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Tutorialbeschreibung

Manhattan Project - Erstellen von realistischem Regen mit Blitz in einer Stadt

Manhattan Project - Erstellen von realistischem Regen mit Blitz in einer Stadt

Wetterveränderungen gehören zum täglich Brot der bildbearbeitenden Industrie. Da werden blaue Himmel eingezogen, Schäfchenwolken gebaut und Mengen von Sonnenschein in graue Bilder implantiert, um eine entsprechend farbenfroh-urlaubstaugliche Stimmung zu erzeugen. Auf die Dauer wirkt dieser Holidaylook jedoch recht öde und das Auge ermüdend. Wie wäre es mal andersrum? Blitz und Regengüsse einfügen, alles mit Bordmitteln von Photoshop? Uli Staiger zeigt euch, wie's geht.

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1. Arbeitsfläche vorbereiten

Öffnen Sie zunächst die Datei CHRYSLERBUILDING.jpg und duplizieren Sie die Ebene. Wählen Sie dann über Auswahl>Alles auswählen die untere Ebene aus und löschen Sie deren Inhalt. Auf diese Weise lässt sich später bequem ein neuer Himmel hinter der Häuserfassade einziehen.

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2. Himmel auswählen

Doch zuvor muss der alte Himmel verschwinden. Das klappt sehr gut mit dem Zauberstab und einer Toleranz von 15, da der Himmel einen sehr einheitlichen Verlauf besitzt. Achten Sie darauf, auch das Blau zwischen den Kabeln am linken unteren Bildrand mit auszuwählen.

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3. Neuen Himmel einbauen

Blenden Sie über Ebene>Ebenenmaske>Auswahl ausblenden den Himmel aus. Dann öffnen Sie die Datei HIMMEL und ziehen sie unterhalb der Gebäudeebene ins Bild. Da die Datei ein wenig zu klein ist, stempeln Sie die fehlenden Wolken einfach dazu. Als Quelle eignet sich der Teil des Himmels, der hinter dem Gebäude liegt, so vermeiden Sie eine Doppelung.

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4. Mehr Blau!

Noch wirkt der Himmel ein wenig unentschlossen. Über Bild>Anpassungen>Farbbalance können Sie dies ändern: Verschieben Sie die Farben in Richtung Cyan (15%) und Blau (23%). Im unteren Teil des Dialogs wählen Sie den Bereich Mitteltöne und Luminanz erhalten.

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5. Sonnenstreifen entfernen

Eine lästige Kleinigkeit stört noch: Der Sonnenstreifen am Gebäude ganz links. Ziehen Sie mit dem Fluchtpunktwerkzeug ein Trapez auf, das den Fluchtlinien des Gebäudes folgt. Anschließend stempeln Sie den sonnenbeschienenen Teil der Fassade zu, wobei sich als Kopierquelle der Mauerteil zwischen den Fenstern anbietet.

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6. Gebäude anpassen

Wechseln Sie durch Drücken der Taste Q in den Maskierungsmodus. Mit einer sehr weichen Werkzeugspitze von etwa 250 Pixeln Durchmesser malen Sie nun vorsichtig eine Maske über das Chryslerbuilding, die von oben nach unten von 100 % auf 0 % abnimmt. Dann wandeln Sie die Maske durch erneutes Drücken von Q in eine Auswahl um.

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7. Korrigieren der Tonwerte

Legen Sie eine Tonwertkorrektur-Einstellungsebene an; die Auswahl wird dabei als Ebenenmaske übernommen. Damit sich die Wirkung auf die Gebäudeebene beschränkt, erstellen Sie eine Schnittmaske über Ebene>Schnittmaske erstellen. Verändern Sie die Tonwerte der Abbildung entsprechend: Die Tiefen werden entfernt, die mittleren Tonwerte stark abgedunkelt.

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8. Abdunkeln der Fassade

Auch die Seite der Fassade bekommt eine Maske. Diese nimmt von vorne nach hinten, also in Richtung Fluchtpunkt, von 0 % auf 100 % zu. Nach dem Umwandeln in eine Auswahl wiederholen Sie Schritt 7, verschieben dabei aber die Mittelwerte nur auf den Wert von etwa 0,55.

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9. Auswählen der Subwaystation

Zeit, die Subwaystation einzubauen. Öffnen Sie die entsprechende Datei und legen Sie einen Pfad um die Stahlkonstruktion. Durch Aktivieren des Kontrollfeldes vom Pfadbereich subtrahieren in der obersten Befehlsleiste wählen Sie die Zwischenräume nacheinander aus, denn sie kommen nicht mit in die Auswahl.

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10. Auswahl verbessern

Wandeln Sie den Pfad in eine Auswahl um. Über Auswahl>Kante verbessern optimieren Sie die Auswahl. Wählen Sie das zweite Symbol von links aus den fünf Darstellungsmöglichkeiten, um sich die Auswahl als Maske anzeigen zu lassen. Diese bekommt eine weiche Kante von 0,5 Pixeln. Das Abrunden um 5 Pixel lässt die Ecken gefälliger erscheinen.

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11. Schrift erstrahlen lassen

Wählen Sie mit dem Schnellauswahlwerkzeug die Schrift aus, dann hellen Sie sie mit einer Tonwertkorrektur so auf, dass sie zu leuchten scheint. Kopieren Sie die Auswahl über Strg/Apfel+J in eine eigene Ebene und zeichnen Sie diese dann mit dem Gaußschen Weichzeichner und einem Radius von 15 bis 20 Pixeln weich.

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12. Regen vorbereiten

Legen Sie eine neue Ebene an und platzieren Sie sie im Ebenenfenster ganz oben. Füllen Sie sie über das Menü Bearbeiten>Fläche füllen mit 50-prozentigem Grau. Dann ändern Sie den Modus der Ebene von Normal zu Ineinanderkopieren. Wundern Sie sich nicht, dass das Grau wieder komplett verschwindet!

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13. Rauschen hinzufügen

Über Filter>Rauschfilter>Rauschen hinzufügen öffnet sich ein Dialog, der die einheitliche graue Fläche in schwarz-weiße Körnchen zerlegt, die Vorstufe zu den Regentropfen. Ob Sie die Gaußsche Normalverteilung oder das gleichmäßige Rauschen wählen, macht letztlich keinen bedeutsamen Unterschied in der Darstellung aus.

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14. Tropfen in Bewegung versetzen

Hier lässt sich die Bewegungsunschärfe sehr passend einsetzen, denn Regentropfen erscheinen aufgrund ihrer schnellen Fallbewegung eher als Striche denn als Tropfen. Über Filter>Weichzeichnungsfilter finden Sie die Bewegungsunschärfe. Finden Sie heraus, welche Pixelstärke und welcher Winkel Ihnen am besten gefallen!

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15. Tropfen zerschneiden

Öffnen Sie über Ebene>Ebenenstil den Dialog Fülloptionen. Verschieben Sie den schwarzen Regler nach rechts bis zum Wert von 105. Dann verschieben Sie mit gedrückter Alt-Taste den inneren Teil des schwarzen Reglers, bis die harten Kanten des Regens einen weichen Übergang erhalten haben. Verfahren Sie mit dem linken Teil des weißen Reglers ebenso.

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16. Perspektive anpassen

Da der Regen senkrecht vom Himmel fällt, muss er den Fluchtlinien der Gebäude folgen. Wählen Sie über Bearbeiten>Alles auswählen die gesamte Arbeitsfläche aus, dann öffnen Sie ebenfalls über Bearbeiten das Untermenü Transformieren>Verzerren und ziehen die unteren beiden Ecken so weit nach außen, bis die Fluchtlinien von Regen und Häusern übereinstimmen.

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17. Regenebene duplizieren

Damit der Regen auch hinter der Subwaystation fällt, duplizieren Sie seine Ebene. Verschieben Sie das Duplikat im Ebenenfenster unter die Subway-Ebene und öffnen Sie im Bearbeiten-Menü den Transformieren-Dialog. Verändern Sie nun Höhe, Breite und Position der Ebene geringfügig, sodass sie nicht mehr wie eine Kopie der ursprünglichen Regenebene aussieht.

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18. Blitz generieren I

Im Modus Negativ multiplizieren legen Sie nun eine neue Ebene an. Definieren Sie Schwarz und Weiß als Vorder- bzw. Hintergrundfarbe und ziehen Sie einen schmalen linearen Verlauf quer über das Bild. Dann laden Sie aus dem Filtermenü den Renderfilter Differenzwolken und invertieren die Tonwerte über Strg/Apfel+I.

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19. Blitz generieren II

Eine recht krasse Tonwertkorrektur lässt den sich bereits abzeichnenden Blitz zum Vorschein kommen, indem Sie den weißen Regler bis fast an den linken Anschlag ziehen. Invertieren Sie die Tonwerte über Strg/Apfel+I, sodass er weiß wird, und radieren Sie über die Einschlagstelle im Subwayschild hinausragende Blitzteile weg.

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20. Einschlagstelle verbreitern

Auch der Blitz muss perspektivisch wirken. Bauen Sie sich in Photoshops Pinselfabrik einen Pinsel mit ausgefressenen Kanten, der dem Aussehen des Blitzes nahe kommt. Mit einer kleinen Spitze von 25 Pixeln Durchmesser verbreitern Sie sodann die Stelle des Blitzes, wo er in das Subwayschild einschlägt.

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21. Blitz erstrahlen lassen

Damit der Blitz zu strahlen beginnt, muss die Blitzebene dupliziert werden und, ähnlich wie bei der Schrift zuvor, mit dem Gaußschen Weichzeichner abgesoftet werden. Danach können Sie noch andere Blitze anlegen, um die Dramatik der Situation noch zu verstärken.

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22. Reis zu Funken!

Öffnen Sie die Datei REIS.psd. Es ist wirklich nichts weiter als auf schwarze Pappe gestreuter Reis, der uns als Einschlagfunken dienen soll. Erhöhen Sie dann über eine Tonwertkorrektur den ohnehin schon hohen Kontrast, bis nur noch Schwarz und Weiß übrig bleiben.

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23. Schwarzen Hintergrund löschen

Ziehen Sie die Datei ins Bild, skalieren Sie sie und platzieren Sie sie genau an der Stelle, wo der Blitz einschlägt. Über Auswahl>Farbbereich auswählen öffnet sich eine Dialogbox. Klicken Sie mit der Pipette in den schwarzen Bereich der Reisebene; als Toleranz wählen Sie 70%. Klicken Sie auf OK und löschen Sie den nun ausgewählten schwarzen Hintergrund.

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24. Funken beschleunigen

Der Einschlag sieht noch zu sehr nach Getreide und zu wenig nach Funken aus. Ziehen Sie eine quadratische Auswahl um die Reisebene und öffnen Sie den radialen Weichzeichner aus dem Filtermenü. Wählen Sie die Option Sehr gut bei einer Stärke von 10. Danach bringen Sie die Funken - wie zuvor die Schrift und den Blitz - mit dem Gaußschen Weichzeichner zum Strahlen.

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25. Nebel

Haben Sie den Pinsel zum Blitzverbreitern noch? Sehr gut. Vergrößern Sie ihn auf 350 Pixel und legen Sie im Ebenenfenster ganz oben eine neue Ebene an. Dann malen Sie mit Weiß, Deckkraft 4 %, vorsichtig Nebelschwaden in den Vordergrund, um die Atmosphäre des Bildes zu intensivieren.

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26. Straßenlaternen einschalten

In einer neuen Ebene werden nun noch die drei Straßenlampen im unteren Bildteil eingeschaltet: Setzen Sie auf jede der Lampen mit einer runden Werkzeugspitze und weißer Farbe einen Punkt. Der Durchmesser beträgt 100 Pixel, die Deckkraft 80 % und die Härte des Pinsels 0 %.

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27. Gradation erhöhen

Damit die Bildaussage auch zur dargestellten Szene passt, fehlt noch der entscheidende Drive in den Tonwerten: Legen Sie als oberste Ebene eine Einstellungsebene der Gradationskurven an und erhöhen Sie den Kontrast durch Setzen von zwei Punkten. Sie lassen die unteren Tonwerte dunkler und die oberen heller erscheinen und erhöhen so den Gesamtkontrast des Bildes.

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Kommentare
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Portrait von HansoO
  • 24.05.2013 - 11:07

Spitzen Tutorial!
Also die Generierung des Blitzes fand ich einfach nur faszinierend. Wie kommt man denn auf diese Idee? Genial! Die Reiskörner waren auch klasse :D
Hab mich gestern gleich rangesetzt und nachgebaut. Hab wieder mal viel gelernt. Danke schön!

Portrait von rogerrough
  • 03.04.2013 - 23:45

Der Reis ist spitze ;-) Der Rest aber auch!

Portrait von Pixel_junkie
  • 30.03.2013 - 12:19

Danke für das Tutorial. Super erklärt.

Portrait von Loco1991
  • 20.03.2013 - 14:55

Coole Idee, hat richtig Spaß gemacht!

Portrait von MaoMao
  • 14.12.2012 - 21:10

Danke für das super Tutorial!

Portrait von seesar
  • 10.11.2012 - 14:16

wenn man gesehen hat wie es geht sieht es gar nicht so schwer aus, das ist wirklich ein tolles tutorial und ich finde es echt klasse das du deine tricks hier uns verrätst.
Ich habe mir gleich mal die arbeitsdatein runtergeladen und werde es bei zeiten ausprobieren.

Portrait von SandraBrezina
  • 30.06.2012 - 11:22

Da ich für meinen Grafik-Kurs ein Filmplakat gestalten muss und auf der Suche nach dem gewissen Etwas war, kam dieses Tutorial gerade richtig. Super! Hat mri sehr geholfen :-)

Portrait von schluch
  • 26.06.2012 - 12:40

Super Tutorial, bin ganz neu hier funktioniert das auch mit Lightroom 4?

Portrait von Paeck
  • 12.04.2012 - 21:20

Irgendwas funktioniert mit dem Blitz nicht. Entweder bin ich zu doof, oder es hat sich im Tut irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 04.01.2012 - 16:17

Sieht super aus!! Habe den Blitz aber nicht hinbekommen.

Portrait von BoomShakalaka
  • 21.11.2011 - 20:32

Super Sache - super Effekt! Weiter so

Portrait von braun_ca
  • 19.10.2011 - 21:43

sauber! danke & daumen hoch :)

Portrait von Janey
  • 06.08.2011 - 12:43

Danke für Ihre kreativen Tutorials. Macht sehr Spaß!

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 04.08.2011 - 13:17

Vielen Dank für dieses Tutorial.

Portrait von hamsibone
  • 19.07.2011 - 21:05

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von RatedKay
  • 12.07.2011 - 14:33

Vielen Dank für diese tolle Tutorial!

Portrait von Taddy1991
  • 30.06.2011 - 09:10

Sehr geniales Tutorial! Bin gerade dabei, es auszuprobieren. Danke!!

Portrait von Nanati
  • 22.06.2011 - 18:13

Habe es mir runtergeladen, aber noch nicht bearbeitet. Bin gespannt :)

Portrait von Sturheit
  • 07.06.2011 - 16:26

Danke schon mal für das spannennde Tut! Erst mal überflogen und werds dann gleich ausprobieren!

Portrait von ps_top
  • 07.04.2011 - 19:33

Sehr lehrreich. Und dass der Autor ein guter Beobachter ist - und sein muss um die Realität auch nachzubauen - beweist er mit seinen lichtphysikalischen Hinweisen zum Schatten. (Kernschatten, von hartem Schatten zum weicheren mit zunehmender Entfernung vom Objekt, etc.) Hier machen Anfänger gerne viele Fehler. Natürlich gibt es bei einer solchen Komposition noch viel mehr zu beachten: Perspektive, Transparenzen, Reflexionen. Viel Substanz also in diesem Workshop.
Nur mit dem Hinweis, dass der Workshop gar nichts besonderes sei, da keine besonderen Aufnahme oder Lichttechniken angewandt wurden, untertreibt er wohl ein wenig. Auch um dies alles in Photoshop nachzubauen, braucht es doch mehr als nur ein bisschen Photoshop Kenntnisse. Die sind wohl gut zu erlernen, ich habe aber Kollegen erlebt, die mit diesen Techniken einfach nicht klar kamen und sich frustriert abwandten. Aber ein guter Pianist sagt auch, dass die Walzer von Chopin relativ einfach zu spielen seien...

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