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Vim: nach einem Jahrzehnt erschien nun Version 8.0

Vim: nach einem Jahrzehnt erschien nun Version 8.0
Über zehn Jahre stand die 7 vor dem Punkt

Seit 1991 gibt es den Texteditor Vim nun bereits und er blickt damit auf Jahre durchaus großer Beliebtheit zurück. Die Zeile-für-Zeile-Programmierung soll mit der Software wunderbar von der Hand gehen, Config-Files ließen sich sehr schön bearbeiten und wie ich aus einem neulich wahrgenommenen Gespräch entnehmen konnte, wird das Programm auch gerne zum allgemeinen Verfassen von Texten eingesetzt.

Ein Grund hierfür könnte sein, dass man nicht von Buttons, Navigationsleisten, Kommentarfeldern oder Bild-einfügen- und Formatierungs-Optionen abgelenkt wird. Stattdessen: Weißer oder schwarzer Hintergrund, leere Zeilen, die gefüllt werden wollen, und selbst die sonst wild rotierende Maus kommt kaum oder gar nicht zum Einsatz.

Das, was man allgemeinhin unter Nutzerfreundlichkeit oder leichter Bedienung versteht, wird bei Vim weder geboten, noch soll es geboten werden. Und so heißt es im About-Bereich der Website auch: „Vim isn't an editor designed to hold its users' hands. It is a tool, the use of which must be learned.“

Okay, die bisherige Beschreibung klingt jetzt vielleicht doch etwas zu sehr nach Notepad oder dem Vorgänger Vi – doch Vim kann mehr: Im Normal-Modus bzw. Command-Mode werden Befehle eingegeben, im Einfügen-Modus bzw. Insert-Mode kann der Text geschrieben werden. Zwischen beiden Modi wechselt man per Tastendruck einfach hin und her. So bedeutet beispielsweise ein simples „o“, eingegeben im Normal-Modus: „Auf geht´s zur nächsten Zeile und ändere dabei bitte auch gleich den Modus, sodass ich Text schreiben kann.“

Zudem können mit den passenden Befehlen beispielsweise Zeilennummerierungen oder gar farbliche Syntax-Markierungen für den Text hinzugeschalten werden – bestens geeignet, um z. B. HTML zu editieren. Übrigens – es gibt durchaus auch GUIs, damit die Maus nicht gänzlich ihren Job verliert, und auch Makros können definiert werden.

Kurzum: Vim eignet sich hervorragend für rasantes Tippen und Programmieren. Wer im alltäglichen Umgang mit anderen Programmen Shortcuts nutzt, weiß ja um die erhebliche Zeitersparnis, die man erzielt, wenn die Finger auf der Tastatur verweilen. Grundvoraussetzung: Die Tastenkürzel muss man hierfür natürlich kennen und beherrschen. Und bei Vim sind das wohl so einige.

Hier noch drei Links für interessierte Einsteiger und zwei für eher erfahrene Anwender, die sich nach zehn Jahren schrittweisem Versionsspringen vielleicht über die 8 vor dem Punkt freuen. Abschließend sei noch angemerkt: Auf Windows lief die Installation exzellent und neben dem „normalen“ Vim wurde auch gleich noch ein Easy-Version für den erleichterten Einstieg dargereicht. Die Menüs sind deutschsprachig.
 
Sind zufällig ein paar Programmierer unter uns, die auf Vim schwören?
 
Euer Jens

Bildquelle Vorschau und Titel: Screenshot Texteditor Vim

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Kommentare
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Portrait von mactoni
  • 15.09.2016 - 11:18

Nutze auch seit Jahren den Vorgänger VI auf Unix Systemen. Es gibt nichts besseres und schnelleres. Allerdings hat man diesen Effekt erst nachdem man sich an den Umgang mit dem Editor gewöhnt hat und man die wichtigsten Shortcuts kennt.
Es lohnt allemal sich damit zu befassen. Meist hat man auf fremden Servern eh nur diesen Editor zum arbeiten. Daher sollte meiner Meinung nach jeder der auf Linux/Unix Servern arbeitet damit umgehen können.

Portrait von nedserdpsd
  • 14.09.2016 - 06:10

Und den Wechsel von Normal- zu Kommandomodus und viele der Buchstaben (z.B. o, i, a, c, r) zum Ändern von Text oder zum Bewegen in der Datei (wie h, j, k, l) kannte übrigens der VI schon.

Portrait von nedserdpsd
  • 14.09.2016 - 05:29

Ich nutze den Vim bzw. seinen Vorgänger, den VI, seit Mitte der 80er-Jahre täglich für alle meine Programmier-, aber auch für diverse Schreibarbeiten unter -ix und Windows und habe den Aufwand fürs Lernen hundertmal durch die effektive Arbeit zurückbekommen.

Allerdings habe ich nach erstem Lesen für die Neuerungen in Version 8 eher keine Verwendung.

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