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Lernen wir bald alle nur noch über YouTube?

Lernen wir bald alle nur noch über YouTube?

Vor wenigen Tagen konnte ich auf Spiegel Online lesen, dass fast jeder zweite Schüler YouTube-Videos gezielt zum Lernen nutzt. Wow. Das ist heftig. Vor allem, dass 90 Prozent aller Schüler sowieso YouTube nutzen. Der einzige Nachteil, so die Schüler, dass man in den Videos eher schlecht Antworten auf Fragen erhält und so der Unterricht vor Ort doch noch seine Daseinsberechtigung hat.

Wenn ich mein Surfverhalten reflektiere, so bin ich mittlerweile auch fast täglich auf YouTube, um mich entweder fortzubilden oder aber Videos wie das gerade sehr populäre "Die Zerstörung der CDU" mit über 14 Millionen Zugriffen (was ich übrigens auch sehr empfehlen kann) anzuschauen.

Unser Kanal hat mittlerweile über 17.000 Abonnenten und insgesamt 3,6 Mio. Einzelaufrufe unserer über 1.000 Videos. Das ist nicht schlecht, jedoch verglichen mit dem oben genannten Video von YouTuber Rezo doch eher wenig. Aber gut, wir bedienen doch eher eine Nische, und ein Video mit so vielen Millionen Zugriffen ist auch schon etwas Besonderes. 



Auch habe ich heute im Podcast von Sascha Lobo gehört, dass es in Amerika ganz normal ist, dass Vorträge von Uni-Professoren auf YouTube zum Anschauen für alle angeboten werden, wobei das in Deutschland (noch) eine totale Ausnahme ist. 

Meine Frage an euch: Wie hat sich euer Lernverhalten in den letzten Jahren verändert? Seid ihr vermehrt auf YouTube unterwegs oder nutzt ihr weiterhin fast ausschließlich Portale wie PSD-Tutorials.de bzw. kauft Bücher oder Video-Trainings oder nutzt auch weiterhin Weiterbildungsangebote wie z. B. der VHS?

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Kommentare
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Portrait von takinu
  • 03.07.2019 - 08:08

Ich nutze auch YT, halte aber auch gern geschriebenes Wort in der Hand, um immer wieder nachlesen/nacharbeiten zu können. Für die schnelle Hilfe finde ich YT nicht schlecht, aber Ersatz für ein Lehrbuch ist YT für mich nicht.

Portrait von dapoldi
  • 18.06.2019 - 10:47

Da bin ich "Mehrzwecker"
YT hat halt ein sehr breites Spektrum. Fachlich schau ich gerne hier rein obwohl alles sehr Adobe(lastig) ist. Aber wo waren die Alternativen.
Mittlerweile gibt es auch Affinity-Foren für Lernvideos, was mich sehr freut.
VHS nutze ich auch mal, da man halt direkt mit Menschen zu tun hat.
LG
Poldi

Portrait von TheDevilOutside
  • 11.06.2019 - 08:51

Naja, für eine kurze schnelle Info ist das Internet incl. YT ganz brauchbar; aber wenn ich richtig lernen will und auch Sachen in Zusammenhang bringen will sind für mich Bücher immer noch unverzichtbar, wenn sie gut sind.

Portrait von DoctorG
  • 07.06.2019 - 15:40

Doch - so sieht das bei mir auch aus. Früher habe ich für etwas unendlich viele Bücher bestellt - und gelegentlich reingeguckt. Vermutlich kennen hier einige noch diese Markt+Technik-Schwarten.
Recht schnell hat sich das bei mir zu "Information at your fingertips" geändert. Wie Bill Gates damals vorhergesagt hat. Surfen geht eben ohne Aufstehen und zum Regal latschen. Manchmal sind die Treffer im Browser auch prima, um sie kopieren - etwa, wenn es um Linux-Befehle geht. Damit waren Bücher schon mal raus. Und der 98%-Verschnitt, den man eben bezahlt und nie gebraucht hat auch.
Auch bei mir ist dieses Web-Lesen vor langer Zeit dem Gucken gewichen. Denn auch den oft sehr guten Tipps fehlt manchmal einfach die Interaktion: was heißt jetzt draggen (von wo nach wo genau???). Welche Menü- oder Icon-Einstellungen nutzt denn der Zeigende? Gar nicht selten sehe ich dann, dass ich gar nicht gleiche Version eines Tools habe, oder irgendeine magische Erweiterung (AddIns, PlugIns, Extensions, SnapIns usw.) im Spiel ist. Da erspart das Video dann sehr oft unnötige Fehlversuche.
Und da ist YouTube tatsächlich die führende Quelle bei mir.
Und natürlich ist die Frage perspektivisch auch nicht unberechtigt, ob dieses Lernen mit meist 95% Verschnitt und 80% Demotivation ins Schule, Ausbildung und auch Universität wirklich die finale Lösung für die Mehrheit der Menschen ist.

Portrait von Clausthaler
  • 06.06.2019 - 19:30

Eine vielfältige Konkurrenz zu YT wäre wirklich sehr wünschenswert. Wozu Konkurrenz, Gockel weiß alles und hat immer Recht.

Portrait von SehrWitzig
  • 06.06.2019 - 15:31

Ich habe mir schon vor längerer Zeit Gedanken darüber gemacht warum der Bildungsauftrag in Deutschland von Youtube übernommen wird. Das ist im Prinzip nicht schlimm. Es sei denn, es kommt der Tag, an dem man folgenden Satz zu lesen bekommt: »Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar!«
Die Abhängigkeit ist also das Problem. Und Google hat da freie Hand. (Bezahl-Youtube und so weiter....)
Ich hatte auch mal angedacht, dass eine eigenständige Lernplattform, die von der Regierung zur Verfügung gestellt würde, eine Lösung wäre.
Aber so einen Gedanken kann man gleich wieder verwerfen, bei einer Regierung, für die alles ab 1960 Neuland ist.
Es würde 3 Jahre diskutiert, was pädagogisch wertvoll sei, um dann die alten Telekolleg Folgen hochzuladen.
Also wühlt man sich lieber durch Videos bei denen die Mutter im Hintergrund staubsaugt.
Besser als nichts.
In diesem Sinne. Peter and Mary......

Portrait von LikeLowLight
  • 05.06.2019 - 18:47

Da YT sehr populär ist, kann es auch gezielt genutzt werden. Sinnvoll sehe ich das allerdings vor allem dann, wenn ein Anbieter einen YT-Kanal mit den eigenen Videos füllt. Die sind jedenfalls, vor allem wenn sie von US- oder Japan-Firmen kommen, oft sehr gut. Seit der Anfangszeit von PCs waren amerikanische Hand- und Lehrbücher von hoher Qualität, die hatten da speziell dafür Firmen, die es verstanden, Fachbücher so zu schreiben, dass sie didaktisch vorbildlich, umfassend und gut lesbar waren. Eine Tradition, die man im deutschen Sprachraum nie verstanden und schon gar nicht umgesetzt hat. So sind eben auch heut noch viele deutschsprachige Videos.
Sucht man in YT allerdings nach Begriffen, kriegt man mehr Ramsch angeboten, als tatsächlich vertretbar ist. Da das Erstellen von Videos so einfach ist, werden sie in vielen Hinterzimmern von jeder und jedem der oder die meint, die Welt mit dem eigenen Unvermögen überschütten zu müssen, auf YT gestellt. Da manchmal ein Video mit den Straßengeräuschen im Hintergrund auch tatsächlich informativ sein kann, ist die Qualität erst dann wirklich zu beurteilen, wenn man es doch weitgehend oder zur Gänze anschaut. Man muss jedoch von der Materie genügend verstehen. um den Wert oder Unwert festzustellen. Man sich nicht wundern, wenn Leute, die eigentlich Basics benötigen, an vielen verzweifeln, denn der Autoritätsglaube an Leute, die solche Videos erstellen, ist ja genau so groß oder noch größer als an solche, die im Fernsehen oder in Zeitungen ihre Meinung (oder ihren Unsinn) verzapfen. Das zeigt sich ja auch in vielen Threads hier im Forum.
Nur selten finden sich didaktisch und handwerklich gute bis sehr gute Videos, was ja sogar für viele Lehrvideos gilt, die Geld kosten.
Meist geht es eigentlich wie bei vielen anderen Bereichen im Internet, um Blenden und und flotte Sprüche. Und vor allem darum zu vermitteln, dass man alles sehr schnell, sehr einfach und wie ein Profi machen kann. Cool muss man sein, ein paar Tattoos haben und nach Möglichkeit einen Ring im Ohr, in der Nase oder Zunge haben. Cool eben. Das wirkt. Das ist glaubwürdig. Das bringt viele Likes.
Also etwa so wie bei Kochshows oder Samstagabend-Unterhaltung im Fernsehen. Viel Glitter, schnelle Schnitte, viel Schein, wenig sein.
Also ziemlich substanzlos.
Doch man kann natürlich mit viel Mühe auch Qualität finden. Nicht beliebig, nicht unbedingt das, wonach man eigentlich sucht, doch falls man etwas findet, freut man sich. Wie man sich eben über seltene Glücksfälle freut. Doch die Suche ist sehr mühsam, sehr langwierig. Etwas zu Wikipedia vergleichbares wäre ein Wunsch ans Christkind. Doch da stehen zu viele beinharte kommerzielle Interessen dagegen. Wie bei den meisten Dingen im Internet.

Portrait von bluetrail
  • 23.06.2019 - 16:09

So sieht's aus. :-) Nur, weil's einer verfilmt, ist es noch keine Tatsache. Um wirklich ernsthaft über und von Videos zu lernen, braucht es eine übergeordnete, neutrale Qualitätskontrolle. Z. B. von Lehrern, die mittlerweile in Rente sind, aber vielleicht noch etwas dazuverdienen wollen. Das selbe Problem hat man mit der Wikipedia. Nicht alles darin stimmt zu 100% oder enthält alle wichtigen Infos zu dem gesuchten Thema. Ich nutze mehr Wikipedia als YT weil die Videos zu viel Zeit kosten. Einen Text scrolle ich schnell dahin, wo die Info ist, die ich brauche. Kein Intro, keine Werbung, kein Gelaber. Und der Unterhaltungswert bei YT ist mir zu niedrig. Die Möglichkeiten sind genial, aber sie werden nicht richtig begriffen und eingesetzt. Solange der Hype um Likes wichtiger ist als Inhalt, kann man das Prinzip nicht wirklich als seriös betrachten. Und solange Google entscheidet, was ich sehen darf und was nicht, hat das mit "Bildungsfernsehen" erst recht nichts zu tun.

Portrait von Kurocao
  • 05.06.2019 - 18:47

Also für mich persönlich, hat jedes Video seine Berechtigung, so fern es auf Deutsch ist und das ist auf YT eher ein Einzelfall, wenn es um Tutorials zu Anwendungen geht. Und da darf sich auch hier der Eine oder Andere angesprochen fühlen, der, obwohl seine Muttersprache Deutsch ist, seine Videos auf Englisch macht(wohl wegen der Reichweite und nicht um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, nehme ich an).
Was hierbei auch schon jahrelang überfällig ist, ist eine Option bei YT, um die Videos nach Sprache zu filtern, oder auch, ob sie überhaupt Sprache enthalten(dieses Gedudel bei Lernvideos geht mich echt auf den Geist).
Also JA, wenn man ein wenig über den Tellerrand hinaus blickt, lässt sich die eine oder andere Verbesserung durchaus verwirklichen, die YT nicht bietet und würde damit wohl auch einen Konkurrenten darstellen(auf lange Sicht gesehen).

Kurocao

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