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Nah- & Makrofotografie - Teil 13 - Libellen und Schmetterlinge - Insekten im Flug fotografieren
12.08.2010 in Makro- und Nahfotografie von Bjoern_Langlotz
- Kategorie: Makro- und Nahfotografie
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Erwischt: Irgendwann muss auch das Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) einmal ausruhen.
Nikon D200 mit AF-D Micro-Nikkor 200 mm f 4 | 1/500 sek bei Blende 5,6 | manuelle Scharfeinstellung
Libellen und Schmetterlinge - Insekten im Flug fotografieren
Libellen, Schmetterlinge und viele flugfähige Insekten gehören wohl zu den am meisten fotografierten Motiven in der Nah- & Makrofotografie, wenn man sich auf die Natur fokussiert. Meist bleibt ihre Fotografie jedoch auf ruhende oder Nektar sammelnde Momente beschränkt. Einige Libellen verbringen einen großen Teil ihres Lebens in den Lüften. Dies ist besonders bei den Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) der Fall. Bei dieser Art ist es schon ein großes Glück, wenn sich das Tier einmal in „Fotoreichweite“ niederlässt und dann auch noch lange genug sitzenbleibt, bis man ein Foto machen kann. Oft bleibt eine Flugaufnahme die einzige Chance.Das Fotografieren von Insekten im Flug ist für viele Fotografen ein lange gehegter Traum, doch gehört dies zu den schwierigsten Aufgaben, da hier mehrere zum Teil gegenläufige Aspekte aufeinandertreffen. So ist natürlich das Ziel jeder Aufnahme eine gute Bildgestaltung, die den Betrachter anspricht. Dazu kommt jedoch die Problematik, dass sich viele Insekten im Flug sehr schnell bewegen, weshalb kurze Belichtungszeiten notwendig sind. Darüber hinaus ist der Einstellweg der Objektive im Nahbereich zu lang, als dass der Autofokus dem Tier folgen könnte.
Um dieses Problem zu umgehen, gibt es drei Methoden, die nicht gegensätzlicher sein könnten. Alle Methoden führen in irgendeiner Form zum Ziel und bevorzugen meist einen der drei genannten Aspekte. Unabhängig davon, welche der drei folgenden Methoden Sie ausprobieren möchten, sind längere Brennweiten ab 105 mm notwendig, da sonst das Tier zu klein abgebildet wird, sowie kurze Belichtungszeiten. Sinnvolle Belichtungszeiten liegen bei 1/500 s und kürzer, da darunter die Bewegung des Tiers nicht eingefroren wird. Selbst bei 1/1000 s wird meist nur der Körper eingefroren, und die Flügel bleiben verwischt.

Zu langsam: Bei dieser Aufnahme einer Schwebfliege war die Belichtungszeit viel zu langsam, um eine scharfe Aufnahme zu erhalten.
Nikon D200 mit AF-D Micro-Nikkor 200 mm f 4 | 1/160 sek bei Blende 5,6 | manuelle Scharfeinstellung
Methode 1: Die Fokusserie
Wer diese Methode einsetzen möchte, benötigt eine Kamera mit einer hohen Bildwiederholungsfrequenz von mindestens fünf Bildern pro Sekunde – besser sind jedoch acht oder mehr. Ein großer Pufferspeicher ist ebenfalls von Vorteil, damit viele Bilder in Folge aufgenommen werden können. Der Autofokus wird nicht benötigt, denn das Fokussieren übernehmen Sie! Für die Aufnahme fokussieren Sie zunächst etwas hinter oder vor das Tier beziehungsweise die Stelle, wo Sie die Aufnahme machen möchten. Dies muss nicht genau erfolgen. Nun drücken Sie den Auslöser durch und fokussieren manuell, während die Kamera in Folge Bilder macht, einfach in Richtung des Tieres. Dabei fahren Sie einfach mit der Schärfe über das Tier weg.
Diese Animation zeigt eine Fokusserie, bei der mehrfach die Schärfenebene „über“ die Libelle geführt wurde.

Plattbauch im Flug: Dieses Foto eines weiblichen Plattbauchs (Libellula depressa) wurde mit der vorgestellten Methode der Fokusserie angefertigt.
Nikon D200 mit AF-D Micro-Nikkor 200 mm f 4 | 1/1000 sek bei Blende 4,5 | Fokusserie
Methode 2: Die Lichtschranke
Eine weitere Methode ist die Verwendung von zwei überkreuzten Lichtschranken, die an einem mobilen Träger in einem Abstand von beispielsweise 50 cm vor der Kamera befestigt werden. Zur Aufnahme fokussieren Sie manuell auf die Ebene der Lichtschranken und beleuchten mit Blitzgeräten. Dies ermöglicht sehr kurze Blitzbelichtungszeiten, was zum Einfrieren der Bewegungen des Tieres führt. Zur Aufnahme stülpen Sie einfach die Konstruktion über das fliegende Insekt. Sobald das Tier durch die Lichtschranke fliegt, wird die Kamera ausgelöst. Zwar ist das Prinzip relativ einfach, doch ist die Konstruktion nicht ganz trivial, da die Auslöseverzögerung der meisten Kameras zu lange ist. Daher wird in vielen Fällen vor dem Objektiv ein Hilfsverschluss (z.B: ein Zentralverschluss aus der Großformatfotografie, der durch einen Magnet elektrisch geöffnet wird) verwendet, der die Belichtung steuert. Die Kamera wird dabei auf „Bulb“ gestellt. Da es solche Lösungen nicht zu kaufen gibt, ist eine gewisse Konstruktionserfahrung nötig.Der Nachteil dieses Verfahren ist ähnlich wie bei der Fokusreihe: Sie haben nur einen geringen Einfluss auf die Bildgestaltung. Dazu kommt neben dem technischen Aufwand noch ein weiteres Problem: Je nach Lichtverhältnissen passen die Belichtung des Hintergrunds, die durch das Umgebungslicht erzeugt wird, und die Belichtung des Vordergrunds, die praktisch ausschließlich durch die Blitzgeräte erzeugt wird, nicht zusammen. Daher müssen Sie mitunter den Weißabgleich zwischen Vorder- und Hintergrund getrennt – also mit Masken in Photoshop – optimieren.

Lichtschranke im Eigenbau. Prinzipieller Aufbau einer mobilen Fotofalle für die Insektenfotografie.

Im Flug bei Tageslicht: Diese Weiße Baumnymphe (Idea leucone) wurde mit der beschriebenen Technik im Flug fotografiert (Weißabgleich des Vorder- und Hintergrunds wurde mit Masken in Photoshop optimiert).
Nikon D200 mit Makroobjektiv 105 mm | 1/200 sek bei Blende 8
Methode 3: Das Vorfokussieren
Die beiden vorgestellten Verfahren sind zwar relativ sicher, um wirklich in einer annehmbaren Zeit zu Flugaufnahmen zu kommen, allerdings bieten sie kaum die Möglichkeit der Bildgestaltung. Daher setzte ich diese Verfahren nur selten ein. Eine sehr gute Möglichkeit, mit vertretbarem Zeitaufwand zu schönen Flugaufnahmen zu kommen, ist die Verwendung einer Kombination aus manuellem Vorfokussieren und Autofokus.
Ich fliege! Dieses Weibchen des Plattbauchs (Libellula depressa) wurde an einem sehr sonnigen Tag über einem Teich aufgenommen. Trotz der sehr schnellen Belichtungszeit wurde nur der Körper scharf abgebildet. Die Flügel sind nach wie vor verschwommen und zeigen so die Dynamik des Flugs.
Nikon D200 mit Makroobjektiv 200 mm | 1/500 sek bei Blende 5,6 | Autofokus
Um eine Flugaufnahme mit dem Verfahren des Vorfokussierens anzufertigen, wählen Sie zunächst einen passenden Kamerastandort aus. Am besten sind dazu Stellen geeignet, an denen die Libelle bei ihrem Kontrollflug immer wieder vorbeikommt. Nun wird entweder vom Stativ oder aus der Hand fotografiert. Dies ist Geschmackssache und hängt vom Objektiv ab. Bei Brennweiten von mehr als 200 mm sollten Sie in jedem Fall vom Stativ aus arbeiten.

Flugporträt: Bei dieser Aufnahme einer Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) habe ich zunächst auf die geschätzte Kontaktdistanz vorfokussiert und anschließend gewartet, bis das Tier wieder im Sucher erschien. Dann habe ich den Auslöser angetippt, und der Autofokus stellte scharf. Danach habe ich noch den richtigen Moment abgewartet und dann das Bild gemacht.
Nikon D200 mit Makroobjektiv 105 mm | 1/500 sek bei Blende 8 | Abbildungsmaßstab 1:8

In den Lüften: Bei dieser Flugaufnahme einer männlichen Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) wurde die Kamera auf ein Stativ montiert und der Flug des Tiers nachgeführt. Sobald das Tier relativ scharf war, habe ich den Auslöser angetippt und scharfgestellt. Sobald der Ausschnitt stimmte, habe ich dann ausgelöst.
Nikon D200 mit Makroobjektiv 200 mm | 1/1000 sek bei Blende 5,6 | Abbildungsmaßstab 1:6
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Zum Autor:
Björn Langlotz, promovierter Naturwissenschaftler, ist Autor des Buchs 'Digitale Fotopraxis Makrofotografie' aus dem Galileo Verlag und ein bekannter Naturfotograf mit dem Schwerpunkt Makrofotografie. Regelmäßig erscheinen seine Texte und Bilder in internationalen Büchern und Zeitschriften. Darüber hinaus ist er Mitbegründer der Plattform Fototrainer4you, wo er Fotokurse für Makrofotografie in kleiner Gruppengröße sowie Einzeltrainings anbietet und Fotoreisen führt.
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elke62
19.06.2013 - 12:32
Danke für das Tutorial. Es hat mir sehr gut weiter geholfen. Klasse erklärt.
MargitQ
16.06.2013 - 23:08
sehr gut erklärt, einiges habe ich schon versucht, nun werde ich auch die anderen methoden ausprobieren!
Gladiole
07.05.2013 - 08:32
Gut erklärt, zum Nachmachen sehr interessant.
dernieber
29.04.2013 - 09:31
Vielen Dank für das Tutorial. Sehr gut erklärt!
woasis
10.03.2013 - 17:55
Echt gutes Tutorial va die Bastelei mit den Lichtschranken werd ich wohl irgendwann mal ausprobieren ;-)
magic_light
18.01.2013 - 12:40
Schönes Tutorial und mit tollen Bildern gut dokumentiert!
UweKis
29.12.2012 - 08:17
Super Tutorial, gut gemacht ... Danke
WhiskyBaby
10.12.2012 - 20:16
Danke für die tolle Erklärung :)
karchinger
06.09.2012 - 16:05
sehr schön, vielen dank. fotografien im flug sind jetzt schon etwas leichter möglich
eberron
30.08.2012 - 17:05
Super Tutorial. Wahnsinns aufnahmen. Hatte mich schon immer gefragt, wie das funktioniert. Hatte selber mal versucht Insekten im Flug zu fotografieren. Werde es mit diesen Informationen nocheinmal probieren.
rolfnoe
30.08.2012 - 11:48
Mit vorfokusieren hab ich schon gearbeitet, aber die anderen beiden Methoden
werd ich auch mal auprobieren
Bondani
23.08.2012 - 11:51
Tolle Bilder gut erklährt.
simonkch
25.07.2012 - 10:16
Gutes Tutorial. Allerdings weit aufwändiger in die Tat umzusetzen, als man vermuten möchte. Alleine schon das Aussortieren der Bilder...
tanatosXL
21.07.2012 - 23:16
Traumhafte Aufnahmen,Klasse.Auch ich werde es mal ausprobieren ;)
odessa
12.07.2012 - 21:33
Klasse beschrieben, tolle Tips, super tutorial ! Danke
dsuser
25.04.2012 - 17:42
Klasse und gut erklärt.
wero53
29.12.2011 - 00:25
Sehr schönes und informatives TUT. Gibt einen ersten Überblick in die Technik mit passenden Bildbeispielen. Für den der weiter einsteigen will empfehle ich das Standard-Werk zur Makrofotografie von Björn.
Gruß
Wero53
schnuckelchen
21.12.2011 - 12:15
Sehr schön erklärt, werde das nächstes Frühjahr mal ausprobieren.
Gruß Ralph
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
03.10.2011 - 11:56
Sehr schönes TUT,gute Erklärung jetzt kann die Jagd losgehen.
hamsibone
06.08.2011 - 22:28
Vielen Dank für das Tutorial