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Studiofotografie im Heimstudio Teil 07: Metall und Glas fotografieren
23.03.2009 in Studiofotografie im Heimstudio von helma_spona
- Kategorie: Studiofotografie im Heimstudio
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Grundlegende Probleme bei Metall und Glas
Problematisch bei Metallen und Glas ist generell, dass sich auf der Oberfläche Spiegelungen bilden, die deutlich zu sehen sind und in der Regel sehr unschön wirken. Was sich in der Oberfläche spiegelt, ist abhängig von der Form der Objekte und dem vorhandenen Licht.
Bild 1: Hier spiegelt sich links der Durchlichtschirm des linken Blitzes und durchgängig im ganzen Glas die Umgebung. Das sieht sehr unschön aus.
Ein zweites Problem sind extrem helle und ungewollte Lichtreflexe, vor allem auf polierten hochglänzenden Metalloberflächen.

Bild 2: Hier stören nicht nur die extremen Spiegelungen, sondern auch die überstrahlten Bereiche durch den Einsatz des Blitzes von rechts.
Ungewollte Lichtreflexe kriegen Sie nur weg, indem Sie für weiches Licht sorgen oder aber hartes Licht wie bei Lowkey-Aufnahmen explizit auf die gewünschten Stellen verteilen.
Speziell bei Glas gibt es noch ein drittes Problemfeld, vor allem, wenn es sich um transparentes Glas handelt. Dieses Glas ist nun mal durchsichtig. Möchten Sie aber dessen Konturen hervorheben, ist das ein kleines Problem. Dazu müssen Sie das Glas so beleuchten, dass die Konturen dunkel rüberkommen, ohne dass das Bild im Ganzen unterbelichtet wirkt.

Bild 3: Hier wurde der Hintergrund mit recht hartem Licht von seitlich rechts beleuchtet, von vorne links wurde das Motiv mit einer Softbox mit weichem Licht beleuchtet.

Spiegelungen auf Glas vermeiden und reduzieren
Spiegelungen entstehen durch Licht, das die umliegenden Gegenstände reflektieren. Ohne Licht gibt es also auch keine Spiegelungen. Die erste und einfachste Maßnahme, um Spiegelungen der Umgebung zu eliminieren, ist also, den Raum abzudunkeln. Je weniger Licht vorhanden ist, desto besser.
Bild 5: Diese Aufnahme entstand vor schwarzem Hintergrund in einem abgedunkelten Raum. Hier sind zwar Lichtreflexe und Spiegelungen zu sehen, diese sind allerdings eher großflächig und weich.

Was sich allerdings kaum vermeiden lässt, ist die Spiegelung der Lampen im Glas, denn Sie müssen das Motiv ja beleuchten. Leider zeichnen sich dabei die verwendeten Vorsätze sehr häufig sehr deutlich in den Spiegelungen ab, wie bspw. die gut erkennbaren Durchlichtschirme. Das wirkt in aller Regel wenig schön.
Vermeiden können Sie das nur, indem Sie Lichtformer verwenden, die weiches Licht mit undeutlichen Konturen erzeugen, wie bspw. Softboxen. Diese gibt es in verschiedenen Formen und Größen und sie bewirken einen gleichmäßig hellen Lichtreflex.


Hinweis: Besser, aber deutlich teurer als ein Polfilter an der Kamera ist die Verwendung von polarisiertem Licht für die Beleuchtung. Dazu können Sie Polfilterfolie vor Ihren Studiolampen befestigen und damit Ihr Objekt gleich mit polarisiertem Licht beleuchten. Allerdings setzt das voraus, dass Ihre Studiolampen oder Studioblitze Folienfilterhalter haben und auch die Polfilterfolie ist nicht sonderlich preiswert.
Lichtreflexe steuern
Glas und auch metallische Gegenstände sehen in der Regel nur wirklich gut auf einem Bild aus, wenn es Licht und Schatten gibt, denn Licht bringt Leben in das Bild und bringt Farben zum Leuchten. Das Wechselspiel von Licht und Schatten, eventuell kombiniert mit erwünschten Spiegelungen, macht aus einem einfachen Bild von einem Wasserglas schnell ein kleines Kunstwerk.Dazu ist es aber wichtig, die erwünschten Lichtreflexe in einer Form auf das Motiv zu lenken, die Ihre Bildaussage unterstützt und nicht irgendwie das Bild beleuchtet.
Zunächst sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie eher hart abgegrenzte Lichtreflexe möchten oder sehr weiches Licht, denn davon ist Ihre Art der Beleuchtung abhängig. Mit einer Softbox erreichen Sie scharf abgegrenzte Spiegelungen.
Sie sehen sie in Bild 9 auf der linken Seite der Flaschen. Weiche Lichtreflexe erreichen Sie, indem sie zwischen Licht und Motiv einen Diffusor platzieren. In diesem Fall habe ich einen weißen Falthintergrund seitlich rechts vom Motiv platziert und diesen von hinten beleuchtet. Die entsprechenden weichen Reflexe finden Sie rechts an den Flaschen.


Sie brauchen aber nicht zwingend Licht von zwei Seiten; auch seitlich beleuchtet können Sie gerade transparentes Glas sehr gut ausleuchten und so auch die Lichtreflexe kontrollieren. Von der gegenüberliegenden Seite können Sie dann mit einem Reflektor etwas aufhellen, wenn Sie möchten.

Bild 11: Hier wird das Motiv links von der Seite beleuchtet und von rechts mit einem Reflektor aufgehellt. Dies ist hier ein einfaches weißes Stück Styropor.

Konturen betonen
Konturen von transparenten Motiven können Sie am besten mit Gegenlicht betonen. Direktes Gegenlicht führt natürlich zu sehr flauen Farben und genau das soll das Gegenlicht bei durchleuchtetem Glas natürlich eben nicht bewirken. Vielmehr soll es die Farben zum Leuchten bringen. Wichtig ist dabei, dass das Licht von hinten nicht direkt in die Kamera leuchtet. Wie Sie dazu die Lampe ausrichten müssen, hängt natürlich davon ab, aus welcher Höhe und mit welcher Neigung der Kamera Sie das Bild machen.
Bild 13: Die Flaschen werden von links vorne mit einem Blitz auf niedrigster Stufe ausgeleuchtet. Der zweite Blitz leuchtet den weißen Hintergrund mit einem Hintergrundreflektor aus und ist etwas heller eingestellt. Die Spiegelung des Durchlichtschirms konnte bei dieser Konstellation mit einem Polfilter eliminiert werden.


Bild 15: Die linke Aufnahme wurde mit Blende 5, die rechte mit Blende 10 gemacht. Obwohl in beiden Bildern der vordere Glasrand scharf ist, hat die rechte Aufnahme deutlich mehr Brillanz.
Hinweis: Wie Sie solche Lowkey-Aufnahmen realisieren, ist Thema von Teil 10 der Tutorialserie.
Problemfall: metallische Oberflächen
Metallische Oberflächen sind ein besonderer Problemfall, weil hier nicht mal ein Polfilter hilft. Unerwünschte Spiegelungen lassen sich daher kaum wegfiltern und sie zu vermeiden, ist abhängig von der Form des Motivs auch ein großes Problem.Infrage käme hier natürlich ein Lichtzelt, aber das hat den Nachteil, dass sich abhängig von der Form des Motivs auch das ganze Lichtzelt darin spiegeln wird.

Bild 16: Diese Aufnahme entstand im Lichtzelt, das leider als Spiegelung deutlich sichtbar ist. Durch die Öffnung des Lichtzeltes ist außerdem noch der halbe Raum zu sehen und der Fotograf dazu.

Bild 17: Bei dieser Aufnahme wurde das Motiv von links hinten mit einer Softbox beleuchtet und in einem komplett dunklen Raum fotografiert. Eine große Blendenöffnung von 4,5 sorgt für extrem geringe, kaum sichtbare und unscharfe Spiegelungen, die kaum stören.



Bild 20: Mit Mattspray haben Sie zwar auch keine Spiegelungen mehr, aber die Wirkung des glänzenden Silbers ist natürlich auch dahin.
Fazit
Im Ergebnis lässt sich zusammenfassen: Um Spiegelungen zu minimieren, sollten Sie in einem dunklen Raum fotografieren und das Motiv möglichst exakt beleuchten, ohne zu viel Streulicht in der Umgebung zu verursachen. Auf Glas lassen sich verbleibende Spiegelungen mit einem Polfilter abschwächen oder eliminieren. Für metallische Oberflächen hilft nur, mit wenig Schärfentiefe zu fotografieren, damit verbleibende Spiegelungen zumindest weich und unscharf sind. Reste können dann bei Bedarf mit einer Bildbearbeitung retuschiert werden.-
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francab
13.05.2012 - 17:04
Danke für das Tutorial!!!
iTopf
27.04.2012 - 12:08
Genau das was ich DRINGEND gebaucht habe ! Vielen Dank =)
bo_passi
13.04.2012 - 12:54
Sehr Hilfreich, Dankeschön
widder60
28.02.2012 - 13:07
Vielen Dank, sehr hilfreich!!!
Jake23
24.02.2012 - 17:55
jup super sache. hatte so meine probleme mit glas...
Platsch74
25.01.2012 - 19:52
Prima Workshop - vielen Dank!
RIC4003
09.11.2011 - 10:37
Super Tutorial. Mit einfachen Mitteln kann man doch so viel erreichen.
jjanny
14.09.2011 - 09:15
Hat suuuuuper geklappt, vielen Dank!!!
nathalee
11.08.2011 - 21:39
Vielen Dank, das ist sehr hilfreich! Die Fotos der Aufnahmesituation helfen sehr fürs Verständnis.
pusteblume86
28.07.2011 - 14:53
Wirklich gut erklärt. habe sie gut umsetzen können!
Keks2004
13.06.2011 - 09:37
Super hilfreich ! Danke schön !
Iyuko
27.05.2011 - 14:38
Sehr schönes Tutorial...Besten Dank
Momentkunst
25.04.2011 - 20:32
Klasse! Sehr schön erklärt!
ellsworthkelly
11.04.2011 - 11:56
sehr hilfreich. gut mit den Bildern (auch vom aufbau) illustriert.
Duffi
09.02.2011 - 20:43
Sehr gut erklärt! Mit einfachen Mitteln kann man schon wirklich tolle Aufnahmen erzielen, wenn man diese Tipps beherzigt.
Danke
termi_71
06.02.2011 - 15:44
Die Problematik wird hier gut durch das Bildmaterial veranschaulicht und die Tipps sind gut nachzuvollziehen.
rhopfensberger
15.01.2011 - 09:11
Ausführliche Beschreibungen in dem Tutorial. Super gemacht und vor allem die Aufnahme-Aufbauten sind sehr gut zu sehen. Sehr hilfreich. Vielen Dank
aquemomo
29.12.2010 - 22:08
Danke, sehr nützliches Tutorial!
B00mer
22.12.2010 - 23:05
Klasse erklärt. Danke!
Reedy987
06.12.2010 - 14:19
Super Tutorial, vielen Dank.