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Naturfotografie - Teil 09 - Die Arbeit danach (und zwischendurch)
08.09.2008 in Naturfotografie von Ingo_Seehafer
- Kategorie: Naturfotografie
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Teil 9 - Die Arbeit danach (und zwischendurch)
Im letzten Teil des Tutorials „Naturfotografie“ geht es wieder mehr theoretisch zu. Leider reicht es heute im Gegensatz zu den Diazeiten nicht mehr aus, das Bild zu machen, anzuschauen und zu archivieren. Schon bevor wir die erste Aufnahme machen, sollten wir bspw. ein Konzept für unser Bildarchiv haben. Und, was noch wichtiger ist, wir müssen unsere Expeditionen (auch, wenn uns die Expedition nur in den Schwarzwald oder in den Garten führt) ein wenig vorbereiten.Dazu möchte ich noch einmal auf den ersten Teil hinweisen. Dort finden die Leser eine ausführliche Beschreibung, was notwendig ist, um Tiere nicht nur abzulichten, sondern auch deren Art zu bestimmen
In einem Forum über die digitale Naturfotografie hat sich ein Autor über die Bilder in meinem Naturfotolehrbuch ausgelassen. Er bemängelte, dass ja alle Bilder in diesem Buch bearbeitet worden seien (im Buch habe ich bei einigen Bildern beschrieben, wie ich sie in Photoshop behandelt habe). Und das bei Naturfotos, die doch alles so zeigen sollten, wie es der Fotograf gesehen habe. Der Autor hat natürlich recht: Alle Bilder wurden „bearbeitet“!
Diese Aussage ist für mich richtungweisend für die großen Schwierigkeiten, die ein Fotograf im digitalen Fotozeitalter hat. Jeder denkt, dass die Bilder, die er/sie macht, genauso fix und fertig sein sollten, wie dies im Zeitalter des Fotofilms gewesen war. Bei jedem Workshop, den ich gebe, ist deutlich zu merken, wie überfordert doch sehr viele Fotografen sind. Es ist halt nicht mehr nur „Draufdrücken und fertig“. Wer gute, farbstichfreie und farbechte Bilder wünscht, muss natürlich diverse Einstellungen an der Kamera vornehmen oder dies am Computer per Bildbearbeitungssoftware im Nachhinein korrigieren.
Doch ich möchte mich hier nicht wiederholen. Welche Schritte für mich persönlich zum Behandeln eines Bildes „zulässig“ sind, habe ich im Teil 1.5 „Ethik in der Naturfotografie“ schon beschrieben.
Auch die Objektiventwicklung geht weiter. Wobei nicht immer Sinnvolles dabei herauskommt. Sigma bietet ein ursprünglich für das Militär entwickeltes Superobjektiv an. Sigma bringt es fertig, ein 200-500mm/2,8 auf den Markt zu bringen, welches den astronomischen Preis von 25.000 Euro kostet und das unvorstellbare Gewicht von 15,7 kg auf die Waage bringt! Erstaunlicherweise sind die Verantwortlichen auch noch der Meinung, dass jetzt alle Naturfotografen nur noch ein Ziel haben werden: dieses Objektiv. Sind die Manager bei Sigma ernsthaft der Meinung, dass sie mit diesem Objektiv (welches so viel kostet, wie ein Deutscher durchschnittlich brutto pro Jahr verdient - Quelle: manager-magazin.de) auch nur einen einzigen Naturfotografen zum Kauf überreden können? Das Lustigste aber ist, dass Sigmas Marketingabteilung es in der Werbung nach Aufzählung des mitgelieferten Zubehörs nötig findet, den Fotografen noch schnell einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg zu geben: "Bei so viel Lieferumfang kann man dann optional in ein geeignetes Stativ investieren." Na, wenn das das einzige Hindernis sein soll, dann nix wie los und her mit dem Objektiv!
9.1 Immer RAW?
Für die meisten Leser wird es mit Sicherheit ausreichen, Bilder im JPG-Format zu machen. Dazu müssen zwar einige Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden, aber dann hat der Fotograf doch ein relativ geruhsames Leben. Ein wenig nachschärfen und evtl. das Bild noch heller oder dunkler machen sollte ausreichen.Aber hat der Fotograf weiter gehende Ambitionen, kommt er um RAW nicht herum.
RAW kommt aus dem Englischen und steht für „roh“. Es ist ein Rohdatenformat für Bilddateien. Intelligenterweise besitzen alle Kamerahersteller verschiedene RAW-Formate, die untereinander nicht kompatibel sind. Für jeden Kamerahersteller brauchen wir also eine Extrasoftware, um die RAW-Format-Bilder überhaupt erst einmal anschauen zu können. RAW-Dateien enthalten die originalen Bildinformationen, die vom Bildwandler geliefert werden, ohne dass die Bilddaten in irgendeiner Art bearbeitet werden. RAW-Dateien sind kleiner als TIFF-Dateien, da die Farbinformationen erst nachträglich verarbeitet werden. Im RAW-Format fotografierte Bilder müssen also nachbearbeitet werden, sonst können wir die Dateien nicht als Bilder anschauen!
Bezeichnungen der Hersteller für RAW-Formate:
• Canon RAW: *.CRW, *.CR2
• Kodak RAW: *.DCR, *.DCS *.KDC
• Leica-RAW: *.RAW, *.DNG
• Minolta RAW: *.MRW, *.MDC
• Nikon RAW: *.NEF
• Olympus RAW: *.ORF
• Pentax RAW: *.PEF
• Sigma RAW: *.X3F
• Fuji RAW: *.RAF
• Sony RAW: *.SRF, *.SR2, *.ARW
• Epson RAW: *.ERF
• Panasonic RAW: *.RAW
• Adobe Digital Negative: *.DNG
Die meisten Kameras binden ein Vorschaubild als JPG in die Datei ein, das kameraintern und am Computer zur Bildkontrolle benutzt werden kann. Dies lässt uns zumindest einen ersten Eindruck von Schärfe und Farbe des Bildes erahnen. Mehr aber auch nicht! JPG erlaubt pro Farbkanal nur 256 Helligkeitsstufen, Rohdatenformate aber je nach Bit bis zu 16384 Helligkeitsabstufungen! Deswegen lohnt es sich, im RAW-Format zu fotografieren. Die Informationsverluste im JPG-Format sind also nicht unerheblich.
Parameter wie Weißabgleich, Farbsättigung, Kontrast, Schärfung und Tonwertkorrektur können wir in der RAW-Datei noch individuell den fotografierten Verhältnissen anpassen. Wenn wir JPG fotografieren, müssen wir die vorgenannten Parameter schon eingestellt haben. Sollten sie aus irgendeinem Grund nicht stimmen, gibt es zwar die Möglichkeit, diese noch einigermaßen zu korrigieren. Aber durch die voreingestellten Parameter tritt auf jeden Fall ein Verlust bei den Bildinformationen ein, der den Umfang und die Qualität der Nachbearbeitung einschränkt.

Bild 188: Links die unbearbeitete RAW-Datei, rechts die bearbeitete RAW-Datei, abgespeichert im TIFF-Format, hier als JPG gezeigt
Zusammengefasst ergibt sich bei Anwendung des RAW-Formates:
• eine leichtere Überschaubarkeit der einzustellenden Parameter beim Fotografieren (mehr Konzentration auf das Motiv)
• eine höhere Bildqualität und eine flexiblere Bildnachbearbeitung
• ein größerer Dynamikbereich der gespeicherten Bildinformationen
Tipp: Wer nicht genau weiß, wie er mit dem RAW-Format umgehen muss und sich vielleicht erst später um die beste Qualität kümmern möchte, der sollte seine Bilder gleichzeitig in RAW und JPG aufnehmen. So kann später immer noch entschieden werden, ob ein Bild als RAW nachbearbeitet werden soll.
9.2 Planung – das Projekt Eisvogel
An einem Beispiel möchte ich kurz meine Herangehensweise an ein Fotoprojekt aufzeigen. Üblicherweise liegt allem zuerst einmal die Idee zugrunde. Beim Thema Eisvogel wollte ich auf gar keinen Fall ein Bild machen, welches den Eisvogel im Flug beim Beutemachen zeigt. Einer der Gründe, weswegen ich dies nicht wollte (und will), ist, dass zum Fotografieren eines fischenden Eisvogels lebende Fische in ein Becken gesetzt werden müssen. Dieses muss über einen sehr langen Zeitraum gemacht werden und erfordert den Einsatz von Hunderten von Fischen. Die Fische müssen natürlich regelmäßig durch den Fotografen zur Anfütterung des Vogels gekauft werden und dann in das Becken eingesetzt werden. Der Verkauf von lebenden Köderfischen ist allerdings verboten! Der Fang von Kleinfischarten wie Stichlingen und Elritzen (bevorzugte Beute des Eisvogels) ist ebenfalls verboten. Daher wollte ich auf keinen Fall lebende Tiere als Köder einsetzen, nur um an ein auffallendes Bild „Eisvogel beim Fischen“ zu kommen.Aus diesem für mich sehr wichtigen Grund entschloss ich mich also, „nur“ ein schönes Porträt eines Eisvogels zu fotografieren. Im ersten Jahr ging es für mich darum, einen Ort zu finden, der ruhig gelegen war, an dem wenig oder besser kein Wanderer mein Tarnzelt entdecken konnte und, das Wichtigste überhaupt: Das Licht musste morgens zum Fotografieren geeignet sein. Ich suchte ca. 20 Plätze (Teiche, Bäche, Flüsse etc.) ab, bis ich dann an einem Naturschutzgebiet an der Dreisam bei Freiburg im Breisgau den richtigen Ort fand. Zuerst beobachtete ich mehrere Tage lang, wo sich der Eisvogel häufig zum Fischen niederließ. Dieser Ort war ein Zaunpfahl, den wohl irgendwann einmal jemand in den von mir ausgewählten Teich gerammt hatte. Eventuell sogar, um einem Eisvogel einen komfortablen Ansitz zu bieten. Neben diesen Pfahl wollte ich mein Tarnzelt in den Teich bauen; das hieß zwar, während des Ansitzes im Wasser auszuharren, doch für den Eisvogel war es mir diese Unannehmlichkeit allemal wert.
Jetzt hieß es aber erst einmal, die Genehmigung zu bekommen, ein Tarnzelt aufzustellen, um den Vogel zu fotografieren. Für solch eine Genehmigung ist in Baden-Württemberg das Regierungspräsidium zuständig. Nachdem ich mehrere persönliche Gespräche mit den zuständigen Beamten geführt hatte, bekam ich die Erlaubnis, nach der Brutzeit im Juli und August mein Zelt aufzustellen.
Nun wartete ich gespannt auf das folgende Jahr. Wegen diverser anderer Projekte konnte ich erst im August anfangen zu fotografieren. Dafür dann aber 4 Wochen am Stück. Ich bekam in dieser Zeit den Eisvogel sehr oft vor die Kamera und machte viele Aufnahmen. Für mich persönlich war es ein besonderes Erlebnis, da ich ja ohne jeden technischen Aufwand völlig alleine mit dem Eisvogel war und ich diesen somit in keinster Weise in seinem natürlichen Verhalten störte. Ich genoss jede Minute des Ansitzes. Aber am Ende des Monats hatte ich mein Bild (Bild 5, Kapitel 1.5) im Kasten. Es gehört mittlerweile zu einem meiner bekanntesten Bilder. Zu einer etwas unappetitlichen Begleiterscheinung meines Ansitzes auf den Eisvogel habe ich zu Bild 5 im Teil 1.5 noch Genaueres geschrieben.

„Ihr Berufsethos gebietet Tierforschern wie Tierfilmern, nicht in die natürlichen Abläufe einzugreifen. Die schwarzen Schafe der boomenden Tierfilmbranche allerdings greifen kriminell ein. Der preisgekrönte amerikanische Tierfilmer Marty Stouffer wurde erwischt, als er einen dressierten Puma auf einen zahmen Hirsch losließ. Stouffer zerstörte auch Biberburgen, um die Baumeister zu neuer Tätigkeit anzuregen, ja, er färbte sogar ein Frettchen in einen seltenen Schwarzfuß-Iltis um. Der Meeresforscher und Unterwasserfilmer Jacques Cousteau sprengte Riffe und quälte Fische mit Stromstößen zu Tode. Im Kampf um Geld und Quote mutieren manche Tierfilmer zur Bestie.“
Zitat aus: „Vom Tier zum Trick – Abenteuer Tierfilm“ von Peter
Rothammer. Eine Co-Produktion des Westdeutschen Rundfunks mit dem Bayerischen Rundfunk. Gesamttext nachzulesen unter: http://www.peter-rothammer.de/tier.pdf
9.3 Warten oder nicht warten? Nicht übertreiben!
Wer Vögel oder Säugetiere fotografieren möchte (besonders aus einem Tarnversteck heraus), der muss sehr viel Zeit und Geduld mitbringen. Aus einigen Gesprächen mit naturbegeisterten Mitmenschen weiß ich, dass sich diese Faktoren hemmend auf den Spaß am Fotografieren auswirken. Aber es gibt ja noch mehr Tierarten, die nicht so zeitintensiv sind. Wie Echsen, Insekten, Pflanzen und Landschaften. Zu Beginn kann ich nur raten, nicht direkt mit sich schnell bewegenden Tieren anzufangen. Der Frust wird sonst zu groß und der angehende Naturfotograf wird vielleicht die Fotografie ganz aufgeben. Auch wenn ich mich hier ein wenig wiederhole, so ist es wichtig, bald zu Erfolgserlebnissen zu kommen. Dafür sind gerade jetzt im Herbst fantastische Motive vorhanden: Pilze. Auch ergibt sich hier die Möglichkeit, die ganze Familie mit hinauszunehmen und in unser Hobby einzubeziehen. Dann müssen wir auch viel weniger argumentieren, um aus der Haushaltskasse wieder einmal ein „wenig“ Geld für die neueste Kamera oder ein besseres Objektiv abzuzwacken.9.4 Hardware
Ich gehe davon aus, dass wohl beinahe jeder Leser über einen vernünftigen Computer (und einen Monitor) verfügt, der zumindest nicht zusammenbricht, wenn er das eine oder andere RAW-Format-Bild bearbeiten möchte. Zudem ist die Aufrüstung der Hersteller ja permanent im Gange. So ist eine Empfehlung auch nicht lange haltbar. Wer allerdings professionell arbeiten will, der kommt nicht umhin, sich einen Mac anzuschaffen. Er war und ist immer noch DER Standard bei Grafikern, Fotografen und Bildbearbeitern.Ein Zubehör, welches sicher nicht jeder hat oder wohl auch noch gar nicht gesehen hat, ist das Grafiktablett. Diese Anschaffung lohnt sich! Mit ein wenig Übung lässt sich die Bildbearbeitung, besonders wenn es um Details geht, unglaublich schnell und präzise erledigen. Auch für die Maus ist das Tablett eine perfekte Unterlage. Zeichnen und malen kann man mit dem beigelegten „Stift“ ebenfalls. Ich benutze das Tablett auch dafür, denn zur Kalender- oder Buchherstellung sind Zeichnungen immer ein Gewinn. Hier ist die Firma Wacom eindeutig als Marktführer zu nennen. Ein kleines Tablett im A5-Format reicht für sehr viele Anwendungen völlig aus.
Externe Festplatten sind sehr günstig zu bekommen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Immer wieder gibt es Hersteller, die keine Qualitätskontrolle ihrer Hardware vornehmen. So geschehen mit „Fukato Ext. Festplatte 500 GB, 3,5 Zoll“ Ende 2007. Sehr viele Festplatten dieser Marke ließen nach kurzer Zeit keinen Zugriff mehr auf die gespeicherten Dateien zu. Viele User haben unwiderruflich wichtige Daten verloren. Auch mich hatte es beinahe erwischt. Da ich aber immer 2 Sicherheitskopien aller meiner Daten mache, hielt sich der Schaden sehr in Grenzen. Der Ärger war dennoch groß. Nach diesem Erlebnis war ich geheilt und kaufte mir nur noch Festplatten mit Qualitätsgarantie.
Außerdem benutze ich für Outdoorarbeiten externe Festplatten, die zumindest stoßunempfindlich sind. Und zwar habe ich dies alles bei der Firma LaCie (www.lacie.com) gefunden. LaCie bietet u. a. geländetaugliche Speicher für unterwegs an, die mit einem unempfindlichen Metallgehäuse, einer stoßabfedernden Gummiummantelung und einem internen Stoßdämpfer ausgerüstet sind (LaCie Rugged Hard Disk). Preis für eine 160-GB-Platte liegt bei 119 Euro, eine 500-GB-Platte kostet 299 Euro. Ich gebe gerne ein paar Euro mehr für eine Festplatte aus, damit ich mich auch nach Jahren noch an meinen Daten erfreuen kann. Übrigens habe ich eine Rugged Hard Drive ungewollt einem Falltest unterzogen. Eine Platte ist mir vor wenigen Tagen aus 50 cm Höhe auf einen Steinboden gefallen. Ich habe sie dann sofort an einem Computer angeschlossen. Die Festplatte lief einwandfrei und ohne Probleme.

Bild 190: Hier die im Text erwähnte "Outdoor-Festplatte" von LaCie (Foto: LaCie.com)
9.5 Software
Ohne gute Software geht im Fotobereich fast nichts mehr. Ich möchte hier nur kurz meine Erfahrungen vorstellen und die Software erwähnen, die ich im Dauereinsatz habe. Da ich mit Nikon fotografiere, sind die Angaben für Fotografen, die Kameras anderer Hersteller benutzen, natürlich nur bedingt nutzbar.Zum Betrachten und ersten Check der Bilder: Nikon ViewNX (kostenlos)
Zur RAW-Daten-Bearbeitung: Nikon Capture NX 2 (ca. 150 Euro)
Zum „Feintuning“: Photoshop (je nach Version, wie z. B. Elements schon ab 70 Euro)
Zur Monitorkalibrierung: Spyder 2PRO (die aktuelle Version 3PRO kostet um die 120 Euro; eine Monitorkalibrierung ist sehr empfehlenswert; ein Bekannter von mir war monatelang ratlos, weil er seine Bilder, die er zu Hause bearbeitet hatte, auf den Abzügen eines Fotolabors völlig anders herauskamen. Die Lösung war die Kalibrierung seines Monitors!).
Zur Präsentation der Bilder:
1) Power Point! (geht schnell sehr flexibel, leicht zu ändern, ist immer dabei)
2) MAGIX „Fotos auf CD&DVD deluxe" (kostet nur um die 30 Euro); Vorteil: Eine Diashow lässt sich auf DVD brennen und somit überall (!) abspielen. Nachteile: Es hakelt etwas, nicht immer ist alles sehr logisch aufgebaut und große Datenmengen führen zum Absturz.
3) Stumpfl „Wings Platinum 3“; professionelle Diashow-Software (Preis ab 580 Euro).
4) m.objects, semi- und professionelle Software für Diashows (Preis ab 99 Euro).
Für die Fotoarchivierung:
1) Fotostation (ca. 550 Euro), professionelle Software zur Fotoarchivierung, kann von mir nicht empfohlen werden, da die Software extrem unzuverlässig läuft, der Service für eine professionelle Software katastrophal ist (bei Problemen kommt die Antwort entweder erst nach Wochen, dann auch noch ohne Lösungsvorschlag oder sogar gar nicht). Die Software wurde mir mit der Zusicherung verkauft, dass ich sie auf beliebig vielen Computern laufen lassen könnte, dem ist nicht so gewesen! Insgesamt rausgeworfenes Geld.
2) MAGIX „Fotos auf CD&DVD deluxe", hier lässt sich auch einiges für die Bildarchivierung managen.
3) Nikon ViewNX, ich bin jetzt dazu übergegangen, diese Software zu nutzen; nicht übermäßig komfortabel, aber zuverlässig und sie kostet nichts!
9.6 Speichermedien
• Speicherkarte: kein Dauerspeichermedium! Gefahr, dass Bilder „verschwinden“; kleine Karte = schnell verloren, aber sehr günstiger Preis; Marken bevorzugen!Die wichtigsten Karten:
- Secure Digital (SD)
- Multimedia Card (MMC)
- Compact Flash (CF)
- Memory Stick (MS)
- SmartMedia (SM)
- XD und Memory Stick Duo
• USB Stick: kein Dauerspeichermedium! Höchstens 10 Jahre bleiben die Daten erhalten; Gefahr, dass Bilder „verschwinden“; sehr gutes Speichermedium, um „mal schnell“ seine Bilder anderen mitzubringen; relativ günstiger Preis.
• (interne) Festplatte: Abspeicherung der Bilder = Sicherheitskopie Nr. 1; Gefahr des Absturzes (durch Viren oder das Alter des Computers) nicht vernachlässigen!
• Externe Festplatte: Abspeicherung der Bilder = Sicherheitskopie Nr. 2; auch hier Gefahr des Absturzes (durch Viren oder das Alter der Festplatte). Dennoch die beste Art zur Dauerarchivierung von Fotos! Mittlerweile gibt es sogar ext. Festplatten, die Schläge und Stöße aushalten.
• CD: klassisches Speichermedium; auslaufendes Modell; relativ wenig Speicherplatz; Dauerarchivierung nicht gewährleistet!
• DVD: aktuelles (aber auch schon überholtes) herkömmliches Speichermedium; gute DVD halten länger als CD; wesentlich mehr Speicherplatz als CD; Dauerarchivierung aber nicht gewährleistet (auch, wenn die Hersteller dies immer wieder propagieren).
• Blu-ray Disc: Nachfolger der DVD, noch nicht etabliert, aber mit der sehr hohen Speicherkapazität von 27 GB auf einer Lage ist sie der DVD mit 4,7 GB hoch überlegen; ob allerdings mit dieser Scheibe die Dauerarchivierung gewährleistet ist, bleibt weiterhin fraglich.
• „Bildertanks“ (imagetank) - Massenspeicher zur mobilen Bildspeicherung; ähnlich einer ext. Festplatte; gut geeignet für unterwegs, um von großen Bildermengen Sicherheitskopie anzulegen; aber extrem teuer in der Anschaffung, daher nicht empfehlenswert.
9.7 Workflow, eine Zusammenfassung
Nach der Entscheidung, wo ich was fotografiere und ob ich RAW und/oder JPG an meiner Kamera einstelle, ergibt sich als weiterer Workflow:• Schnellsichtung der Bilder am Kameramonitor, unscharfe werden sofort gelöscht
• Speicherkarte wird an den Laptop/Computer angeschlossen
• Sichtung der Bilder mit (in meinem Fall) der Nikon View-Software, sofortiges Löschen der Bilder, die technische oder gestalterische Mängel aufweisen.
• Verschieben der übrig gebliebenen Bilder auf die ext. Festplatte mit gleichzeitiger Ablage der Bilder in mein Archivierungssystem (ganz einfach ohne Schnörkel werden meine Bilder nach Datum abgelegt; je1-15 eines Monats und 16-31 jedes Monats ein Ordner: Dies sieht dann so aus: 01A2008 (1.1. bis 15.1.08), 01B2008 (16.1. bis 31.1.08), 02A2008 (1.2.-15.2.08) usw.)
• Brennen der neuen Bilder auf eine DVD
• Wenn ich nicht unterwegs bin, lege ich eine Zusatzkopie der Bilder auf einer zweiten externen Festplatte an
• Bearbeitung der Bilder: Weißabgleich, Farbmoiré-Reduzierung, Staubentfernung, Korrektur der chromatischen Aberration, Scharfzeichnung, Kontrast, Farbsättigung
• Speicherung der Bilder im TIFF- und im JPG-Format auf eine ext. Festplatte. Tiff wg. der hohen Qualität für den Druck und JPG für das Internet und Diashows
Mittlerweile sind diese Schritte schon so routinemäßig, dass ich in der Geschwindigkeit der Bearbeitung eigentlich immer nur von der Hardware gebremst werde. Daher heißt es leider alle paar Monate aufrüsten.
Präsentation
• Über das TV (hierfür bietet sich die Magix-Software an)
• Klassisch: das Fotoalbum
• Leinwand und Beamer (mein Favorit, sehr beeindruckende Darstellung der Bilder möglich)
• Fotobuch (immer zu empfehlen, besonders als Geschenk!)
9.8 Und zum Schluss noch dies:
Kodak startete im Jahr 2007 eine Umfrage zur Fotografie auf Film und zur Digitalfotografie. Nachfolgend ein Auszug aus dem Ergebnis:- Digitalfotografie dominiert das Arbeitsaufkommen (55% sagen, dass sie für 60% und mehr ihrer Tätigkeit Digitalfotografie vorziehen)
- 65% bevorzugen die Nutzung von Digitalfotografie, aber 55% bevorzugen die Ergebnisse von analogen Filmen
- Unter Schwarz-Weiß-Fotografen bevorzugen fast die Hälfte (45%) die Nutzung von analogen Filmen
- 67% der befragten Fotografen wollen auch in Zukunft mit Film arbeiten
• die Möglichkeit, auch kleinste Details im Bild festhalten zu können (53%)
• den einzigartigen fotografischen Look (46%)
• die hervorragende Wiedergabe von Lichtern und Schatten (42%).
9.9 Und ganz zum Schluss auch noch dies:
An dieser Stelle möchte ich mich über die vielen, sehr positiven Kommentare zu meinem Tutorial „Naturfotografie“ bedanken. Es hat mir großen Spaß gemacht, für PSD-Tutorials.de eine eigens für dieses Portal geschriebene Tutorialreihe zu präsentieren.Und wer weiß, vielleicht begegnen wir uns einmal irgendwo auf der Welt, auf dem Bauch liegend, eine Eidechse vor der Kamera oder einer Hummel zuschauend, die von Blüte zu Blüte fliegend ihren Nektar sammelt ...

Bild 191: Da zwischen den Aufnahmen nur wenig Zeit bleibt, schützt der Naturfotograf auch so manche Pommes-Bude vor dem Aussterben! (Foto: A. Kurscheidt)
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- 2 Fotos mit unterschiedlichem Schlagschatten in einer Datei
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Artelanas
17.04.2012 - 11:36
Habe jetzt den ganzen Workshop durchgelesen und eine Menge dazu gelernt! Vielen Dank dafür!
8tronix8
29.02.2012 - 14:07
Vielen Dank für das Tutorial
manu90
13.04.2011 - 17:51
tolle reihe.. dankeschön :)
Schnuppi8480
26.01.2011 - 22:03
danke für all das ...
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
11.03.2010 - 17:00
Sehr gut gemacht!
Aber eine Frage: Wieviele Tausende km hat der Naturfotograf und Naturliebhaber in seinem (Gelände)wagen abgespult??
Wieviele Tonnen Co2 in die Luft geblasen ,z.B. für ein Eisvogelbild??
Wie ökologisch ist das ?
Wie war das mit der Ethik doch gleich?
(Mal abgesehen von der Pommes-Bude. Oder war das vielleicht Biofleisch?)
moika111
23.07.2009 - 03:26
Herzlichen Dank für die Serien.ürde mich über weitere Tutorials freuen die so mit Witz un Info geschrieben sind.
kaetzchen71
16.02.2009 - 13:03
Interessantes Tutorial
Patty
20.11.2008 - 04:50
Super Workshop, vielen Dank!!!
finde es vor allem sehr motivierend zu hören, dass es auch für den Profi nicht selbstverständlich ist nach jeder Tour mit einer Menge guter Fotos heimzukommen ;-) Das hilft mir weiterzumachen auch wenn mein virtueller Papierkorb regelmäßig überquillt !!
Sierrapiet
18.11.2008 - 00:28
Danke für das Tutorial und weiteren Beiträge in dieser Reihe.
udo1904
24.09.2008 - 14:26
Das wahr sehr beeindruckend und spannend. Noch einmal Danke!
stanco
15.09.2008 - 19:01
Vielen Dank für die gelungenen Beiträge zur Naturfotografie!
mw199
10.09.2008 - 11:25
sehr sehr interessant
Karl
09.09.2008 - 20:07
Danke für die ganze Serie, es wurde alles sehr schön beschrieben
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
09.09.2008 - 07:25
Dies ist ein sehr mittelmässiger Artikel. Es wird eher Allgemeingültiges beschrieben. Hat nicht so recht überzeugt.
Jo83
08.09.2008 - 19:40
Vielen Dank für die Serie! Wirklich beeindruckend, wie viel Arbeit du da reingesteckt hast und wie umfassend das ganze geworden ist.
roman2
08.09.2008 - 16:16
danke für alles alles Spitze
silentino
08.09.2008 - 16:08
Wieder ein sehr aufschlussreiches und lehrhaftes Tut. Bin immer erfreut wenn Profis etwas von ihrem Wissen preisgeben auch wenn ich die Fotografie nur als Hobby betreibe. Ich sag Danke und hoffe Dir fällt noch mehr zu diesem Thema ein und dieser Workshop weitergeführt wird.
habari
08.09.2008 - 10:28
Noch mal Danke für den Workshop, man hat viel gelernt.
sammelsuri
08.09.2008 - 10:03
Ich kann mich nur nochmal wiederholen: Klasse Workshop.
(alle 9)
Gruß Renate