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Tutorialbeschreibung

Sturm im Wasserglas

Sturm im Wasserglas

Profi-Tutorial: Habt ihr schon mal aus einer Mücke einen Elefanten gemacht? Sehr interessante Vorstellung, wie die Kreatur wohl aussieht, die dabei herauskommt. Doch wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen. Es gibt derartig viele Redewendungen, das geht auf keine Kuhhaut, also lieber abwarten und Tee trinken, als das Kind mit dem Bade auszuschütten. Denn wir wollen doch keinen Sturm im Wasserglas entfachen. Oder doch? Falls ihr diese hübsche Redewendung in ein optisches Konzept fassen wollt, zeige ich euch gerne, wie das geht ...

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1. Arbeitsfläche anlegen

Legen Sie zunächst eine neue Arbeitsfläche an. Sie soll die Maße 2000 x 2000 Pixel haben, die Auflösung beträgt 300 dpi. Am besten benennen Sie die Datei gleich in "Tornado.psd". Auch das Format .tif funktioniert, da es die Ebenen in Photoshop unterstützt.

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2. Wolkenhimmel einziehen

Dann öffnen Sie die Datei "Wolkenhimmel" und ziehen sie auf den Hintergrund der eben angelegten Datei. Benennen Sie auch diese Ebene sofort, um sich später nicht selbst ins Chaos des namenlosen Ebenendschungels zu stürzen!

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3. Tornadowolke öffnen und freistellen

Ein Tornado ist, rein optisch betrachtet, nichts anderes als ein Wolkenschlauch. Den bauen Sie sich nun aus der Datei Wolke, deren Form dafür geradezu prädestiniert ist. Wählen Sie sie mit dem Polygonlasso grob aus. Die Auswahl ist unkritisch, sie sollte nur in etwa so aussehen wie auf der Abbildung.

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4. Farbbereich auswählen

Ziehen Sie sie auf die Arbeitsfläche und drehen Sie sie über Bearbeiten>Transformieren, bis sie senkrecht steht. Dann wählen Sie über Auswahl>Farbbereich auswählen mit der mittleren der drei Pipettensymbole etwa 7 bis 10 unterschiedliche Blautöne aus. Die Toleranz liegt knapp unter dem Wert 100.

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5. Ebenenmaske anlegen

Über das Bearbeiten-Menü wird die Auswahl der Blautöne gelöscht; übrig bleibt allein die Wolke. Legen Sie eine Ebenenmaske an. Was Sie in der Maske mit Schwarz ausmalen, verschwindet; Weiß würde es wieder zum Vorschein bringen. Entfernen Sie so die Wolkenausläufer, die zu weit vom Tornado abstehen.

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6. Löcher zustempeln

Sieht noch immer etwas zerzaust aus, der Wolkenwirbel: Füllen Sie mit dem Kopierstempel die Zwischenräume aus, um einen kompakteren Körper zu erzeugen. Das Quellmaterial für den Stempel finden Sie ebenfalls im Wirbel.

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7. Schlanke Linie

Das Skalieren hat gleich zwei Gründe. So passen Sie die Größe des Tornados ans Bild an. Da die Breite jedoch stärker reduziert wird als die Höhe, wird die typische Form erzeugt, die den starken Sog innerhalb des Wirbel erahnen lässt.

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8. Verkrümmen

So ein Tornado ist eine recht launische Erscheinung, die bei all dem Unheil, das sie bringen kann, auch eine gewisse Eleganz hat. Diese Eleganz verschafft ihr das Verkrümmen-Werkzeug, das ebenfalls im Bearbeiten-Menü zu finden ist (Bearbeiten>Transformieren>Verkrümmen). Spielen Sie ruhig ein wenig damit, auch wenn Ihr Ergebnis von der Abbildung abweichen sollte.

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9. Außenkanten radieren

Die Außenkante wirkt noch zu glatt. Malen Sie die Ebenenmaske mit Schwarz und einem kleinen Pinsel so aus, dass die glatte Kontur etwas unregelmäßiger wird. Am einfachsten machen Sie dies mit einem Pinsel, der in den Pinselvorgaben einen Streuwert von 20-30% zugewiesen bekommt.

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10. Kopierquelle

Im linken Teil des Wolkenhimmels gibt es Strukturen, die sich gut eignen, um über den Wirbelansatz gestempelt zu werden. So verbinden Sie Wirbel und Himmel. Sie verlaufen jedoch entgegengesetzt, also von hell nach dunkel. Geben Sie im Fenster Kopierquelle an Stelle der 0 die 180 ein, um sozusagen "auf dem Kopf stehend" zu stempeln.

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11. Mehr Volumen

Noch sieht der Wirbel flach aus. Dunkeln Sie ihn mit dem Nachbelichter-Werkzeug auf der linken Seite ab; als Bereich wählen Sie Lichter. Die Stärke sollte 10 bis 15% betragen. Ziehen Sie mit einem weichen Pinsel, Durchmesser etwa 150 Pixel, mehrmals über die linke Seite.

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12. Einstellungsebene und Schnittmaske

Dunkel ist's, doch leider fehlt noch die Farbe. Da diese erfahrungsgemäß noch mehrfach leicht verändert wird, bietet sich das Anlegen einer Einstellungsebene an. Die finden Sie unter dem kleinen Symbol im Ebenenfenster. Wählen Sie die Farbbalance, und wenn sie aufpoppt, klicken Sie auf OK und erstellen Sie über das Ebenenmenü eine Schnittmaske.

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13. Farbbalance: Tiefen

Nun doppelklicken Sie auf das Symbol der Farbbalance im Ebenenfenster. Verschieben Sie die Werte in Richtung Cyan um 5 bis 10% und in Richtung Blau um 10 bis 15%. Dank der Schnittmaske wirkt sich die Farbänderung nur auf die darunter liegende Ebene aus. Achtung: Klicken Sie vor der Änderung in den Bereich Tiefen.

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14. Glas einbauen

Öffnen Sie die Datei "Glas" und ziehen Sie sie mit dem Verschieben-Werkzeug auf die Arbeitsfläche. Mit dem Polygonlasso wird der weiße Hintergrund grob entfernt, den Wasserstrahl können Sie ebenfalls einfach abschneiden.

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15. Hintergrundradiergummi

Da der Hintergrund fast aus reinem Weiß besteht, eignet sich der Hintergrund-Radiergummi bestens, um das Glas transparent zu machen. Die Werte sind: Größe 100 bis 200 Pixel, Aufnahme: kontinuierlich, Grenzen: Konturen finden, Toleranz: 20%. Die letzten Artefakte entfernen Sie mit dem normalen Radiergummi.

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16. Strudel die erste

Bereiten Sie den Glasinhalt nun auf den Wirbel vor. Wählen Sie mit dem Polygonlasso den Inhalt so aus, dass die Auswahl zu den Glasrändern jeweils etwa 20 bis 30 Pixel Abstand hat. Dann öffnen Sie den Dialog Kante verbessern aus dem Auswahlmenü und geben ihr eine weiche Kante von 20 Pixeln.

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17. Strudel die zweite

Rufen Sie über Filter>Verzerrungsfilter den Strudeldialog auf. Dieses charmante kleine Werkzeug ist zwar sehr einfach zu bedienen, birgt aber die Gefahr, überstrapaziert zu werden, weil's so lustig ist. Also: Seien Sie sparsam mit der Anwendung.

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18. Glasreflexe auswählen

Das Glas ist noch zu sauber, um wahr zu sein. Legen Sie über dem Wolkenhimmel die Ebene "Glasreflexe" an. Wählen Sie mit dem Polygonlasso aus und halten Sie dabei einen geringen Abstand zu den Glasrändern. Geben Sie der Auswahl eine weiche Kante von 1 Pixel.

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19. Fläche Füllen, Rand betonen

Über das Bearbeiten-Menü füllen Sie die Fläche. Farbe: Weiß, Deckkraft: 20%. Da das aber noch zu gleichmäßig aussieht, verstärken Sie den Lichtreflex auf der linken Seite des Glases, indem Sie mit einer Pinselspitze (Durchmesser 150 Pixel, Deckkraft: 25%, Farbe: Weiß) an der Kante entlangfahren. Dann heben Sie die Auswahl auf.

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20. Wassertropfen nicht vergessen!

Der rechte der beiden Tropfen hat im Laufe der Verwirbelung des Wassers seinen Sinn verloren; radieren Sie ihn einfach weg. Der linke muss, falls er wie bei mir ein wenig blass aussieht, mit einem kleinen Pinsel und weißer Farbe wiederbelebt werden. Auch das geschieht in der Ebene Glasreflexe.

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21. Richtung anpassen

Eigentlich müssten Wolkenwirbel und Wasserstrahl schon ganz gut zueinander passen. Wenn nicht, drehen Sie den Tornado so, dass ein harmonischer Übergang entsteht. Dann legen Sie in der Glasebene eine Ebenenmaske an und malen Sie sie mit weicher Spitze so aus, dass das aufgewirbelte Wasser sanft in den Tornado übergeht.

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22. Verlaufsmaske für Horizontaufhellung

Der untere Teil der Wolken soll nun als Spiegelung auf den Brettern liegen, auf denen das Wasserglas steht. Ziehen Sie im Maskierungsmodus einen linearen Verlauf bis fast an die Oberkante des Glases. Die Verlaufsrichtung ist senkrecht zur Unterkante des Bildes.

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23. Horizontaufhellung ohne Einstellungsebene

Wandeln Sie die Maske in eine Auswahl um. Eine Möglichkeit zur Aufhellung des Horizonts ist das Anlegen einer Einstellungsebene, doch das wäre im Hinblick auf die weitere Verwendung der Auswahl zu kompliziert. Öffnen Sie also die Tonwertkorrektur und hellen Sie der Abbildung entsprechend auf.

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24. Wolkenspiegelung anlegen

Kopieren Sie die noch aktive Auswahl und fügen Sie sie im Ebenenfenster ganz oben ein. Dann spiegeln Sie sie über das Menü Bearbeiten>Spiegeln vertikal. Damit die Spiegelung sichtbar wird, muss sie mit dem Verschieben-Werkzeug an den Horizont heranbewegt werden. Ändern Sie den Ebenenmodus von Normal in Multiplizieren.

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25. Maske für Wolkenspiegel

Da sich die Wolken vor dem Glas befinden, müssen sie vor dem Glas entfernt werden. Legen Sie eine Ebenenmaske in der Glasebene an. Ziehen Sie mit dem Polygonlasso eine Auswahl um das Glas, geben ihr eine weiche Kante von einem Pixel und füllen Sie die Auswahl mit Schwarz. Vergessen Sie nicht, zuvor in die Maske zu klicken.

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26. Nebel einziehen

Legen Sie eine neue Ebene an, die "Nebel" genannt wird. Malen Sie mit einer weichen Pinselspitze weiß über den Horizont. Die Deckkraft sollte dabei unter 8% bleiben, die Größe der Pinselspitze zwischen 25 und 200 Pixeln variieren. Der helle Horizont verleiht dem Bild mehr Weite und kaschiert nebenbei eventuelle Störungen.

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27. Maske kopieren

Einziges und letztes Problem: Auch der Nebel wabert vor dem Glas und nicht dahinter. Da die Nebelebene dieselbe Ebenenmaske benötigt wie die Wolkenspiegelung, genügt es, die Ebenenmaske mit gedrückter Alt-Taste in die Nebelebene zu ziehen. Fertig ist die Redewendung!

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Endresultat:

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Kommentare
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Portrait von Schule 12
  • 10.11.2014 - 11:32

Hatte ebenfalls meine Probleme mit den 4. Punkt.

Portrait von Schule 12
  • 10.11.2014 - 11:31

Schönes Tutorial leider manchmal etwas schwer verständlich

Portrait von Schule 12
  • 10.11.2014 - 11:31

Schaut echt toll aus, bin sehr fasziniert über die ganzen Effekte

Portrait von Schule 12
  • 10.11.2014 - 11:30

Schönes Tutorial wede ich gleich mal ausprobieren

Portrait von DavidMeniw
  • 21.11.2013 - 16:42

top! wird sofort ausprobiert! Danke!

Portrait von MAPESoft
  • 04.10.2013 - 13:54

Schön zum Nachmachen - Herzlichen Dank

Portrait von MaoMao
  • 14.12.2012 - 21:19

Sieht wie super aus, danke für das Tutorial.

Portrait von Seelenecho
  • 23.11.2012 - 10:49

Ich bin fasziniert vom Ergebnis und an die Arbeitsschritte werde ich mich gleich heran wagen. Vielen Dank!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 16.11.2012 - 18:27

Ich habe grad echte Schwierigkeiten mit Punkt Nr: 4:
Ziehen Sie sie auf die Arbeitsfläche und drehen Sie sie über BearbeitenTransformieren, bis sie senkrecht steht. Dann wählen Sie über AuswahlFarbbereich auswählen mit der mittleren der drei Pipettensymbole etwa 7 bis 10 unterschiedliche Blautöne aus. Die Toleranz liegt knapp unter dem Wert 100.

Muss ich mit der mittleren Pipette im Farbbereichsfenster wahllos in verschieden Blautöne klicken?
Und wo finde ich das genau?
Über das Bearbeiten-Menü wird die Auswahl der Blautöne gelöscht; übrig bleibt allein die Wolke.
Bearbeiten und weiter?

Sorry vielleicht bin ich ja mal wieder zu blond um es richtig umzusetzen :)
Ich brauche Hilfe

Portrait von User_User
  • 15.10.2012 - 16:54

Super Tutorial! Danke!

Portrait von deadcry
  • 01.09.2012 - 17:32

sehr schöne idee ;) auf alle fälle ein hingucker

Portrait von Sandrin
  • 17.07.2012 - 13:09

Voll super, echt gut erklärt :)

Portrait von stivi1989
  • 02.06.2012 - 21:22

Danke! Aufschlussreiches Tut!

Portrait von Noob01
  • 12.04.2012 - 18:23

Gut erklärt, mal schauen wie es bei mir aussieht wenn es fertig ist

Portrait von davidh
  • 11.04.2012 - 09:14

sehr schönes tutorial. danke danke!

Portrait von wolf103
  • 05.04.2012 - 14:39

hat gut geklappt danke

Portrait von Marielena
  • 21.02.2012 - 14:21

ist echt ein cooles Tutorial, hat Spaß gemacht ;)

Portrait von hich
  • 30.10.2011 - 13:38

Cooles Tutorial! Zwischendrin etwas kompliziert (speziell die Stelle an der man Im Maskierungsmodus einen Verlauf für die Spiegelung zieht) aber ich habs dann hinbekommen und sehr viel dabei gelernt ;)
lg
hich

Portrait von PSD_Elfe
  • 24.10.2011 - 14:38

cool :-) hoffentlich bekomm' ich das originalbild auch so gut hin, dann kanns losgehen!

Portrait von stempelschieber
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