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Adobe: Project Nimbus

Adobe: Project Nimbus
Fotobearbeitung an der Schnittstelle zwischen „mobil“ und „Desktop“

Für einige Nutzer der Adobe Creative Cloud gab es heute anscheinend und dann wohl doch eher aus Versehen ein neues Programm zum Download: Project Nimbus. Das wurde aber schnell wieder entfernt, nachdem Adobe die offensichtliche Fehlfreischaltung aufgefallen war, wie es in diesem Artikel der MacTechNews heißt. Dort wird gleichfalls angeführt, das Unternehmen habe bestätigt, dass Nimbus kurzzeitig sichtbar gewesen sei. Der Bericht bezieht sich auf die französischsprachige Seite MacGeneration, wo auch Screenshots der Software veröffentlicht wurden.

Nun sei hier nicht auf diesen Ausrutscher und das „Ups“ abgehoben, stattdessen sei der Versuch eines Blickes auf das Programm gewagt.

Project Nimbus wurde bereits auf der Adobe MAX 2016 vorgestellt. Im unten stehenden Video gibt es ab Minute 11:57 also bereits ausführlichere Informationen dazu. Um die Haupt-Features auf einen Punkt zu bringen: Die Software ist eine Desktop-Anwendung zur nicht-destruktiven Fotobearbeitung und zum Foto-Management, kann Raw-Daten bearbeiten, bringt zahlreiche Werkzeuge mit sich und arbeitet (auch) im Zusammenspiel mit in der Cloud hinterlegten Fotos.

Mit dem Programm wird das Ziel verfolgt, die mobile Welt mit der des heimischen bzw. im Beruf genutzten Computers noch stärker zu verknüpfen. Änderungen, die in Nimbus und vor einem Monitor an einem Bild vorgenommen werden, sind also zum Beispiel in den mobilen Lightroom-Varianten oder auch in der Lightroom-Version für das Web direkt verfügbar.

Zudem orientiert sich die Oberfläche von Nimbus an den mobilen Adobe-Programmen: Im Video spricht Bryan O´Neill Hughes zunächst ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten der Mobilanwendungen. Wenn er dann Project Nimbus startet, führt er zum User Interface aus, dass es zwischen „mobil“ und „Desktop“ keinen „holprigen Übergang“ gibt. „Das sieht alles vertraut aus, die Dinge sind an Ort und Stelle.“

Die Bildersuche in Nimbus basiert auf der KI-Plattform von Adobe mit dem Namen Sensei. Anstelle von hinterlegten Tags werden also die Bildinhalte analysiert. Wer zum Beispiel nach einem Foto mit einem Fenster sucht, gibt in das Suchfeld „Fenster“ ein ... Im besten Falle findet Sensei entsprechende Fotos anhand der Motive, ohne dass die Fotos im Vorfeld mit dem Tag „Fenster“ zu versehen sind.

Hier ein paar Anklickstationen zum Video, die einen Überblick über Aufbau und Funktionen von Project Nimbus geben können:
  • 12:38: Auf der linken Seite wird die eigene Fotosammlung durchforstet und es werden Alben angezeigt.
  • 12:45: Auf der rechten Seite stehen die Werkzeuge zur Fotobearbeitung zur Verfügung. Zu sehen sind „Light“, „Color“, „Effects“, „Detail“, „Optics“ und „Geometry“.
  • 12:53: Mit der Palette „Light“ können Parameter wie die Belichtung, der Kontrast, die Lichter und Schatten per Schieberegler eingestellt werden. Im Bereich „Color“ geht es unter anderem um die Farbtemperatur und Sättigung.
  • 14:53: Anwendung des Bereichsreparatur-Pinsels.
  • 16:00 und 16:25: Anwendung der Objektivkorrektur.
 

Aus den auf MacGeneration geleakten Screenshots könnte nun noch vage vermutet werden, dass den Nutzern 1 TB Speicherplatz eingeräumt wird – jedoch ist es nur ein Screenshot und bei Weitem nichts Offizielles.

Project Nimbus schickt sich keineswegs an, einen Ersatz für Lightroom darzustellen. Schlanker im Auftritt wird die Software wohl sein, vermutlich auch im Funktionsumfang. Damit einhergehend dürfte die Nutzung sich, nennen wir es einmal „wie mobil“ anfühlen. Und schließlich dürfte Nimbus beim Zusammenspiel zwischen den mobilen Anwendungen und dem Desktop Workflow-Vorteile mit sich bringen.

Das „Ups“ der versehentlichen Freischaltung zeigt: Adobe arbeitet an dem Projekt. Wann genau Nimbus dann veröffentlicht wird, ist ungewiss. 2017 ist wahrscheinlich, vielleicht ja zur diesjährigen Adobe MAX, die vom 18. bis zum 20. Oktober stattfindet.
 
Euer Jens

Bildquelle Vorschau und Titel: Screenshot aus dem Video "Adobe MAX 2016. Day 1 Keynote (Chapter 5) Adobe Creative Cloud" (Adobe Creative Cloud, YouTube)

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Kommentare
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Portrait von tynick
  • 26.07.2017 - 16:40

Mein Hirn läuft gerade in ein Timeout...
Während sich Adobe selbst noch dazu äußert, dass Lightroom schneller sein könnte, arbeiten die bereits an einer Software die schlanker und schneller ist, aber Lightroom nicht ersetzen soll, da weniger Funktionen enthalten sind?
Warum gibt man "Project Nimbus" dann nicht mehr Funktionen und nennt es "Lightroom CC 2017"?
Ich bekomme das nicht zusammen!

Portrait von 01er
  • 26.07.2017 - 12:22

Meine Mutter hatte immer gesagt, "Junge verzettel dich nicht!".

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