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Tutorialbeschreibung

Fantasy-Art: Cyberpunk Photoshop-Workshop

Fantasy-Art: Cyberpunk Photoshop-Workshop

Das Bild: "Dunkle Gassen" spielt in der Cyberpunkwelt des bekannten pen&paper Rollenspieles >Shadowrun™< . Der Workhop zeigt die entstehung des Werkes vom fotografieren weg incl. der Photoshoparbeiten.


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Kurz zur Vorgeschichte: 2007 habe ich zum “pen&paper”-Rollenspiel >Shadowrun™< ein Foto-Projekt gestartet.

2007 war Salzburg (Österreich) dran ;o) ... 2008 sollte es Berlin sein, und dort im Jahre 2079 beginnen die “Geschichten aus den Schatten - part II Berlin”. “Dunkle Gassen” war das erste Bild zu dem Thema...

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Die beiden Bilder incl. 600 Andere habe ich in Berlin Im Frühling aufgenommen.

Die Fotos der Models wurden Ende März im Fotostudio der Media-Agentur in Hof an der Saale fotografiert, gemeinsam mit einen Freund &  Fotokollegen Jürgen Wunderlich. Das Model im Vordergrund ist Sissy Fabian (www.model-kartei.de), die beiden Models im Hintergrund sind Dani und nochmal Sissy.      Make-up stammt von Mandy Wunderlich (www.prettiness.de).

Bei diesem Fotoshooting haben wir mit einer sogg. “Lichtzange” gearbeitet, dh. zwei Blitzer mit Softbox von links & rechts.  Meine Camera ist eine Canon 5D und meist fotografiere ich diese Art von Bildern mit einer 50er Festbrennweite. Soviel zur (Foto)-Vorgeschichte...

So nun zu Photoshop:  Meine Bilder haben Größen von 16-25 Mpix , diese Dateien sind ausreichend für Leinwanddrucke bis Größen von 100x150cm. In diesem Fall öffne ich mir eine Vorlage mit  5000x3000 Pix, 300dpi, Adobe-RGB, im Querformat.

Meine Vorlagen enthalten immer:    

* Ebene mit Logo
* „Lichtebene“ (leer)
* „Goldener-Schnitt“-Linien  (VM multiplizieren)
* „Imprimitur-Ebene“ (Farbe: kaltes blau , VM Farbe, 15%)
* „Schatten-Ebene“ (leer, VM: abdunkeln)
* Hintergrund (Farbebene zum ändern, meist schwarz)

=>Abkürzungen werden im Anhang erklärt!!!

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Foto: mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Wunderlich - www.erotische-werbefotografie.de    Danke!!!!

 

Als erstes ziehe ich alle Fotos in meine Arbeitsdatei.

Dann beginne ich mit der Figur die in den Vordergrund kommt. Sie soll auf alle Fälle im harten Gegensatz zum umliegenden Bild stehen. Mit starken Hell/Dunkel-Werten möchte ich die Dramatik und Spannung im Bild erhöhen, und natürlich auch mit der starken Hervorhebung der Farbe Gold, was symbolischen Charakter hat!

1) Beautyretusche:

Mit Stempelwerkzeug und Ausbessernwerkzeug  beginne ich die Haut zu “cleanen”.  (Den Reperaturpinsel  benutze ich eher selten, jedoch kann man mit ihm schnell kl. Korrekturen durchführen.)

 

2) „Weiche-Haut“-Retusche

=> beschreibe ich nicht mehr (dafür gibt es genug Tutorials).
Bei mir läuft die „Weiche-Haut-Retusche“ als Aktion auf einer neuen Ebene ab.
+ [ALT] gedrückt halten und auf Ebenenmaske klicken => ergibt eine schwarze Ebenenmaske auf meine “weiche-Haut-Ebene” und mit weißer Farbe, 20-50% Deckkraft und weicher Spitze, male ich sozusagen „weiche Haut“ ins Bild.  (Foto: Sissy/Mitte)
 

3) Einstellungsebene:

Farbton/Sättigung => hier holen  wir das Gold nochmal so richtig raus. Anschliessend eine schwarze Ebenemaske und mit weisser Farbe das Gold herausholen (wie auf Punkt 2) oder mit Zauberstab auswählen, oder... Viele Wege führen oft zum selben Ergebnis!  Am besten ausprobieren .  (Foto: Sissy rechts)
 

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4) [STRG-M] => Gradationskurven

    [STRG-L] => Tonwertkorrektur

    [STRG-U] = >Farbton/Sättigung

In der Reihenfolge nehme ich Farbkorrekturen vor.

Ich habe mir eine Aktion gespeichert wo dann verschiedene Einstellungsebenen (siehe Bild oben) automatisch generiert werden.

 Die Graduationskurve hat eine leichte S-Krümmung, alles Andere stelle ich dann je nach gewünschten Effekt, per Hand ein!

+ dann auf die Hintergrundebene reduzieren.

So spart man sich viel Zeit wenn man seine Fotos ähnlich bearbeiten möchte.  

5) zum Schluss habe ich noch die Augen leicht aufgehellt, mit dem Abwedler Werkzeug (Vorsichtig, nicht zu hell!!),
Lippen etwas heller, und das Kreuz nachgeschärft  (nicht zu stark!).


 

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Die Grundbearbeitung ist hier ähnlich wie beim ersten Foto.

Zusätzlich wurden die Stiefel und die beiden Softgunwaffen geschärft (Scharfzeichnerwerkzeug).
 

Freigestellt habe ich dann alle 2 Fotos mit dem Pfadwerkzeug [STRG-P].

=> dann den fertigen Pfad in eine Auswahl umgewandelt

=> Kante verbessern (Radius 2,3, Kontrast 24%, Abrunden 2 , Weiche Kante 2,4, verkleinern/Vergrößern: -10 

… diese Einstellung passt mir ganz gut , wenn ich Menschen freistellen möchte.)

=> Ebenenmaske

=> mit weiß und schwarz gegebenenfalls Maskierung korrigieren. (meistens male ich die Maskierung im Bereich Haare und Kleidung etwas weicher.)

Mit [X] kann man leicht zwischen schwarz und weiß umschalten.

So geht die Bearbeitung rellativ schnell und man hat mit der Ebenenmaske auch im Nachhinein die Möglichkeit Veränderungen einfach durchzuführen!

 

Komposition:

Jetzt müssen wir nur noch die 3 Models so positionieren, damit das Bild interessant wird! Viele alte Meister wie Leonardo da Vinci, Rembrandt oder Carravaggio haben mit dem „Hell/Dunkel“ oder auch Clairobscure genannt, experimentiert bzw. gearbeitet. Wenn man einmal vor einem Bild Carravaggios steht kann man  fast die Spannung knistern hören…

Hier kommt meine Hilfs-Ebene „goldener Schnitt“ ins Spiel. Die goldenen Schnittlinien und Punkte sind das Interessenszentrum im Bild, daher setze ich die Goldene Tasche dorthin...
Warum sind die Models nicht das Wichtigste im Bild?!? Für mich ist das wichtigste bei einem Bild die Bildsprache. Und die goldene Tasche symbolisiert den Gegenpol zur düsteren Cyberpunkwelt…

 

Wenn man „kreativ feststeckt“ hilft es oft das Bild zu spiegeln, denn dann sieht man es oft von einem ganz anderem Blickwinkel und es fallen Einem plötzlich ganz andere Dinge auf… Bei diesem Bild habe ich fast am Ende noch mal die Komposition etwas geändert, und das Bild gespiegelt.

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Nicht wundern: Anfangs war noch eine Laterne hinter Sissy… Die gefiel mir dann aber schlussendlich nicht…

 

Wo Licht ist, entstehen auch Schatten ;o)

Welch weise Aussage.. Aber was bedeutet das für unser Bild: Da ich auf grau fotografiert habe kann ich mir den Schlagschatten ansehen. So ähnlich wie der Schatten im Studio fiel, werden wir ihn auch nachbilden.

In unserer Datei befindet sich eine Ebene, namens „Schatten“ (VM: multiplizieren, 100%) .

Mit dem Thema: Schattenfarbe kann man ganze Bücher füllen, oder Diplomarbeiten schreiben.. Wenn man in der freien Natur beobachtet wie der Schatten aussieht, sieht man sämtliche Farben: Alles außer schwarz! Daher nehmen auch wir einen Sepiafarbton (R:28 G:9 B:9 => das wäre in etwa ein schönes Sepiabraun), eine weiche Pinselspitze , ca 15-40% Deckkraft und beginnen mit der Stelle wo die Schuhe den Boden berühren. => Dort ist der Schatten immer am dunkelsten und am schärften (kl. Pinselspitze, 40%, mittelhart) !  Und werden dann immer Heller, Weicher und Größer…

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Im Kunstunterricht hatten wir eine kleine Holzgliederpuppe, die wir mit einer Halogenlampe beleuchteten, um den Schattenwurf einer Modelpose exakt nachzubilden. Das funktioniert ganz gut!
Und es muss ja keine teure Puppe vom Künstlerbedarf sein, sondern z. B.: Barbie, Spiderman & Co. Euer Kinder oder jüngeren Geschwister können dasselbe…

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Zur Schattenfarbe nochmals zurückzukommen. Der Schatten bildet sich aus Lichtfarbe, Umgebungsfarbe, Untergrundfarbe. Am Abend sind Schatten oft sehr blau/violettstichig. In der Nacht sowieso..  Der Sepiabraun ton ist neutral und ergibt dann mit gelb (Imprimitur) einen schönen warmen Braunton, passend zum Licht.

 

Ich male die Schatten immer etwas stärker, denn die Verläufe lassen sich leichter malen wenn man stärkere Kontraste sieht, danach stelle ich die Deckkraft auf 75-85% ein.

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Das Bild war mir noch zu “clean”... dann habe ich in meiner Datenbank nach Motiven gesucht.. und habe ein paar Sachen gefunden: ein am Boden liegendes Orangensaftpackerl, und ein paar Fotos von Metallträgern.
(Foto oben re)

Das Orangesaftpackerl habe ich mit dem Lassowerkzeug freigestellt. 
=> über [STRG-J] dupliziert, VM: multiplizieren und ca. 45% Deckkraft, verdunkelt.
=> mit Farbton/Sättigung [STRG-U] die Farben angepasst
und Schatten gemalt. (Foto oben li)

 

Mit dem verrostetem Eisenträger (oben rechts im Foto) ging es ähnlich: zuerst mit Polygon-Lasso freigestellt

=> Kante verbessern (sieht dann so aus (Bild unten li) wenn man sie sich den Maskierungsmodus anzeigen lässt)

=> Ebenenmaske  

=> Mit schwarz & weiß bearbeiten damit es mehr “ausgefressen” ausschaut (zusätzliches “altern”)

=> [STRG-J] Ebene duplizieren und VM: farbig nachbelichten, 50-70%

=> Schatten nicht vergessen!!      

 

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Der Eisenträger schaut nicht nur “cool” aus, sondern dient eigentlich dazu das die Charakteure eine “symbolische Trennung ” bekommen...

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Oben ist die Arbeitsdatei mit allen Ebenen.

Die Imprimitur Ebene ist dazu da, bei einem Bild eine “Grundfarbigkeit” anzugeben, in diesem Fall ein warmes Gelb, welches das typische Licht in der Nacht bei Laternenschein/Kunstlicht wiedergeben soll...

Zum Schluss werden Helligkeiten & Dunkelheiten angepasst. Boden & Graffitiwand werden abgedunkelt (über Ebene duplizieren und VM:multiplizieren 75%) , Boden mit Renderingfilter/Beleuchtungseffekt  ein Spotlicht gesetzt. Auf eine neue Ebene (HG-abdunklen), VM:multiplizieren, 45%,  wende ich das Verlaufswerkzeug mit nur schwarz-Verlauf an, und dunkle somit den HG weiter ab!

Ebenso habe ich die Ebene Sissy-Dani nochmals abgedunkelt, damit die beiden Charakteure die im Hintergrund sind nicht durch ihre Helligkeit den vorderen Charakter stören...

Ich hoffe ich konnte meine Arbeitsweise verständlich erklären!

Dies soll ja kein “Malen nach Zahlen” sein, sondern ein Beispiel, wie man mit  Fotos zu einer Fantasy-Illustration, in diesem Fall: ”Cyberpunk”, kommt.

Wünsche Euch viel Spaß mit meinem Workshop!

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Erklärungen:

VM  :  Ebenen-Verrechnungsmodus

50% : Ebenen Transparenz auf 50% stellen

[STRG-M]  : [STRG] Taste drücken und dann auf [M] => Tastatur-Kürzel zu Gradationskurven

Wem Begriffe wie “Shadowrun™” oder “Cyberpunk” nichts sagen, bei wikipedia kann man da vieles nachlesen

Copyright Informationen:       
Der ganze Workshop wurde für www.psd-tutorials.de und www.clausurkauf.com, und ausschließlich für private Nutzungszwecke angefertigt! Der Workshop dient zu Schulungszwecken und darf nur für Schulen und ähnlichen Einrichtungen vervielfältigt werden!  
Copyright by Claus Urkauf, April 2008.

 

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Geschichten aus den Schatten - part2: Berlin - “Dunkle Gassen”, April 2008

 


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Kommentare
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Portrait von nitram0393
  • 08.01.2011 - 12:59

klasse. gut erklärt und top ergebnis

Portrait von PixelJack
  • 28.09.2010 - 14:28

Ich finde solche Arbeiten einfach genial. Es wurde gut und anschaulich erklärt.

Portrait von hasekeks
  • 07.09.2010 - 19:55

Super erklärt, sieht echt geil aus. Bin gespannt auf mein eigenes Ergebnis :)

Portrait von r0bb
  • 20.08.2010 - 16:28

geile sache...tip top

Portrait von midnight410
  • 07.08.2010 - 20:15

sauber, sieht richtig gut aus

Portrait von berlinsdoenerfress
Portrait von pjaupoe
  • 19.06.2010 - 11:42

Saugeil. Prima gemacht. Sieht wirklich echt aus dazu noch gut erklärt.
Bin gespannt auf neues.

Portrait von Monoton
  • 15.06.2010 - 11:12

Keine Schatten? Zwar gut erklärt aber doch etwas unüberlegt umgesetzt!

Portrait von knmedien
  • 28.05.2010 - 18:58

Sieht für mich unrealistisch aus. Der T-Träger wirft einen Schatten nach hinten, jedoch fehlt beim Model im Vordergrund der Schatten komplett, oder er wurde falsch gesetzt.

Portrait von SimonMWT
  • 30.04.2010 - 19:53

Sehr Cool und die Weiber erstma XD

Portrait von Cernenus
  • 13.04.2010 - 13:20

Vielen Dank für das Tutorial.
Wäre für weitere Tutorials im Bereich Cyberpunk und Cybergoth durchaus dankbar.

Portrait von pix61
  • 21.02.2010 - 11:59

coole infos dabei... dann will ich mich mal an die arbeit machen ;-)

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 13.02.2010 - 16:50

Sehr gut erklärt:) bin begeistert

Portrait von MHE83
  • 29.01.2010 - 22:00

Top, werd ich gleich mal probieren

Portrait von Tarulein
  • 01.01.2010 - 22:07

sehr schön verständlich ^^

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 17.12.2009 - 11:00

Top, werd ich gleich mal probieren

Portrait von rexi
  • 07.12.2009 - 10:05

Klasse, mal schauen ob ich es auch so in etwa hin bekomme

Portrait von Schokonuesschen
  • 04.12.2009 - 08:26

Finde ich ebenso gut, wie meine Vorredner. Jetzt muss ich nur den Versuch starten und es nachbauen.

Portrait von Schokonuesschen
  • 04.12.2009 - 08:26

Finde ich ebenso gut, wie meine Vorredner. Jetzt muss ich nur den Versuch starten und es nachbauen.

Portrait von chris-s
  • 10.11.2009 - 18:57

Gefällt mir gut ! Mal schaun ob der Nachbau gelingt!

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