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Tutorialbeschreibung

Making of "Let's do it yourself"

Making of "Let"s do it yourself"

In folgenden Making of meines Bildes "Let's do it yourself" zeige ich euch kurz, wie das Bild entstanden ist. Ich zeige euch, wie ihr Bildelemente besser zu einem Composing verschmelzen lassen könnt und wie ihr durch eine gezielte Farbgebung, dem Bild einen bestimmten Look verpasst.


Idee:

Die Idee von einem Bild mit einem etwas unbeholfenen Handwerker hatte ich schon länger. Und der Contest war der passende Moment, es in die Tat umzusetzen. Die Ideen zu vielen meiner Bilder habe ich meist schon vorher. Wenn immer ich eine Idee habe, wird diese in mein Notizbuch geschrieben und zum passenden Contest hervorgeholt.


Ausgangsbild fotografieren:

Nach der Ideenfindung habe ich das Ausgangsbild mit mir fotografiert. Dazu habe ich mich in meinem provisorischen Heimstudio selbst abgelichtet. Da im fertigen Bild der Hintergrund dunkel sein sollte, habe ich das Foto bereits vor einem schwarzen Hintergrund fotografiert. Zur Ausleuchtung diente eine große Softbox von vorne, ein Streiflicht von hinten rechts sowie eine kleiner Aufsteckblitz über der linken Schulter, wo später die Glühbirne hinkommen sollte.

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Freistellen:

Um mein Model vom Hintergrund freizustellen, nutze ich meist das Zeichenstiftwerkzeug, mit dem ich einen Arbeitspfad um das Model zeichne. Diese Methode eignet sich sehr gut, um gerade Elemente (wie hier z.B. das Buch) freizustellen. Aber auch Rundungen wie Brille, Hände oder Schultern lassen sich sehr gut auswählen. Jedoch stößt diese Methode beim Auswählen der Haare an ihre Grenzen. Deswegen wurden die Haare nur grob ausgewählt. Ist der Pfad geschlossen, erfolgt ein Rechtsklick in den Pfad, auf den sich ein Drop-down-Menü öffnet. Mit Klick auf Auswahl erstellen, verwandelt sich der Pfad in eine Auswahl, erkennbar an der Ameisenstraße.

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Auswahl verbessern:

Über Auswahl>Kante verbessern (Alt+Ctrl+R) gelangt man in das Dialogfeld, in dem sich die Auswahlkante anpassen lässt. Da die Kante durch die Auswahl mit dem Zeichenstiftwerkzeug sehr unnatürlich hart ist, wird diese durch eine leichte Erhöhung über den Regler Weiche Kante etwas weichgezeichnet. Hier reicht je nach Größe des Bildes meist schon ein Wert zwischen 0,5 und 1 Pixel vollkommen aus, um die Kante etwas natürlicher wirken zu lassen.

Mit dem Regler Kante verschieben reduziere ich meist die Auswahl etwas, da mit der leichten Weichzeichnung durch den vorangegangenen Schritt auch die Auswahl etwas vergrößert wurde. Auch hier reicht meist ein sehr geringer Wert um 5-10% vollkommen aus. Mit dem Kante-verbessern-Pinsel zeichne ich jetzt noch alle Haare nach, die ich vorher nur grob mit dem Zeichenstift-Werkzeug ausgewählt hatte. Wenn ein guter Kontrast zwischen Hintergrund und Model herrscht, erreicht man so sehr gute Ergebnisse. Zum Schluss wird über einen Klick auf das Maskensymbol unterhalb der Ebenenpalette die Auswahl in eine Maske verwandelt.

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Ebenen ordnen:

Damit wir im späteren Ebenenstapel nicht den Überblick zu verlieren, werden alle Ebenen und Gruppen beschriftet sowie farbig markiert. Um den Name einer Ebene zu ändern, genügt ein Doppelklick auf die Bezeichnung, anschließend kann sie umbenannt werden. Um die farbige Markierung einer Ebene zu ändern, genügt ein Rechtsklick auf das Augensymbol links neben der Ebene, und im sich öffnenden Drop-down-Menü lässt sich dann eine passende Farbe wählen. Wird eine Gruppe farbig gekennzeichnet, so werden alle sich darin befindlichen Ebenen ebenfalls mit der selben Farbe gekennzeichnet.

Über einen Rechtsklick auf das Maskensymbol meines Models und über das sich öffnende Drop-down-Menü wird über Ebenenmaske anwenden die Maske auf der Ebene angewandt. Dies spart zwar nur etwas Speicherplatz, aber da der alte Hintergrund meines Models nicht mehr gebraucht wird, schafft das noch etwas mehr Ordnung. Wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich das Bild samt Maske noch benötige, lege ich mir meistens eine zweite .psd-Datei an, in die ich alles reinpacke, was momentan nicht zur Bearbeitung benötigt wird.

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Hintergrund:

Als Hintergrund habe ich eine passende Ziegelstein-Textur auf www.cgtextures.com gefunden. Auch die Heizungsrohre habe ich dort unter den Stocks gefunden. Mit einer einfachen Registrierung kann man dort sehr gute Stocks, aber eben wie der Name schon sagt, hauptsächlich Texturen herunterladen. Den Hintergrund habe ich einfach als neue Ebene ganz unten im Ebenenstapel platziert und die Rohre zwischen Hintergrund und Model.

Auch hier habe ich wieder die Ebenen/Gruppe beschriftet und farbig gekennzeichnet. Da mir das auf den Stockfoto zu viele Rohre waren, habe ich mit dem Zeichenstiftwerkzeug lediglich zwei davon freigestellt. Mit jeweils zwei Tonwertkorrekturen unter den Rohrebenen habe ich einen Schatten erzeugt. Durch Beschneiden der hellen Tonwerte lässt sich so ein realistischer Schatten erzeugen. Dazu einfach den weißen Regler nach links schieben, bis die gewünschte Abdunklung des Hintergrundes erfolgt ist.

Die Einstellungsebenen müssen dann noch maskiert werden, damit sich der Schatten nur dort befindet (also hinter den Rohren), wo er auch hingehört. Dazu kann man mit gedrückter Strg-Taste auf das Ebenensymbol der Rohre klicken und dann über das Maskensymbol eine Maske auf die Tonwertkorrektur-Ebenen legen. Die Maske lässt sich dann je nach Härte des Schatten noch beliebig anpassen und an die richtige Stelle schieben.

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Augen vergrößern:

Um mein Model etwas lustiger und mehr wie eine Karikatur aussehen zu lassen, habe ich beide Augen vergrößert. Dazu habe ich mit dem Lasso-Werkzeug beide Augen einzeln ausgewählt und über den Befehl Ebene>Neu>Ebene durch Kopie (Strg+J) jeweils auf eine eigene neue Ebene gebracht. Über Bearbeiten>Transformieren>Skalieren wurden beide Augen einzeln vergrößert. Mit einer verminderten Deckkraft wurden beide Augen an die richtige Stelle geschoben.

Durch die leichte Transparenz sieht man die originalen Augen durchscheinen, und kann die neuen Augen so besser platzieren. Sind beide Augen an der richten Stelle, wird die Deckkraft wieder auf 100% gesetzt. Im letzten Schritt wird den Augen über einen Klick auf das Maskensymbol unterhalb der Ebenenpalette noch eine Maske verpasst. Mit einer weichen Pinselspitze werden die Augen dann noch an den harten Kanten maskiert, um einen weichen Übergang zu erhalten. Mit dieser Methode lassen sich auch Änderungen an anderen Körperteilen vornehmen.

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Haut glätten:

Im nächsten Schritt habe ich die Haut des Models bereinigt. Ich gebe zu, die Methode ist nicht von mir und man findet sie sehr oft im Internet. Als Erstes wird von der Ebene eine Kopie angelegt (Schritt 1). Danach wird die Ebene über den Shortcut Strg+I invertiert, also in ein Negativ verwandelt, und auf den Ebenenmodus Strahlendes Licht gesetzt (Schritt 2).

Als Nächstes wird die Ebene über Filter>Für Smartfilter konvertieren in ein Smartobjekt verwandelt (Schritt 3). Man kann diesen Schritt auch weglassen, jedoch lassen sich dann nachträglich die Filtereinstellungen nicht mehr anpassen. Jetzt wird der Hochpass-Filter aufgerufen. Da die Ebene invertiert ist, wirkt sich dieser Filter nicht mehr schärfend aus, sondern zeichnet sie weich. Den Wert soweit erhöhen, bis alle unschönen Hautstellen und Rötungen verschwunden sind (Schritt 4).

Um die verloren gegangenen Details wiederzuholen, wird jetzt der Gaußsche Weichzeichner eingesetzt. Auch dieser Filter wirkt sich genau anders herum aus, also zeichnet hier nicht weich, sondern holt Details zum Vorschein. Den Wert so lange erhöhen, bis die Poren wieder zum Vorschein kommen (Schritt 5).

 
Zum Schluss wird über die Ebene noch eine Maske gelegt, mit der dieser Effekt wirklich nur auf der Haut angewandt wird. Über eine Reduzierung der Deckkraft kann jetzt noch die Intensität des Effektes angepasst werden.

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Kellerstimmung:

Um der ganzen Szene schon eine etwas dunkle, kalte Kellerstimmung zu geben, habe ich das Bild mit zwei Farbbalancen etwas eingefärbt. Bei der ersten Farbbalance wurden die Blau- und Cyantöne etwas erhöht, um die kalte bläuliche Stimmung zu erhalten. Dabei wurde der Bereich, in dem später die Glühbirne scheinen sollte, mit einer Maske ausgeblendet. Jetzt wurde diese Farbbalance-Ebene kopiert und die Maske darauf mit Strg+I invertiert, sodass jetzt der Bereich, wo später die Glühbirne hängen sollte, bearbeitet werden konnte. Dieser Bereich wurde durch Erhöhen der Gelb- und Rottöne in eine warme orange Färbung gebracht. Zum Schluss wurde noch über eine Tonwertkorrektur der Randbereich abgedunkelt.

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Dampf:

Im nächsten Schritt habe ich den Dampf hinzugefügt. Vorher habe ich noch ein Loch auf das Rohr gemalt, dazu habe ich lediglich einen schwarzen Punkt gemalt, und einen Teil wieder aufgehellt, um so das Loch räumlicher wirken zu lassen.

Den Dampf habe ich mit einer Pinselspitze, die ich bei deviantART gefunden habe, auf eine neue Ebene gemalt. Für die große Dampfwolke habe ich die Jittereinstellungen der Pinselspitze verändert, um ein rein zufälliges Muster zu erhalten. Dazu habe ich den Größen-, Winkel-, und Streuungsjitter verändert.

Die Jitter bewirken, dass sich die Pinselspitze, je nach eingestelltem Wert, mal und mal weniger zufällig verändert.

 
Mit einer sehr geringen Deckkraft der Pinselspitze zwischen 5% und 10% kann man jetzt in mehreren Zügen den Dampf einmalen.

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Details 1 (Cover/Nagel):

Das Buch wurde mit dem Zeichenstiftwerkzeug ausgewählt und anschließend mit einer Farbton/Sättigung-Ebene umgefärbt, da das Gelb nicht wirklich zur Farbgebung des Bildes passte. Mit mehreren Tonwertkorrektur-Ebenen wurde dann das Buch noch in helle und dunkle Bereiche unterteilt. Das Cover des Buches wurde über Bearbeiten>Transformieren>Verzerren den Konturen des Originalbildes angepasst. Und über die Füllmethode Hartes Licht und mit einer etwas reduzierten Deckkraft im Bild platziert.

Durch die gewählte Füllmethode und die reduzierte Deckkraft scheint die Textur des Originalbildes durch. Der Nagel wurde ebenfalls mit dem Zeichenstiftwerkzeug freigestellt, passend zum Finger maskiert und im Bild platziert. Mit einer Tonwertkorrektur, in der die hellen Tonwerte beschnitten wurden, wurde ein Schatten unterhalb des Nagels erzeugt. Die Blutspritzer wurden einfach mit einer vorgefertigten Pinselspitze, die ich wieder bei deviantART gefunden habe, ein gemalt.

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Details 2 (Lampe):

Die Lampe entstand aus vier Einzelteilen. Das Seil lag als .png-Datei vor und musste somit nicht freigestellt werden. Da die anderen Elemente nur gerade harte Kanten und Kurven aufwiesen, wurden diese auch wieder mit dem Zeichenstiftwerkzeug freigestellt. Für den Schein der Glühlampe habe ich mir über Ebene>Neu>Ebene (Umschalt+Strg+N) eine neue Ebene über den der Lampenebenen angelegt. Mit einer sehr weichen runden Pinselspitze wurde dann mit weißer Vordergrundfarbe der Schein eingemalt. Die Lampenfassung wurde danach mit einer Maske ausgeblendet, wahlweise hätte man auch die Ebene hinter die Lampenebenen setzen können.

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Finish:

Im letzten Schritt wurde über mehrere Tonwertkorrektur- und Farbbalance-Ebenen der Look verstärkt. Also die Ränder abgedunkelt sowie ein Kontrast zwischen warmem Licht der Glühbirne und kalter Kelleratmosphäre geschaffen. Mit einer Schwarzweiß-Ebene im Ebenenmodus Weiches Licht und reduzierter Deckkraft wird der Kontrast verstärkt. Die Ebene bewirkt, dass helle Bereiche heller werden und dunkle Bereiche dunkler.

Um das Composing zum Schluss besser verschmelzen zu lassen, lege ich eine 50% Grauebene, im Modus Weiches Licht, ganz oben im Ebenenstapel an. Auf dieser Ebene wird der Filter>Rauschfilter>Rauschen hinzufügen angewandt, um ein leichtes Rauschen zu erzeugen, was alle Bildelemente besser verschmelzen lässt. Je nach Bildgröße reicht hier ein Wert um 1% - 2% vollkommen aus. Fertig war mein Bild „Let's do it yourself“.

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Fertiges Bild:

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Kommentare
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Portrait von Bent
  • 24.03.2015 - 15:33

Klasse Tutorial! Vielen DanK!!!

Portrait von chukky1986
  • 28.01.2014 - 11:44

cooles tut. Mir hat es sehr geholfen danke

Portrait von pflumu
  • 17.01.2014 - 17:57

Sehr gutes Tutorial! Vielen lieben Dank.

Portrait von aloh47
  • 04.01.2014 - 07:48

Vielen Dank für die Ideen

Portrait von germar
  • 03.01.2014 - 15:47

Mir gefällt es - Danke

Portrait von Wuggy
  • 02.01.2014 - 08:16

Gutes Tutorial, witziges Bild! Habe wieder was gelernt und Lust bekommen gleich ein paar der gezeigten Techniken selber auszuprobieren. Danke dafür.

Portrait von Pixel_junkie
  • 13.12.2013 - 22:25

Klasse, da bekommt man gleich Lust selber tätig zu werden. Danke.

Portrait von SandraKo
  • 11.12.2013 - 10:22

Sehr schön gemacht! Danke sehr!

Portrait von sepd
  • 10.12.2013 - 13:43

Dank für das Tutorial

Portrait von AngelikaG
  • 10.12.2013 - 12:53

Wirklich cooles Tutorial. Ich freu mich schon, dass einfach auch mal zu versuchen. Dank deiner wirklich tollen Erklärungen samt Screenshots, sollte ich das auch als Anfänger hinbekommen - danke ;-)

Portrait von skipper87
  • 09.12.2013 - 19:28

Sehr interessant! Finde es super, dass Du die einzelnen Schritte so ausführlich beschrieben hast und welche Wirkung / Idee dahinter steckt. Imponiert mir, wie du von Anfang an deine Idee verfolgt hast und das mit liebe zum Detail. Würde gern mehr lesen =)

Portrait von Pixelmixtur
  • 09.12.2013 - 20:00

Ich danke dir, wird bestimmt auch noch mehr kommen ;-)

Portrait von NUEOE
  • 09.12.2013 - 18:54

Danke für das Tutorial. Was mir besonders gud gefällt ist, dass du deine Idee sehr gud beschrieben hast.

Portrait von welliv
  • 09.12.2013 - 16:10

Danke. Schön, dass du auch erklärst, was die einzelnen schritte bewirken!

Portrait von AnneRick
  • 09.12.2013 - 15:53

Vielen dank fur das Tutorial.

Anne

Portrait von teste123
  • 09.12.2013 - 15:47

Toll gemacht und gut erklärt.

Portrait von Acepilot
  • 09.12.2013 - 14:40

Super Tutorial und klasse erklärt!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 09.12.2013 - 14:13

Vielen Dank für das Tutorial!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 09.12.2013 - 14:04

vielen Dank für diese gute Erklärung. Ein für mich wertvolles Tutorial.

Portrait von Ispahan
  • 09.12.2013 - 13:58

Hiermit möchte ich mich auch bei Dir bedanken.
Es ist von Dir gut erklärt worden und somit ist es auch leichter nachzuvollziehen und gut umsetzbar.
Vielen Dank. :)

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