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Tilt/Shift-Selbstbau
22.04.2012 in How-to-Fotopraxis von fotomacher66
- Kategorie: How-to-Fotopraxis
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Kommentare
Anleitung (Bilder + Extras werden nur für Mitglieder eingeblendet)
heute ist endlich meine Adox-Balgenkamera angekommen. Diese Kameras gibt es für sehr wenig Geld zu ersteigern. Mit etwas Bastelarbeit, die mir noch bevorsteht, kann man sich daraus ein Tilt-/Shift-Objektiv basteln.
Anleitungen gibt es genug im Internet. Ich für meinen Teil habe mich für den Weg des geringsten Wiederstandes entschieden und die Balgencam-Variante gewählt.
Der wichtigste Teil steht schon mal vor mir. Die Adox Golf. Ich habe die Blenden und die Verschlussmechanik getestet und alles hat prima funktioniert. Der Verschluss wird später im offenen Zustand fixiert; diese Arbeit übernimmt dann meine Cam.
Die Blende kann ich mittels eines Hebels verstellen. Leider beginnt sie erst bei f6,3. Für den Anfang und die ersten Erfahrungen sollte das erst mal reichen.
Der nächste Schritt wird die Zerlegung der Kamera sein. Mit etwas Vorsicht sollte aber auch das klappen. Ich werde die inneren Nieten entfernen müssen und dann einfach mal schauen, wie es weitergeht. Die Belederung habe ich schon mal etwas entfernt; ich hoffte, irgendwelche Schrauben zu entdecken - nichts. Also doch sanfte Gewalt.
Hier sind noch Fotos ...



Jetzt ist der Balgen mit Objektiv nur noch vom inneren Gehäuserahmen zu lösen. Am besten man nimmt dazu einen kleinen scharfen Schraubenzieher. Der Balgen haftet nur ein wenig, er lässt sich leicht lösen, dennoch sollte man vorsichtig sein.
Ist er abgelöst, kann man das Objektiv vorsichtig nach innen schieben, quasi ins Gehäuse. Das war eigentlich leichter, als ich gedacht hatte.
So sollte das Ergebnis aussehen:


Um den Verschluss dauerhaft zu öffnen, habe ich in die Fernauslöserbuchse eine kleine Schraube gedreht und die Verschlusszeit auf Bulb gestellt. Jetzt den Auslöser betätigen und der Verschluss bleibt dauerhaft geöffnet. Durch die Schraube habe ich eine Dauerauslösung.

Jetzt brauche ich noch eine Kunststoffplatte oder Ähnliches. Morgen werde ich mal in der Garage nachschauen, dort habe ich sicher was Brauchbares. Ich habe mal etwas vorbereitet, so wie es immer die Fernsehköche machen.
Ich habe eine Epoxidharzplatte auf das Maß von 66x66 mm gesägt, in der Mitte mit einem Zirkel das Loch (Ø 42mm) markiert, vorgebohrt und mit einer Laubsäge ausgeschnitten. Mit einer Halbrundfeile und Schmirgel wird das Loch noch etwas verfeinert. Dabei bitte vorsichtig sein, das Material splittert gerne.
Ein Gehäusedeckel wurde ebenfalls auf den größtmöglichen Durchmesser gebracht.

















Vielen Dank
Marco
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Esteban_13
01.01.2013 - 12:37
Interessante Idee, eine Balgenkamera als Grundlage zu nutzen. Was mich noch interessen würde, hast du dieses Objektiv auch schon verwendet um stürzende Linien zu korrigieren? Oder geht das mit diesem "Nachbau" überhaupt?
Viele Grüße,
Stephan
rafoldi
01.01.2013 - 12:51
Hallo Stefan,
nein, der Gedanke ist mir gekommen als ich die Demontierte Kamera gesehen habe. Es gibt für die Makrofotografie, zum Beispiel hier http://de.wikipedia.org/wiki/Balgenger%C3%A4t
rafoldi
27.12.2012 - 12:42
Super Idee,
Ich frage mich ob das mit einem normalen Balg für die Makrofotografie auch funktionieren würde?
Stefffo90
27.09.2012 - 09:30
Geht das Wirklich? Ist das Bildkreis groß genug dafür?
fotomacher66
12.10.2012 - 20:32
Die Adox Golf Kamera wurde mit einem 120er Rollfilm "gefüttert" ihr Bildkreis reichte demnach für 6x6cm.
Bei den Fotos konnte ich auch keine Randabschattungen sehen, ich denke die Optik kommt gut mit den heutigen Sensoren klar.
Stefffo90
27.09.2012 - 09:30
Geht das Wirklich? Ist das Bildkreis groß genug dafür?
Domino
23.04.2012 - 21:13
Danke für die Idee und eine gute Beschreibung. Ich würde aber die Platte auf den Deckel lieber außer Kamera kleben. Sicher ist Sicher.
fotomacher66
12.10.2012 - 20:43
Ja, unbedingt die Platte nicht an der Cam verkleben, ich möchte nicht, dass euere Kamera zerstört wird oder Schaden nimmt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Zuvor den Gehäusedeckel an der Kamera montieren und eine Markierung an der Oberseite anbringen, so ist es beim verkleben des Deckels an die Platte einfacher diese zueinander auszurichten, sonst ist der Balgen beim ansetzen des fertigen Objektivs evtl. verdreht/schief.
Gruß
Marco
J000S
23.04.2012 - 21:10
Also so eine "OP" könnte man natürlich sicherer durchführen. Auch die Aufnahmen sind nicht der Überflieger... ABER: Und das ist das wichtigste: Eigenes tilt shift Objektiv mit guten Ergebnissen :)
cmyk61
22.04.2012 - 23:38
Klasse Anleitung. Auf so ne Idee muss man erstmal kommen.
Und die zugehörigen Bilder sind, wenn man die Umstände ihrer Entstehung betrachtet, erste Sahne.
Gruß
Ralf
fotomacher66
22.04.2012 - 18:37
Wer 200% sichergehen möchte, das der Cam nichts passiert, markiert den aufgesetzten Gehäusedeckel und verklebt ihn entsprechend ausgerichtet mit der Trägerplatte ohne ihn auf der Cam angesetzt zu haben.
Fokussieren durch vor und zurückbewegen.
Gruß
Marco
Preach
22.04.2012 - 17:41
Das macht Lust auf eigene Bastelarbeit. Leider fehlt mir noch die DSLR dafür.
Mir erschließt sich aber nicht warum du die Klebearbeit am offenen Herzen vornimmst (direkt an der Kamera). Da für gibt es für mich keinen ersichtlichen Grund.
Gerne hätte ich auch gesehen wie du die Einstellung vornimmst - vermutlich durch freies Halten des Objektives in der linken Hand (?)
Die Aufnahmen wirken auf jeden Fall.
berndschwartz
22.04.2012 - 15:29
Super Idee und eine gute Anleitung, vielen Dank dafür und herzliche Grüße
UweJacobs
22.04.2012 - 15:16
Eine sehr schöne Bastelanleitung, vielen Dank für die Mühe.
Beste Grüße
Uwe
akilobana
23.04.2012 - 20:02
Prima Idee und prima Tutorial. Macht Lust!