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Tutorialbeschreibung

Das Korrekturpinselwerkzeug

Das Korrekturpinselwerkzeug

Zunächst einmal zu den Basics:

Der Korrekturpinsel befindet sich im Entwickeln-Modul. Ihr aktiviert diesen entweder durch Mausklick auf das entsprechende Werkzeugsymbol oder aber ihr nutzt das Tastenkürzel K.

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Danach öffnet sich die dazugehörige Werkzeugpalette mit allen Einstellungsmöglichkeiten. Lightroom-3-User haben sicherlich sofort bemerkt, dass zwei neue Slider hinzugekommen sind, und zwar:

• Rauschen und
• Moiré

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Die Werkzeugpalette ist in vier Sektionen aufgeteilt, die ich kurz erläutern möchte.

Zunächst wäre da das Menü Maskieren. Dort ist beim ersten Anwählen des Korrekturpinsels standardmäßig das Wort Neu aktiviert.

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D.h., beim Klicken ins Bild mit diesem Werkzeug wird ein neuer Maskierungsbereich erstellt. Im Prinzip muss man sich die Funktionsweise dieses Werkzeuges so vorstellen, dass eine fiktive, multiple Einstellungsebene über dem Bild erstellt wird, die ich mit den vorhandenen Slidern verändern kann. Beim Pinseln mit dem Werkzeug male ich die Einstellungen lokal ins Bild hinein, so, als würde man z.B. in Photoshop auf eine schwarze Ebenenmaske mit weißer Farbe malen, um eine beliebige Einstellung ins Bild zu malen.

Natürlich erstellt Lightroom keine neue Ebene, aber die Funktionsweise lässt sich so am besten verdeutlichen. Ich kann nämlich mehre Maskierungsbereiche erstellen, die unabhängig voneinander gesteuert und verändert werden können, und dann passt der Vergleich mit einer Einstellungsebene in Photoshop wieder.

 
Die Ebenen, die ich mit dem Werkzeug erstelle, werden durch kleine Kreise repräsentiert (auch Stift, Bearbeitungspunkt genannt). Sobald ich einen Pinselstrich ausgeführt habe, erscheint im Bild ein solcher Bearbeitungspunkt mit einem schwarzen Kreis in der Mitte:

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Wenn ihr diesen Punkt nicht sehen könnt, liegt das an den Voreinstellungen. Einfach das Tastenkürzel H drücken und der Punkt erscheint wieder.

 
Gleichzeitig sieht man rechts oben in der Werkzeugleiste, dass jetzt, nachdem ein Bearbeitungspunkt bereits vorhanden ist, das Wort Bearbeiten aktiviert bzw. markiert ist. D.h., ich kann an dieser Stelle der Werkzeugpalette entscheiden, ob ich einen vorhandenen Bearbeitungspunkt bearbeiten will oder aber einen neuen erstellen möchte. Ob ein Bearbeitungspunkt aktiviert ist und bearbeitet werden kann, erkenne ich an dem bereits erwähnten Punkt in der Mitte. Ist ein Bearbeitungspunkt nicht aktiviert, fehlt der Punkt in der Mitte:

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Wenn ich noch einmal das Beispiel der Photoshop-Ebene bemühe, kann ich also in diesem oberen Bereich der Werkzeugleiste bestimmen, ob ich einen vorhandenen Bearbeitungspunkt bearbeite oder aber einen neuen Bearbeitungspunkt erstelle.

In der nächsten Sektion nehme ich die eigentliche Einstellung vor:

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Die Slider sind selbsterklärend. Ich kann damit die jeweiligen Einstellungen erhöhen oder verringern, je nachdem, in welche Richtung ich den Slider ziehe, und bekomme links den entsprechenden Wert numerisch angezeigt.

Ganz oben in dieser Sektion habe ich die Möglichkeit, über das Ausklappmenü Effekt bestimmte Vorgaben von Lightroom anzuwenden.

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Das ist ganz nützlich, wenn es schnell gehen soll, oder aber wenn ich eigene Presets nutzen will, um immer wiederkehrende Einstellungen ins Bild zu malen. Dafür habe ich die Möglichkeit, selbst Presets zu erstellen, die dann in diesem Menü angezeigt werden. Das geht über den Menüeintrag Aktuelle Einstellungen als neue Vorgabe speichern ... Ihr werdet dann automatisch durch den entsprechenden Dialog geführt, um euer Preset zu benennen und zu speichern.

 
Nun aber zurück zu den Slidern. Lightroom speichert die zuletzt vorgenommenen Einstellungen für dieses Werkzeug. Das kann u.U. lästig sein, wenn ihr dann alle Slider wieder auf den Standardwert zurücksetzen müsst. Für einen einzelnen Slider geht das über einen Doppelklick auf den Anfasser. Alle Slider kann man aber dadurch zurücksetzen, indem man bei gedrückter Alt-Taste auf das Wort Effekt klickt. Das ändert sich dann nämlich in das Wort Zurücksetzen und mit einem Mausklick darauf stehen alle Slider wieder auf 0.

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Die nächste Sektion der Werkzeugpalette ist die für die Pinseleinstellungen. Hier kann ich die Einstellungen für die Pinselspitze einstellen, namentlich die Größe, die Weichheit der Kante, den Fluss und die Dichte.

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Die ersten beiden Parameter sind selbsterklärend. Die Begriffe Fluss und Dichte hingegen bedürfen der Erläuterung. Wer z.B. glaubt, der Fluss in Lightroom sei identisch mit dem gleichnamigen Begriff in Photoshop, der liegt falsch. Laut Lightroom-Hilfe steuert dieser Wert die Anwendungsrate des Pinsels. Das klingt verwirrend. Wenn man es mal ausprobiert, wird man feststellen, dass der Fluss in Lightroom eine andere Beschreibung für Deckkraft ist. Wenn ich nämlich den Fluss auf 50 %stelle, so erhalte ich bei einem Pinselstrich eben diese Deckkraft. Pinsele ich aber erneut über diese Stelle, so erhalte ich 100 % Deckkraft. Mit dem Parameter Dichte stelle ich hingegen die maximale Deckkraft ein, die ich mit dem Pinsel erreichen kann, egal wie oft ich über die Stelle male. Wenn ich also die Dichte auf 50 % einstelle, kann ich so oft über eine Stelle malen, wie ich will; der maximale Auftrag des Pinsels bleibt bei 50 %.

Probiert's am besten mal aus.

 
Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch die Option Automatisch maskieren:

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Aktiviere ich diese Option, findet Lightroom beim Pinsel automatisch die Kanten im Bild.

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Hier seht ihr rechts im Bild einen Pinselstrich ohne Automatisch maskieren. Die rote Farbüberlagerung zeigt deutlich, dass der Pinselstrich über die Kanten hinweg ausläuft, wohingegen links im Bild der Pinselstrich mit aktivierter Funktion Automatisch maskieren ausgeführt wurde. Natürlich funktioniert das nicht immer. Es kommt auf den Kontrast der Kanten an, die ich übermale. Je höher der Kontrast, desto besser arbeitet diese Funktion.

 
Schließlich kann man in dieser Sektion noch zweierlei Pinsel definieren. Ich habe dann die Möglichkeit, zwischen den beiden Pinseln A und B zu wechseln, wobei ich jeden dieser Pinsel mit eigenen Einstellungen versehen kann. Das ist ganz praktisch, wenn man z.B. mit verschieden großen Pinseln arbeiten will. Durch Klick auf den jeweiligen Buchstaben kann ich zwischen den Pinseln hin- und herwechseln, oder aber ich nutze während des Pinselns on the fly das Tastenkürzel "/". Mit der Option Löschen wechsele ich wieder zum Standardpinsel.

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Die letzte Sektion der Werkzeugpalette befindet sich ganz unten.

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Hier habe ich zum einen links den kleinen Schalter, mit dem ich zwischen Vorher und Nachher wechseln kann. Mit der Option Zurücksetzen lösche ich alle erstellten Bearbeitungspunkte. Möchte ich mich nur von einem bestimmten Punkt trennen, so aktiviere ich diesen und drücke auf meiner Tastatur die Taste Entfernen. Die Option Schließen schließt den Dialog und belässt es bei den bisher gemachten Einstellungen. Darauf klicke ich folglich, wenn ich mit meiner Arbeit fertig bin. Die gleiche Funktion hat auch der Button Fertig in der Werkzeugleiste unter dem Vorschaubereich.

 
In besagter Werkzeugleiste habe ich noch diverse Einstellungsmöglichkeiten für die Werkzeugüberlagerungen.

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Zunächst kann ich in dem kleinen Aufklappmenü einstellen, ob und wann ich die Bearbeitungspunkte zu sehen bekomme:

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Das Tastenkürzel hierfür lautet - wie bereits eingangs erwähnt - H.

Rechts daneben kann ich einstellen, ob die Farbüberlagerung des Pinsels während der Arbeit eingeblendet wird oder nicht.

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Ist der Haken deaktiviert, kann ich die Farbüberlagerung dennoch jederzeit temporär einblenden, indem ich über den Bearbeitungspunkt mit der Maus fahre.

Nun kann es je nach Bild sinnvoll sein, die Farbe der Überlagerung zu ändern. Das geht über den Dialog Werkzeuge>Korrekturpinselüberlagerung:

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So, ich hoffe, ihr habt die Grundlagen für das Korrekturpinselwerkzeug gelernt. Jetzt geht es ans Ausprobieren!

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp:

Wer über eine Maus mit Scroll-Rad verfügt, kann die Größe und die Weichheit des Pinsels damit einstellen. Einfaches Drehen verändert die Größe, zusammen mit der Umschalt-Taste verändert man die Weichheit des Pinsels.

Macht euch eine Pinselvorgabe mit Automatisch maskieren (Pinsel A) und einen ohne diese Funktion (B). Dann könnt ihr mit dem Shortcut / beim Malen hin- und herswitchen. Mit dem Shortcut H habt ihr Kontrolle über die Werkzeugüberlagerungen. Das alles erleichtert die Arbeit mit dem Korrekturpinsel sehr.

Viel Spaß beim Ausprobieren!


Kommentare
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Portrait von Shiva Shanti
  • 21.08.2015 - 21:07

Super Tutorial,hab wieder was dazu gelernt.DANKE!

Portrait von kw513143
  • 21.08.2015 - 20:53

Dake für das Tutorial

Portrait von AnneRick
  • 20.08.2015 - 22:20

Vielen Dank für das Tutorial.

Anne

Portrait von berndschwartz
  • 17.08.2015 - 21:16

Vielen Dank für das ausführliche Tutorial

Portrait von renate_C
  • 16.08.2015 - 14:49

Ich bedanke mich für das interessante Tutorial.

Portrait von BOPsWelt
  • 16.08.2015 - 14:29

Vielen Dank für das Tutorial. :-)

Portrait von rocking_sid
  • 16.08.2015 - 13:43

Vielen Dank für das sehr informative Tutorial

Portrait von paweb63
  • 16.08.2015 - 12:43

Hat mir sehr geholfen. Hatte diese Funktion noch nicht richtig genutzt. Danke.

Portrait von Caesarion2004
  • 16.08.2015 - 11:39

Vielen Dank für das informative Tutorial.

Portrait von arko2013
  • 16.08.2015 - 11:37

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von figge
  • 16.08.2015 - 11:30

Danke.

Portrait von Philogelos
  • 16.08.2015 - 11:24

super erklärt.
Das kleine Häkchen bei "automatisch maskieren" hatte ich bisher noch gar nicht so richtig bewusst zur Kenntnis genommen. Wieder was dazu gelernt. Danke schön.
LG Günter

Portrait von Stille_Wasser
  • 16.08.2015 - 10:52

Danke, das Tut ist sehr nützlich für mich. :) Ich nutze Lr seit etwa eineinhalb Jahren, auch den Korrekturpinsel. Aber es ist oft ein Kampf, das zu Erreichen, was ich mit dem Korrekturpinsel verändern möchte.
Eine Frage hätte ich noch: Kann man eine gemalte Maske korrigieren - also erweitern odern wieder teilweise zurücknehmen?
Danke :)

Portrait von Domingo
  • 16.08.2015 - 10:52

Danke für dieses Tutorial.

Portrait von Pskarin
  • 16.08.2015 - 10:37

Herzlichen Dank für diese wertvollen Tipps.

Portrait von aloh47
  • 16.08.2015 - 10:36

Nettes Tutorial! Vielen Dank.

Portrait von Ken_Barrow
  • 16.08.2015 - 10:09

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von Wini03
  • 16.08.2015 - 09:00

Sehr gut erklärt, hilft mehr weiter!

Portrait von MARIA52
  • 16.08.2015 - 08:56

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von Steinegger
  • 16.08.2015 - 08:29

Möchte mich für das gute Tuturial bedanken

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