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Vier Bilder, vier Geschichten

Eine Eule „fliegt Modell“, ein Foto aus der Silvesternacht wird zum Kunstwerk erhoben, eine Verwandlung zur Afrikanerin kommt gar nicht gut an, und ein Affe hat kein Anrecht auf seine Fotos: Vier Bilder, die im Netz unterschiedlichste Reaktionen auslösten.

Eule vor Verkehrsüberwachungskamera
⌙  Bildquelle: Screenshot Facebook, Robert Poëti


Ohne Anstrengung zum Tierfoto

Fotografen legen sich manchmal stundenlang und dann auch noch ergebnislos auf die Lauer, um sich ein Bild von einem freilebenden Tier zu machen. Der Verkehrsminister von Quebec (Kanada) Robert Poëti hatte da mehr Glück: Am 3. Januar flog für ihn bzw. seine Mitarbeiter eine Schneeeule vor einer Kamera der Verkehrsüberwachung Modell.




Ein Foto für Ästheten

In der Silvesternacht fotografierte Joel Goodman eine Szene in Manchester. Partygäste, Polizei, Betrunkene. Nachdem ein Produzent von BBC, Roland Hughes, die Aufnahme via Twitter mit dem Kommentar „Like a beautiful painting“ versah, wurde der Tweet geteilt und geteilt und geteilt … Twitter-User Groen Maar Niet Gek packte sogleich eine goldene Spirale darauf und stellte fest – das Foto genügt künstlerischem Anspruch:

Silvesterfoto mit goldener Spirale
⌙  Bildquelle: Screenshot Twitter, Groen Maar Niet Gek

Bei der goldenen Spirale handelt es sich wie beim goldenen Schnitt um eine geometrische Form, die nicht nur in Strukturen der Natur vorkommt – auf die Anordnung der Elemente eines Bild angewandt, soll dieses vom Betrachter als wohlproportioniert und schön empfunden werden. „Göttlich“, meinen manche. Und so könnte aus einem Foto schnell auch ein Gemälde werden (von The Deep Forger):

Silvesterfoto als Gemälde
⌙  Bildquelle: Screenshot Twitter, The Deep Forger


Gut gemeint, böse gescholten

Die ungarische Journalistin und Menschenrechtlerin Boglarka Balogh wollte nur Gutes. Sie veröffentlichte ihr eigenes Porträt und daneben Bildbearbeitungen, die sie in verschiedenen Versionen als afrikanische Frau zeigten (auf boredpanda). Ihr Anliegen bestand darin, damit auf das Verschwinden von Volksstämmen in Afrika aufmerksam zu machen. Die Reaktionen fielen jedoch beinahe durchweg negativ aus. Von Satire über Verärgerung bis hin zu Beleidigungen – ein klassischer Shitstorm fiel über die Frau her. Kurz darauf entfernte sie den Eintrag und entschuldigte sich:

„Since I had no intentions to offend anyone and yet I’m not able to answer to all of you, I’ve decided to delete my post.
My intention was 100% pure with this tribal art, being a human right lawyer and journalist who knows pretty much about racism and similar issues, I have never imagined that my work will annoy so many people and that I will have to explain myself. And sure, I will not do that. Keep calm and love every human.”

Was bleibt, sind die Kommentare auf der Website. Wer die Bilder sehen möchte, für den wurden sie beispielsweise hier erhalten.


Mich laust der Affe

Erster Akt (2011): Fotograf David Slater lässt sich von einem Makaken die Kamera entwenden und findet kurz darauf unzählige Selfies des Affen auf seiner Speicherkarte. Ein viraler Hit!

 

Zweiter Akt (bis 2014): Der Fotograf besteht auf seinem Copyright – Wikimedia sieht das anders und veröffentlicht die Bilder in der Public Domain. Schließlich, so die Argumentation von Wikimedia, wurden sie von einem ein nicht-menschlichen Wesen aufgenommen und entsprechend habe der Fotograf gar keine Rechte an den Bildern. Das „US Copyright Office“ unterstützte die Ansicht von Wikimedia.

Dritter Akt (bis 2016): Die Tierschutzorganisation PETA schaltet sich ein und will dem Affen die Urheberrechte zusprechen. Anfang des Jahres scheiterte diese Klage nun vor einem Gericht in San Francisco. Die Bilder gehören also aktuell absolut niemanden. Ein vierter Akt ist jedoch nicht ausgeschlossen. Und die Moral von der Geschicht: Drücke selbst den Auslöser! Sonst haben am Ende noch alle was davon … und dir bleibt „nur“ Publicity.

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Euer Jens

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Kommentare
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Portrait von drphoto
  • 12.01.2016 - 09:39

Dass das Foto aus der Silvesternacht zum "Kunstwerk" erklärt wird und dass es auch einem künstlerischen Anspruch genügen soll halte ich schon für arg daneben.

Das zeugt von einer fast grenzenlosen Sensationsgier und Verrohung unserer Gesellschaft. Wenn man sich umschaut findet man noch sehr viel mehr an Beispielen im täglichen Leben.

Traurig, aber wahr.

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