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Tutorialbeschreibung

Digital-Painting-Grundlagen: Volumen & Tiefe (Wolken)

Digital-Painting-Grundlagen: Volumen & Tiefe (Wolken)

Wolken verändern ständig ihr Aussehen: Mal sind sie hell, mal dunkel, mal flauschig, mal zerfetzt, mal bedrohlich oder auch mal fast verschwunden. Je nach Betrachtungsstandpunkt, Perspektive, Licht- und Wettersituation ergeben sich ständig andere Formen. Der Künstler hat verschiedene Möglichkeiten, mit Wolken zu arbeiten. Sie können räumliche Tiefe vermitteln, das Auge des Betrachters führen oder eine bestimmte Stimmung im Bild erzeugen. Im folgenden Step by Step gehe ich auf verschiedene Werkzeuge in Photoshop ein, mit denen man eine realistische Wolkenszenerie gestalten kann. Die Techniken lassen sich auch für viele andere Wolken-Konstellationen individuell anpassen.


Schritt 1

Erzeugt eine neue Ebene und legt dort eine dunkelblaue Fläche an. Auf einer weiteren Ebene zeichnet ihr ebenfalls mit einer dunklen Farbe die groben Strukturen der Wolkenformationen ein.

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Schritt 2

Damit im Nachhinein beispielsweise die Hintergrundfarbe geändert werden kann, werden die Wolken auf einer dritten Ebene gemalt. Mit einem Airbrush-rund-weich-Pinsel in der Größe 45, Weiß, mit einer Deckkraft und einem Fluss von ungefähr 50 Prozent malt ihr die erste Farbschicht ein.

Der Grafiktablett-Stift wird leicht zittrig über die Fläche geführt. Achtet hierbei auch schon auf die Fotovorlage, falls vorhanden, um Licht und Schatten zu berücksichtigen.

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Schritt 3

Die Wolkenkonturen werden auch mit Weiß aufgetragen. Verwendet dazu einen kleineren Pinsel (z.B. 15 Pixel Größe), damit die Konturen ein wenig scharfkantiger dargestellt werden.

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Schritt 4

Abwechselnd mit kleinen und großen Pinseln werden die Wolkenformationen Stück für Stück gefüllt. Dieser Prozess geht recht schnell und gibt die grobe Struktur der Objekte vor. Verwendet weiterhin Weiß und variiert neben der Pinselgröße auch die Deckkraft. Die im Bild sichtbaren unterschiedlichen blauen Farbtöne ergeben sich durch die transparente Farbmischung mit dem Untergrund.

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Schritt 5

Hier seht ihr, wie schon weitere Wolkenformationen gefüllt sind. Variiert je nach Bedarf die Deckkraft der Farbe und die Pinselgröße. Sind Bereiche zu hell oder gefällt euch die Formgebung nicht, benutzt ihr den Radierer oder wählt mit der Pipette einen Blauton aus, um diese Stellen wieder abzudunkeln.

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Schritt 6

Die Schattenbereiche werden mit einem hellgrau-blauen Farbton angelegt. Dieser Farbton dient ebenfalls zur Korrektur, um Stellen abzudunkeln, die zu hell geraten sind.

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Schritt 7

Sind die Schatten zu dunkel, kann mit einem etwas helleren Farbton wieder gegengearbeitet werden.

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Neben den Wolkenkonturen werden mit einem kleinen Pinsel und Weiß mit wenig Deckkraft kleine Wolkenfetzen eingefügt.

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Schritt 8

Mit zwei weiteren Farbtönen ist es möglich, den Schatten der Wolken mehr Tiefe zu verleihen. Achtet hierbei darauf, dass die Farbe vorsichtig aufgetragen wird, damit keine Flecken entstehen. Arbeitet außerdem mit geringerer Deckkraft und weniger Farbfluss. Soll das Motiv noch realistischer aussehen, können weitere Details hinzugefügt werden. Diesen Effekt erzielt ihr bei Wolken vor allem über die Konturlinien, wie man in der Detailansicht sehen kann.

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Schritt 9

Im nächsten Schritt sollen die Wolken noch realistischer aussehen. Photoshop stellt dafür das richtige Werkzeug zur Verfügung: den Wischfinger. Dieses Werkzeug ist ideal, um Wolkenfetzen zu erzeugen oder die Wolkenübergänge und Schattenstrukturen zu steuern.

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Schritt 10

Wählt den Wischfinger in der Werkzeugpalette aus und benutzt dafür den Pinseltyp Spritzer (50 Prozent Druckstärke) mit einer Pinselgröße von 35 px. Geht damit an die Lichtkanten der Wolken und zieht ganz leicht und etwas zittrig einige Strukturen heraus. Ist die Farbigkeit zu weit herausgeschoben, könnt ihr aus der Hintergrundfarbe heraus wieder gegensteuern – also zurückwischen.

 
Bearbeitet mit dem Wischfinger das ganze Bild. Sind einige Bereiche zu unruhig geworden, könnt ihr mit dem normalen Airbrush-rund-weich-Pinsel und den vorhandenen Farben die Schatten und Lichtstellen erneut leicht übermalen.

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Schritt 11

Zum Schluss könnt ihr noch weitere Details integrieren; zum Beispiel lassen sich Konturen mit einem weißen Pinsel nochmals betonen oder zusätzliche Wolkenfetzen einfügen. Der Hintergrund kann außerdem mit einem zarten Farbverlauf versehen werden. Benutzt dazu das Verlaufswerkzeug von Vorder- zu Hintergrundfarbe aus der Werkzeugpalette. Vergesst dabei nicht, vorher die Ebene des Hintergrundes anzuwählen.

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Gefällt euch der Grundfarbton der Wolken nicht mehr, könnt ihr mit Bild>Anpassen>Farbton/Sättigung das gesamte Bild leicht einfärben und somit die Stimmung des Gemäldes schnell ändern.

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Roger Hassler, Digital Painting Workbook, ISBN: 978-3941656048, 24,95 inkl. DVD.

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Kommentare
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Portrait von salimgor
  • 07.12.2013 - 11:01

Nettes Tutorial! Hat mir den nötigen anstoß gegeben :-)

Portrait von newart
  • 08.12.2013 - 20:57

Vielen Dank für Dein Feedback. Schön, dass Du damit was anfangen konntest. Weitere ähnliche Tutorials findest Du auch in meinem Digital Painting Workbook. Siehe Amazon.
Gruß,

Roger Hassler

Portrait von Lexy88
  • 27.07.2012 - 14:44

Danke für das Tut. Ist prima erklärt.

Portrait von newart
  • 27.07.2012 - 18:39

Hallo Lexi,

Danke Dir für das Kompliment. Dann mal viel Spaß beim erstellen eigener Wolkenformationen.
Gruß,

Roger Hassler

Portrait von doug_butabi
  • 07.05.2012 - 10:46

Danke für die Tipps, dass hat wirklich sehr geholfen!

Portrait von newart
  • 07.05.2012 - 11:09

Hallo Doug,

vielen Dank für Dein positives Feedback und weiterhin viel Spaß mit "Digital Painting"

Roger

Portrait von simsalabimba
  • 28.02.2012 - 14:33

Hey, ich komme mit dem Tutorial nicht ganz zurecht. Bei mir wollen die Wolken einfach nicht wie Wolken aussehen. Hast du da vielleicht noch einen Tipp für eine Anfängerin? :)

Portrait von newart
  • 28.02.2012 - 14:37

Hallo Simsalabim,

natürlich habe ich noch ein paar extra Tipps:
1) Mit einem Grafiktablett arbeiten - denn nur damit kannst Du über den Andruck des Stiftes so etwas machen
2) Verwende Airbrush-Rund-Weich- Pinsel in unterschiedlichen Deckkrafteinstellungen
3) Der Wischfinger trägt zum Realismus zum Schluß bei
4) GGf. mehr Zeit investieren
5) Damit es nicht frustriert, evtl. erst mal nur einen kleinen Ausschnitt malen

Gruß aus der 2DArtist-Redaktion,
Roger Hassler

Portrait von Tatanka
  • 19.02.2012 - 10:43

Ich bin bin begeistert.
Super Tutorial. ;)
Es ist leicht umzusetzen und somit kann jeder seine Kreativität, bei einer Himmelserstellung freien Lauf lassen...

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