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Canon: 120 Millionen EF-Objektive

Canon: 120 Millionen EF-Objektive
Und zwei Videos, in denen Objektive und Linsen unter die Lupe genommen werden

Gestern verkündete Canon stolz, dass am 26. August dieses Jahres das 120-millionste Objektiv aus der EF-Serie gefertigt wurde. Konkret handelte es sich beim Jubiläumsstück um ein EF100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM-Telezoomobjektiv. Dazu heißt es weiter, dass die Produktion der EF-Objektive im Jahre 1987 begann, 1995 wurde die 10-Millionen-, 2009 die 50 Millionen- und 2014 schließlich die 100-Millionen-Marke geknackt.

Verwiesen wird natürlich auch auf die Technik, die im Laufe der Jahre durch verschiedene Innovationen an Raffinesse hinzugewann: Die Ultraschallmotoren, die mithilfe von Piezo-Elementen die Mechanik im Objektiv steuern und nebenbei für die Abkürzung USM verantwortlich sind, optische Elemente mit Multilagen für eine gezielte Lichtbrechung, die Bildstabilisatoren und die „SubWavelength“-Beschichtung, die gegen Lens-Flares und Ghosting ankämpft.

Insgesamt umfasse das Sortiment an Objektiven aus der EF-Reihe mittlerweile 97 Modelle. Da sollte also für jeden etwas dabei sein. Und Canon war an verschiedenen Stellen auch Vorreiter und benennt in der Nachricht in der dort unten stehenden Tabelle auch das, womit das Unternehmen weltweit jeweils das erste war.

Und während von Canon vor einiger Zeit in einem Film ein Objektiv zerlegt wurde, werden in folgenden Videos, wahrscheinlich aus Anlass des Jubiläums, Linsen und Objektive etwas genauer betrachtet. Darin finden sich nicht unbedingt neue Erkenntnisse, aber die bekannten werden dafür noch einmal hübsch zusammengefasst …


So werden EF-Objektive hergestellt
Im ersten Video werden ein paar Ausführungen zur Herstellung von Objektiven und Linsen geboten. Ob Makro- oder Teleobjektive – natürlicherweise versteht sich Canon auf das Handwerk und sorgt mit den hauseigenen Produkten für störungsfreie Aufnahmen.

Vergrößere man gedankenspielerisch beispielsweise eine von Canon gefertigte Linse auf die Größe eines Baseball-Stadions, würden die Abweichungen an der Oberfläche gerade einmal so dick wie eine Postkarte sein. Präzision ist also nicht nur gefragt, sondern wird durch versiertes Glas-Polieren auch erreicht.

Darüber hinaus wird vor der Fertigung eines Objektivs mit aller Rechentechnik und unter Einbezug von Linsenformen, -größen, -materialien und -anordnungen ordentlich simuliert:
 


Wie Linsen funktionieren
Konvexe Linsen, die im Zentrum dicker sind und sich also zum Rand hin verjüngen, lassen parallele Lichtstrahlen per Lichtbrechung in einem Brennpunkt zusammenlaufen. Die Brechung führt schließlich auch dazu, dass hinter der Linse auf dem Sensor zunächst ein spiegelverkehrtes Bild entsteht.

Dieser Prozess genügt nun aber noch längst nicht zu Erstellung eines scharfen Bildes. Der Grund: die sphärische Aberration. Lichtstrahlen, die an unterschiedlichen Positionen durch die Linse dringen, treffen sich auch an jeweils leicht versetzten Brennpunkten. Bedeutet also, dass sich die Brennpunkte von Lichtstrahlen, die durch das Zentrum der Linse strahlen, von den Brennpunkten jener Lichtstrahlen unterscheiden, die eher die Randbereiche „durchfliegen“.

Und auch in Hinblick auf die Farbe kommt es zu Abweichungen, der chromatischen Aberration. Dieser Effekt beruht auf den unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts. Rot mit einer langen Wellenlänge konvergiert etwas weiter entfernt von der Linse als beispielsweise Blau mit einer kürzeren Wellenlänge. Im Ergebnis verwaschen die Farben etwas und es kommt zum Color-Bleeding. Um nun tatsächlich einen anständigen Fokus zu erzielen, werden mithilfe weiterer Linsen Korrekturen der Aberrationen erzielt. In Bildern erklärt sieht das Ganze dann so aus:
 

Nun denn: Herzlichen Glückwunsch zu 120 Millionen Canon-EF-Objektiven!
 
Euer Jens

Bildquelle Vorschau und Titel: Screenshot aus dem Video „How Canon Lenses Function“ von Canon

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Kommentare
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Portrait von milestone
  • 11.09.2016 - 13:23

Wirklich sehr interessant hat man dich so keine Gedanken drüber gemacht.

Portrait von fitschu
  • 10.09.2016 - 15:54

Sehr interessant. Und zwei davon nenn ich mein Eigen. ☺

Portrait von MAPESoft
  • 10.09.2016 - 00:29

Nikon hilft eben sparen: Aktuelle Canon-Kameras können nur EF-Objektive nutzen, wohingegen aktuelle Nikon-Systemkameras – zumindest einige Modelle – auch mit älteren Nikkoren umgehen können. Und trotzdem wurden bis 2013 ca. 90.000.000 verkauft. Eine neuere Zahl liegt mir leider nicht vor.

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