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Unterwasserfotografie - Teil 19 - Unbekannte Welt im Süßwasser
23.08.2009 in Unterwasserfotografie von herbert_frei
- Kategorie: Unterwasserfotografie
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Schleien sind zäh und anpassungsfähig. Sie überleben auch bei wenig Sauerstoff im Wasser. Wenn das Gewässer austrocknet, graben sie sich im Schlamm ein, verfallen in eine Art Wärmestarre und können auf diese Weise sogar eine begrenzte Trockenperiode überstehen.




Denn wer friert, ist unkonzentriert und macht deshalb Fehler beim Fotografieren. Auch kann eine erfolgreiche Süßwasserfotografie nur gedeihen, wenn man Übung im Tauchen hat und gut tarieren kann. Wer sich wie eine Schlammraupe über den Grund bewegt und mit den Flossen ganze Wolken von Dreck emporwirbelt, muss dann im eigens verursachten Schmutz seine Motive suchen.
Das ist auf Dauer wenig erheiternd, auch für die Mittauchenden, die auch noch was sehen und fotografieren wollen. Insofern stellt die Süßwasserfotografie besondere Anforderungen an gutes Gelingen.

Gründlinge leben, wie ihr Name besagt, am Grund von Flüssen, Bächen und Seen. Es sind wichtige Futterfische für Forellen, kleine Hechte und Babywaller. In früheren Zeiten wurden Gründlinge wegen ihrer Vorliebe für Aas auch Totengräber genannt. Im 30-jährigen Krieg hat man viele Leichen von Soldaten und der Bevölkerung im Wasser versenkt, wo sie von Gründlingen entsorgt wurden.

Taktik und Verhalten
Während Fische in einem Riff sich aufgrund der guten Sichtweite meistens aus verträglichen Distanzen ablichten lassen, kann man sich im Süßwasser dieser Verhaltensweise nicht sicher sein. Der überwiegende Teil aller Süßwasserfische ist relativ scheu, ergreift schon die Flucht, wenn der Taucher sie noch gar nicht wahrgenommen hat.Eine Ausnahme macht nur der Hecht, der als Lauerräuber unbeweglich im Geäst versunkener Bäume steht oder fast unsichtbar schwebend über einer Seegraswiese auf Beute wartet. An manche Exemplare kommt man tatsächlich bis auf weniger als Armlänge heran, an andere leider sehr schlecht. Es muss, wie Fischexperten glauben, an der Psyche liegen. Denn auch unter Fischen gibt es mutige und feige Exemplare.

Diese Aufnahme ist vermutlich weltweit einmalig. Sie entstand in der österreichischen Traun, wo ein riesiger Huchen zwischen Fotograf und Tauchpartner hindurchschwamm. Nach Literaturangaben werden Huchen über 1,5 m lang und mehr als 50 kg schwer. Zu seiner Lieblingsspeise gehören Forellen und Nasen. Dieses Exemplar könnte noch größer gewesen sein, denn der Taucher misst mit Flossen über 2 m.

Wer in Seen taucht, wo die Fische von Anglern und Tauchern angefüttert werden, kann so manche Überraschung erleben. Selbst die notorisch scheuen Karpfen und Schleien, an die man sonst nur mit viel Mühe und einem gesunden Nervenkostüm auf fotografische Entfernung herankommt, lutschen einem fast die Haut von den Fingern, weil sie sich eine Fütterung mit Brot erhoffen. Diese Situationen kann man selbstverständlich fotografisch nutzen und sensationelle Bilder schießen, die sonst kaum möglich wären.
Solche Erlebnisse sind aber nicht an der Tagesordnung und meistens auch nur in Privatseen zu erleben. Deshalb gilt die Regel: je kleiner der See, desto größer die Chance, dass sich Fische an einen gewöhnen. Und dass man sie wiederfindet. In den Weiten eines riesigen Sees stehen die Chancen relativ schlecht, demselben Fisch mehrmals zu begegnen, wenn man ihn nach einer oder zwei Wochen wieder fotografieren will. Das gelingt wie gesagt nur mit standorttreuen Hechten. Von großer Bedeutung ist die Art und Weise, wie man sich Süßwasserfischen nähert.
Manchmal ist Schnorcheln besser als Tauchen, weil man keine Atemgeräusche (blubbernde Luftblasen) macht, vor denen sich die Fische fürchten und Reißaus nehmen. Wer gut trainiert ist, sollte die Luft als Taucher so lange anhalten wie möglich, dann sind exorbitante Schnappschüsse möglich. Beim dann notwendigerweise folgenden Aus- und Einatmen stieben die Fische wie wild auseinander, um sich irgendwo wieder zu formieren, wenn sie ein Schwarmverhalten zeigen.
Durch intensives Training des Luftanhaltens kann man bei seinen Fischbildern eine ungeahnte Steigerung erfahren. Man kann sich auf diese Weise sogar den scheuesten Gesellen bis auf Schussweite nähern. Bitte eines nicht machen: vor dem eigentlichen Atemanhalten die Luft mehrmals schnell ein und ausatmen. Diesen Atemablauf nennt man Hyperventilieren.
Dadurch kann man tatsächlich die Luft länger anhalten, weil der Atemreiz durch die verstärkte Aufnahme von Sauerstoff länger unterdrückt wird. Es ist aber sehr gefährlich, weil es zu einem unkontrollierten und blitzartigen Blackout kommen kann. Dann ertrinken Sie!
Fortgeschrittene Taucher und sehr engagierte UW-Fotografen haben die Möglichkeit, mit einem Rebreather (Kreislaufgerät) zu tauchen. Mit diesem Atemgerät vermeidet man Luftblasen, kann also geräuschlos wie ein Fisch durch die Unterwasserwelt schweben. Auf diese Weise kommt auch an scheue Fische erstaunlich nah heran. Auch hier gilt zu beachten, dass man mit dem Rebreather nicht allein tauchen sollte. Technische Defekte können sich unter Umständen fatal auswirken.


Steinige Wege
Welchen Kameratyp Sie im Süßwasser benutzen, ist eher von untergeordneter Bedeutung. Natürlich bietet die D-SLR die besseren Möglichkeiten, aber eine kleine und wendige Kompakte ist durchaus nicht zu verachten. Insbesondere für Schnorchler macht es Sinn, kein allzu voluminöses Fotogerät mitzunehmen. Der Weg zur guten Süßwasseraufnahme ist ziemlich dornig und nicht zu vergleichen mit den schnellen Erfolgen im Meer, wo das Leben an manchen Stellen geradezu überquellt.
Sonnenbarsche sind Einwanderer aus Nordamerika, sind aber seit Jahrzehnten in den stehenden Gewässern Europas heimisch. Sie haben, obwohl es üble Laichräuber sind, den Fischbestand der ursprünglichen Arten nicht gefährden können.
In Baggerseen findet man sie häufig in den sonnendurchfluteten Uferzonen, wo sie auf Grund ihrer Schuppenzeichnung optisch fast unsichtbar im Licht zerfließen. Angler mögen sie nicht, weil sie die Würmer vom Haken klauen, aber selbst nicht an die Angel gehen.
Wie viele Amphibien gehen auch Kröten nur zur Laichzeit ins Wasser. Ansonsten leben sie im Wald, in Gärten und auf Feldern. Es sind ausgesprochen nützliche Tiere.

Wegen der beschränkten Sichtweite in vielen heimischen Gewässern kommt der Wahl des geeigneten Objektivs eine nicht unerhebliche Bedeutung zu. Deshalb sollte man wissen, was man fotografieren will bzw. sollte man sich bei ortserfahrenen Tauchern erkundigen, was es zu sehen gibt. Dann vermeidet man eventuell die Fehlbestückung der Kamera mit einem ungeeigneten Objektiv.
In heimischen Gewässern benötigt man eher selten eine lange Makrobrennweite, weil dafür weder die Motive in üppiger Weise vorhanden sind noch die Sichtweiten dafür ausreichen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Denn es gibt natürlich auch Tage, da reißt die Sicht in einem sonst eher trüben Gewässer erstaunlich weit auf und man sieht Dinge, denen man das ganze Jahr nicht begegnet ist.
Das 50-mm-Makro (bezogen auf Kleinbild) und das 35-mm-Makro (bezogen auf APS-C) können sich bei vielen Fischaufnahmen gut ins Szene setzen, weil sie mit ihren Bildwinkeln oft genau die Größe der anvisierten Fische treffen. Zwar gibt es im Süßwasser durchaus recht große Fische, Hechte von fast 1,5 m, Störe von mehr als 2 m Länge, Waller mit dem Gardemaß eines erwachsenen Mannes, Zander von über einem Meter und Karpfen so dick wie ein Fass … aber auf solche Kaventsmänner trifft man nicht bei jedem Tauchgang.
Meistens muss man sich mit kleinen und flinken Genossen begnügen, die einem das Leben mit ihren hektischen Bewegungen ziemlich vermiesen können. Anders als in einem Riff, wo ortstreue Fische immer in ihr Revier zurückkehren, ist das in einem See nur selten der Fall. Meistens gelingt nur ein Schuss, dann ist die Chance auf einen Wiederholung erst mal vorbei.

Nase in einem Flusslauf. In früheren Zeiten waren Nasen in allen Mitteleuropäischen Flüssen in großer Zahl vorhanden. Staustufen, Wehre und andere Verbauungen haben den Wandertrieb dieser Fische unterbunden und die Art stark dezimiert. Mit der Errichtung von Fischtreppen hat sich die Situation etwas gebessert. Solche Szenen wie diese sind aber seltene Ereignisse im Leben eines UW-Fotografen.
Dann fährt der AF manchmal so ziellos hin und her, dass man meinen könnte, das Objektiv habe eine Augenbinde umgelegt. Diese und andere Unwägbarkeiten machen aus der Süßwasserfotografie eine äußerst anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung mit ungewissem Ausgang, was die fotografischen Ergebnisse anbelangt.
Wenn noch eine exorbitante Kälte des Wassers hinzukommt (bis hinab auf plus 4° C sind möglich), geht die Kamera eventuell schneller in die Knie, als man gedacht hat. Bei einfachen Digicams kann sich die Anzeige des Monitors verabschieden oder wird zumindest blass und unleserlich. Auch der Akku kann zusammenbrechen. Kälte hemmt den Fluss der Elektronen.
Tiefe Wassertemperaturen findet man auch im Sommer jenseits der Sprungsschichten in tiefen Seen, in Hochgebirgsseen und in Quelltöpfen sowieso. Dazu muss man wissen, dass sich eine Wassertemperatur von 4° Plus wesentlich kälter anfühlt als eine Lufttemperatur von 4° Plus. In Luft kann man, wenn man etwas abgehärtet ist, auch bei wenigen Plus-Graden einige Zeit ohne Schaden zu nehmen im Freien ohne Pullover ausharren.
Im Eiswasser ohne Schutzanzug wäre es der sichere Tod. Süßwasserfotografen, die sich gelegentlich längere Zeit in sehr kaltem Wasser aufhalten, tauchen unisono in Trockentauchanzügen. Hier bleibt der Körper trocken (gas- und wasserdichter Reißverschluss) und man trägt Skiunterwäsche oder einen Trainingsanzug darunter. Süßwasserfotografie ist, wenn man sie passioniert betreibt, bezüglich der Tauchausrüstung eine recht aufwendige und deshalb auch nicht ganz billige Angelegenheit.

Bilder ohne Kunstlicht
Im flachen Süßwasser wird man beim Ablichten von Fischen nicht immer Blitzlicht oder Dauerlicht einsetzen. Einerseits ist Kunstlicht nicht grundsätzlich notwendig, wenn die Sonne scheint, andererseits vermeidet man durch das Fotografieren mit Available Light das Reflektieren von Trübstoffen, die im Süßwasser meistens gehäuft auftreten. Die Problematik der Süßwasserfotografie ist und bleibt das meistens nicht sehr klare Wasser.Zudem sind viele Fische mit silbernen Schuppen versehen, die das Licht wie in einem Spiegel brechen. Hier muss man selbst ohne Blitzlichteinsatz aufpassen, dass es nicht zu heillosen Überbelichtungen der Fischkörper kommt. An dieser Stelle müssen wir uns deshalb auch mal mit den diversen Belichtungsmessungen beschäftigen. Nicht nur bei der Landfotografie sind sie in bestimmten Situationen wichtig, sondern auch unter Wasser.

Triops cancriformis ist ein Urzeitkrebs und das älteste noch lebende Fossil im Süßwasser. Seit über 220 Millionen Jahre existieren diese Tiere unverändert auf unserem Planeten. UW-Bilder von ihnen gibt es so gut wie nicht, denn ihr Lebensraum sind Tümpel in Feuchtwiesen, die sich im Frühjahr mit Regenwasser füllen und die im Schlamm konservierten Eier zur Entwicklung anregen. Nur einige Wochen haben die Urzeitkrebse Zeit, zu adulten Tieren heran zu wachen, sich zu paaren und abzulaichen.
Wenn die Tümpel austrocknen, geht ihr Leben zu Ende.

Sie hat aber trotz ihrer raffinierten Messanordnung und der mittels Algorithmen und Bildbeispielen verwobenen Belichtungsberechnungen ihre Tücken und Schwächen. Und das liegt beispielsweise in Auwaldseen und schattigen Teichen am dunklen Wasserhintergrund, der meistens in die Matrixberechnungen mit einbezogen wird.
Deshalb werden silbern glänzende Fische vor dem Hintergrund eines dunkelgrün oder braun eingefärbten Wassers meistens zu hell abgebildet. Wenn das UW-Gehäuse den Eingriff ohne Verrenkungen gestattet, ist es in vielen Fällen sinnvoll, helle Fische mittenbetont oder gleich mit der Spotmessung zu belichten. Wenn das Umschalten von Matrix auf mittenbetont und Spot sehr umständlich bzw. kompliziert ist, kann man sich auch damit behelfen, dass man die Matrixmessung mit einer oder zwei Blenden unterbelichtet.

Wenn sich Amphibien von der Kaulquappe zum Frosch entwickeln, spricht man von Metamorphose. Diese Umwandlung ist eines der größten Wunder der Natur. Der Schritt vom Kiemenatmer zum Lungenatmer vollzieht sich, wenn den Tiere Füße wachsen und sie den Schwanz verlieren. Dann leben sie dauerhaft an Land, können aber weiterhin sehr gut schwimmen und lange die Luft anhalten.

Die Kamera wird voreingestellt, denn in unmittelbarer Nähe des oder der Fische verbreitet man Unruhe, die sich überträgt und die Faunisten zur Flucht veranlasst. Kontrollieren Sie immer das Monitorbild nach dem Schuss. Wenn es ihren Vorstellungen nicht entspricht, müssen Sie versuchen, noch eines oder auch ein zweites mit geänderten Daten zu machen.
Auch, wenn es schwierig wird, weil der Fisch den Rückzug angetreten hat. Das Belichten ohne Kunstlicht gibt Ihnen außerdem die Chance, in kürzester Zeit mehrere Bilder in Folge zu schießen. Stellen Sie die ISO-Empfindlichkeit auf 200 oder 400 und wählen Sie das Programm Blendenautomatik.
Die Verschlusszeit stellen Sie auf mindestens 1/60 s oder 1/125 s, den Rest überlassen Sie der Kamera und konzentrieren sich darauf, den Fisch im Sucherbild (Monitor oder Okular) zu halten.
Wenn der Fisch schwimmt und das mit viel Glück auch noch parallel zu einem selbst, dann sind nicht nur Mehrfachschüsse möglich, man sollte dann auch den AF zuvor von Schärfepriorität auf Auslösepriorität umgestellt haben. Sie werden jetzt vielleicht verstehen, dass die Unterwasserfotografie von Fischen in heimischen Gewässern, wenn sie erfolgreich ablaufen soll, eine motorisch komplizierte Sache sein kann.
Das Beherrschen der Fotogerätschaft ist ebenso eine fundamentale Angelegenheit, die schlafwandlerisch absolviert werden muss wie das Durchschauen der wichtigsten Kameraeinstellungen und deren Einfluss auf die Bilder. Unterwasserfotografie im Süßwasser hat deshalb weniger etwas mit Kunst als mit solidem Handwerk zu tun.


Mit der Kamera im Fluss
Tauchen und fotografieren in Seen ist normal, aber in einem Fluss? Nicht alle Flüsse eignen sich zum Tauchen und Fotografieren. Beachten muss man in erster Linie Fließgeschwindigkeit und Sichtweite. Reißende Gewässer sind nur etwas für sehr erfahrene Flussfotografen, weil man sich dort kaum halten kann und die Gefahr des Mitgerissenwerdens eminent hoch ist.Und wenn es passiert, weiß man nie, wo die Höllenfahrt endet, von einer beschädigten oder verloren gegangenen Fotogerätschaft abgesehen. In Flüssen mit schlechter Transparenz kann man sich Aufwand und Risiko sparen, weil nicht viel dabei herauskommt. Die Mindestsicht sollte bei 5 bis 7 m liegen.

Der Tod ist auch unter Wasser allgegenwärtig. Hier greift eine Gelbrandkäferlarve einen kleinen Froschlurch an. Mit ihren dolchartigen Klauen spritzt sie ihm ein Sekret in die Blutbahn, um ihn dann auszusaugen. Gelbrandkäferlarven werden auch Mordwürmer genannt, weil sie alles attackieren, was sich bewegt.
Die Störschnauze ist hart wie ein Kantholz. In Russland sollen große Störe damit schon Angelboote versenkt haben. Wegen ihres Kaviars sind sie vom Aussterben bedroht.

Während des Treibens zu fotografieren, erfordert manchmal etwas Kondition, wenn man auf der Stelle verharren will. Die bevorzugten Objektive sind Weitwinkel und Fisheyes. In der Strömung macht man nur selten Makrobilder, weil es Probleme mit der Unschärfe gibt, wenn das Wasser am Tauchanzug rüttelt und einen vom Platz reißen will.
Auf der anderen Seite kann man sich in einem Fließgewässer ohne ein schlechtes Gewissen zu haben am Boden festkrallen, sich mit den Flossen verkeilen, mit den Händen festhalten. Kaputt machen kann man in einem Flussbett nichts.

Unvergessliche Begegnung. Diese Goldforelle suchte Anschluss und hat die Taucherin über weite Strecken in einem Flussnebenarm begleitet. Das Problem dieses Bildes lag in der ausgewogenen Blitzbelichtung. Es war nicht besonders klar, die Sonne ging bereits unter und die Goldforelle war vor dem dunkelgrünen Hintergrund extrem hell. Außerdem sollte das Gesicht der Taucherin etwas Blitzlicht abbekommen.

Beim Fisheyedome ist es besonders krass, weil das Glas halbkugelförmig hervorsteht. Sofern Sie mit einem Blitzgerät tauchen, ist auch dieses in Stromschnellen und Engpässen gefährdet. Auf eine Zweitkamera sollten sie tunlichst verzichten. Ablegen geht nicht, weil man eventuell nicht mehr zurückkommt, wenn die Strömung zu stark wird.

Molchlarve, fotografiert in einem Auwaldsee. Diese Tiere überhaupt zu finden, ist eine Kunst. Sie leben versteckt zwischen den Pflanzen und gehen bei der kleinsten Störung in Deckung. Wenn sie die Kiemen verlieren, wird aus ihnen ein Molch, der als Räuber kleine Tiere bis hin zum Regenwurm überwältigt.

Nicht mit der Fotogerätschaft vom Ufer aus hineinspringen. Wenn Blitz oder UW-Gehäuse auf einem Felsen aufschlagen, ist der Schaden größer als die Freude am freien Fall. Vorsicht in der Nähe von Wasserfällen, Wehren, Flusskraftwerken und Staumauern. Es besteht akute Lebensgefahr, wenn man die Felsen hinab oder in die Turbinen hineingezogen wird.
Mit Ausnahmen von Huchen, Forellen, Barben und Groppen sind Flussfische dieselben wie in Seen. Ihr Verhalten ist aber anders, weil das Wasser fließt. Man hat deshalb erheblich mehr Mühe, sich ihnen zu nähern.
Meistens muss man sich darauf verlassen, dass sie sich einem freiwillig nähern. Anpirschen an Fische ist nur möglich, wenn man sich in kleine Buchten und Flussnebenarme begibt, in denen sich das Wasser beruhigt hat. Hier kann es mitunter sehr klar werden, weil sich manchmal Bodenquellen auftun, die eine formidable Transparenz ermöglichen.


Pflanzen und Kleintiere
Neben den obligatorischen Fischen findet man im Süßwasser aber noch andere Motive. Viele davon sind immer da, wie beispielsweise Pflanzen, werden aber eigenartigerweise beim Schnorcheln und Tauchen meistens übersehen. Dabei sind sie ideal zum Ablichten, weil sie stationär sind. Aber leicht zu fotografieren sind Pflanzen trotzdem nicht.Man muss sich deshalb bei der Bildgestaltung etwas einfallen lassen. Und auch hinsichtlich der Brennweite etwas variieren. Neben Weitwinkelobjektiven kommen nun auch Makrolinsen zum Einsatz. Fisheye-Objektive sind beim Ablichten von Wasserpflanzen nicht immer geeignet, weil durch die Abbildungsgleichung der Optik die Stängel torsionsartig nach außen verbogen werden. Pflanzenpanoramen macht man normalerweise nur, wenn der Bewuchs nach oben strebt und eine gleichmäßige Struktur erkennen lässt.

Erwischt! Als die Güster aus dem Kraut schwamm, hat der Fotograf ausgelöst. Güster werden in jungen Jahren oft mit Brachsen verwechselt, denen sie täuschend ähnlich sehen. Brachsen sind aber noch hochrückiger. Süßwasserfotografie ist ein Geduldsspiel, für das man viel Zeit investieren muss.
Mal hängt eine der Fühlerantennen vor dem Auge, eine Schere verdeckt das Auge, die Körperhaltung des Krebses kann oftmals insgesamt nicht gefallen. Schuld daran ist aber die zerklüftete Anatomie des Tieres. Anders als bei einem Fisch lässt sich nur stellenweise eine harmonische Linienführung des Körpers erkennen. Die optisch schwierige und nicht immer ideale bodenständige Lebensweise dieser Tiere lässt einen manchmal verzweifeln.
Man muss sie oft zwangsläufig von oben ablichten, obwohl das den gängigen Regeln widerspricht, aber nach denen kann man sich hier nicht richten. Auch bei der Fischfotografie sagt man gemeinhin, dass Fische nicht von hinten und auch nicht von oben fotografiert werden sollen, weil das die Bilder langweilig und trist macht.
Aber Dogmen haben sich irgendwo auch fotografisch festgefahren, denn die Natur richtet sich nicht nach Regeln und Vorschriften, die von Bildgestaltern festgelegt wurden. Krebse von oben fotografiert wirken in Gegenteil sehr erfrischend und natürlich. Über allem dürfen wir nicht vergessen, dass die in der freien Natur vollzogene UW-Fotografie in erster Linie die unverfälschte Naturfotografie repräsentieren soll und nicht mit gestalterischer Arbeit im Studio verglichen werden kann.
Deshalb sollte sich auch die Bildgestaltung von UW-Bildern in überschaubaren und vernünftigen Grenzen halten. Was nicht geht, sollte man auch nicht mit Gewalt versuchen. Vor allem aber sollten die Naturaufnahmen nicht durch skurrile PC-Arbeiten ad absurdum geführt werden.


Quintessenz
Süßwasserfotografie ist, wenn man sie passioniert betreibt, sehr vielseitig. Allein der Kleintierbereich ist eine Welt für sich. Molche, Wasserwanzen, Muscheln, Schnecken, Fischegel, Wasserasseln, Zuckmückenlarven, Gelbrandkäfer und Moostierchen sind unglaublich fotogene Motive, an denen man sich festbeißen kann.Hinzu kommen diverse Gegenlichtstudien, versunkene Herbstblätter, UW-Landschaften, Bergseen, Quelltöpfe und die Welt unter dem Eis, wenn die Gewässer zugefroren sind. Atemberaubend sind Taucheraufnahmen mit fraternisierenden Fischen, mit denen man spielen kann, die sich füttern lassen und die auf einen zuschwimmen, wenn man ins Wasser steigt. Es sind Erlebnisse, die man nicht vergisst und die alle Mühen vergessen machen. Wer an der Süßwasserfotografie Gefallen gefunden hat, kann sich glücklich schätzen, denn er kennt die Heimat von einer ganz anderen Seite als die oben gebliebenen.

Blitzlicht ist wichtig, aber nicht immer. Diese Regenbogenforelle konnte nur brillant abgelichtet werden, weil auf Kunstlicht verzichtet wurde. Aufgehellte Algenfäden und sonstige Trübstoffe hätten die Wirkungsweise des Bildes negativ beeinflusst. Deshalb „Blitz aus“, wenn es auch ohne geht.
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spauzi
22.02.2012 - 18:37
Mein erster Artikel den ich gelesen hab, schöne Fotos und viel wissen
swertes über fische im Süsswasser, gefällt mir gut danke
agroeni
25.04.2010 - 20:33
beindruckende Aufnahmen, ich fotografiere selber im Süßwasser und weis deine tollen Aufnahmen sehr zu schätzen ...
littleoeschi
08.12.2009 - 19:56
süßwasser seen sind doch nicht ganz so langweilig wie man es glauben würde. es gibt so viele motive die man finden kann. eine gute alternative zum Meer wenn man einen schönen See vor der Haustüre hat.
Es ist genial wie nah der Herr Frey an die Fische rankommt- ich schaff es nicht so nah ran...
siegfriedmeyer
28.11.2009 - 18:59
Ich bin selber Tümpeltaucher (Auesee Wesel NRW) und selbst von den Motiven immer wieder überrascht.
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
30.08.2009 - 20:28
Einfach sagenhafte Bilder! Super:-)
User hat PSD-Tutorials.de verlassen
30.08.2009 - 20:07
Eine sehr gute Einführung in die Besonderheiten der Fotografie im Süßwasser.
w88
29.08.2009 - 17:25
super sieht echt klasse aus
klobuerste14
26.08.2009 - 22:27
einfach nur klasse spitzen aufnamen und top beschreibungen
hannes61
26.08.2009 - 17:04
Na, da hsst Du ja eine schöne Sammlung an Unterwasserfotografien.
Gratuliere und Danke fürs Teilhaben lassen.
Mertox
26.08.2009 - 05:14
geniale Bilder, wie wirs von dir kennen!
claudi_rockt
25.08.2009 - 10:13
Wahnsinn.Und die Bilder sind der Hammer!
WOWOWOWOWOWOW
:)
sharky51
24.08.2009 - 22:28
Geniale Beschreibungen, wie gewohnt von Herbert.
Nur weiter so!!
halopsd
24.08.2009 - 16:05
Klasse Bilder und geile (sorry) Farben!
maribor
24.08.2009 - 15:31
wie immer toll !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
pr0paint
23.08.2009 - 22:08
Wirklich hammer Bilder mit guten Beschreibungen!!
reinholdi
23.08.2009 - 20:57
Weltklasse, die Fotos sind nicht zu übertreffen. Die Kommentare sind sehr lehrreich!
Chii
23.08.2009 - 14:33
Die Fotos sind super. Ich schließe mich Othello an und sage nur noch das ich beeindruckt bin. Tolles Tut!
peymanmr
23.08.2009 - 12:11
Perfekt wie immer, Danke
Othello
23.08.2009 - 10:59
Auch wenn ich vermutlich nie zum Taucher, oder gar Unterwasserfotografen werde...
Die Fotos sind Atemberaubend!
Danke für dieses Tutorial!
Rawija
23.08.2009 - 10:34
Super, wie immer. Danke