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Tutorialbeschreibung

Fotoillustration - Composing eines Covers

Fotoillustration - Composing eines Covers

Der Weg vom Foto in die Illustration. Illustrative Grundlagen der Bildbetrachtung. Oder: Wie lasse ich ein Foto wie gemalt wirken? Es gibt nicht wirklich eine einheitliche Begriffsdefinierung dazu. Ich möchte in diesem Video-Training mit den Mitteln von Photoshop eine bestimmte Magie erzeugen und den Betrachter in den Bann ziehen am Beispiel einer Coverillustration. Ich lege dabei großen Wert auf künstlerischen Ausdruck im Bild.

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1. Das Vorhaben:

Wir wollen in diesem Tutorial eine Coverillustration erstellen, die einen Titel schmücken könnte, z. B. als Buch-oder DVD-Titel oder Ähnliches. Das wichtigste Element im Bild soll der Kopf des Kämpfers sein, und einige elementare Dinge sind dabei zu berücksichtigen. Wir werden hier einen illustrativen Look erzeugen, eine dichte Atmosphäre vermitteln, ohne dabei die Person auch nur 1 Mal freizustellen. Das Ausgangsfoto ist vor einem grauen Hintergrund fotografiert worden und erscheint auf den ersten Blick etwas unterbelichtet:

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2. Hintergrund übermalen:

Die störenden Hintergrundelemente werden mit der entsprechenden Hintergrundfarbe einfach übermalt. Ich mache dies hier mit dem radialen Verlaufswerkzeug:

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3. Body verflüssigen:

Schon die Pose des Kämpfers ist unserem Ziel sehr dienlich, da die Armhaltung bzw. die gedachten verlängerten Linien auf den Kopf hin verweisen. Wir verflüssigen sehr vorsichtig einige Körperbereiche zugunsten der idealisierten Körperform. Hier das Ergebnis nach dem Verflüssigen:

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4. Die Schärfung:

Ich konvertiere das Bild in den Lab-Modus und gehe in den Lab-Helligkeits-Kanal. Danach öffne ich den Filter>Scharfzeichnungsfilter>Unscharf maskieren. Ich möchte eine extreme Scharfzeichnung erreichen. Wenn im Dialogfenster die Vorschau aktiviert ist, kann ich die Auswirkung auf mein Bild sofort sehen. Nach der Bestätigung kann ich beruhigt wieder in den RGB-Modus wechseln und meine neu erstellte Ebene benennen. Hier das Ergebnis nach der Lab-Schärfung:

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5. Die Vision:

Ich habe nun mein idealisiertes und nachgeschärftes Ausgangsbild für mein in meiner Vision schon fertiges Bild gerüstet. Ich sehe quasi den Kämpfer im Morgennebel in einem Waldstück stehen und das fertige Bild so, dass viele Faktoren im Bild auf das mir wichtige Gesicht hinweisen. Ein sehr wichtiger Aspekt im Bild ist die nun kommende Unschärfe in den Bereichen, die zum Kopf hinleiten soll. Wir beginnen mit dem Filter>Weichzeichnungsfilter>Radiale Weichzeichnung und achten darauf, dass das Zentrum der strahlenförmigen Weichzeichnung im Bereich des Kopfes ist und der Wert nicht zu hoch. Mit einer zusätzlichen Maske, die ich mit Schwarz fülle, blende ich die Filterwirkung wieder aus und hole den Effekt mit weißer Farbe und meinem radialen Verlaufswerkzeug wieder dezent in den Bereichen zurück, wo sie erscheinen soll. Das fertige Ergebnis sollte in etwa so aussehen:

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6. Der illustrative Look:

In diesem Step soll aus dem Foto schon eine Fotoillustration werden. Das erreiche ich in diesem Bildbeispiel weniger mit direktem Übermalen oder Illustrieren als vielmehr durch den gezielten Einsatz vom Filter>Stilisierungsfilter>Konturen finden.

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Im Modus Überlagern und einer geringen Deckkraft von ca. 15% wirkt sich der Effekt auf unsere darunterliegende Ebene so aus :

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Mit weiteren Tonwertkorrekturen auf dieser Ebene tune ich das Ganze ein wenig fein. Meine schönen Lichtspuren auf der Person erhalte ich mir durch den Einsatz einer Maske.


 

7. Die atmosphärische Stimmung:

Ich sehe vor meinem geistigen Auge eine türkis-blaue Farbwelt, die einen nebulösen Charakter besitzt. Das Ganze geht farblich schon eher in eine surreale Welt, was aber durchaus den illustrativen Wert unterstreicht. Es sollten kalte Farbtöne werden, die den Kämpfer mit seinem wärmeren Farben hervorstehen lassen, denn wärmere Farben scheinen dem Betrachter näher zu erscheinen als kältere. Diese Farbwirkung nutze ich gezielt für diesen Effekt. Mit einer Volltonebene im Modus Farbe und reduzierter Deckkraft kommt gerade noch der Fleischton des Kämpfers durch und das Bild wirkt nun völlig anders auf mich. In der Maske der Einstellungsebene Farbe hole ich mir nun dezent die darunterliegende Farbigkeit der Haut im rechten Bereich des Kämpfers zurück. Dies erledige ich mit meinem radialen Verlaufswerkzeug oder einem weichen Pinsel. Somit erzeuge ich im Bild den Eindruck einer zweiten Lichtquelle, die warm von rechts scheint und dem Kämpfer mehr Plastizität verleiht.

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Dieselbe Ebene wird noch einmal dupliziert und im Modus Weiches Licht mit geringer Deckkraft eingestellt, damit ein wenig die Helligkeit auf dem Körper zurückgeholt wird. Das Ergebnis sieht dann so aus:

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Um die von mir gewünschte Atmosphäre weiter zu verstärken, möchte ich im Randbereich noch eine weitere dezente Unschärfe haben. Unsere Ebene wird dupliziert und mit einer schwarzen Maske versehen. Danach male ich mit Weiß in meinen gewünschten unscharf werdenden Randbereich. Mein Tipp: Die Deckkraft des Pinsels stark reduzieren und lieber mehrmals über die Fläche gehen; dadurch stellt sich eine gewisse Lockerheit ein. Die Maske dazu könnte so aussehen:

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Malen mit Licht: Um die Morgenstimmung, die in einem Wald auftritt, noch weiter zu verstärken, möchte ich gerne die linke Lichtkante auf dem Körper heller machen. Dies erreiche ich mit einer 50%-Grau-Volltonebene im Modus Hartes Licht. Nun male ich mit dem Aufheller-/Abwedler-Werkzeug diese Kante etwas heller, um dadurch am Ende eine Lichtquelle, ähnlich die dem Mond, zu simulieren. Es macht wirklich Spaß, hier wie ein Maler zu modellieren.

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Der Nebel: Um noch mehr Tiefe im Bild zu erreichen, möchte ich im Bereich vor dem Kämpfer sichtbaren Nebel aufnehmen. Dies erreiche ich wieder mit einer türkisen Volltonebene im Modus Umgekehrt Multiplizieren und einer geringen Deckkraft. Mit einer Maske schütze ich die Bereiche , die nicht von diesem Effekt betroffen sein sollen. Der Nebel soll nur im unteren linken Bereich des Bildes zu sehen sein.

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Der Nebel bewirkt nun auch eine starke Helligkeit, die dazu führt, dass man als Betrachter den Schwerpunkt des Bildes nun weiter oben ansetzt, und genau diese Tatsache unterstreicht meine Absicht, dass der Oberkörper/Kopf des Kämpfers an Wichtigkeit gewinnt.


 

8. Der Hintergrund:

Im Hintergrund möchte ich das Blattwerk eines Baumes erkennen. Dazu nehme ich mein Landschaftsbild und gehe in die Kanäle. Im duplizierten Blaukanal, dem Kanal des größten Kontrastumfanges, stelle ich per Tonwertkorrektur die Werte so ein, dass nur Schwarz und Weiß zu sehen sind. Dadurch schaffe ich mir eine Maske, mit der ich sehr gut arbeiten kann. Um das Blattwerk ein wenig organischer zu bekommen, wende ich den Filter>Störungsfilter>Staub und Kratzer an. Mit Klick auf die Miniatur und einer Umkehrung dieser Auswahl habe ich sehr leicht mein Blattwerk freigestellt.

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Dieser Baum sollte eine bestimmte Diagonale im Bild mit aufnehmen, die die Haltung des Kämpfers unterstreicht. Er gibt somit eine Blickrichtung vor. Er soll auch gestalterisch das Bild eingrenzen und optisch schließen, da er den Kämpfer förmlich umschließt.
 
Der Baum soll nun auch die radiale Weichzeichnung erfahren, die wir anfangs schon auf den Kämpfer angewendet haben, um den scharfen Bereich im Bild noch weiter zu verstärken. Im Modus Abdunkeln und reduzierter Deckkraft muss er einen Tonwert aufweisen, der nicht rein schwarz sein darf, denn er befindet sich weiter hinter dem Kämpfer und dadurch auch mehr im nebulösen Bereich, der in der Realität die Dunkelheit abmildert. Diese Ebene verlangt nun nach einer Maske, damit der Kämpfer wieder vor dem Baum ist. Mit dem lockeren Einsatz des radialen Weichzeichners ist auch dies schnell erledigt. Das Ergebnis dürfte so aussehen:

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... um die surreale Wirkung zu verstärken, wende ich das Ganze noch einmal mit einem weiteren Geäst an, welches auch optisch auf den Kämpfer verweisen soll. Die Vorgehensweise des Freistellens ist wieder die Gleiche. Ich kann somit sehr gut auch Lücken im Bild schließen, die zu viel Raum geben.

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In diesem weiteren Step erledige ich das Feintuning und möchte die Person noch etwas dunkler erscheinen lassen. Auf meiner Kämpferebene mache ich dies mit einer Einstellungsebene>Gradationskurven. In dieser Einstellungs-Ebenenmaske lasse ich wiederum einige Helligkeiten zurückkommen, und zwar im Gesichtsbereich. Ich spiegele mir immer sehr gerne während des Arbeitsprozesses das Bild, um Unkorrektheiten und generelle Wirkungen besser zu erkennen.

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Mit einer weiteren Ebene ziehe ich mit einen helltürkisen Verlauf von links unten nach rechts oben ein weiteres Nebelfeld zwischen mir und dem Kämpfer, um den unteren Teil des Mannes noch diffuser erscheinen zu lassen. Dadurch erscheint auch der hintere Arm noch mehr im Nebel. Wir erkennen hier noch stärker die Schichtung von Vordergrund-Mittlelgrund und Hintergrund.

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Der Mond: Damit das Licht auf der linken Seite des Kämpfers auch gerechtfertigt ist, füge ich in diesem Step eine Lichtquelle hinzu – und zwar den Mond. Er muss nicht deutlich als Mond erkennbar sein, da wir uns hier in einer nebulösen Welt befinden und er durchaus von Nebel umhüllt sein kann und dadurch auch sehr soft ist. Auf einer separaten Ebene unter dem Blattwerk ziehe ich einen hellen radialen Verlauf auf. Dadurch, dass unser Baum im Modus Abdunkeln ist, scheint dadurch auch das Blattwerk in leichter Farbigkeit durch, was dem Baum generell mehr Tiefe verleiht. Wichtig hierbei ist, dass die Lichtquelle immer etwas heller erscheinen sollte als das reflektierte Licht auf dem Körper.

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9. Der Titel - das Finale:

Da wir eine Coverillustration erstellen wollen, können wir nun noch eine Textebene hinzufügen. Ich habe das Ganze einmal „ETERNAL (für alle Ewigkeit)“ genannt und die Textebene mit Ebenenstilen versehen, um eine Glow-Wirkung zu erreichen.

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Kommentare
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Portrait von chilla2906
  • 17.11.2012 - 15:23

sehr hilfreich , super erklärung einfach klasse tutorial.

Portrait von Werbezecke
  • 31.10.2012 - 11:21

super erklärt! :) vielen Dank!

Portrait von Markilow
  • 30.04.2012 - 21:44

Sehr ansprechender Effekt.
Werde ich die nächsten Tage auf jeden Fall mal ausprobieren :)

Portrait von Jasse85
  • 25.10.2011 - 18:29

Sieht super aus. Werde es zeitnah mal versuchen!

Portrait von misspeppi
  • 03.08.2011 - 08:21

Ich glaube dieses Tutorial hilft mir bei ein paar Problemen im Bereich Composing weiter; auf jeden Fall sind einige Tricks dabei, die ich so noch nicht kannte :)
Danke!

Portrait von SanZ
  • 29.07.2011 - 12:17

Wow! Genau diese Art von Artwork-Composing habe ich lange in einem Tutorial gesucht. Auch kleine, hintergründliche Schritte werden erläutert und regen vor allem zum Anwenden auf anderen Bildern an.

Klasse gemacht!

Portrait von SanZ
  • 29.07.2011 - 10:48

Wow! Genau diese Art von Artwork-Composing habe ich lange in einem Tutorial gesucht. Auch kleine, hintergründliche Schritte werden erläutert und regen vor allem zum Anwenden auf anderen Bildern an.

Klasse gemacht!

Portrait von nasto
  • 27.06.2011 - 11:51

Schade, dass aber beim Menschen der Dreck bereits vorhanden ist. Wäre Interessant, wenn man diese auch etwas abbilden könnte.

Portrait von nasto
  • 27.06.2011 - 11:51

Sieht sehr interessant aus wenn man Menschen so darstellt.

Portrait von Kosmo
  • 22.06.2011 - 01:29

Vielen Dank ! this is cool work)))

Portrait von ps_top
  • 07.04.2011 - 19:18

Sehr lehrreich. Und dass der Autor ein guter Beobachter ist - und sein muss um die Realität auch nachzubauen - beweist er mit seinen lichtphysikalischen Hinweisen zum Schatten. (Kernschatten, von hartem Schatten zum weicheren mit zunehmender Entfernung vom Objekt, etc.) Hier machen Anfänger gerne viele Fehler. Natürlich gibt es bei einer solchen Komposition noch viel mehr zu beachten: Perspektive, Transparenzen, Reflexionen. Viel Substanz also in diesem Workshop.
Nur mit dem Hinweis, dass der Workshop gar nichts besonderes sei, da keine besonderen Aufnahme oder Lichttechniken angewandt wurden, untertreibt er wohl ein wenig. Auch um dies alles in Photoshop nachzubauen, braucht es doch mehr als nur ein bisschen Photoshop Kenntnisse. Die sind wohl gut zu erlernen, ich habe aber Kollegen erlebt, die mit diesen Techniken einfach nicht klar kamen und sich frustriert abwandten. Aber ein guter Pianist sagt auch, dass die Walzer von Chopin relativ einfach zu spielen seien...

Portrait von ps_top
  • 07.04.2011 - 19:18

Sehr lehrreich. Und dass der Autor ein guter Beobachter ist - und sein muss um die Realität auch nachzubauen - beweist er mit seinen lichtphysikalischen Hinweisen zum Schatten. (Kernschatten, von hartem Schatten zum weicheren mit zunehmender Entfernung vom Objekt, etc.) Hier machen Anfänger gerne viele Fehler. Natürlich gibt es bei einer solchen Komposition noch viel mehr zu beachten: Perspektive, Transparenzen, Reflexionen. Viel Substanz also in diesem Workshop.
Nur mit dem Hinweis, dass der Workshop gar nichts besonderes sei, da keine besonderen Aufnahme oder Lichttechniken angewandt wurden, untertreibt er wohl ein wenig. Auch um dies alles in Photoshop nachzubauen, braucht es doch mehr als nur ein bisschen Photoshop Kenntnisse. Die sind wohl gut zu erlernen, ich habe aber Kollegen erlebt, die mit diesen Techniken einfach nicht klar kamen und sich frustriert abwandten. Aber ein guter Pianist sagt auch, dass die Walzer von Chopin relativ einfach zu spielen seien...

Portrait von porgatorie
  • 25.04.2010 - 09:16

Gut gemacht. Für mich waren die Schritte nachvollziehbar und ohne weiteres auch reproduzierbar.
Ich denke das ein oder andere kann ich für Zukünftige eigene Projekte mitnehmen.

Portrait von WyattHalliwell
  • 31.01.2010 - 06:36

Danke, schaut nach einem guten Tutorial aus ;)

Portrait von DirtyHandz
  • 02.01.2010 - 15:47

super tut... machst echt immer klasse sachen

Portrait von Pajdo
  • 15.12.2009 - 15:25

alles ok . . . ! :)

Portrait von hansbauer1
  • 09.11.2009 - 13:20

sehr schönes Video, gefällt mir gut

Portrait von samson29
  • 31.10.2009 - 13:18

sehr gut beschrieben

Portrait von CUBEMAN
  • 07.10.2009 - 14:13

Schon mein drittes TK-Tutorial. Ich werde immer besser. ;o)

Portrait von Zauberhexe
  • 01.09.2009 - 21:38

Hab mal kurz reingeschaut. Auf den ersten Blick ein supertolles Tut! Danke dafür!!!

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