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Panoramafotografie Teil 03 - Bildrichtig: Kameraeinstellungen und Objektivwahl
19.05.2009 in Panoramafotografie von Harald_Woeste
- Kategorie: Panoramafotografie
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Panoramafotografie Teil 3 – Bildrichtig: Kameraeinstellungen und Objektivwahl
Moderne Fotokameras, von der Kompakten für die Hosentasche bis zur professionellen Spiegelreflex, arbeiten vollautomatisch: Autofokus, Belichtungssteuerung und auch der Weißabgleich.
Der Fotograf muss nur noch das Motiv suchen und den Auslöser drücken. Die Bildergebnisse sind technisch gesehen überwiegend sehr gut – Helligkeit, Schärfe und Farben stimmen. Aber viele gute Einzelbilder ergeben noch nicht unbedingt ein gut zu stitchendes Panorama: Hier muss der Gesamteindruck stimmen. Die Freude der normalen Fotografie ist damit zugleich das Leid der Panoramafotografie: die Automatikfunktionen der Kamera. Warum? Hier die Erklärungen:
Das Schärfeproblem – alles im Fokus?
Die Schärfe kommt bei der Aufnahme einer Bildersequenz für ein Panorama gleich zweimal ins Spiel. Der Schärfeverlauf muss in allen Bildern identisch sein, damit man sie stitchen kann. Eine Aufnahme mit einem scharfen Hintergrund, aber unscharfen Vordergrund passt nur schlecht mit einer überlappenden Aufnahme zusammen, die auf den Vordergrund fokussiert wurde. Das heißt: Autofokus abschalten und alle Einzelbilder mit der gleichen Entfernungseinstellung aufnehmen.

Das Belichtungsproblem – Licht und Schatten!
In ein und demselben Panorama hat man es häufig mit sehr unterschiedlichen Lichtsituationen zu tun. Eine Aufnahme der Bildsequenz zeigt z.B. den Teil des Raumes, der im Schatten liegt, eine weitere Aufnahme wird von einem Fenster bestimmt und ist lichtdurchflutet. Da die Kamera für jede einzelne Aufnahme die Motivhelligkeit neu misst, wählt die Belichtungsautomatik jeweils unterschiedliche Werte bzw. Zeit-Blenden-Kombinationen aus. Bringt man diese unterschiedlich belichteten Bilder zur Deckung, kommt es zu erheblichen Helligkeitsdifferenzen im Panorama. Abhilfe schafft ganz einfach der Verzicht auf die Belichtungsautomatik.
Konstant belichtet - aber auch richtig?
Während also die konstante Belichtung über die gesamte Sequenz der Panoramaaufnahmen einfach durch das manuelle Einstellen von Blende und Zeit zu erreichen ist, ist die Wahl der richtigen Belichtung für das Panorama häufig aufwendiger zu ermitteln. Der große Blickwinkel bringt schon mal extreme Lichtverhältnisse mit sich. Der Umfang des Motivkontrastes zwischen Schatten und Lichtern sprengt den Dynamikumfang, der vom Film oder Sensor abgebildet werden kann – wir sprachen hiervon schon im letzten Teil. Die Standardlösung ist hier wie in der klassischen Fotografie das Finden eines geeigneten Mittelwertes, der der Szene am besten gerecht wird. Da hierbei zwangsläufig Zeichnung in den Lichtern und/oder im Schatten verloren geht, entspricht das Bild nicht mehr dem Sinneseindruck, den Sie ursprünglich hatten.Zur Wahl der richtigen Belichtung gibt es viele Wege, angefangen beim gekonnten Umgang mit dem integrierten Belichtungsmesser der Kamera oder einem separaten Handbelichtungsmesser und den Unterschieden von Spot-, Integral- oder Mehrfeldmessung, der Interpretation des Histogramms, dem Ausmessen des Kontrastumfangs mit der Zweipunktmessung über die Arbeit mit einer Graukarte bis zum Anfertigen von Belichtungsreihen. Alles nichts Neues, alle diese Techniken werden auch in der normalen Fotografie angewendet – bloß mit dem Unterschied, dass man im Panorama einen viel größeren Blickwinkel mit häufig größeren Kontrasten ausmessen und beurteilen muss. Aber eines ist allen Techniken gleich: Einmal entschieden und belichtet, gibt es kein Zurück mehr. Bilddetails, die keine Zeichnung aufweisen, sind verloren.
Um dieses Problem des hohen Motivkontrastes zu lösen, können wie schon in Teil 2 gezeigt, Belichtungsreihen zu "High-Dynamic-Range-Bildern" (HDR, Exposure Masking, Exposure Fusing) kombiniert werden ... aber das erhöht den Aufwand für die Panoramaproduktion immens und kann zu ganz anderen Folgeproblemen führen. Daher: Das Beste ist und bleibt eine perfekte Belichtung schon zu Beginn!
Das Farbtemperaturproblem
Nur Weiß oder Rein-Weiß? Was für die Belichtungsautomatik gilt, gilt auch analog für die Farbtemperatur. Seit der Digitalisierung ist der Begriff Weißabgleich im Fotoalltag aufgetaucht. Früher wurde die Farbbalance mit der Wahl des passenden Filmmaterials festgelegt, wobei jeder vor allem beim Diafilm seine eigenen Vorlieben besaß. Heute wird sie für jedes einzelne Bild von der Kameraautomatik bestimmt.Jede Lichtquelle weist neben einer typischen Helligkeit auch eine bestimmte Farbtemperatur = Farbstich auf. Dieser ist z.B. für direktes Licht in der Sonne oder indirektes im Schatten unterschiedlich. Das Licht einer Glühlampe oder einer Leuchtstoffröhre hat ganz andere Farbstiche. Ein Blatt am Baum ist nicht grün an sich, sondern reflektiert lediglich den Grünanteil des sichtbaren Lichts, alle anderen Wellenlängen werden geschluckt.
In einem Panorama können Sie etwa auf der einen Seite Sonnenlicht, auf der anderen das von Glühbirnen und zwischendrin Mischlicht in Ihrem späteren Bildausschnitt haben. Mit dementsprechend unterschiedlichem Weißabgleich werden die einzelnen Aufnahmen für das Panorama von der Kamera versehen.

JPG, RAW und der Bildschirm
Mit den oftmals vielen unterschiedlichen Lichtquellen vor Ort gerade bei der extrem-weitwinkligen Panoramafotografie ist die richtige Farbtemperatur häufig nur schwer vor Ort zu bestimmen und gerät zu einem Glücksspiel. Um die Farbtemperatur später noch beeinflussen zu können, empfiehlt es sich, das RAW-Format zur Aufnahme der Quellbilder zu wählen.Neben vielen weiteren Vorteilen kann hier nachträglich in Ruhe der Weißabgleich im RAW-Konvertierungsprogramm am PC erledigt werden. Selbstredend ist hierfür die Verwendung eines qualitativ hochwertigen Bildschirmes angeraten, damit Sie Farbstiche überhaupt beurteilen können.
Checkliste gefällig?
Vielleicht machen Sie sich einfach eine kleine individuelle Checkliste für Ihre Arbeit draußen, damit Sie nichts vergessen so wie ich – daher habe ich mir auch schon mal einen dieser wunderbaren postit-Zettel auf die Kamera geklebt. ;-)
Objektiv betrachtet: Fisheye, Weitwinkel oder wie viele Aufnahmen sind notwendig?
Grundsätzlich können mit jeder üblichen Kamera und jedem Objektiv Bildserien zum Stitchen von Panoramen fotografiert werden. Die praktische Arbeit hat gezeigt, dass hierbei eine Überlappung von ca. 30 % zwischen den Einzelbildern zu guten Ergebnissen beim Stitchen führt. Die dabei notwendige Zahl der Aufnahmen für ein 360-Grad-Panorama lässt sich mit mathematischen Formeln bestimmen ... man kann aber auch einfach durch den Sucher der Kamera schauen und die Überlappung mit den Click-Stopps der Panoramadrehplatte ausprobieren; meist gibt es zu jeder Brennweite nur eine passende Schrittzahl am Drehteller. Grundsätzlich gilt: Je weitwinkliger das Objektiv, desto weniger Aufnahmen sind reihum notwendig, um das Panorama zu schließen. War das Standardnegativformat bis vor Kurzem noch 24x36mm und damit die Welt recht einfach, so muss seit dem Siegeszug der digitalen Fotografie zusätzlich die Veränderung des Bildwinkels durch das jeweilige Sensorformat berücksichtigt werden. Hier gilt: je größer der Sensor, desto weniger Aufnahmen – und umgekehrt.Nehmen wir beispielsweise das sehr gerne verwendete 10.5-mm-Nikkor-Fischauge als Ausgangspunkt für folgendes Beispiel: An einer digitalen Spiegelreflexkamera mit einem Bildsensor in APS-C/DX-Größe und einer scheinbaren "Brennweitenverlängerung" von 1.5 (bzw. genauer gesagt mit einer Blickwinkelreduktion von 1.5 im Vergleich zum Vollformat) deckt man mit einer Bildreihe von 6 Aufnahmen einen Bildwinkel von 360 x 130 Grad ab. Um mit einem rektilinear zeichnenden 12-mm-Objektiv (Sie erinnern sich: rektilinear = geradlinig) denselben Blickwinkel abzubilden, sind bereits 2 Reihen zu je 8 Aufnahmen in der Multi-Row-Aufnahmetechnik erforderlich. Mit einem Standardzoom in der 18mm-Stellung sind schon 3 Reihen zu je 12 Aufnahmen zu belichten ... Eine Menge Arbeit für ein Rundumbild.
Vorschau
Wir nähern uns dem Panorama: Nachdem wir jetzt die grundsätzlichen Kameraeinstellungen gewählt und auch schon einmal kurz durch das Objektiv geschaut haben, wenden wir uns im folgenden Tutorial dem bösen Geist der Parallaxe und dem Vermeiden von Geisterbildern zu.-
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sTobl
06.05.2012 - 02:55
Find ich wunderbar, dass man hier schnell und einfach die Antworten auf die Fragen findet die sich rein durchs Ausprobieren dann doch mal schnell stellen. Hab hier meine Antwort, ob gleichbleibender Fokus, Hyperfokale oder angepasster Fokus ziemlch schnell und gut Erklärt gefunden. Alles Top =) hat sich das Anmelden schonmal gelohnt
m_meis
04.01.2012 - 06:29
Vielen Dank für diese Hilfe!!!
realsimi
07.03.2011 - 12:48
Guter Beitrag, dass mit dem Autofokus habe ich bis heute nicht beachtet!
Krischan1956
19.11.2010 - 14:50
Super beschrieben genau so was habe ich gebraucht Danke dafür
willi_box
11.11.2010 - 17:33
Toller Beitag - gut beschrieben
mm88
10.09.2010 - 12:04
Sehr gut beschrieben und interessant, danke :-)
padischmid
30.07.2010 - 13:31
Super Beitrag. Besten Dank
jwshot
14.05.2010 - 22:59
Wirklich Klasse! So wie die anderen in dieser Serie.
magicg
23.02.2010 - 09:08
Danke für die gute Erklärung der manuellen Einstellungen!
Sebphoto
19.01.2010 - 18:43
sehr schön. Alles auf einmal und umfassend dokumentiert.
Anduz
02.10.2009 - 17:31
schön erklärt, da hast Du Dir wirklich mühe gegeben. Danke!
HorstMueller
01.10.2009 - 21:52
Gut erklärt. Schön geschrieben. Sehr verständlich. Warum habe ich das nicht schon früher gelesen?
myeye
22.08.2009 - 15:26
...sehr gute tipps und top erklärt! Danke und weiter so
asupp
30.07.2009 - 08:48
Danke für die weiteren Details..!
trolli4
03.07.2009 - 09:37
Sehr gutes Tutorial. Was soll man da noch schreiben. Einfach klasse!
jbpsd
10.06.2009 - 14:32
Sehr gutes Tutorial!!!!!!!!!!!!
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
09.06.2009 - 21:28
Danke für das gute Tutorial
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
09.06.2009 - 21:27
Danke für das gute Tutorial
altok
07.06.2009 - 21:13
danke für diese Fortsetzung!
moika111
01.06.2009 - 17:56
Wie schon die vorhergehenden Teile Toll und hilfreich