HDR-Fotografie von Juergen_Held
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Anleitung (Bilder + Extras werden nur für Mitglieder eingeblendet)
In Verbindung mit der HDR-Fotografie fällt häufig der Begriff Surrealismus. Es wird von surrealistisch anmutenden Bildern gesprochen oder gar von der surrealistischen Fotografie. Gemeint ist dabei oftmals nur der erweiterte Kontrastumfang, der dem Betrachter erst einmal ungewohnt vorkommt. Ob das nun als surreal zu bezeichnen ist, sei dahingestellt und liegt eher in der Interpretation des Betrachters.




Das Ausgangsmaterial
Die Belichtungsreihe besteht aus drei Aufnahmen, die mit je zwei Belichtungsstufen Abstand aufgenommen wurden. Wenn Sie keine Rücksicht auf den Speicherplatz nehmen müssen, sollten Sie die Aufnahmen erst einmal im RAW-Format belassen (siehe auch Teil 13 Exkurs: RAW-Format).

Exkurs: Arbeitsfarbräume
Die Entscheidung, in welchem Farbraum gearbeitet werden soll, ist nicht ganz einfach. Meist dreht sich die Frage darum, ob man sRGB oder Adobe RGB wählen soll. Wer sich etwas intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, wird feststellen, dass es noch wesentlich mehr Farbräume gibt, die für unterschiedliche Anwendungs- und Ausgabeanforderungen gedacht sind.Grundsätzlich sollte der einmal gewählte Farbraum beibehalten werden. Das heißt, der Farbraum, der schon bei der HDR-Verarbeitung, beispielsweise in Photomatix, eingestellt wurde, sollte dann auch für den Nachbearbeitungs-Workflow im Bildbearbeitungsprogramm ausgewählt sein.
Als Entscheidungshilfe kann der hauptsächliche Verwendungszweck der fertigen Bilder dienen:
• Fotografen und Bildbearbeiter, die ihre Ergebnisse mit dem größtmöglichen Farbumfang zu Papier bringen möchten, sollten sich für den Farbraum Adobe RGB entscheiden. Dieser Farbraum ist größer als der sRGB-Farbraum.
• Für Web- und Screendesigner ist der standardisierte sRGB-Farbraum ausreichend. Dieser Farbraum wurde von Microsoft und Hewlett-Packard entwickelt, und die meisten Hard- und Softwarehersteller unterstützen ihn.

Tone Mapping
Sie ahnen es schon, nach der HDR-Generierung geht es direkt zum Tonemapping. Um einen überzogenen Bildeindruck zu erreichen, werden die Werte für die Stärke und für die Farbsättigung auf 80 gestellt. Unterstützt wird der Effekt durch eine stärkere Kontrastglättung; dazu wählen Sie die zweite Checkbox von links. Der Weißpunkt wird auf 0,199%, der Schwarzpunkt auf 0,010% gesetzt. Der Gamma-Wert wird auf 1,10 leicht erhöht. Wenn Sie möchten, können Sie auch noch unter Farbe, Micro und L/S die Einstellungen variieren, um ein etwas überzeichnetes Motiv zu erhalten. Mit einem Klick auf Verarbeiten werden die Tonemapping-Einstellungen angewendet und das Bild kann anschließend abgespeichert werden.
Ausrichten und Zuschneiden
Weiter geht es im Bildbearbeitungsprogramm. Öffnen Sie das Tonemapped HDRI in Photoshop und kopieren Sie die Hintergrundebene, indem Sie die Ebene auf das zweite Symbol von rechts in der Ebenenpalette ziehen. Mit Strg/Befehl+T wird das Frei-Transformieren-Werkzeug aktiviert. Wenn Sie nun die Strg/Befehl-Taste gedrückt halten, können Sie das Bild ausrichten. Zur Unterstützung sollten Hilfslinien aus dem Lineal gezogen werden. Je nach Ausgabewunsch kann das Bild an dieser Stelle auch schon auf Maß zugeschnitten werden (beispielweise als 15x10 cm bei einer Auflösung von 300Pixel/Zoll für den Fotodruck).
Weiß- und Schwarzpunkt festlegen
Im nächsten Schritt erstellen Sie eine neue Einstellungsebene, indem Sie in der Ebenenpalette den Eintrag Neue Füll- oder Einstellungsebene erstellen>Gradationskurven auswählen. Mit den Pipetten können Sie nun einen neuen Weiß- und Schwarzpunkt für das Bild festlegen. Wenn Sie mit der daraus resultierenden Tonwertveränderung nicht 100% zufrieden sind, können Sie mit der Alt-Taste den Zurücksetzen-Button aktivieren und einen anderen Referenzpunkt bestimmen. Wenn Sie mit dem Ergebnis einverstanden sind, können Sie sämtliche Ebenen auf eine reduzieren.

Farbtiefe reduzieren
Da die meisten Photoshop Filter-Werkzeuge nur mit 8-Bit-Dateien umgehen können, muss das Bild an dieser Stelle von 16 Bit in 8 Bit umgewandelt werden. Dazu wählen Sie unter Bild>Modus den Eintrag 8-Bit-Kanal aus.
Filter Wellen einsetzen
Jetzt können Sie mit der surrealen Verfremdung des Bildes durch die Photoshop-Filter beginnen. Öffnen Sie das Dialogfeld Wellen unter Filter>Verzerrungsfilter>Wellen. Für die Stärke wird ein Wert von 3 und für die Wellen ein Wert von 5 eingegeben. Die Art der Wellen bleibt auf Diagonal wellenförmig eingestellt. Bestätigen Sie die Eingaben mit einem Klick auf den OK-Button.
Alternative Verflüssigen
Wenn Sie Ihrem Bild neben dem globalen Wellen-Filter noch einen individuellen Look verpassen möchten, bietet Photoshop mit dem Verflüssigen-Filter ein mächtiges Werkzeug an. Über Filter>Verflüssigen gelangen Sie zu einem umfangreichen Dialogfenster, welches pixelgenaue Eingriffe mit unterschiedlichen Verzerrungswerkzeugen ermöglicht. (Allein, um die Möglichkeiten des Werkzeugs zu beschreiben, würde ein komplettes Tutorial kaum ausreichen). Bedenken Sie jedoch beim Experimentieren, dass mit jedem Einsatz des Filters das Bild neu berechnet wird, was entsprechende Qualitätseinbußen mit sich bringen kann.
Rauschfilter einsetzen
Öffnen Sie nun den Rauschfilter unter Filter>Rauschfilter>Rauschen reduzieren. Geben Sie für die Stärke einen Wert von 10 ein und die Details erhalten einen Wert von 8%. Farbstörungen reduzieren wird mit etwa 60% eingestellt und Details scharfzeichnen mit 10%. Bestätigen Sie die Eingaben mit OK.
Unscharf maskieren
Im nächsten Schritt wird das Bild etwas nachgeschärft. Öffnen Sie dazu unter dem Menüpunkt Filter>Unscharf maskieren den bewährten Schärfe-Dialog. Geben Sie für die Stärke 100%, für den Radius 1 Pixel und für den Schwellenwert 6 Stufen ein. Bestätigen Sie die Eingaben mit OK.
Weiches Licht
Abschließend wird der Filter Weiches Licht angewendet, um der Szenerie endgültig etwas Surreales zu verleihen. Klicken Sie dazu noch einmal den Menüpunkt Filter an. Unter den Verzerrungsfiltern finden Sie den Eintrag Weiches Licht. Für die Körnung reicht ein Wert von 1 aus, für die Lichtmenge wird ein Wert von 6 ausgewählt und für den Kontrast passt ein Wert von 16. Bestätigen Sie die Einstellungen mit OK.
Bleibt mir an dieser Stelle nur noch, viel Vergnügen beim Ausprobieren zu wünschen.

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schaerjer
16.03.2012 - 19:57
Vielen Dank für die Tipps - so fällt der Einstieg viel leichter
aphi
16.12.2011 - 07:32
sehr interessant auch wenn es nicht ganz mein fall ist.
fox_
06.09.2011 - 10:28
Inspirierend, und viele interessante Bilder. Danke für das Tutorial!
smasti
24.07.2011 - 11:34
Danke für dieses nützliche Tut
Summerside
13.01.2011 - 17:12
Super Anleitung auch für Anfänger geeignet
friendofgermany
07.04.2010 - 16:00
tolles tut seitdem auf meiner cam chdk läuft macht mir hdr fotografie direkt mehr spaß. danke für die anregung.
marslux
24.03.2010 - 21:13
Ein fantasie-anregendes Tutorial. Vielen Dank für diese vorbildliche Arbeit !
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
04.03.2010 - 07:56
Diesmal habe ich leider nur Bahnhof verstanden. Hat bei mir nicht funktioniert. liegt aber wahrscheinlich an mir!
runa
31.01.2010 - 09:23
sehr anschaulich und gut verständlich dargestellt. Das kann jeder nacharbeiten.
Vielen Dank.
runa
mozee
01.11.2009 - 21:06
Wusste nie genau wie sowas geht ... Jetzt schon :-) THX
moika111
28.07.2009 - 22:27
Wunderbar weiter so!!!!
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
23.04.2009 - 08:56
absolut gelungenes Tutorial...
rstock
23.04.2009 - 08:51
Ich liebe diese Tutorial Serie
Theresi
28.03.2009 - 10:08
gut, daß eine Arbeitsdatei dabei ist
Enibas
29.10.2008 - 22:03
tolle Ergänzung und wie immer super erklärt
Phylly
08.10.2008 - 11:32
am besten fand ich die bildwirkung der frau auf der couch
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
27.08.2008 - 15:44
super ganz gut, hat mir sehr gefallen
r_manu
25.08.2008 - 07:46
tolles tutorial! ich finde die ganze hdr-reihe toll. danke!
SceneHater
24.08.2008 - 15:46
sehr interresant obwohl das erste und letzte beispiel mehr verschwommen als surreal aussieht :)
BIM
23.08.2008 - 11:51
Vielen Dank, die ganze Reihe finde ich sehr interessant und gut verständlich geschrieben