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Tutorialbeschreibung

Zeichenformate: Definieren und Anwenden

Zeichenformate: Definieren und Anwenden

In diesem Tutorial erhaltet ihr einen Einblick in die Arbeit mit Zeichenformaten und worin der Sinn der Arbeit mit diesem liegt


Hier zeige ich euch, wie ihr Zeichenformate in InDesign erstellt und anwendet. Damit das Tutorial nicht ausartet und auch für Einsteiger verständlich bleibt, lasse ich bewusst die Absatzformate erst einmal außer Acht. Dazu wird es ein eigenes Tutorial geben.
Außerdem werden hier keinerlei Textdokumente, wie *.doc eingebunden. Da gibt es ein paar Feinheiten zu beachten, die auch ein eigenes Tutorial umfassen.

Sprich wir arbeiten hier einfach direkt in InDesign, als ob ihr den Text direkt dort tippt, oder wie ich, einfach aus hineinkopiert.

Diese Palette, zu finden an der rechten Fensterseite, ist euer neuer Freund

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Zur Einführung noch ein paar Worte, über Sinn und Zweck der Formatfunktion:

Die Funktion stellt in erster Linie eine Workflow-Optimierung dar.
Habe ich einmal meine Formate klar definiert, so sind Änderungen in einer großen Datei ein Kinderspiel.
Einfach das zu ändernde Format per Rechtsklick --> „xyz“ bearbeiten öffnen und abändern.
Jede Textstelle, die durch dieses formatiert wird, ist dann automatisch geändert worden.

Ich muss mich also nicht durch mehrere Seiten wühlen, und alles manuell über die Zeichentabelle oder die Menüleiste abändern.

Und los geht es: 

Wie gesagt hab ich nun einfach einen Text aus dem Netz kopiert. Der Text ist von www.werbewahn.net und kann hier in voller Länge genossen werden.

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Fangen wir erstmal gemütlich an. Wir markieren die Überschrift mit dem Textwerkzeug und erstellen uns ein neues Zeichenformat

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Nach einem Doppelklick auf „Zeichenformat 1“ erscheint folgendes Einstellungsfenster.

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Hier vergeben wir erst einmal einen Namen für das Format, in diesem Fall „Überschriften“ und wechseln in der linken Navigation auf „Grundlegende Zeichenformate“

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Hier geht es wirklich um das Grundlegende. Also geben wir ihm an, welche Schriftfamilie oder Schriftart, welchen Schnitt, die Größe etc. wir verwenden wollen.

Tipp: Wie ihr seht, habe ich einen Haken bei „Vorschau“ gesetzt um die Änderungen gleich zu sehen.

Die Checkboxen bei „Unterstrichen“, „Durchgestrichen“ etc. sind automatisch als „neutral“ gekennzeichnet. Bedeutet so viel wie, es darf entsprechend formatiert werden. Ein Haken in z.B. Unterstrichen würde dieses Format immer unterstreichen und der Clou: Es würde jedes Format unterstreichen, das auf diesem aufbaut, wenn keine andere Einstellung vorgenommen wird. Hierzu kommen wir aber noch.

Beschäftigen wir uns noch ein bisschen mit den Einstellungsmöglichkeiten der linken Navigationsleiste.

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Unter den „Erweiterten Zeichenformaten“ können wir Skalierung und Verzerrung beeinflussen, aber auch den Grundlinienversatz ändern. Kein Wert, wie hier, bedeutet einfach, es soll direkt an der Grundlinie ausgerichtet werden und nicht darüber oder darunter.
Zudem lässt sich hier die Sprache für die Rechtschreibprüfung festlegen.

Ein praktisches Beispiel für diese Funktion wäre z.B. eine mehrsprachige Datei, in der jede Sprache auch eine eigene Schriftart hat.

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„Zeichenfarbe“: Hier wird’s bunt ;) Ich will hier einfach, dass jede Überschrift Blau ist und zudem Gelb umrandet.

Ein schöner Nebeneffekt ist hierbei, dass InDesign auf die Farbprofile zugreift, die evtl. schon angelegt sind. Durch einen Doppelklick auf das T lässt sich auch bequem an dieser Stelle ein neues Farbformat definieren
Auch kann man hier direkt festlegen ob die Kontur/Fläche überdruckt werden soll oder nicht.

Unter den Punkten „Unterstreichungsoptionen“ und „Durchstreichungsoptionen“ kann man dann gleich festlegen, wie die Durch-/Unterstreichung aussehen soll.

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Ein bisschen an die Überschrift gezoomt, sieht das dann so aus

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Als nächstes kümmern wir uns um die Autorenangabe im Text. Wieder direkt markieren, um gleich die Änderungen zu sehn und ein neues Format erstellen

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Verkettete Zeichenformate

Nun kommen wir zu einer, wie ich finde, schönen Funktion in InDesign.

Ich hab im Hintergrund den kompletten Fließtext markiert und ein neues Format angelegt. Da ich nun nicht wieder alles Einstellen will, was ich schon beim „Autor“-Format getan habe, wähle ich dieses einfach unter „Basiert auf“ aus.

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Wir erinnern uns, das Autorenformat war kursiv bzw italic definiert. Dies ändern wir nun einfach ab.

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Wie ihr hier sehen könnt, knallt uns InDesign eine ganze Palette mit Schriftschnitten vor den Latz. Der Grund dafür ist, wir haben keine Schriftfamilie ausgewählt. Das wollen wir aber auch nicht! Nehmen wir einfach „Regular“, denn wie der Name schon sagt, ist das der reguläre/standart Schriftschnitt.

P.S. Wir könnten auch einfach oben die Schrift auswählen um zu sehen, welche Schnitte sie hat und dann den entsprechenden auswählen.
Warum wir keine Schriftfamilie definieren werdet ihr gleich sehn.

Zunächst definieren wir noch einige andere Punkte. Ich will z.B. den Zeilenabstand vergrößern, ähnlich der Funktion aus Word „doppelter Zeilenabstand“. Hier wähl ich einfach statt „Automatisch“ eine größere PT-Angabe aus, als die Schriftgröße.

P.S. Automatisch wäre hier ein Wert von ca. 16,8 PT

Hier noch der Unterschied dieser Änderung

Zeilenabstand = automatisch

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Zeilenabstand = 18 PT

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Nun definieren wir noch das Format für das Zitat, welches ich hier wiederum auf „Autor“ beziehe und nur einige Änderungen vornehme

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Soviel erstmal zu den Grundeinstellungen.

Nun zum eigentlichen Sinn und Zweck:

Ihr kennt das, die Schrift gefällt einem dann am Ende auf Papier doch nicht, oder jemand anderem, der auch was zu dem Projekt zu sagen hat, will einfach was anderes.

Alles kein Problem! Wir haben ja alles sauber definiert und können nun durch wenig Aufwand das alles schnell abändern.

 

In diesem Fall will ich nun doch die Schrift „Georgia“ verwenden. Ich weiß, dass ich alle Textformate auf dem Autorformat basieren lasse. Also öffne ich dieses und ändere hier die Schrift

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Nun seht ihr auf der Arbeitsfläche, dass das Zitat rot unterlegt ist. Das liegt daran, dass die Schrift Georgia keinen Schriftschnitt „semibold-italic“ unterstützt.

Also noch schnell in der Zeichenformatpalette einen Rechtsklick auf Zitate -> Bearbeiten und den Schnitt ändern.

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Fazit:
OK, sagt der eine, aber woher weiß ich welcher Schnitt denn nun unterstützt wird. Also entweder ihr spickt J oder benutzt einen Fontviewer, der euch auch die unterstützten Schriftschnitte anzeigt.

Im Normalfall kennt man ja seine Schriften und weiß, welche welchen Schnitt mitliefert.

Ich habe das nun auch nur als Beispiel genommen, da man diese Änderung angezeigt bekommt.

Ich hoff ich konnte euch zeigen, dass es im Nachhinein eine echte Erleichterung ist, wenn man vorher, beim Anlegen der Projektdatei seine Formate klar definiert hat. Ich persönlich hätte keine Lust bei unserem 50-seitigem Commag jeden Textrahmen manuell zu ändern, oder noch schlimmer, einen 300 Seiten Katalog, nur weil irgendein Spinner sagt „ich will die Schrift aber lila und dünner!“

Durch die Arbeit mit Formaten mach ich so eine Änderung in nicht mal einer Minute. (Trotzdem das manuelle durchscrollen nicht vergessen)

Tutorial - Grundlagen zu den Absatzformaten gibt es hier!


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Kommentare
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Portrait von Mige
  • 20.09.2012 - 18:01

Super Tutorial, hat mir echt weiter geholfen! Daumen hoch!

Portrait von WupdieEule
  • 30.11.2010 - 13:18

Vielen Dank, sehr verständlich formuliert, sehr gut nachvollziehbar, man kommt gut damit voran.

Portrait von maite16
  • 19.05.2010 - 13:20

danke, sehr ausführlich und verständlich

Portrait von solanum23
  • 07.05.2010 - 18:24

Es wäre wichtig wenn du auch noch kurz erwähnst was der genaue Unterschied zwischen Zeichenformaten und Absatzformaten ist und wann man was verwendet.

Absatzformate sind für den gesamten Text gedacht und gelten immer von Anfang bis zum Ende eines Absatzes also eines Umbruchzeichens (= Return.)

Zeichenformate können auch auf einzelne Worte bzw. Zeichen innerhalb eines Absatzes angewendet werden. Meist für Hervorhebungen z.B. Kursiv in einem speziellen Schriftschnitt oder eine Schrift wie Courier für Hervorhebungen von Programmiercode innerhalb eines Satzes.

Da die Zeichenformate wie du beschreibst in der Hierarchie über den Absatzformaten liegen sollte man keinesfalls den gesamten Text per Zeichenformat formatieren, sonst greifen die Absatzformatierungen nicht mehr.

Ich würde persönlich auch für Überschriften Absatzformate verwenden und keine Zeichenformate.

Eine ziemlich clevere Methode hat sich Adobe außerdem ausgedacht um Absatzformate mit Zeichenformaten zu kombinieren: über die verschachtelten Formate.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 11.02.2010 - 15:08

Ich fands insgesamt sehr gut, wie du es erklärst und vorallem auch wie du den sinn hinter dem was man da tut erläuterst ist auch sehr sinnvoll

Portrait von Jesnerdesign
  • 01.01.2010 - 15:58

Gut verständlich! Werde es gleich anwenden.

Portrait von Momo777
  • 12.11.2009 - 13:20

war sehr hilfreich, danke!

Portrait von zara38
  • 19.10.2009 - 18:46

sehr hilfsreich.Sehr gut!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 13.08.2009 - 09:45

Dem Fazit kann ich nur zustimmen!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 13.07.2009 - 00:38

recht gut und hilfreich weiter so!

Portrait von Servusmen
  • 14.03.2009 - 12:54

Super tutorial! gut verständlich und ausführlich!

Portrait von lotte1234
  • 22.01.2009 - 17:51

super beschrieben!
sehr ausführlich und verständlich erklärt.

Portrait von knaeges
  • 02.01.2009 - 14:34

Ebenfalls ein sehr empfehlenswertes Tutorial.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 08.12.2008 - 16:36

Ich bin absoluter Anfänger, und das hier hat mir sehr geholfen!

Portrait von curtis_1896
  • 03.11.2008 - 21:30

Gute Infos zu Zeichenformatoptionen

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-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 07.07.2008 - 18:14

Super, jetzt komme ich der Sache immer näher. Danke

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-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 23.04.2008 - 16:44

hey danke, hat mir wirklich geholfen :)

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 11.04.2008 - 20:11

So ist das TUT echt gut, aber man sollte das TUT mit den Absatzmarken verbinden, denn dann versteht man als Noob das leichter.

ansonsten - nur weiter so

JayCeeKay

Portrait von Atoemchen
  • 02.03.2008 - 14:58

Einfach und verständlich erklärt. Schönes Tut.

Portrait von matze_mu
  • 04.01.2008 - 17:13

Sehr hilfreiche Hinweise bezüglich der Weiderverwendung von bereits angelegten Formaten! :-)

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