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Photolemur: hier übernimmt die KI die Fotobearbeitung

Photolemur: hier übernimmt die KI die Fotobearbeitung
„Kein Foto-Editor“

Da ist sie wieder: die künstliche Intelligenz. Und genau darauf setzt der neue Bildbearbeiter Photolemur, der als „erstes automatisches Bildbearbeitungskonzept“ der Welt angepriesen wird. Versuchen wir zunächst einmal nachzufühlen, was denn so anders an diesem Programm sein soll. Dazu empfiehlt sich ein Blick in die FAQs der Seite.
 

Die KI lernt durch das Speicherverhalten des Benutzers

Das Alleinstellungsmerkmal von Photolemur sei, dass keine festen Filter angewendet, sondern stattdessen unterschiedlichste, individuell auf das Bild abgestimmte Verbesserungen vorgenommen werden. Dazu erkennen die hinterlegten Algorithmen zunächst automatisch einzelne Bildelemente wie Objekte, Gesichter oder Bäume, analysieren die Farben und definieren zudem, um welche Art von Bild es sich bei einer Aufnahme handelt, also Porträt, Makro, Landschaft usw. Auf Basis von Voreinstellungen und der „Erfahrung“ der KI werden die Fotos dann völlig automatisiert nachgebessert.

Diese „Erfahrung“ gewinnt das Programm aus dem „Speicherverhalten“ des Benutzers: Wird ein Bild gespeichert, merkt sich das die Software und fügt es zu einer „Erfolgsliste“ hinzu, um später auf die entsprechenden Einstellungen zurückzugreifen. Alles andere gilt dann als nicht erfolgreich – oder sagen wir als vom Benutzer unerwünscht – und wird verworfen. Mit der Zeit lernt die KI so hinzu, was dem Fotografierenden gefällt und was nicht, und fügt diese Informationen automatisch in die Bearbeitungsvorgänge der Bilder ein.

So sieht die Benutzeroberfläche von Photolemur aus:
 

Photolemur will kein Foto-Editor sein

Zu der Frage, ob Photolemur ein Foto-Editor sei, wird ausgeführt: „Ja und Nein, aber eher NEIN.“ Als Grund hierzu wird angegeben, dass Photolemur „99% der Arbeit“ an Fotos ganz automatisch übernehme. Die Software richte sich damit vor allem an jene, die nicht professionell als Fotograf tätig sind, sondern eben einfach fotografieren: „Es ist ein brandneues Konzept, das erstellt wurde, um den Leuten zu helfen, die täglich Fotos schießen und diese verbessern möchten. Diese Menschen wollen nicht viel Zeit damit verbringen, komplexe Bearbeitungen zu erlernen und wollen keine Zeit verschwenden, um solche manuellen Anpassungen vorzunehmen.“

So möchte das Programm eine Brücke bilden zwischen der Welt, wie wir sie sehen, und jener Welt, wie sie von Fotoapparaten aufgenommen wird – ohne dass man diese Brücke selbst aktiv beschreiten muss. So oder so ähnlich wird Photolemur zumindest im folgenden Video eingeführt:
 

Die Funktionen von Photolemur

Zwölf Funktionen werden mit jeweiligem Beispielbild fein säuberlich auf der Photolemur-Webseite aufgelistet: Farbwiederherstellung, Verbesserung des Himmels, Belichtungsausgleich, ein cleverer Dunstfilter, die Korrektur des natürlichen Lichts, eine Blattverstärkung (für Bilder mit vielen Pflanzen), die Rauschreduzierung und Farbton-Perfektionierung.

Zudem können bis zu 40 Fotos im Stapel verarbeitet werden, das Programm unterstützt Raw für über 800 Kameras, verfügt weiterhin über eine Gesichtserkennung und bietet eine Erweiterung für Apple Photos.
 

Verfügbarkeit

Die App wird sowohl für Mac- (ab 17.12.2016) als auch für Windows-Nutzer (ab März 2017) angeboten. Momentan und noch bis zum 15.12.2016 ließe sich per Vorbestellungsrabatt Geld einsparen.

Euer Jens

Bildquelle Vorschau und Titel: Screenshot aus dem Video "Photolemur: Photo Enhancement on Autopilot"

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Kommentare
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Portrait von draupnir
  • 13.12.2016 - 23:23

Nachtrag: Mit Hilfe von Tante Google konnte ich die Website doch erreichen:
https://photolemur.com/de/preorder
Es fehlte das "s" in https (?).

Portrait von Jens Hammerschmidt
  • 13.12.2016 - 23:54

Hallo draupnir, im unteren Link fehlte das "s". Habe ich nicht bemerkt, da der Link bei mir trotz allem funktionierte. Habe es aber geändert, sollte jetzt gehen?! Und besten Dank für den Hinweis.

Portrait von draupnir
  • 13.12.2016 - 23:20

Nette Idee, wenn man Hunderte von Fotos optimieren muss.
Leider ist der Link http://photolemur.com/de/preorder defekt und auf der Homepage selbst geht's auch nicht weiter. Hm, kein guter Start für eine neue Software.

Portrait von na_guer
  • 11.12.2016 - 07:28

Das klingt schon ein bisschen seltsam und ich schliesse mich LikeLowLight an. Ich bin nicht so sehr begeistert mit Kochrezepten zu arbeiten, speziell nicht in der Fotografie.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 10.12.2016 - 19:25

Ich find das Programm toll, für Menschen die keine Lust haben ihre Bilder krampfhaft mit Photoshop & Co besser zu bekommen ist es perfekt (WENN ES DENN WIRKLICH SO TOLL FUNKTIONIERT WIE ANGEPRIESEN)

Portrait von 01er
  • 09.12.2016 - 10:41

Dann sieht ein und dasselbe Bild nach der Korrektur also jedes Mal anders aus, je nachdem, ob ich es heute korrigieren lasse oder in einem Monat oder in einem Jahr. Wer das Programm selten benutzt hat schlechtere Ergebnisse als ein ständiger Benutzer.

Es gibt übrigens außer, dass mir ein Bild gefällt, auch andere Gründe, dieses zu speichern. Als Dozent speichere ich ständig mangelhafte Bilder, um sie zum Inhalt meines Unterrichts zu machen. Dann würden wohl meine eigenen Bilder immer schlechter werden - oder?!

Das klingt mir eher nach einer Geschäftsidee als nach echter Hilfe.

Portrait von LikeLowLight
  • 09.12.2016 - 10:22

Wenn nun die RAW-Entwicklung automatisiert wird stellt sich für mich die Frage, warum ich dann nicht gleich die immer besser werdenden Kameraprogramme verwenden soll. KI bedeutet ja noch immer ein riesengroßes K und ein kleines, beinahe winziges I, das kaum sichtbar ist. Wenn eine Software meine RAW-Entwicklung kapieren will, muss sie so wie ich empfinden, das kann sie jedoch nicht. Sie versucht ein paar Merkmale als Ankerpunkte zu nutzen, damit kommt jedoch nicht meine individuelle Entwicklung für unterschiedliche Fotos raus. Also, vielleicht in ein paar Jahrzehnten.

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