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Getty Images untersagt Einreichung von Bildern mit Körper-Retuschen

Getty Images untersagt Einreichung von Bildern mit Körper-Retuschen
In Frankreich müssen Bilder mit Körper-Retuschen gekennzeichnet werden – Getty Images schließt sie gleich ganz aus

Vor geraumer Zeit wurde in Frankreich ein Gesetz verabschiedet, das Bilder mit retuschierten Models betrifft: Bilder, die für kommerzielle Zwecke verwendet werden und bei denen die Silhouetten der Models durch Bildbearbeitung verschlankt oder verbreitert wurden, sind demnach mit einem klar lesbaren Vermerk zu versehen, der in etwa „Foto retuschiert“ heißt („photographie retouchée“). Das Gesetz tritt nun am 1.10.2017 in Kraft, Verstöße dagegen sollen mit einer Strafe von bis zu 37.500 € belegt werden.

Laut DPREVIEW wurde mit Bezug auf dieses Gesetz von dem Stockfoto-Anbieter Getty Images unlängst eine E-Mail verschickt.

Darin heißt es, dass auf der Plattform ab 1.10. keine Bilder mehr eingereicht werden dürfen, in denen Models nachbearbeitet wurden, um deren Körper dünner bzw. dicker erscheinen zu lassen. Weiterhin wird darauf verwiesen, dass diese Regelung andere Bearbeitungen nicht betreffe (wie zum Beispiel eine Änderung der Haarfarbe, der Form der Nase oder die Retusche von Haut oder Flecken). Bildbearbeitung darf auf Getty Images also weiterhin so ziemlich alles, nur eben nicht dick oder dünn machen. Inwiefern ein Verstoß von Getty Images geahndet wird und inwieweit ein solcher Verstoß festgestellt werden soll, darüber gibt die E-Mail keine weiterführende Auskunft.

In Frankreich derweil gilt übrigens bereits seit Mai dieses Jahres eine weitere Verordnung, welche direkten Bezug nimmt auf die Gesundheit von Models. Diese müssen sich von einem Arzt attestieren lassen, dass ihr Body-Mass-Index gesundheitlich unbedenklich ist.
 
Euer Jens

Bildquelle Vorschau und Titel: Pixabay

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Kommentare
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Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 09.10.2017 - 09:06

Wo ist das Problem, wenn darunter steht: "Körper wurde retuschiert." oder "Foto entspricht nicht dem Original"?
Wenn ich mir die Leute ansehe, die glauben, fotografieren zu können, kommen sie mit ihrem teuren Equipment daher, machen die Welle beim fotografieren, ziehen dann ab und bearbeiten anschließend ihre Errungenschaften in mühevoller Arbeit mit PS und dergleichen um zum Schluß sagen zu können: "Seht her, ich habe ein geiles Foto gemacht." Und selbst dann sind die Model-Arme oder -Beine zu lang, die Perspektiven passen nicht und und und ... Beispielsweise ist Docma.info voll davon. Und wer genauer hinsieht, sieht diese "Verunstaltungen" täglich und fast überall.
Alle Fotos sollten gekennzeichnet werden, die nachbearbeitet wurden. Und erst bei den unbearbeiteten zeigen sich "die wahren Meister der Fotographie" und wir hätten sicherlich auch weniger Fake-Fotos.

Portrait von DoctorG
  • 09.10.2017 - 20:41

Das Problem ist, dass ICH das machen soll. Für nichts bzw. nicht Sinnvolles. Oder siehtst Du, dass die Regel leistet, was die Politik damit verspricht? Das wäre ja der einzige Grund überhaupt daran zu denken, dass man ein Gesetz erläßt.
Du magst ja recht haben, dass ein Haufen Leute womöglich nicht gut fotografieren können und meinetwegen in Photoshop dann einen Husten ausbessern. Aber gegen "Mist mit Photoshop" gehört doch kein Gesetz erlassen. Oder fängt da wirklich Deinem Gefühl nach an, dass es staatliche Regeln braucht? Das musst Du natürlich für Dich beantworten. Du schreibt:

"Alle Fotos sollten gekennzeichnet werden, die nachbearbeitet wurden. "

Falls das aber wirklich Dein Ernst ist, würden wir bald recht viele Gesetze Keyword-genau und Mausklick-weise kriegen. Word braucht dann einen Schimpfwortfilter ... und da fängt der Appetit beim Essen erst richtig an, wenn man das ernsthaft akzeptiert. Gut, aber wenn Du das willst, scheint man Dir ja entgegen zu kommen. Für mich ist das die nächste Resourcenverschwendung.

Und wer bezahlt mir das schon wieder? So wie ICH Arbeit im Gegenwert von 50 - 100 Euro in diese sinnlose Cookie-Message stecken musste (kam ja nicht vom Ministerium - eigenen Aufschlauen, Ausprobieren, Installieren, Abwägen ....), ICH 5 Klicks und eine sinnlosanmeldung für jedes WiFi machen muss, die ich kaum einem anderen Land der Welt brauche und das Hotel für die Implementierung dieser Schranke, die keiner bracht ja auch einne 4-stelliger Summe investieren musste, für die ICH entweder weniger Leistung oder mehr Preis bezahlen muss usw. Jede solche undurchdachte Lösung kostet am Ende etwas.

Und was ist, wenn ich solche langegezogenen grotesken Tim Burton-Figuren eben als Kunstform mag und selbst mache - dann muss ich praktisch meine eigenen Bilder nicht als Kunst sondern künstlich de facto diffamieren?

Es braucht aus meiner Sicht für ein hohes Rechtsgut wie eine solche Regelung ordentliche Gründe um es zu machen und nicht Gegenargumente, warum man ein offensichtlich seine Wirkung völlig verfehltendes Gesetz zu unterlassen hat. Letzters ist für mich selbstverständlich. Wer so etwas freiwillig unter seine Bilder schreiben will, soll es meinetwegen machen - das wäre das höchste meiner Gefühle.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 10.10.2017 - 11:44

Nun, wenn die EU vorschreibt, wie eine Banane zu wachsen hat, damit sie in eine genormte Versandverpackung passt (die Industrie meint, dass die Verbraucher meinen, sie müssten eine solche Verpackung haben), dann muss das Recht sein, Menschen vor dieser Industrie mit einem Gesetz zu schützen (obwohl Gesetze Industrie und Verbraucher immer weniger interessieren).
Und wenn der schwarz gekleidete Mann meint, dass Weibliche eine Spagettifigur haben müssen um schön auszusehen, obwohl diese Figuren nachgewiesen ungesund sind und als Ergebnis nicht nur die Sozialkassen schädigen, sollte das Gesetz noch weiter geschärft werden. Es müssen unterm Foto angegeben werden das Gewicht des Models, dass die Waage, auf dem das Model gewogen wurde, genormt und geeicht ist, den Namen des RA und Notars, der dies bestätigt ...
Sicher ist das alles Mumpitz, lächerlich und absurd. Doch so lange die Industrie meint (sie ist sowieso die Regierung und die Politiker sind nichts weiter als ihre Marionetten), alles machen zu können was sie will, geht es nicht anders, als solche "blöden" Gesetze zu erlassen, um die Allgemeinheit davor zu schützen.
Cookies: Jeder der Cookies auf fremde Rechner installiert (allein das ist eine Frechheit und Dreistigkeit! Warum darf ich mein Cookie nicht auf dem Websiterechner installieren, um ihn auszuspionieren?) will damit Geld verdienen. "Schindluder" wird mit den gesammelten privaten Daten außerdem betrieben. Um uns davor zu schützen, werden wieder (wirkungslose) Gesetze erlassen. Deshalb hört der Wust an immer mehr Gesetzen (wegen ständiger Ausnahmen) nicht auf. Auch dies haben wir der Industrialisierung zu verdanken: Gesetzen, Reglementierungen, Verordnungen, Novellen, Verboten, Geboten und sonstigem, was Mann und Frau heute wissen muss.
Wenn Bürger deswegen zu stöhnen anfangen, heißt es aus Sicht der Industrie/der Unternehmer/die Unternehmerin: "Leider hast du unsere 23seitige AGB nicht gelesen ... (und sie wird nächstes Jahr um zwei weitere engzeilig, kleingeschriebene Seiten erweitert). Und was sagen die Gerichte dazu: "Sie sind doch des Lesens mächtig ...!"
Sorry, auch mich öden neue, wirkungslose Gesetze mit ihren ständige Ausnahmen immer mehr an ...

Portrait von DoctorG
  • 05.10.2017 - 11:25

Weil so viele hier auf der Sachebene antworten, dass man Schutz braucht, will ich mal fragen: glaubt hier wirklich jemand, dass das sinnvoller Schutz ist? Also: Weil Fotografen gegenüber Bildagenturen das Selbstverständliche kenntlich machen (nämlich dass ein Bild bearbeitet ist) und Agenturen diese Information weiter leiten, werden keine Models oder schlichtweg Mädchen, die nie modeln werden, keine Sinnlosdiäten mehr machen?

Ich bin dummerweise nicht mehr ganz jung und glaube heute nicht mehr, dass ein Problem gelöst ist, weil es irgendein so lächerliches Gesetz gibt. Wenn dann bitte ein passendes/gutes. Insbesondere reagiere ich allergisch, wenn ein dritter Dummer - ICH - dann die Arbeit machen soll. Es wirkt ja immer toll, wenn der Gesetzgeber/die Politik etwas gemacht hat. ... dann ist es ja schon mal nicht deren Schuld.

Mal ein paar Beispiele:
Klickt Ihr auch immer diese hirnlose Cookie-Meldung auf nahezu j-e-d-e-r Website weg, die ja EU-weit verpflichtend ist?
Falls ja: glaubt hier irgendwer, dass dadurch weniger Daten von Euch gespeichert werden oder das Web sicherer ist?
Das Gegenteil ist ja der Fall: durch diesen Knopf wird die fragliche Datensammelei beim Eintritt explizit erlaubt.

Wer eine Website betreibt: wieviel Zeit habt Ihr auf das Erstellen des Impressums verwandt? Falls nicht: seid Ihr Euch des Abmahnrisikos bewusst, dass insbesondere bis vor ein paar Jahren für albernste Schreibfehler bestand und für nicht-private Seiten weiterhin ungedeckelt besteht?
Würde man die verlorene Zeit zusammenrechnen, die sich Anwälte in Deutschland genommen haben um dafür Abmahngelder zu fordern und die Zeit jedes Einzelnen - praktisch jedes Websitebetreibers - um das zu vermeiden, hätte man mit dieser verschwendeten Leistung einen deutschen Google-Konkurrernten oder ähnliche Plattformen entwickeln können. Anstatt weltmarktfähige Lösungen zu forcieren, begünstigen diese Regelungen, dass Bürger (Anwälte etwa) gegen Bürger Kleinkriege führen können.

An die die viel reisen: warum bekomme ich in einer mexikanischen Ausgrabungsstätte, in entlegenen rumänischen Landstrichen, in ganz China etc. überall WiFi/WLAN und kann sogar Videokonferenzen durchführen, in Deutschland regelmäßig jedoch erst nach unendlichen hirnlosen Erklärungen zur Übernahme von Verantwortungen devot WLAN-Zugang? Erst wer das im Ausland erlebt hat - selbst in Entwicklungsländern - bergreift erst, wie weit hinten wir sind. Wir verdanken das natürlich nicht unserer Geografie oder so - da haben andere Länder viel größere Probleme. Auch hier hat eine voreilig gestrikte Regel (hier zugunsten einiger Musik-Rechte- und Filmrechteinhaber) dazu geführt, dass sich außer den Telekoms praktisch niemand mehr ohne unendliches Kleindruckgedöns getraut hat, Online-Zugänge anzubieten - weder Hotels, noch Kommunen, noch Verkehrsbetriebe. Nutzen natürlich null: jeder, der solches Zeug kopieren will, kann das bis heute in 5 Minuten lernen. Die riesige Mehrheit bekam Services erst gar nicht, oder später eben gegen Papierkram, der mehr Aufwand bedeutet hat, als der beabsichtigte E-Mail-Check.

Solche Regelungen ohne Sinn oder schlechte Realisierung im Kern gut gemeinter Ideen sind gerade im IT-Bereich in Deutschland leider die Regel. Auch die EU hat hier nicht immer ein glückliches Händchen, siehe die Cookie-Richtlinie. Ein passable Menge dummer Regeln führt am Ende dazu, dass Menschen sie immer weniger akzeptieren und befolgen - und viele andere gleich mit.

Ich will ganz klar keinen Handschlag machen (... auch ich verbrenne heute schon gute Teile meines Arbeitstages mit dem Erfüllen von Regeln, brauchbaren und beknackten ...), damit ein Politiker behaupten kann, er hätte etwas unternommen. Wie ich in im meinem Post unten geschildert habe, leiden französiche Models unter dieser Regel bereits heute massiv durch erzwungenes Zunehmen bei Vertragszeichnung und hinterher erzwungenes Abnehmen vor Shooting/Veranstaltung. Hätte das ein Unternehmen früher verlangt, wäre das zu Recht Nötigung und vermutlich justiziabel gewesen.
Was kommt danach? Eine Akne-Verordnung (mindestens 20 Pickel pro Wange) weil sich ja betroffene Mädchen im Vergleich zu nicht betroffenen Mädchen weniger schön finden könnten und eine Inklusionsverordnung - je 20 Kinder pro Spot ein erkennbar Behindertes?
Warum werden nicht all diese sinnlosen Diäten bzw. Diätberichte in den sämtlichen Frauenzeitschriften reguliert? Die kaufen doch Stockfotos ohne Ende - schön drappierte Zucchinis etwa - und erfinden dann frei eine Zucchini-Diät samt unglaubliche toller Nebeneffekt für Hormonhaushalt, Fingernägel und Hühneraugen. Würde das ein Heilpraktiker schreiben, bekäme er wegen der nicht haltbaren Heilversprechen eine sehr teure Abmahnung. Oder meinetwegen die Friseure, bei denen dieser als Ratgeber getarnte Schund ausliegt? ... oder nichts davon und den freien Willen akzeptieren. Es rauchen sogar Menschen Zigaretten. Warum muss eigentlich überhaupt jemand Leute davor schützen, für seinen Beruf eine bestimmte Ernährung zu verfolgen? Wenn ich mir ansehe wie oft die Fussballprofis so verletzt sind, dass sie nicht arbeiten können, müsste ich eigentlich erst einmal sämtliche Profi-Sportarten komplett verbieten. Da gibt es eine Verletzungsquote von annähend 100%, ebenfalls Diät-Pläne und viel Zeit in Trainingsräumen.
Anstatt das zu machen und 4-stellige Tagessätze mit seinem Aussehen zu verdienen, steht doch jedem ein Studienplatz frei. Momentan werden auch wieder viele Auszubildende gesucht. Muss es denn ein solcher Beruf sein - wenn man nur mit solchen Maßnahmen mitspielen kann?

Portrait von berniecook
  • 05.10.2017 - 08:59

Hallo,
dann sind solche Videos bald auch verboten:
https://www.youtube.com/watch?v=ofE-NEEsKMo
So gesehen zeigt das Video dass diese gesetzlichen Regelungen nicht ganz von der Hand zu weisen sind!

Portrait von DoctorG
  • 05.10.2017 - 10:13

Das ist zu befürchten.

Portrait von webmaus
  • 03.10.2017 - 13:19

Die Umstellung muß im Hirn des einzelnen passieren. Das wird nicht in vier Wochen passieren, d.h. eigentlich hat es schon angefangen, siehe curvy models. Es ist Jahre her, daß das Magazin Brigitte statt Models "normale" Frauen ablichtete. Und wie schon vor mir gesagt, wenn es weniger Fotos von Magersüchtigen ("Hungerharken") gibt, werden Jugendliche auch weniger verführt, sich als dick zu betrachten. Interessant in diesem Zusammenhang der Hinweis auf den BMI.
s.o., Bevormundung, sehe ich auch so, aber da ja viele ihr Gehirn nicht mehr einschalten, sondern nur noch nachmachen und nur noch 2 Knöpfe kennen (fb und whatsapp), brauchen wir das wohl.

Portrait von Patrick_H79
  • 29.09.2017 - 09:11

Es ist wahrscheinlich okay wenn man gesetzlich verankert das solche Bilder bearbeitet wurden. Wenn Getty dann noch entscheidet das sie solche Bilder nicht mehr wollen, dann ist das eine Firmenpolitische Sache die ihnen vielleicht noch 1-2 Kunden kosten wird. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen das jemand dort Kunde wird, nur wegen dieser Geschichte ....

Dennoch finde ich das die Geschichte auch von der anderen Seite begutachtet werden muss. Die ganzen 12+ Jährigen Mädels die täglich mit Fotos von super schlanken Frauen bombardiert werden, das setzt sich im Kopf ab und einige von diesen jungen Mädels entscheiden auf diesem Weg wohl auch das sie zu Dick sind. Aber ob das Gesetz das verhindert ? ... Bestimmt nicht. Lediglich das Medium wird sich verschieben in den Bereich der hier nicht abgedeckt ist.

Bin mal gespannt was noch kommt :)

Disclaimer: Hier wiedergegeben ist lediglich meine Meinung. Diese mag, oder mag nicht, mit der Meinung des Lesers überein stimmen. Ist dann halt so :)

Portrait von feweb57
  • 28.09.2017 - 16:02

Ich finde neben dem was Jens geschrieben hat vor allem die Kommentare sehr interessant. Ich möchte mich allerdings den Meinungen von "Freehand" und "Pauline" anschliessen. Ich habe auch nicht viel Achtung vor sogenannten kreativen Menschen die im grossen Rahmen Stock-Fotos benutzen.

Portrait von DoctorG
  • 29.09.2017 - 17:04

Ich weiß gar nicht, ob Kreativität hier so wichtig ist. Am Ende wird Stock-Bildmaterial mehr oder weniger "verbraucht", ähnlich wie Benzin und Mehl. Bei den ganzen kleinen Businessbetreibern sprechen wir doch nicht von Kunst und - "Fotografie" im klassischen Sinn.
Es ist es doch am Ende so, dass die kleine Webpräsenz ein paar hundert Euro kostet. Wenn Du dann für Fotos eine Anfahrt berechnest (wie jeder Fliesenleger natürlich auch) und entweder zwei, drei Stunden ordentliche Arbeitszeit berechnest (oder auch Bildweise umgelegt 50/6/70 Euro je Bild für ein Dutzend Bilder nimmst) kommt ein anderer, der die Website für ca. die Hälfte anlegt - weil er eben für 10 Euro 5 Stockbilder genommen hat. Das ist wie jede Woche bei MediaMarkt nach Schallplatten fragen - das kommt nie wieder. Am Ende kann sich niemand lange widersetzen, wenn die Kundschaft auf diese Art Stock fordert. Ich bin dann auch nicht kreativ und auch kein Künstler sondern Dienstleister - allerdings behaupte ich erstere beide Punkte auch gar nicht bei diesem Teil der Arbeit (... nicht Hobby - da kann mir der Kunde Wurscht sein). Letztere Rolle erfülle ich nach meine Feedbackbögen wohl gut.
Tatsächlich ist es für den Erfolg der Firma oft völlig egal, ob die alberne Hand mit Kugelschreiber, die fünf fein bereitliegenden Handtücher etc. in 600 x 400 px nun für 1 Euro von Fotolia sind oder für 60 Euro ganz crazy eigen sind. Ob die Website aber 300 oder 600 Euro kostet (was ohnehin beides prekär und daher zu 99% Instant ist) entscheidet dort gerne mal darüber, ob die Entscheidung für eine eigene Präsenz wieder ein halbes Jahr verschoben wird. Diese völlige digitale Unsichtbarkeit kann nach meiner Einschätzung aber oft schlimmere Folgen für kleine Geschäfte haben als die Quelle der Fotos.

Portrait von LikeLowLight
  • 28.09.2017 - 07:31

Waren die üppig dargestellten ziemlich nackten Frauen tatsächlich mit so viel Körperfett beglückt, oder hat man als Maler dieser Bilder mit dem Pinsel nachgeholfen? Weil es dem damaligen Schönheitsideal entsprach? Leider gibt es davon ja noch keine Making-Ofs, also weiß man ja nicht, wie sie tatsächlich aussahen.
Selbst die Schönheiten der Fünfziger- und Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts waren zwar oft schlank, jedoch keineswegs mager. Der Magerwahn hat erst mit Twiggy begonnen, und sich dann erst in den nächsten Jahrzehnten, zumindest in der Modebranche, durchgesetzt.

Portrait von DoctorG
  • 27.09.2017 - 21:37

Das sehe ich - als Stockanbieter - natürlich anders ;-)
Ich bin mir auch nicht sicher, ob eine solche Maßnahme notwendig ist. Ebensowenig wie eine Helmpflicht für Radfahrer oder der Schutz vor Scheinselbstständigkeit und andere solche - für mich - Bevormundungen.
Nichts gegen gute (!) Regeln. Handwerklich vom Gesetzgeber gut verabschiedete Regeln, die bringen, was der Geist/Ursprung davon war.
Leider klappt das seit langem nicht mehr. Vielleicht hat es auch früher nicht geklappt und ich habe es nicht gemerkt, da will ich mich jetzt nicht festlegen. Heute lehne ich dann Regeln lieber ab - vor allem solche, dazu später.
Eigentlich müssten Regeln - Gesetze, Verordnungen, Standards etc. - häufig nachjustiert werden. Praktisch hunzt der Gesetzgeber unter Druck (so entstehen Gesetze ja praktisch) etwas hin, das dann Haupteffekte nicht hat und Seiteneffekte ohne Ende produziert, die dann ewig zu spät erst wieder korrigiert werden.
Was passiert denn jetzt in Frankreich mit den Models - dürfen etwa mehr essen? Würde mir von einem weltweit agierenden Model mit einer sehr schlanken Figur und definitiv normalem Essverhalten so geschildert:
Schritt 1) die Agentur ist interessiert. Feedback: "bei Deiner Größe musst Du ein paar Kilo mehr haben - komm nächste Woche etwas schwerer wieder."
Schritt 2 - nächste Woche - derselbe Typ, das Model geringfügig(!) über der Schwelle: "Super, ich nehme Deine Daten auf. Voraussetzung natürlich - Du siehst so aus wie letzte Woche - sonst wird das mit dem Kunden ja nichts!"
Als Schutz kommt jetzt also Pflichtfressen und Pflichtkur danach hinzu - aber der Gesetzgeber hat ja was getan. In 20 Jahren gibt es vielleicht eine Novelle. Dein Model-Leben in Frankreich ist aber jetzt je Agentur, in die man möchte, noch schlechter.
Gut, ich mache solche komischen Modelbilder gar nicht. Aber dass mir ein Staat in die Schlagworte oder ein Motiv reinredet ist das Letzte, das ich brauche.
Danach käme dann Saudi-Arabien und fordert, dass Frauen unverhüllt ja gar nicht öffentlich gezeigt werden sollen und jedem Foto von Handwerkszeug Sicherheitsinstruktionen beizulegen sind?

Eine Freundin von mir wird auch so fein vom Staat vor Ausbeutung geschützt: sie bekommt 4-stellige Tagessätze bei einer prima Agentur. Die zahlt mit Abstand am Besten. Klingt gut - geht aber nicht. In Deutschland ist man damit schnell scheinselbstständig. Frage an die Rentenversichung - was tun, man will doch nur in seinem tollen Beruf arbeiten? Antwort: ein zweiter Auftraggeber oder eine Festanstellung müssen her. "Aber die anderen zahlen doch alle mit Abstand schlechter und diesen Job gibt es nicht festangestellt!" - "Oh, da können wir jetzt nichts für."
Noch so eine Regelung, die eigentlich Menschen in schlecht bezahlten Jobs davor schützen soll in prekären Verhältnissen hin- und hergeschubst zu werden. Da hätte ich nichts gegen. Für Leute, die 5-stellige Summen im Monat verdienen, war sie - im Geist - nie gedacht. Steht aber nirgends so klar in den Regelungen. Auf die Nachbesserung warten viele Freiberufler seit Hr. Riester diesen Quatsch auf den Weg gebracht hat. Was wir alleine in unserem Freelancer-Netzwerk für Lebenszeit verbrennen, um diese schlechten Regelungen formal zu erfüllen, ist unglaublich. Von dieser Blindleistung statt Einkommensleistung wird meine Freelancer-Rente zumindest nicht besser.
Oha, Regelungen - da sind die Tasten wieder mit mir durchgegangen, sorry.

Portrait von Freehand
  • 27.09.2017 - 16:54

Es ist schockierend, dass solche Maßnahmen notwendig sind. Zum einen die ganze Beautyretouche,
andererseits dieser Schlankheitswahn. Wobei man in vielen Fällen das Wort „Schlank“ schon fast nicht
mehr verwenden kann...
Ebenso ätzend ist auch dieser Trend, überall Stockfotos zu verwenden. Ich verstehe es, wenn man an bestimmte Fotos
nicht kommt (Fotos von Serverfarmen, Wildtiere aus Afrika, besondere Sehenswürdigkeiten). Aber muss jedes
alltägliche Bild gekauft werden?

Portrait von Pauline
  • 27.09.2017 - 21:15

Willkommen im Kapitalismus!
Ich sage nur: Angebot und Nachfrage.
So lange Leute bereit sind für jeden Mist Geld auszugeben, wird es auch welche geben, die versuchen damit Geld zu verdienen, oder anders gesagt: aus Schei... Bonbons machen.
Mein Vorschlag: Schafft das Urheberrecht ab - wenn jemand Bilder ins Internet stellt, so stellt er sie der Gemeinschaft kostenfrei zur Verfügung, sie dürfen dann nur nicht kommerziell genutzt werden...

Portrait von widder60
  • 27.09.2017 - 16:51

Dummheit ist grenzenlos!

Portrait von Freehand
  • 28.09.2017 - 17:17

@widder60:
du hast schon recht ;-) . Aber auf was bezieht sich deine Aussage konkret?

Portrait von widder60
  • 29.09.2017 - 10:38

Ich gehe davon aus, dass in Richtung Werbung-Fotografie die Entscheidung um Retusche in den Händen selbst Model und Agentur bleiben muss. Kann man überhaupt so was vorstellen, wenn Beamte, die sich so... weit vom Kunst oder von ähnlichen Richtungen befinden und gar keine Ahnung haben, mischen sich in die Sache ein.

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