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Faszination Indien - Teil 06: Der Süden
27.09.2010 in Reisefotografie von Juergen_Held
- Kategorie: Reisefotografie
- Erstellt mit Programmversion: V_01
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Ende März bin ich von meiner letzten Indienreise zurückgekehrt. Dabei reiste ich von Delhi aus über Ajmer, Amritsar und Chandighar zu meinem eigentlichen Ziel, der Kumbh Mela in Haridwar. Den aufgezeichneten Blog dazu stelle ich gerade stückchenweise auf meiner Website ein. Wer möchte, kann dort noch mehr über Indien lesen und sehen.
Aktuelle inhaltliche Übersicht der geplanten Tutorials:
Teil 1: Vor der Reise (Planung, Ausrüstung und Gesundheit)
Teil 2: Der Norden I (Himalaya und die Grenzgebiete)
Teil 3: Der Norden II (Himalaya und die Grenzgebiete)
Teil 4: Rajasthan (Farbenfroher Wüstenstaat)
Teil 5: Das Hindu-Kernland (Heilige Stätten und religiöse Feste)
Teil 6: Der Süden (Tempelanlagen und Strände)
Teil 7: Kumbh Mela (Das größte Fest auf Erden)
Teil 8: Mega-Citys (Kolkata, Delhi, Mumbai und Chennai)
Teil 9: Nach der Reise (Auswertung und Weiterverarbeitung)

Teil 6: Tempelanlagen und Strände
Wer Kultur mit Strandleben verbinden will und dabei eine preiswerte Region zum Überwintern sucht, sollte sich einmal mit Südindien auseinandersetzen. Ob spektakuläre Tempel und Tempelfeste oder spannende Naturerlebnisse - Südindien ist ein Paradies für Fotografen. Die beste Reisezeit für Südindien ist zwischen Oktober und Februar. Das Wetter ist gut und die Sonne noch erträglich. In vielen Orten werden Tempelfeste gefeiert und in Goa, dem Strandparadies Indiens, lassen sich leckere Fischgerichte direkt im Strandlokal genießen. Wer dem Weihnachtstrubel und der Kälte in unseren Gefilden entfliehen will, kann von Deutschland aus sogar direkt nach Goa fliegen und hat dann noch eine halbe Stunde Fahrtzeit direkt zum Strand. Noch weiter südlich, in Kerala, gibt es auch wunderschöne Strände, die das Überwintern versüßen.
Ständige Partys und dazu der billige Alkohol (in Goa) lassen ziemlich bald die ruhige Atmosphäre verfliegen. Ab dem 02. Januar wird es dann schlagartig ruhiger. Die ersten Besucher ziehen ab, und bis Mitte Januar hat sich alles wieder beruhigt. Die Städte und Orte außerhalb der Strandregionen zeigen ein anderes Bild. Es erinnert kaum etwas an Weihnachten und Reisende sind auch nur wenige zu sehen.
Exkurs Monsun-Traveling
Ab März wird es so langsam unerträglich heiß, bevor dann der Monsun einsetzt. Was bedeutet: überflutete Straßen und Orte und eine Infrastruktur, die zeitweise komplett zusammenbricht. Wer das einmal erlebt hat, hat eine neue Definition für Dampfbad kennengelernt. Temperaturen über 45 Grad und eine Luftfeuchtigkeit, die nichts trocknen lässt, machen das Reisen zu einer echten Belastungsprobe.Nun ist das fotografisch natürlich hochinteressant und spannend. Wer hat nicht schon die tollen Bilder bekannter Fotografen gesehen, die das Leben während des Monsuns dokumentiert haben? Dabei ist der Aufwand jedoch nicht zu unterschätzen. Die Kameraausstattung wird extrem beansprucht. Feuchtigkeit und Hitze machen den elektronischen Bauteilen zu schaffen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit sind Unterkünfte mit Klimaanlage zu buchen, um die Ausrüstung und das Gepäck trocken zu bekommen. Was die Reisekasse natürlich zusätzlich belastet. Schutzhüllen für Kamera und Zubehör sind zwingend notwendig. Wer von einem klimatisiertem Raum nach draußen kommt, kann sich erst mal eine halbe Stunde gedulden, bis der Beschlag von den Objektiven verschwunden ist.
Ich empfehle jedem, eine Ersatzkamera dabeizuhaben. Mir ist in diesem Jahr die Kamera kaputtgegangen, und wer Canon benutzt, weiß auch, dass die Fehlermeldung Err99 nichts Gutes bedeutet.
Mumbai, chaotischer Schmelztiegel
Die meisten Reisenden kommen über Mumbai, früher Bombay, in den Süden. Mumbai liegt an der Westküste, dem arabischen Meer. Alternativ bietet sich Chennai, früher Madras, an. Das liegt an der Oststküste, dem Golf von Bengalen, und eignet sich ideal als Ausgangspunkt zur Erkundung der größten Tempelorte Indiens. Mumbai ist die wichtigste Hafenstadt und das industrielle Zentrum Indiens. Neben moderner Infrastruktur, Fortschritt und Wohlstand lebt jedoch mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter ärmlichsten Verhältnissen und bekommt vom Aufstieg der Megametropole nichts ab. Fotografisch ist Mumbai nahezu unerschöpflich. Historische Bauwerke aus der Zeit der Kolonialzeit und Tempelanlagen gehören selbstverständlich zu den Standardmotiven. Mumbai eignet sich aber auch vorzüglich, um besondere Bildreportagen zu erstellen. Beispielsweise ist der Fischerei-Hafen Sasson Dock ein lohnendes Ziel. Vor allem dann, wenn die Fischer am frühen Morgen vom Meer kommen und ihre Fracht verladen und verkaufen. Wichtig: Vorher eine Fotografier-Genehmigung beim Mumbai Port Trust einholen.


Tempel, Strände und Ruinen
Südindien hat so viel Kultur zu bieten, dass es unmöglich ist, alles aufzuzählen. Ich habe einige Highlights ausgewählt, die vor allem für Fotografen sehr interessant und auch verhältnismäßig gut mit Zug und Bus zu erreichen sind.
Vijayanagar ist eine faszinierende Ruinenstadt aus dem 15. Jahrhundert, nahe dem Dorf Hampi, im Bundesstaat Karnataka. Vijayanagar war einst hinduistisches Zentrum, und auf den riesigen Basaren boten Händler aus aller Welt ihre Waren an.
Die Stadt ist seit 1986 Weltkulturerbe. Fotografisch interessant ist dabei nicht nur die Ruinenstadt und deren Tempel, sondern auch die außergewöhnliche Landschaft. Riesige Granitfelsen, interessante Felsformationen, üppige Reisfelder und Bananenplantagen geben zusammen mit den Ruinen eine perfekte Stimmung ab. Praktisch für Aufnahmen bei Sonnenauf- und Untergang ist die Möglichkeit, direkt in Hampi-Bazaar, bei den Ruinen, zu übernachten.
Die relativ einfachen Unterkünfte haben sich längst auf die Bedürfnisse der Reisenden eingestellt. Mittlerweile gibt es auch schon einige Mittelklasse-Hotels. Als Fortbewegungsmittel können Fahrräder ausgeliehen werden. Ein Tipp noch zur Sicherheit: Leider hat es in den letzten Jahren einige gewaltsame Überfälle in den Ruinen gegeben. Deshalb ist es ratsam, keine Nachtausflüge in die Ruinen zu unternehmen.


Und für die Fotografen, die das pulsierende Leben einfangen wollen, empfiehlt sich der Dvaraja Market. Einer der farbenfrohsten Märkte in ganz Indien. Der große Basar bietet Bereiche für Gemüse, Früchte, Blumen, lebende Tiere, Fleisch und Fisch. Hier werden sämtliche Sinne auf eine exotische Reise geschickt. Die Stimmung einzufangen, ist fotografisch natürlich eine spannende Herausforderung.


Was für uns Fotografen jedoch am wichtigsten ist: Es darf, gegen eine kleine Gebühr, auch im Tempelinnersten fotografiert werden. Mein Tipp: Mehrere Tage einplanen und den Tempel zu unterschiedlichen Zeiten besuchen. Oftmals gibt es irgendwo in dem kaum zu überschaubaren Komplex klassische Tanzaufführungen oder besondere Pujas (religiöse Ehrerweisungen).
Alleine schon der Pilgerort Madurai ist ein lohnendes Ziel für Fotografen. Ein unaufhörlicher Strom von Menschen, Ochsenkarren und Fahrradrikschas bewegt sich auf der Hauptstraße zum und vom Tempel. Der Tempel verzeichnet am Tag bis zu 10.000 Besucher.


Zu sehen und fotografieren gibt es dicht bewachsene Kanäle, wo Kokosprodukte und Nüsse verladen werden sowie palmengesäumte Seen, an deren Ufern chinesische Fischernetze aufgehängt sind. Man kommt an Dörfern und Siedlungen mit kleinen Tempeln, Moscheen und Kirchen vorbei. Sieht den Menschen bei Arbeit zu und kann Kinder in die Kanäle springen sehen.
Nicht spektakulär genug? Nach einer Reise durch das sonst hektische Indien eine wahre Abwechslung. Vor allem gewinnt man einen Einblick in das einfache Leben fernab der touristischen Metropolen. Wer das noch fotografisch umsetzen kann, wird bleibende Eindrücke und Erinnerungen mit nach Hause nehmen.

Auch die Prozedur des Schminkens und Ankleidens unterliegt festen Regeln. Eine Veranstaltung geht normalerweise von 20 Uhr bis in die Morgendämmerung. Es gibt jedoch auch kürzere Versionen der Dramen.






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Chrischan22
06.11.2011 - 01:10
impulsante Eindrücke. Immer wieder aufs Neue ein Erlebnis deine Bilder anzuschauen.
opika
16.10.2010 - 13:25
Nach der lange Pause wieder sehr schöne Bilder und Kommentare. Danke
juppwedeh
05.10.2010 - 02:03
traumhafte bilder, komme mir vor, als hörte ich sitarklänge, tamburas und tablas, wenn ich deine bilder betrachte - wundervoll eingefangen, mein kompliment!!
sitaara
04.10.2010 - 13:45
wow tolle Bilder, ich war auch schon mehrfach in Indien und ich finde es immer wieder faszinierend mir Fotos davon anzuschauen
centipete
03.10.2010 - 16:33
klasse fotos! die 3 punkte waren gut investiert :)
moika111
03.10.2010 - 08:09
Unbekanntes Indien danke für den Einblick un die Wunderschönene Bilder
erijak
02.10.2010 - 08:04
Fantastische Bilder... Freue mich schon auf meinen Indientrip im November... Und auf die nächsten Folgen.
derdeppausmweb
29.09.2010 - 12:55
sehr spannende eindrücke, machen wirklich lust auf eine reise dorthin
nobody32
29.09.2010 - 09:24
Super schön, ich will auch unbedingt nach Indien :(
JerryRTB
28.09.2010 - 17:12
....uhi, du hast mir ein Stück Erinnerung an meinen Urlaub in Indien Anfang des Jahres wiedergegeben. Gerade das erste Foto ist mir gleich ins Auge gestochen, weil ich auch Ballons dabei hatte und die Kinder haben sich um mich gescharrt während ich Ihnen Pudel, Blumen etc aus Lufballons gemacht habe ;-).
Danke dir , bin auf den nächsten teil gespannt :-)
selinaperu
28.09.2010 - 11:23
wunderbare Bilder, die die Reiselust wecken
werNER560615
27.09.2010 - 23:19
Da kommen Erinnerungen auf. Schöne Fotos.
Lakshmi
27.09.2010 - 18:54
Ich warte schon die ganze Zeit auf Teil 6:die Bilder sind toll, ich freue mich
echt wenn ich es anschaue,ist Dir wieder super gelungen.
HochseeMichel
27.09.2010 - 11:21
Tolle Tips, toller Bericht. Wollte schon immer Mal nach Indien. Dieser Bericht macht es mir immer schmackhafter. Vielen Dank
Taya
27.09.2010 - 09:31
Ohne Worte - die Bilder sprechen für sich.
fotohexe69
27.09.2010 - 08:49
Super!!! Schöne wie immer!!! Da bekommt man fernweh!!!