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Dieser Japaner zeichnet mit Excel

Dieser Japaner zeichnet mit Excel
Wer braucht schon Pinsel und Farbe oder eine für das digitale Zeichnen bzw. Malen ausgelegte Software, wenn es Excel gibt?

Als Tatsuo Horiuchi in seinen Ruhestand hinüberglitt, entschied er, sich dem Zeichnen zu widmen. Jedoch hinderte ihm sein etwas knauseriger Charakter daran, Geld für Farben auszugeben. Auch der Umgang mit dem beim Malen nun einmal auftretenden Flüssigen erschien ihm wohl zu aufwendig. Die Lösung: digital sollte gemalt werden. Den dafür benötigten Computer besaß er bereits.

Doch auch hier schlug der Geiz des mittlerweile 77-Jährigen kräftig zu. Statt sich also ein Programm zuzulegen, welches sich für den angedachten Zeitvertreib besser eignet, griff Horiuchi auf das zurück, was er auf seiner Rechenmaschine vorfand: Microsoft Excel.

Weshalb er nicht wenigstens auf MS Paint setzte, begründet der folgende, den Excel-Zeichner porträtierende Clip von Great Big Story leider nicht. Der Japaner erzählt aber, er stellte nach und nach fest, dass ihm die Tabellenkalkulation alles bot, was er benötigte.

Und da sind sie ja auch, in Excel, die Werkzeuge, die man für eine digitale Malerei so gebrauchen könnte: Formen in Hülle und Fülle, von der Linie über das Rechteck bis zum Kreis, die Möglichkeit zur Einfärbung und gar zur Ausstattung mit einem Farbverlauf. Die viel gepriesene Usability stellt sich bei der Anwendung der Werkzeuge und beim vehementen Dranbleiben sicherlich auch irgendwann ein.

Tatsuo Horiuchi gab sich jedenfalls zehn Jahre Zeit – dann wollte er in der Lage sein, etwas zu malen, das annehmbar ist, das er anderen vorzeigen kann. Mit seiner Excel-Malerei begann er im Jahr 2000, die zehn Jahre sind also längst Vergangenheit. Ob seine Werke Anklang finden, liegt – wie stets – in der Entscheidung der Betrachtenden. Zu sehen sind einige der Exemplare im Film und viele weitere zur In-Ruhe-Ansicht auf seiner Webseite.
 

Euer Jens

Bildquelle Vorschau und Titel: Screenshot aus dem Video „The Michelangelo of Microsoft Excel“ von Great Big Story

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Kommentare
Portrait von feweb57
  • 17.12.2017- 15:55

Ouw! Echt Klasse was der Mann so mit Excel macht.

Portrait von Erschaffer
  • 10.12.2017- 08:16

Cool...gefällt mir, hätte nie gedacht, dass das möglich ist.
Wieder ein Beweis dafür, dass man selber der Künstler ist,
wenn man viel trainiert und nicht unbedingt teure Programme notwendig sind.
Hut ab von mir.

Portrait von berndschwartz
  • 09.12.2017- 22:29

Jooo...typisch für die japanische Kultur...Ausdauer, Beharrlichkeit, der Wille, bei jedem Schritt noch Vorne eine Verbesserung zu erzeugen, Perfektion mit vorhandenen Mitteln und Funktionen - zeichnet sich ja auch bei japanischen Kameraherstellern ab-speziell Fujifilm ... als Europäer nicht immer zu verstehen :-)

Portrait von Patrick_H79
  • 09.12.2017- 14:44

Also auf der einen seite eine interessante Idee das zu machen, auf der anderen Seite die Frage: Warum ist er nicht auf GIMP umgestiegen, vor allem da es schon seit November 1995 online zu bekommen ist .... :)

Naja, jedenfalls eine schöne Geschichte ! Danke Jens !

Portrait von psd_lob
  • 14.12.2017- 02:02

@ Patrick_H79

Wie ich den Beitrag verstehe: hätte sich der Künstler dem bedient, was bei ihm schon herum lag. Extra mit 'neue' Alternative etc. wollte er sich nicht beschäftigen oder gar einlassen. Aber genau daran lag es auch die 'Haupt'-Kunst …;-))

Portrait von psd_lob
  • 07.12.2017- 21:05

Die Grundidee, Ausführung, Beharrlichkeit, Geduld und das sich Beschäftigen ist in der Tat bemerkenswert. Das Endresultat - den Link zu der Seite des 'Künstlers' habe ich mir angeschaut - wäre in meine Augen allerdings nicht sonderlich berauschend. Aber das wäre das leidige Thema: "Geschmacks- und Ansichtssache".

Für den Fall jedoch: gut zu wissen, dass auch 'Excel' als Zeichenwerkzeuge dienen kann …;-))

Danke fürs Teilen!

Portrait von iku

iku

  • 07.12.2017- 09:02

Krass!!! Da ist er wieder, der Beweis. Die teuersten Malprogramme malen nicht von allein. Der wirklich Kreative kann mit so gut wie allem etwas Sehenswertes herstellen. Danke für diesen Beitrag.

Portrait von virra
  • 07.12.2017- 01:55

In Japan galt der Grad an Quälerei, den man in ein Kunstwerk steckt schon immer als ein Wert ansich.
Ist ne Weltsicht, kann man so machen. Trotzdem ist es Quatsch, der alte Mann hätte mal besser 10 Jahre seines kostbaren Lebensrestes mit einem gescheiten Werkzeug hantiert, dann würden die Leute seine Werke gewiss auch kaufen wollen.

Portrait von Nedsch
  • 06.12.2017- 23:49

Und wenn der Verkauf der Bilder gut läuft, wäre Photoshop für die Buchhaltung zu empfehlen.

Portrait von jmittendorf
  • 06.12.2017- 21:49

Genial was man so alles mit Excel so machen kann.

Portrait von Torito49
  • 06.12.2017- 17:45

Donnerwetter! Das ist ein wahrer Könner.

Portrait von korrosiv
  • 06.12.2017- 14:11

Ok ! dass mit hilfe von Excel Grafik erstellen oder auch Zeichnen geht, hab ich in ähnlicher Form im Verbund mit Autodesk Inventor kombiniert schon gemacht (3D-Körper anhand Exceltabellen generiert) aber nur mit Excel malen ,da bleib ich lieber bei den Layermalprogrammen ,aber wieso nicht "EXCEL MULTIUSE"

Portrait von Domingo
  • 06.12.2017- 11:38

Genial!

Portrait von Zeropainter
  • 06.12.2017- 10:29

Genauso interessant - wie es Leute gibt, die mit einer Schreibmaschine zeichnen. Respekt. Aber ausprobieren mag ich es trotzdem nicht.

Portrait von albinalona
  • 06.12.2017- 08:46

Echt unglaublich, was alles so möglich ist. Darüber hab ich mir noch nie Gedanken gemacht - Respekt!!
DAS macht mir Excel etwas sympathischer ;o) -war es doch bisher ein "notwendiges Übel". Werd darüber noch etwas mehr lesen, weil tatsächlich interessant.
Danke für diesen Artikel!!

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