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Buchtipp: Babyfotografie

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Babyfotografie
Bibliografische Angaben:
978-3-8266-5927-0, MITP, Heidelberg 2008, 128 Seiten, 19,95 Euro
Niveau:
Für alle, die sich mit der DSLR das Spektrum der Babyfotografie in einem Intensivkurs erschließen wollen - für junge Eltern, ambitionierte Hobbyfotografen und professionelle Studiofotografen gleichermaßen.
Thema:
Die verschiedenen Perspektiven in der Babyfotografie mit schönen Ideen für noch schönere Fotos offenbart dieses Buch.
Autor:
David Nightingale – Fotograf und Buchautor in England - www.chromasia.com

Inhalt:  
Ich wurde vor gar nicht so langer Zeit selbst Papa. Bei uns gibt es die lokale Müritz-Zeitung, die ein Mal wöchentlich die Neugeborenen mit einem Foto und den Eckdaten veröffentlicht. Das machen eigentlich fast alle Lokalblätter und die meisten Eltern lassen das auch zu. Meine Frau und ich nicht. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, weil ich mich jedes Mal ärgere, wie die süßen Kleinen auf den Fotos rüberkommen. Einfach schrecklich, weil die Schwester, die die Bilder macht, nicht mit der DSLR umzugehen versteht und keine Ahnung von Bildgestaltung hat.
Dieses Schicksal teilt sie wohl mit den meisten Eltern der fotografierten Babys, die ihre Lütten in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren tausendfach vor die Linse nehmen.
Wer wirklich schöne Bilder seines Babys machen möchte, sollte sich mit diesem Thema auch einmal konzentriert beschäftigen, zum Beispiel mit dem Buch „Babyfotografie“ von David Nightingale.

1. Die Grundlagen
2. Kostbare Momente
3. Posen
4. Nachbearbeitung
5. Ausgabe

Im ersten Kapitel gibt der Autor Infos zum Equipment und zur Vorbereitung: es geht um Kameras, Objektive, Computer und Hardware, Beleuchtung (kameraeigene und serarate) und die Planung einer Aufnahme.
Unter „Kostbare Momente“, dem zweiten Kapitel, gibt es die verschiedenen Anlässe und Situationen, die fotografisch begleitet werden können: während der Schwangerschaft, Geburt, erste Tage, mit den Geschwistern, im Alter von einigen Monaten, beim Schlafen und Füttern, der erste Geburtstag, erste Schritte, das Lieblingsspielzeug, beim Spielen und Baden sowie beim Familienausflug.
Im folgenden Kapitel geht es darum, Situationen in Fotos bestmöglich umzusetzen, ohne die Lebendigkeit und den eigentümlichen Charme des Moments zu behindern, sondern gerade diesen durch das fotografische Abbild hervorzuheben. Hier geht es um die Posen zur: späten Schwangerschaft, alleine, Spielmatte, Nahaufnahme, liebende Mutter, Mutter und Vater, Brüder und Schwestern, am Arm eines Elternteils, Traurigkeit, künstliches und natürliches Licht.
Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den grundlegenden Nachbearbeitungstechniken mit Adobe Photoshop wie RAW-Bearbeitung, Rote-Augen-Korrektur, Retusche und Co.
Im letzten Kapitel geht es um die Ausgabe und die Präsentation der Bilder in Webkatalogen, Blogs, als DVD-Diashow, für den Druck, als Album und als Buch sowie um die Möglichkeit der Aufarbeitung als Fotogeschenk.
Den Abschluss findet eine Übersicht mit 10 wichtigen Tipps und eine Übersicht der elementare Tastaturbefehlen von Adobe Photoshop.

Der Autor legt dem fotointeressierten Leser nahe, gerade die magischen Momente in der Entwicklung des Kindes unbedingt festzuhalten. Auch wenn ein Baby ein absolut klassisches Motiv ist, gibt es doch in diesem Buch ausreichend Anregungen für eigene Motive, auf die man so einfach – auch wenn Fotografieerfahrungen bereits gesammelt wurden – nicht so ohne Weitere kommt. Die besondere Charakteristik des Babymotivs mit üblichen Situationen, wie z.B. auf der Matte mit Mobile, werden in diesem Buch akzentuiert. Das ist schön und inspirierend zugleich.

Die gezeigten Bilder sind auch allesamt sehr schön. Der Autor nahm sich viel Mühe und Zeit, die Bilder in Adobe Photoshop den letzten Schliff zu verpassen. Das hebt Nightingale ebenso in seinem Kapitel zur Nachbearbeitung hervor.

Die Bilder sind sehr plastisch und schön, die gezeigte Motive laden zur Nachahmung ein. Die Struktur und das Layout des Buches sind wohl durchdacht und die Texte sind nachvollziehbar. Insgesamt ist das Buch eine runde und kompakte Sache: von der Ausrüstung über die Aufnahme und der Nachbearbeitung zur Ausgabe und Präsentation.

Doch darin – in dieser Kompaktheit – liegt eben auch ein Nachteil des Buches: Der Autor verwendet hochwertige Kameras mit hochwertigen Objektiven, erwartet gleiches vom Leser. Dass die Nachbearbeitung mit Photoshop dazugehört, versteht sich von selbst. Wenn jemand bereit ist, mehrere Tausend Euro für Equipment und Photoshop auszugeben, dann existieren bereits Kenntnisse und Erfahrungen mit DSLR und Nachbearbeitung. Daher kann dieses Buch die Inhalte des Equipments, der Nachbearbeitung und der Ausgabe ruhig vernachlässigen und tiefer ins Thema der Babyfotografie eingehen. Doch diese Schwäche haben so gut wie alle Foto-Bücher: jeder Autor fühlt sich genötigt, dem Leser noch einmal zu erklären, was die Blende bedeutet und wie Montagen mit Photoshop funktionieren. Und wenn ich mir dann das Buch „Hochzeitsfotografie“ aus der selben Reihe anschaue - was soll ich sagen – da steht zu diesen Punkten sinngemäß das gleiche unnötige Füllmaterial drin, wie eben auch in tausend anderen Fotobüchern. Mehr Tiefe zum Buchthema wäre wünschenswert.


Fazit: Sehr schönes Buch zu einem akzeptablen Preis. Allerdings in seiner Kompaktheit auch etwas zu wenig Tiefgang zum eigentlichen Thema: der Babyfotografie. Dennoch sind viele dankbare Motive und Posen drin, die jedes Elternpaar auch mit seinem Baby nacheifern wird.   

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