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Die Anfänge der Fotografie in den Händen

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Fotografien aus den 1850er-Jahren

Der YouTube-Kanal Objectivity betrachtet, wie der Name bereits verrät, Objekte. Im Video mit der Nummer 55 statten Brady Haran (vor der Kamera) und James Hennessy (dahinter) der Royal Society einen Besuch ab. Zusammen mit dem Bibliothekar Keith Moore öffnet Brady eine fotografische Zauberkiste, deren Inhalt nicht nur kostbar ist, sondern bis zu den Anfängen der Fotografie zurückreicht.

Foto Geschichte
⌙  Papier und ein Karton mit Wert (Bildquelle: Screenshot aus dem Video Super Expensive Photos von Objectivity)

Nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Wissenschaft geht es seit jeher auch darum, der Erste zu sein: Wir schreiben gerade das Jahr 1839. William Henry Fox Talbot erfährt, dass ein Franzose mit dem klangvollen Namen Louis Jacques Mandé Daguerre kurz davor steht, einen Artikel zu veröffentlichen, in dem es sich um eine Sache dreht, mit der sich Talbot selbst beschäftigt. Es gilt also schnell zu handeln, bevor es ein anderer macht.

Kurzerhand verfasst Talbot für die Royal Society den Artikel „Some Account of the Art of Photogenic Drawing“ („Ein Bericht über die Kunst der Photogenen Zeichnung“). Alternativ fügt er hinzu: „[…] or the process by which natural objects may be made to delineate themselves, without the aid of the artist´s pencil.” („[…] oder der Prozess, durch welchen sich natürliche Gegenstände selbst abbilden, ohne die Hilfe durch den Stift eines Künstlers.“)

Weiter heißt es: „I propose to spread on a sheet of paper a sufficient quantity of the nitrate of silver and then to set the paper in the sunshine, having first placed before it some object casting a well defined shadow.”

Also wird „auf ein Blatt Papier eine ausreichende Menge von Silbernitrat verteilt und das Papier anschließend dem Sonnenlicht ausgesetzt, wobei zuvor ein Gegenstand davor platziert wird, der einen wohl definierten Schatten wirft.“

Diese Sache, die Talbot also schneller als sein Konkurrent veröffentlichen möchte, ist uns heute geläufig unter dem Namen „Fotografie“. Die eigentliche Leistung von Talbot, so Moore, sei gewesen, dass er quasi die reproduzierbare Fotografie erfunden habe. Der Wert der im Video gezeigten Originalschrift beläuft sich übrigens momentan auf rund 800.000 Pfund, also auf über eine Millionen Euro.

Um diese historischen Geschehnisse dreht sich das Gespräch der beiden „Objectivisten“ in den ersten Minuten des folgenden Videos. Nach dem Selfie von Brady Haran werden noch weitere Fotos betrachtet, die aus den 1850er-Jahren stammen. Der Kommentar von Keith Moore zu dem ersten Bild: „Das könnte auch von gestern sein, mit einem hübschen Instagram-Filter darüber.“



Zum Abschluss noch ein Link, der mir auf der Suche nach Keith Moore begegnete. In dem Blog der Royal Society findet ihr weitere Beiträge des Bibliothekars.
 
Euer Jens

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