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Kinderfotografie - Teil 08: Tipps und Tricks - 01
18.04.2010 in People- und Porträtfotografie von Jens_Brueggemann
- Kategorie: People- und Porträtfotografie
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Kinderfotografie
Teil 1: EinleitungTeil 2: Die geeignete Ausrüstung
Teil 3: Das fröhliche Fotoshooting
Teil 4: Vom Babybauch zum Teenager
Teil 5: Indoor fotografieren
Teil 6: Fotos im Freien
Teil 7: Familienleben
Teil 8: Tipps und Tricks (I)
Technik beherrschen
Flexibel sein
Schnappschüsse
Bitte nicht stören
Serien
Farbharmonien
„Set-Design“
Teil 9: Tipps und Tricks (II)
Teil 10: Kinderfotos archivieren, bearbeiten und präsentieren
Text: Jens Brüggemann
Fotos: Jens Brüggemann (147), Leonie Ebbert (44), Elli Bezensek (61), Radmila Kerl (26), Ramona Prosch (5), Kay Johannsen (4)
Skizzen: Jens Brüggemann (27)
Teil 8: Tipps und Tricks (I)
Im Folgenden habe ich eine Sammlung wichtiger Tipps zusammengestellt, deren Befolgung vielleicht nicht automatisch gute Fotos garantiert - deren Nicht-Befolgung aber garantiert zu weniger guten Fotos führt!Es sind alles Tipps und Tricks aus der Fotopraxis, die ich mir im Laufe der 12-jährigen Selbstständigkeit als Werbefotograf angeeignet habe.
Sicher werden Sie beim Lesen auch feststellen, dass der eine oder andere Punkt Ihnen auch schon bei dem einen oder anderen Fotoshooting aufgefallen ist; machen Sie sich auch dann noch einmal bewusst, dass es mehr braucht als eine tolle Kamera, um herausragende Fotos von Kindern zu machen. Wichtiger als die Technik ist der Mensch, der sie einsetzt.

(Foto: Leonie Ebbert)
Technik beherrschen
Trotzdem sollten Sie selbstverständlich auch Ihre gerade erst neu gekaufte Kamera sozusagen „blind“ aus dem „ff“ beherrschen, bevor Sie sich an die ersten Kinderfotos wagen! Kinder sind nicht sehr geduldig, und wenn Sie sich erst einmal lange durchs Kamera-Menü hangeln müssen, um eine bestimmte Kameraeinstellung entweder zu finden oder, noch schlimmer, sie wieder rückgängig zu machen, während Ihr junges Modell wartet, wird es schnell die Lust verlieren. Und sich gegebenenfalls auch zukünftig sträuben, Ihnen Modell zu stehen. (Foto: Jens Brüggemann)

(Foto: Ramona Prosch)

(Foto: Leonie Ebbert)
Flexibel sein
Seien Sie flexibel! Nicht immer sind die Rahmenbedingungen ideal - aber schmeißen Sie nicht gleich die Flinte (Ihre Kamera) ins Korn! Auch unter „schlechten“ Bedingungen kann man gute Kinderfotos machen!
(Foto: Ramona Prosch)
Oder der Platz, der für die Aufnahmen zur Verfügung steht, ist kleiner als gedacht, sodass Sie Ihren Bildaufbau gar nicht realisieren können und einen engen Bildausschnitt wählen müssen. Oder das Kindermodell bleibt nicht still am vorgesehenen Ort stehen, sondern spielt lieber mit einem Flipper-Automaten...

(Foto: Jens Brüggemann)
Oder oder, oder. Es gibt tausend Gründe, warum man enttäuscht sein kann, wenn die Rahmenbedingungen anders sind als erwartet. Machen Sie doch einfach das Beste daraus! Versuchen Sie, den angeblichen Nachteil in einen Vorteil zu verwandeln! Als Werbefotograf muss man ständig mit geänderten Rahmenbedingungen leben, und daher ist das Erste, was man als selbstständiger Fotograf lernt, flexibel zu sein. Und nicht selten war es gerade die Einschränkung, die mich zu einer Neu-Konzeption der Bildidee gezwungen hat, die sich im Nachhinein als viel besser erwiesen hat als meine ursprüngliche Idee ...
Schnappschüsse
Der richtige AugenblickDen „richtigen“, oder besser: entscheidenden Augenblick zu treffen, ist die hohe Kunst der Kinderfotografie. Ein Bild kann mehr sagen als tausend Worte, aber das Problem ist, diesen Moment zu erwischen, also ihn zu sehen, dann fast gleichzeitig die Kamera schussbereit zu haben, und letztendlich auch noch schnellstmöglich abzudrücken!

(Foto: Radmila Kerl)
Hierbei wird schon deutlich, dass bei Schnappschüssen höchste Anforderungen an Mensch und Technik gestellt werden: Nur wer schnell reagiert und in kürzester Zeit Ausschnitt und Belichtung richtig wählt, verpasst den entscheidenden Moment nicht. Und nur eine Kamera, die schnell schussbereit ist, hilft, diesen Moment zu erwischen. Dazu gehören eine möglichst kurze Auslöseverzögerung (wie beispielsweise bei der Nikon D3: 0,037 Sekunden) und eine schnelle Einschaltzeit (Aufnahmebereitschaft; Nikon D3: 0,12 Sekunden).
Natürlich ist es vorteilhaft, wenn man die Kamera bereits eingeschaltet hat, weil man vielleicht sowieso ein Foto seines Sprösslings schießen wollte. Bei dem folgenden Foto war ich gerade dabei, meinen Sohn zu porträtieren, als er das Telefon umstieß und ich nur noch schnell abzudrücken brauchte. Ausreichend Zeit, um den Bildausschnitt zu korrigieren, hatte ich dabei nicht mehr. Und hinterher wollte ich den Schnappschuss-Charakter des Fotos nicht dadurch zerstören, dass ich den Ausschnitt in Photoshop korrigiere (oben im Bild habe ich bei der Aufnahme zu viel „Luft“ gelassen, ich könnte also knapp ein Drittel des Fotos oben abschneiden).

(Foto: Jens Brüggemann)
Welche Kameraeinstellung dabei gewählt wird, ist von den Aufnahmebedingungen vor Ort und vom persönlichen Geschmack beziehungsweise von der bevorzugten Arbeitsweise des Fotografen abhängig. Sinnvoll ist die Verwendung einer Belichtungsautomatik. Bei sich schnell ändernden Bedingungen ist dabei die Programmautomatik sicherlich eine gute Wahl.
Ändern sich die Aufnahmebedingungen nicht oder nur langsam, arbeite ich am liebsten mit der Zeitautomatik, wo die Blende (als kreatives Mittel für die Schärfe-Unschärfe-Verteilung des Fotos) vom Fotografen voreingestellt und die Verschlusszeit automatisch in Abhängigkeit zur gewählten Blende und der vorherrschenden Umgebungshelligkeit von der Kamera gewählt wird.
Bei sich schnell bewegenden Objekten (und Kinder, wenn sie wild toben, gehören dazu!) bietet sich noch die Blendenautomatik an: Fotografin oder Fotograf wählt eine möglichst kurze Verschlusszeit, während die Kamera die dazu passende Blende ermittelt, um eine korrekte Belichtung des Fotos zu erreichen.
Generell ist ein höherer ISO-Wert als der Standardwert zu empfehlen, außer man fotografiert Outdoor bei ausreichender Helligkeit, wie beispielsweise im Urlaub an der See.
Mein Sohn war 2008 erst viereinhalb Jahre alt, als er sich am Strand von Cabo Verde mutig den gewaltigen Wellen entgegenstellte. Er konnte damals noch nicht schwimmen, schien aber unerschrockener zu sein als die meisten Erwachsenen.
Selbstverständlich war meine Frau die ganze Zeit über in nächster Nähe bei meinem Sohn, um ihn im Ernstfall schnell retten zu können. Dies war auch der Grund, weshalb ich das Foto in Photoshop beschneiden musste, da meine Frau sonst am Bildrand zu sehen gewesen wäre.

(Foto: Jens Brüggemann)
Bitte nicht stören
Schlafende Kinder sollte man nicht wecken! Niemals! Denn dann sind sie unzufrieden und quengelig oder fangen gar an zu weinen.
(Foto: Leonie Ebbert)

(Foto: Leonie Ebbert)

(Foto: Leonie Ebbert)

(Foto: Leonie Ebbert)
Serien
Wer die Wahl hat, hat die QualNicht immer schaffe ich es bei der Bildauswahl, „das beste“ Foto auszuwählen. Ich bin unschlüssig, habe mehrere Favoriten und bringe es absolut nicht übers Herz, eines der übrig gebliebenen Fotos aus der Vorauswahl rauszuschmeißen, um durchs Ausschlussverfahren zum Ziel zu kommen. Gerade wenn es sich um Fotos meines Sohnes handelt, kommt mir jedes einzelne Foto zu wertvoll vor, um es in der Masse der archivierten Bilder für immer untergehen zu lassen.

(Foto: Jens Brüggemann)

(Foto: Jens Brüggemann)
Serien sind wie Kurzgeschichten aus dem Leben unserer Liebsten.

(Foto: Leonie Ebbert)
Farbharmonien
Viele Fotos wirken auf den Bildbetrachter - und der weiß gar nicht so genau, warum. Ist es die Perspektive? Der fesselnde Blick des Modells? Die ausdrucksstarke Pose? Die Beleuchtung? Die Bildkomposition? Der Ausschnitt? Oder alles zusammen?
(Foto: Jens Brüggemann)

(Foto: Jens Brüggemann)

(Foto: Elli Bezensek)

(Foto: Elli Bezensek)


(Foto: Jens Brüggemann)

(Foto: Radmila Kerl)

(Foto: Radmila Kerl)

(Foto: Kay Johannsen)
Man stelle sich an dieser Stelle zur Verdeutlichung das obige fröhliche Foto mal mit ausschließlich grau-schwarzen oder uniform-blauen Klamotten vor...
Diese lenken auf dem späteren Foto ab vom Kind, gerade wenn es sich um bunte Gesichter oder Logos zum Beispiel von „Bob der Baumeister“, „Winnie Pooh“, „Superman“, „Stephanie“ oder „Sportacus“ von Lazy Town, „Die wilden Kerle“, etc. handelt.
Besser (fotogener) sind unifarbene oder mit kleinen Mustern versehene Designs.
Achten Sie also in Zukunft mehr auf die auf dem späteren Foto erscheinenden Farben, sowohl von der Bekleidung der jungen Modelle her als auch von den verwendeten Requisiten und Hintergründen! So können Sie viel zum guten Gelingen Ihres Fotos beitragen.
„Set-Design“
In eine ähnliche Richtung geht das „Set-Design“. Gemeint ist die bewusste Zusammenstellung noch vor der Aufnahme aller auf dem Foto erscheinenden Objekte, Modell (in unserem Fall also das zu fotografierende Kind) und die Kleidung eingeschlossen. Das schließt die Farben der ausgewählten Kleidungsstücke und Requisiten mit ein, hört aber hier nicht auf.
(Foto: Jens Brüggemann)
Gemeint ist auch, dass bei gestellten Fotos ganz bewusst alles ausgewählt wird (im Regelfall zueinander passend), was auf dem Foto erscheint. Farbliche Gesichtspunkte spielen dabei genauso eine Rolle wie Fragen nach dem Sinn und Zweck der Gegenstände sowohl im Vorder- als auch Hintergrund. Fragen wie „Unterstützt der Gegenstand XY im Hintergrund die Bildaussage, oder steht das, was der Gegenstand verkörpert, im Widerspruch zur Bildidee?“ spielen hierbei eine Rolle. Das ist Werbefotografie as its best!

(Foto: Leonie Ebbert)
Die Einsamkeit des Torwarts beim Fußballspiel verdeutlicht dieses Foto. Geradezu verloren steht der kleine Mann da in seinem großen „Kasten“. Das Geschehen drumherum mit zu fotografieren, also die Bedrohung durch einen gegnerischen Sturmangriff oder die anfeuernden Zuschauer, hätte kein Mehr an Information gebracht, was so nicht auch schon verdeutlicht wurde; es hätte im Gegenteil eher abgelenkt von der Bildaussage.

(Foto: Jens Brüggemann)
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arlac
10.03.2013 - 10:36
Tolle Anregungen durch die Beispielbilder.
Elevenfourteen
18.01.2013 - 01:48
Recht Herzlichen Dank.
Uba
31.12.2012 - 23:16
Schöne Bilder, und dann noch erklärt warum sie schön geworden sind. Eben nicht Zufall sondern Wissen und Können.
Uba
31.12.2012 - 23:16
Schöne Bilder, und dann noch erklärt warum sie schön geworden sind. Eben nicht Zufall sondern Wissen und Können.
Uba
31.12.2012 - 23:16
Schöne Bilder, und dann noch erklärt warum sie schön geworden sind. Eben nicht Zufall sondern Wissen und Können.
Uba
31.12.2012 - 23:15
Schöne Bilder, und dann noch erklärt warum sie schön geworden sind. Eben nicht Zufall sondern Wissen und Können.
Uba
31.12.2012 - 23:15
Schöne Bilder, und dann noch erklärt warum sie schön geworden sind. Eben nicht Zufall sondern Wissen und Können.
orca26789
24.10.2012 - 22:47
ich staune bei jedem kapitel was es noch an neuen infos gibt :)
andrea83
10.09.2012 - 19:16
Super Tutorial. Hier sind klasse Ideen dabei, die ich auf jeden Fall beim nächsten Shooting umsetzten werde.
DANKE!
lassel
18.08.2012 - 21:14
Danke für die guten Tips
Bondani
17.08.2012 - 09:17
Schöne Fotos. In Zukunft muss ich mehr Augenmerk auf deine Tips legen und hoffen das meine Fotos jetzt besser werden. Hoffnung kommt auf. Danke
Gismo77
12.06.2012 - 23:53
Super Tutorials, weiter so
wachenheim
07.05.2012 - 17:24
Viele Allgemeinheiten aber die schönen Fotos alleine als Inspriation lonen den download des Tutorials :)
binifada
05.05.2012 - 17:14
Die Punkte haben sich gelohnt - Danke
Fotolaborantin
18.04.2012 - 13:43
Super schöner Beitrag! Ich werde das ganze nochmal richtig in Ruhe studieren
dermik
07.04.2012 - 19:46
Tolles Tutorial mit schönen Bildern
Berthi
16.11.2011 - 11:21
Hallo, habe gerade alle Tutorials zur Kinderfotografie runtergeladen und freue mich schon sehr, dieses erlernte in die Tat umzusetzen.
Vielen Dank
sandbar
01.11.2011 - 09:56
Gute Tipps. Besten Dank!!
pentesilea1207
03.10.2011 - 11:57
gute Tipps. mein erstes Foto hab ich schon hinbekommen. Danke
schnuffy1de
30.09.2011 - 09:53
hi
schönen dank für diese tut. es hat mir schon sehr geholfen :)