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Eine Schande für die gesamte Design-Branche

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5$ für ein brandneues Logo? Dann nehm ich doch gleich zwei. Oder drei. Oder einen ganzen Sack voll! Vielleicht hat der ein oder andere von euch schon von der zweischneidigen Vermittlungsplattform Fiverr.com gehört, die mit dem Slogan "What do you need done?" einen immer festeren Platz im Vermittlunggeschäft einnimmt. Fiverr vermittelt digitale Minijobs weltweit und 'weltweit' ist hierbei kein Schmuckwort um die Reichweite besonders in den Vordergrund zu stellen - nein! Fiverr ist ein digitaler Marktplatz von Anfragenden aus ganz gewöhnlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, USA, Kanada usw. und vermittelt diese - mitunter - zu Dumpingpreisen an Auftragsabwickler in Schwellenländern wie Indien, Pakistan oder Bangladesch. Und das zu zweifelsfrei lockenden Tiefstpreisen. Für den Preis einer Schachtel Zigaretten, oder ein BigMac-Menü in Deutschland erhält man auf diesem Wege grafisch gut aufbereitete und brauchbare Endergebnisse, um seinen Außenauftritt gewaltig aufzuhübschen! Ein Vergleich, der einem jeden von uns sicher kalt über den Rücken läuft. Um es mit bösen Zungen wiederzugeben: Fiverr ist das McDrive des Grafikdesigns. Schnell, günstig und immer gern gesehen, wobei wohl nur wenige Menschen ihre Gedanken auch dem Thema Nachhaltigkeit und deren weitreichenden Folgen widmen.



Shitstorm braust über Fiverr hinweg
Das Portal hatte kürzlich für seine Kreativdienste im Web geworben und am Ende eine Welle der Entrüstung unter den Berufsanhängern der Grafikerbranche ausgelöst. Sinngemäß wird in der Anzeige die Frage in den Raum gestellt, warum man 100$ für ein Logo ausgeben sollte. Interessante Frage, aber Fiverr beantwortet sich diese selbstverständlich selbst und suggeriert eine Zeile tiefer, dass die Leute prinzipiell für gutes Design viel zu oft und viel zu tief in die eigene Tasche greifen. Frei interpretiert könnte man auch sagen: Du musst nicht den kleinen örtlichen Elektroladen der großen Handelskette Media-Markt vorziehen, um blöd zu sein. Es reicht schon, wenn du einen jungen Designer hierzulande für ein Logo anheuerst und dafür einen Hunderter springen lässt, anstelle dich bei Fiverr umzusehen. Die Konsequenz erstreckte sich über eine Bandbreite von Hassbotschaften, die ihr auf dem Twitter-Account von Anthony Petrie - einem Designer aus New York verfolgen könnt. "Unverschämt", oder "eine Schande für die Design-Branche" sind in diesem Fall noch glimpfliche Beschreibungen, die man auch ohne schlechtem Gewissen in einen Newsartikel wie diesen hier weitergeben kann.



Egal um welche Leistung es sich unterm Strich handelt, im Internet findet man mit großer Gewissheit jemanden, der es noch günstiger macht und Fiverr schöpft aus diesem Quell und deckt gerade aus unser aller Bereiche zahlreiche Zweige ab. So lässt uns ein erster Blick auf die Website und durch die Hauptnavigation schon erahnen, wie breit sich Angebot und Nachfrage hier aufgestellt haben: Graphics & Design, Online Marketing, Writing & Translation, Video & Animation, Music & Audio, Programming & Tech, Advertising & Business und eine Kategorie "More", die wohl alles beheimatet was sonst kein Dach über den Kopf bekommen hat. Sicher entdeckt ihr beim zügigen hinweglesen schnell die Kategorie wieder, in der ihr euch selbst bewegt und in der ihr höchstwahrscheinlich auch euer eigenes Know-How entgeltlich anbietet. Das Lohnniveau in anderen Ländern hat sich offensichtlich sehr schleichend auf Kellerniveau eingependelt, denn sonst dürften die 3$ von den ursprünglich gezahlten 5$ kein lohnenswertes Geschäft abgeben, denn die Differenz wandert ohne Umwege in die Tasche von Fiverr, die ein ausgesprochen breites 5$-Logo-Angbeot anpreist:



Wie geht man also mit derlei Umständen vernünftig um und wird hierbei auch Wert auf urheberrechtliche Hintergründe gelegt? Kann man wirklich vertrauen, dass derlei Angebote eine blütenreine Weste haben, ohne befürchten zu müssen, dass nach der Verwendung ein Klagestreit über mehrere Instanzen hinweg droht? Wie werden internetbasierende (und aufstrebende!) Portale wie fiverr.com und 12designer.com unseren Wirtschaftskreislauf in den nächsten Jahren prägen? Und überhaupt: Darf gutes Design gutes Geld kosten? Ich meine ja!

Ein ähnliches Phänomen können wir auch in unserem eigenen Portal beobachten. Kürzlich haben wir die Punkteschraube für Arbeitsdateien nachgezogen. Ein Download einer vollständig überarbeiteten und gut aufbereiteten Datei erleichtert seit Monatswechsel das Konto um 50 Punkte. Häufig sind die Files aber auch privat und kommerziell nutzbar und für jeden Download erhält der Urheber ebenfalls Punkte gutschrieben, die ihn dabei unterstützen weitere Inhalte von anderen Autoren zu ziehen. Eine gute Investition also, doch die Meinungen nach dieser Umstellung waren gespalten. Empörung aber auch Verständnis bekamen wir als Feedback. Und hier dreht sich das Rad im Großen wie im Kleinen weiter und es zeigt sich leider auch, wie schnell man sich an Tief(st)preise gewöhnt hat. Sind es diese Inhalte nicht eben auch wert, angemessen honoriert zu werden?

Auch wir haben unsere eigenen Erfahrungen mit derlei Portalen bereits gesammelt, weswegen ich eine absolute Leseempfehlung für unser August-Commag aus dem Jahr 2012 aussprechen möchte. Unter dem Titel 'Fight Club und schönes Design' schildert Matthias auf drei ungeschönten und äußerst ehrlichen Seiten seines Gossips, wie die Erfahrungen mit einem Projekt auf 12designer.com waren. Damals ging es um ein Redesign unseres Schmetterlings - das Logo von PSD-Tutorials.de. Doch auch Matthias selbst nahm an der Projekterstellung dreier unterschiedlicher Szenarien teil. Was daraus geworden ist und mit welcher Ernüchterung er den vermeintlichen Sieg in Empfang nehmen durfte, könnt ihr wie erwähnt im Commag 08 / 12 ab Seite 93 nachlesen.

Weitere Details in Bezug auf den Fiverr-Vorfall könnt ihr auch auf dem Infoartikel von t3n nachlesen. Abschließend interessieren mich auch eure Gedanken. Schlägt unter eurer Brust ein Gestalterherz, das blutet, wenn "5$-Ramschware" der eigenen fundierten und professionellen Arbeit vorgezogen wird? Oder empfindet ihr das als vollkommen in Ordnung, da sich die Welt ja ständig verändert und man sich auch selbst anpassen sollte. Teilt mit mir eure Gedanken. Euer Stefan.

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Kommentare
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Portrait von MaitreGrosch
  • 06.09.2014 - 09:27

Also ich habe nun etliche Meinungen gelesen...

Ich kann nicht leugnen, dass es wirtschaftlich betrachtet korrekt ist, was hier von vielen Usern und Selbstständigen geschrieben wird.

Meine Frau hat ein Kleingewerbe für Papeterie... Eine Weihnachtskarte kostet handgefertigt ohne Fertigteile 2 Euro und rechnet nicht annähernd die Zeit auf...

Für sie ist es Hobby mit ein wenig Nebenverdienst...

Und weil sie sich von den paar Euro im Monat weder einen Grafiker noch andere Dinge leisten kann, fehlen ein schönes Logo und eine Webseite...
Bei derzeit nur einem Verdiener und 2 Kindern sitzt das Geld nicht so locker, um mal ebend für 600€ und mehr eine Webseite zu kaufen...

Man sollte die Firmen die Geld haben, das bezahlen lassen, was die Arbeit Wert ist und realistisch auch einbringen muss.

ABER man könnte auch einfach hin und wieder einfach mal bei entsprechendem Hintergrund einfach einen fairen Preis aufgrund des Geschäftsbereiches machen...

Portrait von Bruhsman
  • 20.08.2014 - 09:50

Seit gut 10 Jahren bin ich mit meiner kleinen Werbeagentur am Markt. Vom Entwurf fürs CI bis zum Cardesign kommt für meine Kunden alles aus einer Hand. Ich hatte immer mal größere Fimenkunden die fürs herstellen von 10 Werbebannern oder fürs Cardesign von 5 Autos die "Zähne gefletscht" haben und die Preise drücken wollten. Ich will gar nicht von meinen Mitbewerbern anfangen die Einstiegspreise für Grafikdienstleistungen etc. anbieten das ich blass werde, was aber nur mit Home-Office im "Hotel Mama" funktioniert.
Meine Kunden haben meine Dienstleistungen schätzen gelernt, wer soll sonst nach dem Unfall des Firmenfahrzeuges die Heckklappe neu bekleben, nur die Telefonnummer in der VK ändern, nur mal schnell ein Messemodul aktualisieren und und und. Wenn mir mal einer mit seinen Preisvorstellungen richtig auf "den Zeiger" ging hab ich ihm die URL von graphicriver.net gegeben, jetzt kriegt er die von Fiverr.com dazu und soll sein CI mal durchorganisieren. Mit kostenlosen VK von Vistaprint haben Geschäftspartner bestimmt einen wahnsinns Respekt vor dir.
Lange Rede - kurzer Sinn, wer am Markt flexibel ist, eine gute Wertschöpfungskette aufgebaut hat und mit seinen Kunden ordentlich und fair zusammen arbeitet braucht keine Angst vorm virtuellen Grafiker zu haben!
Wünsch euch einen schönen Tag - und macht was draus ;-)

Portrait von d4y
d4y
  • 19.08.2014 - 19:03

Als erstes mal den Wert von 5$ in Indien ermitteln.... Da Zahlt man keine 1000 Euro Miete... Und jeder von uns schaut aufs Geld oder geht Ihr noch zum Schneider? Der Kunde dem es reicht wird da kaufen wo es Billig ist macht doch auch jeder von uns. Der Beratung braucht uns schätzt geht in den Fachhandel... Das ist son bisschen wie die Diskussion das der Arbeiter der die Iphones baut von seinem Gehalt es nicht mal kaufen kann.. Habe da bei Ferrari nachgefragt aber da reicht das Monatsgehalt auch nicht um nen 308 zukaufen. Das Internet globalisiert ob das jedem passt muss man die Fragen die bei Amazon, Zalando und Co kaufen.

Portrait von marcmaroc
  • 17.08.2014 - 13:47

Man kennt es von vielen anderen Branchen, alles wird in den Billiglohnländern verschoben. Ich finde das es eine Skrupellose Ausbeutung ist, die Leute brauchen jeden Penny und machen recht gute arbeit, bekommen aber nur einen Hungerlohn. Es ist klar das man aus den Industrieländern da nicht mithalten kann. Das Problem liegt beim Verbraucher, er müsste sich an die in seinem Land verfügbaren Agenturen oder frei wenden. Ich kenne es nur zu gut wie das mit den rechten solcher arbeiten geht, meist gibt Google eine Vorlage, die eventuell etwas geändert wird. Es musste auch her eine Kontrolle geben, damit der Verbraucher Geschütz ist und die Arbeiter einen besseren lohn bekommen. Was die Preise etwas ansteigen lassen würde, das ist noch keine Lösung, aber ich finde es wäre besser als das was die sich da erlauben.Jeder muss seine Steuern zahlen, was aber nicht für den digitalen Markt gilt (nicht selten missachtet wird). Ich bestelle etwas und bekomme eine Datei, ob da nun irgendwo Steuern bezahlt wurden, ist ja egal. Vielleicht habe ich ja eine Freund der mir eine Rechnung machen kann damit ich es absetzen kann ( Das wird hier oft so gemacht).

Portrait von dagdavincy
  • 15.08.2014 - 16:15

@Stefan_Riedl
Zunächst mal Danke, daß Du - und wie Du, das wichtige Thema eröffnet hast.
Nein, ich finde es in Ordnung, wenn hier immer wieder qualifizierte Tutorials angeboten werden und in Threads Hilfestellung für Quereinsteiger bereit gestellt wird. Oft genug wird dabei auch ersichtlich, welch breites Wissen und Erfahrung notwendig sind um "gute" Gestaltung zu erhalten. Ja, oft genug fallen die besten Tipps auf sehr unfruchtbaren Boden. Die so entstandenen Surrogate sind meist nicht mal 5€ wert. Das ist NICHT den Ratschlägen geschuldet!

Zum Thema Billigheimer:
Binnen 40 Berufsjahren als Gestalter für verschiedenste Branchen, musste ich zur Kenntnis nehmen, daß die Welt sich dreht und die Märkte immer in Bewegung sind. Nur auf die Veränderung ist Verlass.

Wer eine Armbanduhr auf dem Jahrmarkt für 10€ kauft darf für den Batteriewechsel 5€+ im Fachgeschäft löhnen. Ansonsten verkauft der Fachhändler für Uhren und Schmuck gerne Cartier, Omega und andere Edelmarken mit Garantie auf Ersatzteile, Reparatur und Nachsorge.

Überflüssig sind die Klagen, wenn Verbrauchermärkte auf billigem Bodenpreis vor der Stadt, mit Kampfpreisen und reichlich Parkmöglichkeit einen Großteil der Kunden nehmen. Wo Fachhändler in der City sich auf ihre Stärken besonnen haben und sich auf neue auch gemeinsame Marketinganstrengungen einigen konnten blieb der Schaden begrenzt.

Das prophezeite Apothekensterben anläßlich der Internet-Apotheke blieb aus. Selbst Doc-Morris als "Die" Web-Apotheke mit Filialen vor Ort, ist kläglich gescheitert. Die Filialkette ist inzwischen so gut wie unverkäuflich.
Ich könnte weitere Beispiele wie Baumärkte kontra Handwerksbetriebe aufzählen. Allen gemeinsam ist die Be- oder Verdrängung durch "Billiganbieter".
Die Lösungsansätze sind nicht so seeehr unterschiedlich. Es geht um Sortimentsbereinigung, Beratungs- bzw. Fachkompetenz, Qualitätsstandards und Serviceangebote die qualifizierte Fachbetriebe in der Regel zwar vorhalten aber oft zu wenig komunizieren/unterstreichen - sich dessen nicht bewusst sind. Über den Preiskampf läßt sich kein Blumentopf retten.

Das gilt auch für Design-Dienstleistungen!

Auch die traditionierte Printbranche hat in den 90ern durch Copyshops, WWWeb und Hobby-Artisten Umsatzeinbrüche erlebt. Die Antwort waren Zusammenschlüsse, Einstieg in IT-Technik und Spezialisierung bzw. Sortimentsbereinigung.

MfG

Portrait von Merline
  • 15.08.2014 - 09:27

Der gute alte Spruch "wo Licht ist, gibt es auch Schatten" trifft für mich ganz wunderbar auf das WWW zu. Oftmals ist das Web superpraktisch, im Job und auch privat. Andererseits gibt es dadurch reihenweise negative Auswirkungen - Viren, Betrug, Arbeitsplatzgefährdung und so vieles mehr.

Die Billigheimer gibt es inzwischen für viele Sparten und es wird immer Firmen oder Privatpersonen geben, die auf solche Angebote anspringen. Aus meiner Sicht ist das eher eine Gruppe, die sich zuvor noch keine Gedanken um ein Logo gemacht und bis dahin noch nie Kontakt mit einem Grafiker oder einer Agentur hatte. Es wird immer Leute geben, die auf so etwas anspringen, frei nach dem Motto "lieber ein billiges Logo als gar kein Logo". Fertiglogo aus der Dose? Bitteschön, wer's braucht. Es gibt aber auch viele, die hier anders denken.

Ich bin vor 14 Jahren von der Agentur- auf die Auftraggeberseite gewechselt (Marketing, PR etc.) und habe seitdem in mehreren mittelständischen, international tätigen Unternehmen (40 - 100 Mitarbeiter) und einem Konzern gearbeitet, die sich neben einer internen kleinen Marketingabteilung manchmal sogar einen eigenen Grafiker leisten. Superbillig-Angebote war hier nie ein Thema, auch wenn es natürlich mal Preisverhandlungen mit externen Dienstleistern gibt. Aktuell holen wir uns dazu projektabhängige Unterstützung einer externen Werbeagentur. Hier sind immer Dienstleister gefragt, die uns so gut kennen, dass sie unsere - teilweise abgehobenen - Ansprüche in machbare Bahnen lenken und umsetzen. Bestellen, liefern und fertig? Mitnichten, hier wird diskutiert und geändert, bis es passt. Dabei liefert die Agentur auch immer wieder wertvollen Input oder Perspektiven, die wir so nicht auf dem Schirm haben. Nicht ganz billig, aber dafür passt es, um in einem sehr technisch geprägten Markt mit harter Konkurrenz (die ebenfalls sehr gutes Marketing & Design machen) zu bestehen.

Was die Privatpersonen anbetrifft, die auf die Billigheimer anspringen: Das haben wir alle selbst in der Hand! Seitdem ich z.B. gelesen habe, dass Amazon so wenig wie irgendwie möglich in Deutschland versteuert, hier aber den größten Umsatz macht und seine Lieferanten wie auch Mitarbeiter stark unter Druck setzt, gehe ich noch viel lieber in meinen Buchladen vor Ort. Bei vielen Produkten sind die Preisunterschiede zwischen Online-Shop und dem Geschäft vor Ort sowieso eher gering, also schaue ich im Web, was es gibt, um es dann im realen Laden zu bestellen oder direkt zu kaufen. Eine gute Beratung und ein freundliches Lächeln gibt es dazu - unbezahlbar. Insofern drücke ich allen Dienstleistern die Daumen, dass sich hier ein wenigstens einigermaßen gesundes Gleichgewicht einstellen wird.

Portrait von hobbit-55
  • 15.08.2014 - 00:36

und so sieht dann die reale Welt aus:
In einem anderen Forum habe ich eine Diskussion verfolgt zum Thema "Auswirkungen des zunehmenden Onlinehandelsauf die örtlichen Einzelhandelgeschäfte"
Tendence: dem Onlinehandel muß durch persönliche, qualifizierte Kundenbetreuung entgegegewirkt werden.

Dann berichtete dort jemand, dass der Umsatz seines Geschäftes so weit gesunken sei, dass er grad noch die laufenden Kosten decken könne. Ein Verkauf des Geschäftes brächte nicht mal die Investitionen rein. Er habe sich nun dazu entschlossen, sein Warenangebot zu verändern. Er wolle Schreibwaren mit anbieten, da es in unmittelbarer Nähe kein Fachgeschäft gäbe. Ob ihm jemand Großhandelsadressen mitteilen könne.
Und jetzt kommts;
Sie gaben ihm eine Adresse eines ortsansässign Schreibwarengroßhändlers, der über einen Außendienst verfügt. Dieser würde ihn 14tägig besuchen und ihm auch beim Erstellen eines Warensortimentes beraten können. Zum Einkaufen seiner Ware empfohlen sie ihm aber auch einen Online- Großhändler, der die besseren Preise habe.
DAS STINKT DOCH ZUM HIMMEL!!!!
Sich darüber aufregen, dass alle im Internet billig einkaufen und selber nix besser sein. Die wundern sich wahrscheinlich auch noch, wenn der ortsansässige Großhändler schließt uns Schluß ist mit Beratung des Außendienstlers. Aber die eigenen Kunden durch BEratung bei der Stange halten wollen? Ich glaub´s nich

Portrait von Wolves
  • 14.08.2014 - 22:56

Also ich sehe es ebenso wie ackermaennchen. Hier unten auf dem Fleck habe ich ja ab und zu mit verschiedenen Betrieben zu tun und höre wirklich oft, das die Betriebe probleme haben, das ihre Wünsche im Netz zu 100% umgesetzt werden.

Wirklich viele diese Betriebe möchten dann eine persönliche Betreuung, da sie mit günstigeren Anbietern früher oder später Probleme habe. Ein Beispiel was ich erst letzte Woche hatte, ein Betrieb hatte ihren kompletten Internetauftritt einer günstigen Firma aus dem Netz überlassen, dies hatte auch wunderbar für das erste funktioniert, aber dann hatten sie Betriebsferien und als die Ferien zu Ende waren, gab es eine extreme zeitliche Verzögerung bis der Hinweis auf die Betriebsferien von der Web-Site verschwunden ist. Das so etwas doch recht Schädlich ist, sollte glaube jedem Bewusst sein bzw. das niemand so eine Rennerei haben möchte.

Ich denke mal für den Anfang werden kleine Firmen auf so etwas günstiges zurückgreifen, aber auf längere Sicht ist eine Agentur vor Ort wesentlich interessanter für Firmen, die einen Wachstum haben. Diese Firmen investieren dann lieber Geld, damit sie diverse organistorische Sachen abgeben können um ihre eigene Zeit wesentlich sinnvoller zu verwenden, anstatt Geld zu sparen.

Die angesprochere Firma ist wie Paint oder Gimp für uns, aber will man mehr machen holt man sich am Ende doch lieber Photoshop ;)

Was mir aber noch im Kopf rumschwirrt, können solche Sachen denn überhaupt wirklich zu 100% legal sein? Diese "Billig-Grafiker" aus den Schwellenländer müssen doch auch ihr Equipment kaufen, wenn es legal sein soll. Selber hätte ich da ehr bedenken, das die Aufträge mit illegalen Programmen erfüllt werden um diese Preise zu verwirklichen.

Portrait von Michel1966
  • 15.08.2014 - 00:49

Beim Thema Software fehlt die Sensibilisierung der Menschen.
Die meisten Kunden wissen auch nicht wie es rechtlich aussieht, wenn ihr Grafiker mit einer Raubkopie arbeitet.
Ich habe jahrelang eng mit DISCREET/KINETIX/AUTODESK zusammengearbeitet (damals der zweitgrößte Softwarehersteller der Welt). Mir wurde vom Software Hersteller gesagt, dass die Arbeit die mit raubkopierter Software gemacht wurde dem Herstellers gehört. Das heißt, der Kunde hat zwar bezahlt, aber er hat die Rechte nicht gekauft, weil der Grafiker keine Rechte an der Software hat. Somit kann der Grafiker doppelt verklagt werden und braucht sich um seine Zukunft keine Gedanken mehr zu machen (sofern er gerichtlich belangt wird).
Wie es heutzutage ist, weiß ich nicht.
Wenn ich Kunde bin (oder einen Subunternehmer beschäftige), lasse ich mir vorher schriftlich bestätigen, dass der Grafiker mit lizenzierter Software arbeitet.

Portrait von Caesarion2004
  • 14.08.2014 - 22:25

Prinzipiell habe ich nichts gegen Konkurrenz - solange der Wettbewerb fair ist und die Spielregeln für alle Anbieter einigermaßen ähnlich sind (identische Bedingungen sind außerhalb des Labors immer so ein Problem.).
Leider ist der Wettbewerb nicht mehr so. Einige große Konzerne bestimmen die Spielregeln und das zieht Kreise. Beispiel:
Ein großer amerikanischer Online-Versandhändler macht Druck auf die Verlage was Lieferkonditionen, Verrechnung, Beteiligung, etc. betrifft. Zudem fördert er (und andere) die elektronische Publikation, was auch wieder Anpassungsdruck und Kosten für den Verleger bedeutet. Dieser spart er durch Personalabbau, Outsourcing (grässliches Wort), Konzentration und Druck auf seine Dienstleister wie Druckereien und Hersteller/Grafiker.
Was machen die Druckereien und Grafiker / Buchhersteller? Sie diversifizieren und gehen auch mit den Preisen runter an ihre Schmerzgrenze - bei steigenden Betriebskosten (Energie, Papier, etc.).
Gleichzeitig drängen immer mehr aus den Verlagen und Druckereien (von denen NICHT alle neben der Online-Konkurrenz exisiteren können!) kommende Ex-Mitarbeiter auf dem Sektor der Selbstständigen - ergänzt durch all diejenigen, die Vater Staat durch seine untergebene und oftmals unterbemittelte Einrichtung, in Schnellkursen mit Wertlos-Zertifikaten zu Grafikern, Webdesignern und Co. gemacht hat, weil "der Markt ja wächst" und die dort unterkommen sollen/können.
Nicht nur, dass allzu hierzulande praktisch ein Überangebot an arbeitswilligen Kräften im IT- und Grafikbereich entsteht, wobei ich über die individuelle Qualität nichts sagen kann und will, nein, gleichzeitig steht man im globalen Wettbewerb mit Anbietern (meist über Agenturen wie oben), die hier ihre Dienste anbieten, Aufträge abschöpfen und damit dann Bulgaren, Inder, etc. für ein paar Cent (von Euro wollen wir hier ja nicht ernsthaft reden) abspeisen, denn das eigene Unternehmen muss ja seine enormen Kosten für Marketing, Vermittlung und Service wieder reinbekommen.
Okay, ich will ehrlich sein, wenn Lieschen Müller für ihren Enkel zur Einschulung ein individuelles Logo für sein Mäppchen kreieren lässt und damit ein paar Bogen Briefpapier bedrucken lässt, dann tut uns das im Einzelfall nicht weh. Aber die Masse macht es dann immer noch!
Problematisch wird es, wenn zunehmend mittlere und Kleinbetriebe ihre Firmenunterlagen, etc. so vergeben.
Zwar kenne ich genug Kollegen und Geschäftspartner, die lieber ihren Stammkontakt "um die Ecke" haben, mit dem sie auch Freitag abends kurz mal telefonieren und die Visitenkarten ändern lassen können, aber zugleich kenne ich auch einige Fälle, in denen das neue Management erstmal alle Geschäftsbeziehungen abbrach, die bisherigen Lieferanten alle finanziell nötigte, ihre Rechnungen dem "günstigsten Anbieter auf dem Markt anzupassen" (!!! DAS IST KEIN SPASS!!! DAS MEINE ICH ERNST - SO WAR DIE VORGABE!!!).
Unnötig zu sagen, dass das nicht passierte - Ergebnis: hier im Wilden Süden sind drei Druckereien ins Kriseln geraten und mindestens zwei Grafiker suchen Hände ringend Ersatzauftraggeber.
Ich verteufle gerne den amerikanisch-britischen Raubtierkapitalismus, das stimmt, aber er hat in den letzten Jahren auch gnadenlos sich ausgebreitet und sobald das neue Freihandels- und DIenstleistungsabkommen der EU mit den Amerikanern durch ist, dann ist sowas der Alltag,
Ich hoffe, dass es immer noch genug Leute gibt, die erkennen, dass "gute Arbeit" auch mit "gutem Geld" bezahlt werden muss - und zwar beides bezogen auf das Land des Auftraggebers/Kunden. Aber neben der sich ausbreitenden Geiz-ist-geil-Mentalität ist es halt auch so, dass das Lebensniveau vieler Menschen und auch die finanzielle Ausstattung vieler (kleineren) Firmen und Selbstständiger sinkt und daher auch automatisch der Zwang entsteht, möglichst günstige Angebote wahrzunehmen. Wenn die Qualität dann auch noch stimmt, gut, dann kann man verstehen, wenn der Kunde weiterhin so verfährt.
(Viele kaufen ja auch beim Discounter den Schlafanzug für 10 Euro, weil er gut und preiswert ist. Das damit Umwelt und Menschen ausgebeutet werden, wissen die Leute, aber neben den "Sparern" gibt es halt auch diejenigen, die mittlerweile zu einem solchen Verhalten gezwungen sind, weil sich das ganze System in dieser RIchtung dreht - für die meisten abwärts und für einige wenige aufwärts!)
Das ist nicht schön, aber menschlich.
Problematisch ist eine solche Vorgehensweise natürlich auf lange Sicht für die Werte der Menschen sowie für die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt (letztlich ein Kreislauf in Form einer Abwärtsspirale).

Was den Aspekt betrifft, inwiefern hier auf PSD-Tutorials tätige Autoren durch die Vermittlung ihres Fachwissens und ihrer Kniffe sich selbst das Wasser abgraben und zu dieser inflationären Schwemme betragen: ja, sicher tut das seinen Teil dazu. Aber kein Amateur kann nur mit den Tutorials sich in kurzer Zeit das erarbeiten, was jahrelange Praxis und ein Studium haben reifen lassen - die Profis brauchen sich kurzfristig nicht vor dieser Konkurrenz fürchten. Schon gar nicht, wenn ein Amateur doppelt so lange für die Erstellung einer Auftragsarbeit braucht und die Qualität vielleicht auch nicht stimmt, er aber auf jeden Fall seine Kosten nicht gedeckt bekommt. Da der Markt da recht hart ist und noch härter wird, ist das ein harter Selektionsprozess. Irgendwann wird es natürlich auch für die Profis eng.
Aussterben wird der Berufsstand wohl nicht - ein Restbestand an Aufträgen wird bleiben, aber es wird insgesamt eng werden. Auch denn Austausch von Wissen wird es dann vielleicht nicht mehr so geben, da man sich ja vor der Konkurrenz "schützen" muss. Solidarität und Kooperation werden dann selten sein.

Letzten Ende spielt es keine Rolle, was wir annehmen, wie sich die Situation durch Agenturen wie oben für Grafiker und Webdesigner entwickeln wird - denn dies ist nur ein Segment einer Gesellschaft, die generell unter diesen Bedingungen leidet - in allen Bereichen. Und es ist absehbar, dass dies in den nächsten Jahren der Branche bzw. uns Bürgern zu schaffen wird. Steigende Kosten für alle Lebens- und Arbeitsbereiche, Abbau staatlicher Leistungen und Strukturen, Verkehrsinfarkt, demographische Entwicklung, Überschuldung, Inflation, zunehmende innere und äußere Destabiiisierung, Klimawandel und und und...
Es gibt also genug Möglichkeiten für uns - auch außerhalb der unsere Nische direkt betreffenden Bedrohungen existentiell einzugehen.

Da ist das Agentur-Unwesen letztlich nur ein (sehr unschöner) Nagel auf unserem Sarg.

Ich entschuldige mich für den etwas längeren Kommentar samt Exkurs mit apokalyptischem Unterton und hoffe, dass es irgendwem irgendwo hilft!

Gute Nacht!

Portrait von Michel1966
  • 14.08.2014 - 16:46

Das wird meiner Meinung nach etwas zu viel aufgebauscht. Für mich ist das einfach ein Teil der Globalisierung - und diese Veränderungen gibt es schon seit der industriellen Revolution. Den Fortschritt kann man nicht aufhalten. Denkt mal an die Eisenbahn, an die Dampfmaschine in der Industrie, an die Fließfertigung, Mobiltelefone... Immer gab es einen Teil in der Bevölkerung, der dagegen war. Einige wissen vielleicht noch wie es war, als der PC seinen Siegeszug antrat.

Diese Angst betrifft/betraf schon viele Branchen. Und sie war meist unbegründet! Der Markt reguliert sich - wenn nicht, braucht man sich keine Gedanken über so was zu machen, dann haben wir ernstere Probleme.

Wie ja alle wissen, hat sich die Weltbevölkerung seit den 50er Jahren des letzten Jahrtausends verdoppelt.
Trotzdem gibt es für die vielen Menschen Arbeit - jedenfalls für die meisten. Nenn mir eine Branche die komplett ausgestorben ist. Vielleicht gibt es ja auch eine Bereinigung und die überflüssigen werden etwas anderes machen. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Also mir geht es wie ackermaennchen - ich kannte die nicht und ich bezweifele, dass meine Kunden die kennen (wollen). Persönliche Betreuung geht vor dem Preis - frag mal Deine Kunden!

Ich habe auch schon einige lukrative Aufträge an die FH verloren, weil ich an den Preis nicht rankomme. Die Studenten mit Prof. haben mir vor ca. 8 Jahren das Leben ganz schön schwer gemacht. Also habe ich mich umorientiert und eine andere Zielgruppe angesprochen.

Portrait von Stefan Riedl
  • 14.08.2014 - 16:50

Ausgezeichnet kommentiert Michel! Vielen Dank für deinen interessanten Input. Es ist in der Tat sehr spannend, sich über dieses Thema auszutauschen und eure Ansichten zu hören. Danke vielmals.

Portrait von Michel1966
  • 15.08.2014 - 00:52

Danke. Und dabei habe ich noch nicht mal die Schüler erwähnt, die Webseiten für eine Handvoll Euro basteln.

Portrait von berniecook
  • 14.08.2014 - 13:09

Hallo,
Wer dort sich für 5$ ein Logo basteln läßt, bitte schön. Wir hier in Europa können nur durch eins punkten und das ist Kundenservice vor und nach dem Auftrag. Der Mittelpunkt MUSS der Kunde sein. Leider ist es bei uns in Deutschland häufig immer noch so, dass der Kunde der Bittsteller ist. Ein Kunde, der mich gut bezahlt, der bekommt auch gute Arbeit. 5$ ist leider keine gute Bezahlung aus unserer Sicht, auch wenn das für den einen oder anderen ausländischen Logodesigner das anderst sein mag.
Wenn ich da in der Fotobereich schaue, ist es da schon lange so. Fotolia und Co bieten Fotos zu einem Spotpreis an. Da lohnt sich es häufig nicht, die eigene Kamera überhaupt in die Hand zu nehmen und diese gewerblich zu nutzen. So weit ist es ja schon auch bei den Logos.
Wenn ich in Europa also mit Logo Gerld verdienen will, muss ich also nicht auf das reine Logodesign konzentrieren, sondern dem Kunden eine komplette Dienstleistung verkaufen beispielweise eine Corporate Design für seine Firma.
Was will ich damit sagen? Es kommt auf die eigenen Marketingaktionen an, mit denen ich meine Dienstleistung verkaufe. Und noch etwas: Warum gibt es viele Firmen, die eine eigene Kommunikationabteilung mit eigenen Mediendesignern haben? Sicher nicht, weil es fiverr gibt, bei denen ich ein Logo für 5$ erstehen kann!

Portrait von 19area53
  • 14.08.2014 - 07:42

Ja nee, is klar ...
als alter (und das kann ich mit 61 wohl behaupten) und immer noch in Arbeit stehender Hase habe ich ja schon viel erlebt in der grafischen Industrie. Und wisst ihr, wann es am schönsten war? Es war die Zeit der geschlossenen Systeme wie Berthold, Linotype, Monotype: Da kam keiner mit seinem Laptop um die Ecke und hat dir das Mitarbeitermagazin deines Kunden weggeschnappt. Da kostete ein Schriftschnitt locker Hunderte und ein Arbeitsplatz 25.000 Euro (ich will jetzt nicht auch noch mit der guten, alten DM anfangen), es gab Stundenlöhne wie im Paradies, Überstunden wurden mit 30% Aufschlag bezahlt, 30 Tage Urlaub, Apple wurden damals noch zum Frühstück gegessen. Da kamen die Leute und ließen ihre Geburtstagseinladungen von einer Druckerei drucken. Wahnsinn.
– ALLES VORBEI –
Heute gilt nach wie vor der ehrlichste Werbeslogan der Neuzeit: "Geiz ist geil". Diese Mentalität ist weit verbreitet, heute wie früher. Jeder freut sich über kostenlose Schriften (auch die, die der Kollege auf dem Stick hat), Bilder, Wissensbeiträge wie in PSD. Es wird gesammelt und gehortet. Alle wissen, dass Apple die Arbeiter in China auspresst wie Zitronen, aber alle wollen (müssen) es haben: das neueste i-Phone, i-Pad …
Diese Entwicklung ist leider nicht mehr aufzuhalten und wir sind die Betroffenen. Das fühlt sich schei... an, ist aber so. Jammern hilft nicht mehr. – Gott grüß die Kunst

Portrait von Redgrisu
  • 14.08.2014 - 10:08

Als gelernter Setzer (lang, lang ist*s her) kann ich dir nur recht geben! In meiner Lehrzeit mit den Bleilettern waren mindestens 5 Personen damit beschäftigt, ein Druckwerk zu erschaffen vom Satz über den Reprophotographen, Lithographen, Druckformenhersteller usw. Die Folge war natürlich: Die Druckwerke waren teuer aber dafür etwas "wert". Heutzutage macht praktisch jedermann auf seinem Heim-PC druckfertige Vorlagen - mit mehr oder weniger typographischen Kenntnissen. Was kommt dabei heraus: Gestaltungen mit grandiosen Schriftmischungen :( Dazu kommt, dass diese Leute meist keine Ahnung von Farbräumen haben.
Auch hier im Forum tauchen immer wieder solche Leute auf, die mal so auf die Schnelle ein Magazin gestalten wollen, aber letztendlich keine Ahnung haben.

Doch ich will die neuen Zeiten auch nicht krank jammern. Mit Indesign und Co kann nun wirklich relativ kostengünstig ein Druckwerk gestaltet werden, so dass heute die Druckereien mehr denn je mit Arbeit versorgt werden.

Doch diese von dir geschriebenen Dumpingpreise sind in der Tat ein Hohn!


Portrait von pepexx
  • 14.08.2014 - 07:05

"You get what you pay for."

Portrait von ackermaennchen
  • 13.08.2014 - 23:40

Bis eben kannte ich den Dienst gar nicht... Der Anbieter freut sich jetzt weil du damit ganz nebenbei kostenlose Werbung für ihn machst :D

Klar kann man sich über sowas aufregen, und es ist auch ärgerlich. Aber ganz ehrlich, ein "Großkunde / Gewerbekunde" wird weiterhin zu einer Agentur gehen die Ortsansäßig ist, denn der möchte weiterhin einen Betreuer haben mit dem er persönlichen Kontakt hat, mit dem er reden und Wünsche,Änderungen etc.besprechen kann. Jemand der vielleicht Hobbyfotograf ist, oder ne unbekannte Band hat etc. möchte und kann und will in der Regel auch das Geld einer Agentur nicht aufbringen. Diese Nische füllen solche Dienste aus, und das find ich auch ok. Da ist doch nix gegen einzuwenden. Sicher ein paar Startup Firmen werden dieses Angebot auch nutzen aber langfristig gesehen werden auch diese (sollte das Geschäft laufen) zu einer Agentur wechseln mit der sie direkt kommunizieren kann.

Portrait von Stefan Riedl
  • 14.08.2014 - 08:45

Nun, ganz so ähnlich sehe ich das nicht. Denn sind wir doch mal ehrlich. Wer braucht heute in Zeiten des Internets wirklich noch eine 'persönliche Beratung'? Den Mitarbeiter am Bankschalter löst der Geldautomat ab, ein Handyvertrag wird mitunter gerne bei einer 'Günstig-Tochter' eines großen Telekommunikationsriesen abgeschlossen - zwar ohne telefonischem Support, aber mit günstigeren Konditionen. Das Girokonto liegt bei einer Direktbank, wie der DiBa. Da hat man zwar keine Filiale vor Ort, aber immerhin spart man sich die Kontoführungsgebühr und überhaupt, wozu braucht man noch eine örtliche Niederlassung? Und über die neusten technischen Errungenschaften informiert man sich im Web, probiert es evtl. im Media-Markt noch aus und kauft es zum Schluß über Amazon umd en günstigsten Preis mitzunehmen.
Das Leben steckt voller Beispiele, wo Menschen einfach den direkten Weg ohne Umweg zu Gunsten des eigenen Geldbeutels gehen und jeder von uns lebt diese Denke, während Stellen fleißig wegrationalisiert werden um die Gewinnmaximierung voran zu treiben. Ein Automat fordert auch keine 30 Urlaubstage. Was ich damit sagen will und was 19area53 bereits angesprochen hat: Wir leben in einer 'Geiz-ist-Geil-Gesellschaft' und das Internet ebnet den Weg, Menschen mit Dienstleistungsangeboten - die auf der 'guten alten Zeit' beruhen - überflüßig zu machen. Aber ich bin auch überzeugt, dass Qualität, langfristig die Quantität wieder abhängt.

Portrait von ackermaennchen
  • 14.08.2014 - 14:24

Ja aber schau mal auf deine Beispiele.. Das trifft zu 90% wenn nicht mehr auf Privatpersonen zu, die Aufgrund der steigenden Lebenskosten und gleichbleibenden Löhnen auch einfach nicht anders können. Und diese Privatpersonen/Einzelpersonen sind in der Regel nicht die Zielgruppe von Agenturen in diesem Berreich.

Da trifft es den Resieverkehrskaufmann/frau eher als den Grafikdesigner. Denn der verkauft die Urlaubsreisen nicht an die Firmen sondern an die Privatpersonen. Ebenso wie den Einzelhandel, da hast du schon recht, es wird im Laden ausprobiert, angeschaut und dann im Netz bestellt.

Portrait von MainAngler
  • 14.08.2014 - 09:44

Habe zwar nichts mit der Branche zu tun aber....
Geld regiert die Welt! bzw. Geiz ist Geil!
Will heißen, dass die Leute (Kunden) doch lieber weniger ausgeben wollen für eine Dienstleistung und dann wird schon verglichen und nicht der Ortsansässige genommen, wenn dieser teurer ist.

Da ich gute Bekannte/Freunde habe, die selbst entweder selbständig sind oder auf andere Art und Weise Dienstleistungen hin und wieder in Anspruch nehmen, bekomme ich da natürlich das ein oder andere mit, da mit mir auch darüber mal gesprochen wird.

Die besagte Plattform kenne ich zwar nicht, dafür die andere (12...com) die hier genannt wurde - wobei es davon noch mehrere gibt!
Den Kunden ist die Nutzung dieser Portale egal.
Hauptsache günstig, günstig, günstig!

Warum sollte man die ortsansässigen Druckerei, die Flyer, Visitenkarten etc. druckt, beauftragen, wenn man über's Internet günstigere Online-Druckereien findet bei denen man nur 1/4 des Preises bezahlen muss?!

Der Artikel gefällt mir, da kommt mir gleich in den Sinn, dass ich einen guten Bekannten habe, der einmal eine Plattform aufbauen wollte, auf der man seinen Unmut über Dienste und Kunden - mit Beispielen - loswerden kann.
...

Portrait von Zenist
  • 13.08.2014 - 23:02

Ich weiß ja nicht, was für Logos dann dabei herauskommen, viel Kundengespräch ist dabei sicherlich nicht vorgesehen. Und warum nicht gleich ein Logo für lau wie http://www.freelogoservices.com/de ;-)

Die Entwicklung ist ja schon in Deutschland im Printbereich ganz ähnlich, wo es - zumindest auf den ersten Blick - unglaublich günstige Angebote gibt. Und auch in vielen anderen Berichen bin ich dann viel eher erschrocken über die Nutzer als über die Anbieter, wie Amazon, KiK usw. Ich denke hier (Verbraucher und Auftraggeber) wäre der Hebel anzusetzen, WENN man solche Entwicklungen aufhalten will.

Bei Fragen, Wünschen "guter" Qualität habe ich da auch keinerlei Konkurrenzangst, bei der Quantität habe ich allerdins nicht nur an der Stelle mehr als nur Angst. Aber alleine schon die Diskussion hier schafft Veränderungen, wenn auch erstmal nur im Kleinen.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 13.08.2014 - 19:13

Tja, das von allen gelobte iNet. Selber Schuld, könnte man sagen. Aber ... : "der arme Inder muß doch auch leben". Und bitte, warum soll ein Hinter-Inder für 5$ nicht die gleiche Qualität liefern wie ein EU für 500 €, wenn er nicht kurz vorher verhungert?

Wir werden die Geister nicht mehr los.

Aber, so macht es mein Fahrradhändler, wenn wieder einer zum Nachbessern seiner bei einem Billiganbieter gekauften Ware kommt: Er verdoppelt seinen Stundenlohn und alles ist gut. Sein Kollege hat schon Konkurs angemeldet und steht jetzt neben dem Armutsflüchtling aus Bulgarien an der Theke des AA.

Wir haben sie gewählt, diejenigen, die nur ihre eigenen Säcke füllen. Diejenigen, die alle Welt liebhaben. Vorallem die "Inder".

Gut, jetzt bin ich vom Thema abgekommen. Wer schützt mich?

Portrait von SigridBW
  • 13.08.2014 - 18:33

@Stille_Wasser,
um die armen Inder mache ich mir viel weniger Gedanken wie um deren "Kollegen" hier in Europa und Nordamerika. Nachdem in Indien die Lebenshaltungskosten 70 und mehr % unterhalb denen von Deutschland liegen steigt der Existenzdruck hier.

Meine Wünsche sind auch daß die Gedanken von @medienfux bei allen Outsourcing-/Gewinnmaximierungs-Tricks recht schnell zum Tragen kommen und sich die Billigsteinkäufer recht viele Probleme einhandeln die dann für angemessenes Entgelt von Leuten hier zu beseitigen sind.

Meine Quelle zum Vergleich Deutschland vs India
http://www.numbeo.com/cost-of-living/compare_countries_result.jsp?country1=Germany&country2=India

Portrait von roweso
  • 13.08.2014 - 18:13

@stille Wasser
"das es Länder gibt, in denen die Menschen jeden Cent zum nackten Überleben brauchen "
Du hast vollkommen recht. Leider gibt es auch deutsche "Mitmacher"
Ich frage mich allerdings auch, ob dieser Artikel nicht zuviel der Aufmerksamkeit ist.
Nur ein Gedanke...

Portrait von Norbert Schumann
  • 13.08.2014 - 16:39

Als Autor von zahlreichen Tutorials muss ich mich auch hinterfragen, ob ich nicht selbst Schuld daran bin. Schließlich kann jeder Laie nun dank meiner Tutorials Auftragsarbeiten abwickeln. Man steckt da in einer Zwickmühle. Zum einen bietet man günstig KnowHow an und zum anderen stört man das Gleichgewicht. Es ist nicht verwerflich und rechtlich wohl Einwandfrei, wenn das Portal diese Dienstleitungen anbietet. Ob man das schön findet ist etwas anderes. Ich würde das Angebot auch nicht befürworten- oder in irgendeiner Art unterstützen- aber viele andere tun dies offensichtlich. Boykotieren können wir es, aber eben nicht mehr. Qualität wird sich durchsetzen- nicht die Quantität. Daher vertraue ich auf die Zeit, die hier regulierend eingreifen wird.

Portrait von Michel1966
  • 13.08.2014 - 18:14

Genau!
Denkt mal an ansässige Druckereien und Online Druckereien. Die existieren auch nebeneinander.

Portrait von Stille_Wasser
  • 13.08.2014 - 15:58

Schön oder gar gerecht ist etwas anderes, aber leider wird sich so etwas in dieser globalisierten Welt erst dann ändern, wenn entweder die Kommunikation einschließlich des net nachhaltig ge- oder zerstört wird oder sich - was ich gut finden würde - das Lohn- und Lebensniveau weltweit auf dem gleichen Level befinden wird. Ich kann mir vorstellen, dass die erste Möglichkeit real werden könnte (wenn uns ein Megasonnensturm direkt trifft)...
Aber ansonsten wird es immer wieder Firmen geben, die es bis aufs Blut ausnutzen, das es Länder gibt, in denen die Menschen jeden Cent zum nackten Überleben brauchen und sie werden diese Menschen auspressen, um aus deren Arbeit - die sie wie Ramsch verschleudern - selbst noch guten Profit zu ziehen... Ob uns das gefällt oder nicht.

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