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Big Data - die Digitalisierung von Planet Erde

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Ich erinnere mich noch an meinen ersten USB-Stick. Er hatte eine unschöne und ebenso unpraktische Form, trotzte jeglichen Designansprüchen, aber trumpfte damals mit sagenhaften 16 MB Speicherkapazität auf. Ein Quantensprung gegenüber dem, was ich sonst kannte - und vor allen Dingen so praktisch! Nach vier Mp3's war jedoch Schluss. Mittlerweile verschwinden für den Standarduser Begrifflichkeiten für Kleinstmengen wie "Megabyte" oder "Kilobyte" schon längst im Hintergrund. Gerechnet wird in Gigabyte, oder Terabyte während wir uns um ausreichend Speicherplatz keine Gedanken mehr machen müssen, denn diesen findet man an jeder "Ecke". Ob auf externen Festplatten, Smartphones, der Mediadatenbank im Auto, im hausinternen W-LAN-Router oder integriert im heimischen Fernseher. Speicherplatz ist keine Mangelware.


Fotolia_56293581 © Fiedels

Was das genau zu bedeuten hat, kann in ein paar sehr spannenden Fakten zusammengetragen werden. Rückblickend auf das Jahr 1980 kostete noch ein Gigabyte Speichervolumen unter Berücksichtigung der damals erhältlichen Festplattenkapazitäten umgerechnet 250.000 EUR. 20 Jahre Später zur Jahrtausendwende sank dieser Preis auf nur 15 EUR und weitere vier Jahre später greifen wir mit etwa 0,06 EUR in die Tasche um Gigabyte für Gigabyte unser Leben zu digitalisieren. Man denke nur an die Eröffnung eines Googlemail-Kontos! Nur ein paar Klicks durch den Registrierungsprozess und schon stehen einem 15 GB zur Verfügung. Das gesamte Datenvolumen von Planet Erde und ihren Bewohnern türmt sich heute auf etwa 4,4 Zettabyte auf und verdoppelt (!) sich im Zwei-Jahres-Rhythmus.
 
Wie bitte? Was sind denn Zettabyte? Zettabyte ist eine metrische Einheit für Datenvolumen. Kurz umrissen sieht die fortlaufende Kette so aus: Kilobyte, Megabyte, Gigabyte, Terabyte, Petabyte, Exabyte, Zettabyte und danach folgen Yottabytes. Wie ihr sehen könnt, werden die Namensgebungen immer skurriler, je weiter wir aufwärts steigen. Große Mengen werden deshalb in der "Wolke" abgelegt, Cloud-Computing ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch und wird akribisch von Unternehmen, Behörden, Kommunen, Privatpersonen und zahlreichen weiteren Anwendern genutzt, während die Zeitenwende von "Life 3.0" bereits eingeläutet ist. Alarmierend ist jedoch die Tatsache, dass gerade einmal 20% verschlüsselt über die digitalen Autobahnen übermittelt werden, der Anteil an vertraulicher und persönlicher Daten jedoch geschätzte 40% umfasst.
 
Bei diesen Unmengen an Daten geriet die klassische Datenverarbeitung auch irgendwann an ihre Grenzen, woraufhin "Big Data" geboren wurde. Der Begriff umschreibt den Komplex unterschiedlicher Technologien, die das Sammeln und Auswerten dieser Datenmengen ermöglichen. Gerade die Auswertung scheint für viele Global Player der lukrative Part an der Sache zu sein, denn Erkenntnise über Nutzerverhalten und mögliche Neigungen kann man ja nie genug bekommen, oder?
 
Machen wir einen kurzen Abstecher zu einem sehr jungen Unternehmen, dass gerade einmal 16 Jahre alt ist und dennoch kaum von unserem globalen Netz wegzudenken wäre: Google. Der Gigant sichert sich vom Regierungssitz in Mountain View, Kalifornien die Zukunft, als einer der mächtigsten Konzerne der Welt. Das Rezept: Daten sammeln und auswerten. An dieser Stelle möchte ich ein Beispiel (von vielen möglichen) aufgreifen. Im Fokus eine Stellenanzeige, die vor etwa einem halben Jahr von Google aufgegeben wurde. Google schrieb aus: "Dringend gesucht: Schneider und Ballonexperten." Einige Monate später konnte man am Himmel über Neuseeland 30 ballonartige Flugobjekte sichten, die schnurstracks auf dem Weg nach oben in die Stratosphäre waren. Jeder von ihnen mit einem Durchmesser von über fünf Metern und einer Länge von zwölf Metern. Das Projekt mit dem Codenamen "Loon" hatte es in sich, genau genommen hatte das Expertenteam aus Schneidern, Fachkräfte für Ballontechnik und Wi-Fi-Spezialisten programmierbare Ballons entwickelt, um die Welt bis hin zu den abgeschiedensten Orten mit einem Wi-Fi-Signal zu versorgen, denn jeder weiß, eine intakte und gut ausgebaute Infrastruktur ist der Schlüssel für anhaltenden Erfolg. Interessante Zeiten, in denen wir leben.


www.google.com/loon/

Der Mensch geht, lebt und stirbt vielleicht sogar eines Tages online, aber an Speicherkapazitäten wird es uns nie mangeln. Auch am Archetyp hat sich offensichtlich im Laufe der letzten Jahrtausende nur wenig verändert: Wir kehren wieder zurück zu unseren Wurzeln: Der Jäger-und-Sammler-Mentalität.

Für weitere Einzelheiten könnt ihr euch auch diese Infografik zu Big-Data ansehen.

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Kommentare
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Portrait von Caesarion2004
  • 31.08.2014 - 15:45

Ich bin ja kein Technik-Feind und aber da kann ich mich nicht zurückhalten:
Dieser Hype um die Cloud mit ihrem ach so tollen Speicherplatz ist irgendwo absurd und - mag zwar für manche Individuen, Firmen und Anlässe sinnvoll sein - aber dennoch muss man auch die Schattenseiten und Risiken sehen:

Wir legen unsere digitalen Verträge zu den digitalen Kopien von Personalausweis, Schwimmverein und Projekte (vertrauliche Manuskripte, Auftragsarbeiten wie Logos, etc.) in die Cloud und während wir das hoch- und uploaden, kommuniziert unser vernetzter Kühlschrank mit dem Discounter-Lieferservice-Server und unser Auto/Fahrrad verrät unsere letzte Temposünde an die Kfz-Versicherung, die Verkehrspolizei und das Smartphone unserer Frau, die dann gleich abends uns den Kopf dafür wäscht. Apropos Waschen: Die entsprechenden Geräte für Wäsche- und Geschirrreinigung senden fröhlich Daten an Hersteller, Zulieferer, Greenpeace (Phopshate!! :-) und wenn weiß ich noch! Unser Fernsehgerät arbeitet eh in beide Richtungen. Die Heizung unterhält sich mit Google über unseren Energiebedarf und die Gewohnheiten.
(Ach ja, Google und NSA lesen es ja sowieso alles mit - nur der Vollständigkeit erwähnt.)
Dass damit natürlich die Speicherkapazitäten von Konzernen (wobei das ja schon bei der Apotheke an der Ecke beginnen kann) und Regierungen immer weiter wachsen müssen, ist völlig klar.
Otto Normalbürger (wer das auch immer ist) kann seine Urlaubsbilder, Hochzeits-/Kindervideos, Filme, Briefe, Rechnungen, etc.) in der Regel noch gut - und sicher - auf externen Festplatten ablegen. Sicherer als die Cloud und auch ohne dauerndes Internet verfügbar. (Ein oft vergessener Umstand, dass das Netz ja auch nicht immer verfügbar ist.)
Sonnenstürme mit ihren Auswirkungen auf unsere Satelliten- und Datennetze sowie Cyber-Terrorismus, Cyber-War und natürlich Industriespionage und -Sabotage sind ja nicht nur Panikmache, sondern haben einen realen Hintergrund. Das muss man sich mal klarmachen, dass WENN es mal passiert, man OHNE die Cloud-Kapazitäten auch leben kann.
Wer will und kann - als Privatus - solche Informationsberge denn überhaupt überblicken? Dann brauche ich auch keine Cloud, zumal man auch das Nachdenken und Vorausplanen verlernt, wenn man ständig alle Daten abrufbereit hat statt sie auch - zumindest grob - in seiner Bio-Cloud unter der Schädeldecke aufzubewahren. Ergänzt durch Papierausdruck und digitaler Kopie auf einem sicheren Medium!

Portrait von Lieschen_Mueller
  • 29.08.2014 - 08:43

Ich liebe die Technik und die Möglichkeiten, die wir dadurch haben, aber seit geraumer Zeit liegt wieder neben meinem PC immer ein Notizblock und ein gespitzter Bleistift parat ;-) Ich habe auch wieder angefangen, Briefe zu schreiben, statt nur E-Mails und apps zu verschicken.
Werde ich alt? Mag sein, ist mir aber egal, solange wenn ich unterwegs bin, meine Musik auf dem Stick auch im Auto abspielbar ist ;-) Wochenlang, wenn es sein muss.

Schönen Tag allen und sonnige Grüße

Portrait von pixel_hunter
  • 27.08.2014 - 14:34

Spannende Gedanken, die Du da anregst.
Gerade wegen der extrem günstigen Preise für Speicherplatz verzichte ich selber gerne auf jede Art von Cloud (klingt mir wohl einfach zu sehr nach "klaut", aber ist ja alles freiwillig, nur m.E. viel seltener nötig als genutzt).
Für mich alleine reicht mein USB- Stick bisher völlig aus und ist noch nicht einmal zu 2/3 voll (von 256 GB Platz).

Mit den Zahlen wird ja reichlich jongliert, hier
- https://apps.opendatacity.de/stasi-vs-nsa/ -
wird von 5 Zettabyte alleine für die NSA gesprochen....
.. da ihr Ziel aber ja ist, ALLES zu speichern, stimmt es dann ja doch wieder ;-)
Demnach "kann die NSA fast 1 Milliarde Mal mehr Daten erfassen als die Stasi!", aber wohl dank der Technik auch 1000 mal schneller analysieren. Schöne neue Welt ;-)

Portrait von Dineria
  • 27.08.2014 - 13:24

"Wie konnten die Menschen bloß im Jahr 2007 mit nur 40 GB überleben???" (Switch Reloaded, 2008)
Ich habe mich neulich aber auch sehr beömmelt, als ich noch 1,5 MB Disketten gefunden habe... :-D

Portrait von hub
hub
  • 27.08.2014 - 22:24

So eine große Diskette? Ich hab noch irgendwo 8 Zoll Disketten mit immerhin 128 und 256 Kb Platz :)
Die Entwicklung ist schon gigantisch ...

Portrait von Anna40
  • 28.08.2014 - 12:14

Mein erster PC war optional mit 20 MB Festplatte. Das war auch lustig, da der Verkäufer meinte, die kriegst Du ja nie voll ...

Portrait von Dineria
  • 28.08.2014 - 22:06

'ne Freundin hat mir gerade erzählt, sie hatte einen der ersten USB-Sticks - da meinte ihr Informatik-Lehrer: "Was ist das denn für ein kleines Teil, da passt doch nichts drauf! Nimm lieber 'ne Diskette zum Speichern!" ^_^

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