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Die gläserne Leseratte. Adobe Digital Editions spioniert fleißig

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Es ist mal wieder so weit und ein neuer "Skandal" zieht Kreise. Im Fokus zum wiederholten Male der Softwaregigant Adobe. Schon im Herbst 2013 geriet Adobe ins Visier und in die Schlagzeilen weltweiter Medien. Der Grund war damals ein bis dato gewaltiger Hack, bei dem Adobe mehrere Millionen Benutzer- und Login-Daten und zum Teil auch Kreditkartennummern, sowie andere sensible Details verlor.

Manchmal frage ich mich wirklich, ob derartige "Skandale" mittlerweile einfach nur zu simplen und unangenehm hervorstehenden Stolpersteinen auf dem Pfad der technischen Innovation degradiert wurden. Ein kleines Ärgernis vielleicht, aber keineswegs eine Panne, von einem Skandal weit gefehlt! Zugegeben: Bei anfänglicher Furore über Abhörspionage, NSA-Aufregung, abgehörtes Kanzlerhandy, angezapfte Untereseekabel oder aufgrund des kürzlich eingetretenen und gigantischen Passwortdiebstahl russischer Hacker, bei dem über eine Milliarde Profildaten erbeutet wurden, kann man schon mal müde von dem Einheitsbrei werden. Die Zeit ist jedoch auf unserer Seite und heute ist schon wieder alles Schnee von gestern.

Zurück in die Gegenwart. Prinzipiell ist das Datensammeln ein zweischneidiges Schwert und es gehören auch hier jeweils zwei Parteien hinzu: Einerseits jene, die fleißig sammeln, andererseits jene, die ungehemmt preisgeben. Manchmal wird diesem Umstand jedoch noch eines oben drauf gesetzt, nämlich dann, wenn Daten "eingesammelt" und obendrein unverschlüsselt ins Headquarter über die virtuellen Autobahnen des World Wide Web geschickt werden. Wer von euch ist ein begeisterter E-Book-Leser und verzichtet mittlerweile auf das klassische Printerzeugnis? Jetzt sollte man hellhörig werden:

Das E-Book-Programm Digtial Editions aus dem Hause Adobe ist für das Betrachten von E-Books notwendig (Ausnahme Kindle). Mit Digital Editions lassen sich aber nicht nur E-Books, E-Paper oder andere Magazine lesen, sondern diese auch bequem und geräteübergreifend mittels Adobe-ID verwalten. Die Software sendet Metadaten über gelesene Bücher, angelegte Bibliotheken und welche Seite zuletzt aufgerufen wurde fröhlich nach Hause. Der Knackpunkt: Derartige Informationen werden im Klartext, sprich ohne Verschlüsselung übermittelt, woraufhin es nicht schwer fällt, (Lese-)Profile der Betroffenen zu erstellen. Dies konnte die Redaktion von heise.de klar nachvollziehen, wie sie in ihrem Artikel erläutern. Überraschend war dann doch die Tatsache, wie mitteilungsbedürftig diese kleinen Tools doch sind.

Nach Meinung von "The Digital Reader" geht die Neverending-Story aber noch weiter. Das Fachportal berichtet (bezugnehmend auf den erwähnten Artikel von heise.de), dass selbst ein umfassender Festplattenscan dazugehöre, um noch weitere E-Books aufzuspüren - natürlich nur, um dem User ein einmaliges und bequemes Leseerlebnis zu bereiten.

Heute haben es derartige Meldungen zum obligatorischen Bestandteil der Tagesordnung geschafft und reihen sich brav neben die Meldungen über die aktuellen Immobilienpreise, den Schlußkurs unseres Aktienindex DAX und innenpolitische Differenzen ein. Vielleicht ist das aufkeimende Thema zu Digital Editions schlußendlich nur erneut ein Zeichen dessen, mit welch konditionierter Gelassenheit man mit Spionage umgeht, aber immerhin untermauert es den aktuell anhaltenden Trend: Spioniert und Ausgewertert wird, wo, was und wie oft es nur geht. Leider eine sehr fragwürdige Begleiterscheinung unserer technischen Errungenschaften. Andererseits haben mich Hinweise wie: "Dieses Buch könnte Sie auch interssieren" auch schon zu wahren literarischen Schätzen geführt...

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Kommentare
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Portrait von pixel_hunter
  • 18.10.2014 - 09:51

Alles wird gut!
Also keine Angst, liebe Skeptiker, wie arko 2013
;-)

Schließlich kümmert sich ab sofort in Brüssel eine echt Koryphäe um alle unsere digitalen Angelegenheiten:
http://www.youtube.com/watch?v=jsbV3fGe4eU
Genauso wie er die englische Sprache revolutioniert hat, wird er sich nun mit gleicher Kompetenz um die wichtigen Fragen kümmern, hier noch mal seine unvergessliche Arbeitsprobe auf Englisch mit Untertitel
http://www.youtube.com/watch?v=-RrEQ8Ovw-Q

Am besten durch gleichzeitige Einnahme eines Oettinger Bieres zu ertragen.
Google, Apple, Amazon, Adobe, Facebook und Co zittern sicherlich schon ;-)

Portrait von arko2013
  • 17.10.2014 - 22:27

Um mich - spät, aber immerhin - hier auch einzubringen:
Ich finde es auch grausam, dass Konzerne wie Adobe, Microsoft, Yahoo und Google (Liste beliebig erweiterbar) ungestraft Daten von uns in einem Ausmaß sammeln, dass einem ganz anders wird.
Besonders schlimm ist es, dass man bei mobilen Geräten als User kaum Möglichkeiten hat, die neugierigen Apps und versteckten Anwendungen am Schnüffeln und Absenden zu hindern bzw. sie überhaupt zu entdecken! Am PC / Mac hat man immerhin noch einige Möglichkeiten mehr, den Datenfluss zu steuern und notfalls zu unterbrechen ohne dass die Funktionsfähigkeit eingeschränkt oder ganz aufgehoben ist. Das ist bei den anderen Geräten anders.

Wir werden in der Tat zunehmend zu digitalen Zombies und sind somit viel besser überwachbar, kontrollier- und manipulierbar. Egal ob von Behörden oder Unternehmen, wobei die Grenzen in manchen Fallen fließend sein können...
Deshalb wehre ich mich auch gegen völlige Verlagerung aller Tätigkeiten und Lebensbereiche ins Netz (und digitale Nachbarschaft) sowie rein elektronisches Bezahlen und Lesen, etc.
Völliger Humbug - nur dazu da uns steuerbar zu machen und zu verwirren!

Man kann ja nicht einmal Einblick in die Profile erhalten, die von uns entstehen bzw. darauf vertrauen, dass das dann "komplett" sei und nur für Kriminellem Missbrauch ist da eh Tür und Tor geöffnet.

Klar, wer leichtfertig seine Urlaubsdaten mit Adresse und dem Hinweis, dass der Nachbar kurzsichtig ist und einen tiefen Schlaf hat, auf FB postet,... okay, das fällt für mich schon unter "selbst schuld". Bei neugierigen Adobe-Programmen, die man (teilweise) vielleicht sogar manchmal brauchen kann, darf man sich zwar nicht wirklich überrascht stellen, aber da sehe ich trotzdem die moralischen Diskrepanzen und die Verantwortung eher beim Unternehmen.
Amazon gehört sowieso gemieden - Steuervermeidung, Arbeiterausbeutung und Verlagsgängelei. Dank Buchpreisbindung kann man sein (Print-)Buch auch noch im (erhaltenswerten!) Buchladen kaufen, sofern man noch einen in seiner Stadt findet...
An dieser Stelle: Wie wäre es mal wieder mit einem gedruckten Buch zu Weihnachten? :-)

Natürlich wird sich keine EU- bzw. nationale Regierung deswegen mit den Amis oder deren Konzernen anlegen (das läuft ja eher so: "Nein, kein Problem, Sir!... Geben wir Euch freiwillig, Sir!... Mit Steuerfreiheit, klar!... Ja, Sir, treten Sie mir doch bitte noch mal voll in die... ####, Sir!"... - denke da nur an die Fluggastdatenabkommen, die CETA- und TTIP-Abkommen, usw., usw...). Rest holt eh die NSA.
Unsere neue Datenschützerin im Bund ist ein Witz, genauso wie fast überall. Und die, die es wirklich versuchen und wollen, werden ausgebremst und von den Mächtigen blockiert oder entfernt.

Würden wir den BND in eine (bundeseigene) Auskunftei (z.B. als GmbH) umwandeln, wäre plötzlich die Presse um zig Skandalberichte und der Bundestag um zahllose Debatten und Geheimsitzungen ärmer...
- bin fast bereit zu wetten, dass mein Vorschlag in Kürze von der Merkel so umgesetzt wird... :-)

Man muss ja fast auf einen großen Sonnensturm oder einen auf andere Weise ausgelösten EMP hoffen.... - gut, das mag übertrieben sein (zumal wahrscheinlich eher nur die unterirdischen Datenzentren der Konzerne es überstehen), aber ich denke, meine Meinung ist klar.

Portrait von pixel_hunter
  • 13.10.2014 - 21:21

Interessante Diskussion, an der sich scheinbar überwiegend die Kritiker der Datendiebe beteiligen, da gehöre ich auch zu!

marcmaroc: "macht es eine Firma ist es Kundenbetretung."
Ja, du sagst es "Kunden-Betretung", für diesen kleinen Tippfehler verdienst Du einen Literatur-Preis oder den Vorschlag für das Un/Wort des Jahres ;-)
Genau so empfinde ich es oft, wenn die mächtigen Unternehmen ihre Macht ausspielen und es dann auch noch als "Kundenbetreuung" bezeichnen.

neudenk "Ich will entscheiden, was auf meinem Rechner passiert, ich lasse doch schließlich auch nicht jeden Hempel in meine Hütte!....
.....Meine Bücher besorge ich mir aus der Bibliothek, auch meine Hörbücher."
Ja!
Naja, da kannst DU wohl noch entscheiden, was mit Deinen Daten passiert, SOLANGE Deine Bibliothek Deine Daten sicher vor dem Internet abschottet, sobald Du die Online-services nutzt, hast Du natürlich auch dort die Kontrolle ganz abgegeben., Meiner Bibliothek an sich vertraue ich meine Daten gerne an, aber ich habe meine Zweifel, ob die technisch versiert in der Lage sind, die echt und effektiv zu schützen, schließlich wird auch da immer öfter Adobe Digital Editions eingesetzt, was an sich ja auch eine gute Technik ist.

neudenk: "Warum sollte ich dann meine Festplatte ausgerechnet von Adobe scannen lassen, der Datenkrake?"
Als ich das las, dachte ich mit Schrecken daran, dass ich unzählige Dokumente schon immer Adobe Acrobat und Adobe Reader anvertraut habe, aber da ist doch wohl ganz ganz sicher keinerlei Gefahr, oder?
Schließlich war Adobe damals ja noch ein rein soziales Unternehmen oder verwechsel ich da jetzt was..... ;-)

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 14.10.2014 - 00:44

Zitat:
Schließlich war Adobe damals ja noch ein rein soziales Unternehmen oder verwechsel ich da jetzt was..... ;-)

Antwort:
Der is echt gut!

Aber, es gab immer schon Leutchen, die haben Adobe dabei geholfen, ein wenig sozialer zu sein. Ich glaub, eher ohne deren Zustimmung?

Portrait von marcmaroc
  • 13.10.2014 - 14:36

Das Adobe schnüffelt, das wusste ich schon lange. Bei mir habe nur wenige Programme recht zu telefonieren.
Was mich nervt, ist der Fakt das ich einen immer bessern PC brauche, da ja im Hintergrund immer mehr Programme Schnüffeln. Ich habe eine alten PC fürs Net und einen guten für die Arbeit. Nein, das ist keine Sicherheit, aber etwas besser als sonst.
Ich lese meine E-books auf meinem Smartphone, da ich noch ein paar Monate im Ausland lebe, habe ich keine registrierte Nummer, doch was ist wenn ich nach Deutschland komme? Das jede installierte App eine kleiner Spion ist, ja das ist gut möglich, wer macht sich schon die Arbeit für nichts. Auch glaube ich nicht das die Firewalls diesen Datenverkehr unterbinden.
Was ich toll finde ist die Gleichberechtigung, schnüffelst Du bei jemand ist es ein Verbrechen, macht es eine Firma ist es Kundenbetretung.
Ein dummer Gedanke:
Sollte ich jemanden ausspionieren wollen, gründe ich eine Firma und schicke eine AGB mit meinem Trojaner, dann ist es legal...oder nicht? ;-)

Ach ja, man muss nicht alles mitmachen,..., viel Freiheiten hat man aber nicht mehr: nehmt mal Eurer Geld und macht Eure Konten dicht. Ohne ein Bankkonto geht nichts mehr. Dann kommt das Telefon.
Aber was maulen wir, da wir doch in FB und Co selbst hinschreiben wann wir auf'm Pop gehen. (Leider kein Klischee). Und es ist zu spät um unsere Rechte wieder einzufordern. Die haben wir den Managten, den mega Firmen schon übergeben.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 13.10.2014 - 12:47

Ich will entscheiden, was auf meinem Rechner passiert, ich lasse doch schließlich auch nicht jeden Hempel in meine Hütte!
Warum sollte ich dann meine Festplatte ausgerechnet von Adobe scannen lassen, der Datenkrake?
Warum sollte ich Daten in eine Microsoft - Cloud legen oder in die anderer Datenkraken?

Ich gehe auch sonst sorgsam mit meinen Daten um:
Alles, was einen automatischen Kontakt zum Internet aufbaut, lehne ich ab und handle danach.
Auf meinem Schmartphone funktioniert nur, was sich nicht mit dem Netz verbindet (2 Tage Sucharbeit!).
Ich gehe mit nem UraltMAc ins Internet, auf dem Mac is nix als das Rüstzeuchs zum surfen.
Meine Bücher besorge ich mir aus der Bibliothek, auch meine Hörbücher.
Filme, habe ich festgestellt, kann ich in der Stadt fast zum gleichen Preis erhalten, wie bei Amazon.
Und nein, Karten von Firmen habe ich nicht, mit der Talerkarte zahle ich nicht, wenn es sich irgends vermeiden lässt - auch wenns teurer ist.

Datenschutzverletzungen und die daraus ergebenden Folgen wie unerwünschte Werbesendungen lasse ich generell wahlweise vom Datenschützer oder vom Direktmarketingverband verfolgen.

Portrait von Zenist
  • 13.10.2014 - 08:42

Das Thema allgemein ist eh gerade in aller Munde oder aller Messe, wie der Friedenspreis der Frankfurter Buchmesse an Jaron Lanier, etwa: http://www.sueddeutsche.de/kultur/friedenspreis-des-deutschen-buchhandels-aufruf-zu-neuem-humanismus-1.1987420.

Am Freitag in einem Beitrag von Aspekte/ZDF über ihn fand ich den Widerspruch in sich und bei vielen Experten und "Experten" gut angesprochen:
Einerseits ist er ein vom Internet-Guru zum mahnendenden Kritiker der Netzgiganten gewandelter Freak, andererseits arbeitet er gerade über das Thema für Microsoft und will - verständlicherweise - nicht verraten, woran genau......
(siehe bei Interesse die Sendung vom 10.10 auf http://aspekte.zdf.de/ ab ca. 27:30 bis 31:50, am Ende geht es um Microsoft.... und das Grinsen dieses sonst so sympathischen geek sagt mehr als 1000 Worte, fürchte ich)

Portrait von TorstenA
  • 12.10.2014 - 15:59

Ich finde den Umfang der Schnüffelei interessant. Das Adobe wieder einmal mein Festplatte scant und Daten übermittelt kann nicht legal sein. Wo ist die Grenze zum Hack.
Ist also Diebstahl legal, wenn ich nur groß genug bin? Gasprom, Putin, Freihandelsabkommen geben uns aktuelle Beispiel.

Portrait von Joe-Icebaer
  • 12.10.2014 - 22:19

ein Grund warum keine Cloud (CC) und warum meine meisten Programme -auch die von Adobe- auf einem Rechner laufen der nicht am INet hängt....

Portrait von Stille_Wasser
  • 12.10.2014 - 01:36

Ach ja, die Datensammelwut der Datenkraken die glauben, wirklich alles und jeden damit kontrollieren zu können. Manipulieren zu können. Erinnert mich an die klassischen Physiker früher, die dachten, wenn man alle wirkenden Kräfte kennt könne man genau die Zukunft berechnen. ...
Und stimmt, ich mag es kaum noch Lesen oder Hören, wer nun schon wieder Berge... nein Universen von Daten anhäuft und auswertet. Ich bin mir bewusst, dass dies nicht mehr auch nur ansatzweise zu unterbinden ist - und das auch der Wille dazu, es nur zu versuchen, bei den Verantwortlichen nicht ansatzweise vorhanden ist. Die Datensammler haben ihre Gründe - die einen Profitgier, die anderen eine Mischung aus Machtgier und paranoider Angst.
Und ich dazwischen... ich versuche mir mein Leben also so einzurichten, dass ich mir im Spiegel noch in die Augen sehen kann: zum einen dadurch, das ich keine dieser Bonus- und Rabattkarten benutze und viel mit Bargeld bezahle, ein altes Handy habe und kein Internetfähiges mit mir rumschleppe - auch kein GPS-System.
Und zum anderen dadurch, dass ich mich nicht mehr selbst zensiere in meinen Aussagen. Ich ecke an, aber ich schreibe meine Meinung. Kann sein, dass ich nie die Chance habe, in die USA einreisen zu können, da ich mich auf fb kritisch geäußert habe. Aber Freiheit ist das, was ich als solches definiere. Meine Gedanken, meine Meinungen... und meine Toleranz. Denn meine Freiheit muss die der anderen respektieren. Genauso wie deren Freiheit die meine tolerieren muss. Logo, oder?
Ich weiss, das ich im Net - auch jetzt gerade eben - jede Menge Daten hinterlasse. Daten die gesammelt und ausgewertet werden können. Es ist öffentlich und ich stehe dazu. Zumindestens zu dem, was ich zu sagen habe.
Alles mitmachen werde ich nie - und vernetzte Geräte werden das letzte sein, was wir uns anschaffen werden. Mal sehen, wie lange unser Fernseher noch läuft - ein Röhrengerät... Aber irgendwann wird man keine Geräte mehr kaufen können, die nicht eine - in meinen Augen sinnlose - Anbindung ans net haben. Finde ich übrigens besonders lustig bei Waschmaschinen... da fragt mein Mann jedesmal, wenn so was in der Werbung ist "Wie füllen die sich eigentlich übers net und wie hängen die dann die saubere Wäsche auf???" Und das ist schon mal ne gute Frage über Sinn und Unsinn solcher Technik.

Ach ja, ich habe einen Kindl - einen ganz einfachen. Sind schon über 800 EBooks drauf... ;) und er wird fleißig gefüttert und benutzt. Aber die Links unter "das könnte sie auch interessieren" interessieren mich nicht. Also - auch Amazon wertet die Daten aus... und reagiert auf meine Rezensionen.
Und ich habe mittlerweile auch einen dieser neuen Personalausweise - ohne gespeicherte Fingerabdrücke und mit deaktivierter Internetfunktion... Zumal das letztere - seit 10 Jahren groß angepriesen - für mich noch keinen wie auch immer gearteten Nutzen hat.

Portrait von Dragon65
  • 11.10.2014 - 14:52

Ich bin der Meinung, dass es heutzutage egal ist, wer sich meine Daten holt, fakt ist, sie WERDEN geholt. Da ist es herzlich egal, ob es Google dabei ausschließlich um mein Wohlergehen geht oder Adobe oder Microsoft oder Sony oder wem auch immer. Selbst wenn ich in die Wildnis ziehe und sämtlichen Kontakt zur Aussenwelt abbreche - Handy wegwerfe, Kreditkarte verbrenne und Auto verkaufe -, so verrät mich doch am Ende immernoch der Rauch meines Lagerfeuers, über dem ich mir einen Hasen brate oder einfach nur Kaffee koche.
Es gab zu einem ganz eng verwandten Thema vor Jahren mal eine geniale Dokumentation, da beschrieb ein "Experte", wie man aus dem System so verschwinden kann, dass man am Ende irgendwann wirklich nicht mehr greifbar ist. Es war erstaunlich, welche Dinge des täglichen Lebens Daten entweder selbständig senden oder auch nur passiv angepeilt werden können. Das geht bei Geldscheinen los und hört bei sog. intelligenter Kleidung noch lange nicht auf. Jedenfalls dauerte dieses ganze Vorhaben etwa um die 10 Jahre, bis man endgültig aus allen Systemen und Datenspeichern verschwunden ist.

Portrait von franzibaerly
  • 11.10.2014 - 20:10

noch platter kann man wirklich auf ein ernstgemeintes Problem (Aussponieren des letzten Privatem)...

VIelleicht überlegt Du dir mal, wenn du in einem anderen System leben müsstest (Diktatur), was das für dich bedeuten kann......

Portrait von Caesarion2004
  • 10.10.2014 - 11:37

Überrascht bin ich auch nicht davon, dass Adobe unsere Daten will. Ob für eigene Zwecke und/oder um sie an Marketingfirmen zu verkaufen, sei dahingestellt.
Es muss einem jeden klar sein, dass er bei der Nutzung von Computer, Internet, Smartphone, etc. gläsern und manipulierbar wird und Daten erzeugt, die andere interessieren und sammeln. Natürlich ist das eine Riesensauerei - aber dank der Lobbygruppen sind unsere realitäts- und alltagsfernen Politiker da blind und taub.
Ich könnte mich oft darüber aufregen, dass die meisten Menschen wie Schafe (eher: Zombies) durch den digitalen Alltag trotte(l)n, immer die Nase und Augen auf dem Schirm (dass dabei nicht mehr Leute vom Bahnsteig fallen erstaunt mich immer wieder!) und fröhlich alles Belanglose in die Welt posaunen, während im Hintergrund die Programme Daten saugen und saugen...
Ich bin wahrlich kein Luddit, aber die ganzen angeblichen technischen Segnungen wie vernetzte Haushaltsgeräte, eReader und dergleichen brauche ich nicht! Und ich bezweifle sehr, dass es wirklich viele Leute gibt, die so etwas ernsthaft benötigen. Es darf sich eh keiner wundern, wenn man dann zur Zielscheibe für Online-Kriminelle, Wirtschafts-Kriminelle (Marketing-Menschen u.ä., aber belegt mir erst mal das Gegenteil!) und nicht zuletzt unsere "guten Freunde" jenseits des Großen Teichs (und deren Wirtschafts-Puppenspieler) wird und letztlich seine Freiheiten verliert, für deren Erlangung unsere Vorfahren vor gar nicht allzu langer Zeit noch geblutet haben...

Mahlzeit!

Portrait von Stefan Riedl
  • 10.10.2014 - 11:43

Das Wortspiel zum "Alltag trotte(l)n" fand ich sehr gut ;-) Auch danke an alle, die ihre persönliche Meinung und Ansichten mit der Community teilen.

Portrait von badera
  • 10.10.2014 - 10:16

- Adobe spioniert doch schon lange, nicht nur mit den mobilen Apps, wie man anhand des exzessiven Nach-Hause-Telefonierens begründet vermuten kann.

- Der Hinweis auf Google kann noch ergänzt werden: Google scannt auch Email-Inhalte. Andere Email-Anbieter möglicherweise/vermutlich auch, aber Google hat es selbst zugegeben.

- Nicht nur für die persönlichen Buchempfehlungen sind die gesammelten Daten wichtig, sondern auch für ein Profiling. Davon ab: Wer garantiert denn, dass nur die gelesenen/vorhandenen Büchertitel ausgelesen und übermittelt werden und nicht auch noch Kontakte, Internetverlauf etc pp.?

- Es ist nun mal so, dass vorhandene Daten Begehrlichkeiten wecken. In allen Bereichen. Geben wir sie den Begehrenden nicht freiwillig, werden wir mit Leckerchen geködert (z.B. Rabatte beim Einkauf, Gewinnspiele usw.) oder heimlich ausspioniert. Soeinfachistdas. Wer sich dem entziehen will, sollte keine Daten erzeugen. Wir stecken auch schon mittendrin. Wenn das "Internet der Dinge" umgesetzt ist, sind wir sowas von gläsern, dass wir uns zügig vom Demokratie- und Freiheitsgedanken verabschieden können.

Portrait von berniecook
  • 09.10.2014 - 13:38

Hallo,
danke für den Beitrag. Egal wo man hinschaut "ET will nach Hause telefonieren". Was geht Adobe meine Ebooks an? Nichts! Man muss sich schon fragen, was für Interessen dahinter stecken. Und da kommt einem schnell in den Sinn: Der User liest gerne beispielsweise Sience Fiction Romane. Also los mit Werbung für diese Bücher! Nach dem Motto: Spähe aus, was den User interessiert und mach anschließend Geld damit. Wobei da Adobe nicht das einzige Unternehmen ist. Man denke da an Facebook, bei denen ich die Rechte meiner Bilder an die abtrete, an Google die ebenfalls mein Surfverhalten protokollieren um bessere Ergebnisse für mich zu bekommen, usw. usw.
Nur das abzustellen, daran hat man kein Interesse....

Grüße

Portrait von renate_C
  • 09.10.2014 - 13:11

In der Tat kann man sich heute immer schwerer der Datenkrake und ihren vielen Armen entziehen. Was aber keineswegs bedeutet, dass man es nicht versuchen sollte.
Die Datensammelwut der Konzerne und mancher Regierungen/Geheimdienste geht viel zu weit. Es tauchte hier im Forum ja schon mehrmals Kritik an so was auf. Man kann sehr wohl Mittelwege zwischen den Zwängen der modernen Welt und der gesunden menschlichen Skepsis finden - noch!
Es ist schon eine Frechheit, dass man als Konsument zunehmend so völlig ausgepresst wird und immer mehr die Kontrolle über seine Daten verliert, die man preisgibt und z.T. preisgeben muss. Es mag im Einzelfall egal sein, ob Amazon, Google oder Adobe weiß, dass ich einen bestimmten Roman lese und sicherlich kann aufgrund des Kaufes auch mal eine Leseempfehlung an mich gerichtet sein, die tatsächlich passt und mich interessiert. Aber, Hand auf's Herz, Stefan - wie viele Bücher hast Du z.B. auf Amazons Empfehlung hin wirklich interessant gefunden und wie viele waren davon nicht mal ansatzweise interessant? Ältere, aber vielleicht sogar sehr interessante Bücher zeigt die Empfehlung idR eh nicht an - sondern nur registrierten und lieferbaren Bestand (was ja eh eine Form der Zensur ist - bei Amazon und seiner "Verlagsgängelpolitik" sowieso!). Wer sich für eine bestimmte Thematik interessiert kann ja auch sehr leicht Tipps bei Antiquariaten, Verlagen, Themenforen sowie - ja! - Verzeichnissen, Bibliographien, Enzyklopädie, etc. erhalten. Da kommt in der Regel mehr dabei raus. Zielgerichtete Werbung klingt immer so neutral, aber da entstehen digitale Profile, die wir selbst gar nicht kennen und man wird damit zunehmend manipuliert. Man braucht ja theoretisch nur ein USA-kritisches Buch kaufen und darf am Ende dort nicht mehr einreisen, weil man da plötzlich wegen des Kaufs in der entsprechenden Kategorie auftaucht.
Alle neuen elektronischen Geräte kommunizieren immer mehr mit ihrem "Heimatplaneten" und geben unsere Gewohnheiten preis. Zugleich sind sie Einfallstor für Hacker und Verbrecher von außen, die entweder unsere Daten stehlen oder Schaden und Chaos durch Sabotage anrichten. Ich brauche weder eine Gewichts-App noch einen intelligenten Kühlschrank noch einen ebook-Reader.
Ich kaufe lieber ein Printbuch, das ich auch verleihen oder verschenken kann. Das ist persönlich und man kann Erinnerungen damit verbinden. Ein Reader mit einem ebook ist da was ganz anderes.
Ich vermeide z.B. auch Zahlung mit Karte, weil niemand wissen braucht, was ich wann wo kaufe und am Ende zahle ich noch für die Kartennutzung, nein, danke! Zwar wollen Politik und Wirtschaft uns auch zum bargeldlosen Bezahlen verleiten, damit wir den Überblick über unser Geld verlieren und stattdessen uns verschulden und alles Private offen legen.
Da muss die Bevölkerung viel mehr dagegen agieren als bisher. Komfortabel mag es ja im Einzelfall sein, aber es ist weder nötig noch sicher noch tut es uns gut!
Wir müssen uns einfach bewusst machen, dass nicht alles, was möglich ist, auch gut ist und wir auch für unsere Privatsphäre und unser Recht auf Datenschutz kämpfen müssen.
Überspitzt (?): War es früher der Kampf für die Freiheit vor religiöser oder politischer Verfolgung in der westlichen Welt (was mitunter vielleicht auch nicht voll erreicht ist), so ist es heute der Kampf um unsere Freiheit vor ökonomischer Ausbeutung und für Privatsphäre!

Portrait von Zenist
  • 09.10.2014 - 09:25

olathang "...man muss nicht alles mitmachen."
Ja, das stimmt zum Glück!

Aber ich fürchte mal, richtig ist:
man muss NOCH nicht alles mitmachen.
Bei Buchung von Unterkünften oder Fahrkarten wird es immer schwerer, wenn man doch gerne die alten Wege wählen möchte, aber noch geht es, wenn man die Konsequenzen wie höhere Preise und weniger Auswahl in Kauf nimmt.

Lustig war auch am Wochenende das empörte Erstaunen meines Neffen, als er mal in einen Telekomnikation-Laden ging und sich aufregte, dass es dort teurer sei, als im Internet:
"Warum soll ich denn dann da einkaufen, wenn ich schon extra aus dem Haus gehe"

Und ich will eigentlich gar nicht wissen, welche Daten da alles mitgesendet oder ausgelesen werden können, wenn ich ein Ebook aus der Bibliothek ausleihe, da habe ich bisher auch gar nicht drüber nachgedacht, aber werde nun mal nachfragen.

Mein letztes ADE Buch dort war übrigens ausgerechnet das Lesenswerte Buch Der Circle von Dave Eggers (bzw hörenswert als Audio)... naja literarisch nicht gerade DER Tipp, aber die Warnung von den extremen Gefahren der "SUPER-Internet-Firmen" ist schon nachdenkenswert
(http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Circle)

Portrait von Bertram_Heinrichs
  • 09.10.2014 - 09:22

Der beste Spruch ist immer, "Ich habe doch nichts zu verbergen".

Portrait von einsiedel
  • 09.10.2014 - 06:17

nachdem das Programm permanent Kontakt zum I-Net aufgenommen hat, ist es wieder von der Platte geflogen.
Ich hatte weder Zeit noch Lust nachzuforschen was da passiert ist, aber hier habe ich die vermuteten Begrüdnung.
Man mus ja nicht alles mitmachen.

Portrait von olathang
  • 09.10.2014 - 08:21

wenn nur alle so konsequent einsiedel wären. Und ja, man muss nicht alles mitmachen.

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