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Tutorialbeschreibung

Das Cover-Composing - Teil 05: London im Regen - Wetter verändern

Das Cover-Composing - Teil 05: London im Regen - Wetter verändern

Die Dramatik des Motivs wird noch einmal gesteigert, indem ihr Blitze erzeugt und am Himmel verteilt. Wichtig dabei ist, die Blitze auch zum Leuchten zu bringen, damit sie hell und strahlend wirken. Der Regen wird in mehreren Ebenen aufgetragen und besteht aus dem Rauschen- und dem Bewegungsunschärfefilter. Den Abschluss bilden das Anbringen einer Vignette und eine Farbkorrektur.


Schritt 1

Um in Photoshop einen Blitz zu bauen bzw. um in dieses Bild einen Blitz zu bringen, gibt es sicher eine Menge unterschiedlicher Plug-Ins. Vielleicht nicht ganz so viele, aber ihr findet so etwas auf jeden Fall, wenn ihr danach sucht. Oder ihr kauft euch einen Blitz, ihr holt ihn aus dem Internet, aber ich lege Wert darauf, dass er gekauft und nicht irgendwo herauskopiert wird. Denn Leute, die Blitze fotografieren, wenden viel Zeit dafür auf. Das sollte man nicht nur mit Lob, sondern auch mit Geld wertschätzen.

Ihr könnt euch das alles aber sparen, wenn ihr den Blitz selbst in Photoshop baut.

Dafür solltet ihr mit einer relativ kleinen Datei arbeiten. Ihr werdet gleich sehen, warum. Ich lege über Datei>Neu... eine neue Datei an und nenne sie "Blitz". Ihr seht an der eingestellten Größe schon, dass ich eine hochformatige Datei möchte. Das gibt so eine Art hochformatiges Panoramabild. Ich bestätige mit OK.

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Schritt 2

Ihr braucht jetzt einen ganz bestimmten Verrechnungsmodus, eine bestimmte Füllmethode, damit der Blitz richtig wirken kann. Die kann ich für die Hintergrundebene im Moment aber noch gar nicht einstellen, weil die Ebene gesperrt ist.

Ich entsperre die Hintergrundebene, indem ich das Schloss-Symbol in den Mülleimer (Ebene löschen) ziehe (1).

Dann stelle ich den Modus auf Negativ multiplizieren (2).

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Da ändert sich zunächst natürlich gar nichts, weil der Hintergrund weiß ist.


 

Schritt 3

Ich nehme das Verlaufswerkzeug, stelle sicher, dass die Vordergrundfarbe Schwarz und die Hintergrundfarbe Weiß, dass der Verlauf auf Linearer Verlauf und der Modus Normal eingestellt sind. Außerdem sollte die Deckkraft 100 % betragen. Ganz links in der Auswahlliste für Verläufe wählt ihr den Verlauf Vorder- zu Hintergrundfarbe, also von Schwarz nach Weiß.

Und jetzt klickt ihr in die Ebene und zieht mit gedrückter Maustaste eine Linie von leicht links oben zur Mitte hin. Ungefähr so.

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Schritt 4

Der Blitz, den ich anlegen werde, der wird in diesem grauen Übergangsbereich sein. Ich möchte einen Blitz, der relativ schmal von oben nach unten läuft.

Als nächsten Schritt wähle ich meinen Filter über Filter>Renderfilter>Differenz-Wolken. Das ist ein ganz alter Filter, der wahrscheinlich bei Photoshop 0 schon dabei war. Man weiß vielleicht auch nie so recht, wofür man den braucht ...

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... aber ihr könnt jetzt schon ahnen, was das wird:

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Ihr seht die zackige Linie, die einen ziemlich guten Blitz geben kann, sobald wir sie gleich noch mit einer Tonwertkorrektur oder einer Gradationskurve versehen.


 

Schritt 5

Das macht ihr auf der gleichen Ebene und ruft direkt über Bild>Korrekturen>Tonwertkorrektur... das Einstellungsfenster auf.

Die Tonwertkorrektur muss ziemlich krass ausfallen, denn wir wollen in diesem Fall wirklich Pixel vernichten. Diese grauen Pixelwerte am Rand sollen verschwinden.

Ich mache zuerst einen schwarzen Blitz, indem ich den rechten Regler der Tonwertspreizung von rechts ganz weit nach links ziehe.

Da müsst ihr euch nur überlegen, wie dick ihr den Blitz haben wollt. Fahrt ihr zu weit nach links, wird er irgendwann einfach zu dünn. Fahrt mit dem Regler also ungefähr so weit nach links, dass ihr noch etwa 8 Tonwerte übrig habt.

Natürlich ist ein Blitz eher weiß und nicht schwarz. Deshalb kehre ich die Tonwerte um, indem ich die beiden Regler beim Tonwertumfang jeweils an das andere Ende ziehe, also den rechten Regler ganz nach links und den linken Regler ganz nach rechts. Schon sind wir fertig und ich bestätige (1).

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Ich benenne die Ebene feierlich in "Blitz_01" um (2).


 

Schritt 6

Ich hänge den Blitz nun von der Leiste oben ab (1) und ziehe die Ebene mit dem Verschieben-Werkzeug in mein London-Bild hinein (2).

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Schritt 7

Er ist jetzt nicht zu sehen, weil die Ebene meine Schnittmaske von "Ebene 1" mit angewendet hat. Die muss ich wieder entfernen: Über Ebene>Schnittmaske zurückwandeln (1).

Jetzt ist der Blitz ganz klein hier oben zu sehen. Wir hatten ja auch nur eine kleine Datei. Aber ihr dürft nicht vergessen: Einen solchen Blitz könnt ihr jetzt natürlich skalieren (Strg+T), soweit ihr wollt. Denn diese vielen kleinen Zacken und die relativ wenigen Tonwerte gestatten es, ihn beliebig groß zu ziehen.

Ihr müsst dabei nicht mal die Shift-Taste drücken, sondern könnt ihn so ziehen, wie ihr ihn haben wollt. Ich mache ihn ungefähr in diese Größe und bestätige das Ganze mit Enter (2).

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Schritt 8

Wir zoomen näher heran und schauen uns an, wie der Blitz jetzt aussieht. Er sieht immer noch aus wie ein Blitz, er ist zwar noch nicht verästelt und ich finde ihn auch etwas zu lang bzw. an der falschen Stelle. Ich ziehe ihn etwas nach rechts in den Himmel hinein – ich will ihn ja nicht unbedingt in ein Haus einschlagen lassen.

Jetzt müssen wir den Blitz noch verändern, also Äste dranbauen. Wir duplizieren also die Ebene "Blitz_01", indem wir sie auf das Symbol Neue Ebene erstellen ziehen.

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Schritt 9

Jetzt haben wir zwei identische Blitze im Bild, einen davon schieben wir ein Stück nach links.

Damit es nicht mehr so nach Kopie aussieht, transformieren wir ihn über Bearbeiten>Transformieren>Vertikal spiegeln.

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Schritt 10

Dann gehen wir noch mal über Bearbeiten>Transformieren>Drehen und drehen ihn so, dass er wie eine Verästelung an den Hauptblitz anstößt.

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Schritt 11

Weil ich diesen Ast noch etwas zu groß finde, drücke ich Strg+T und mache ihn etwas kleiner. Ich bestätige das mit Enter und habe somit meine erste Verästelung.

Wir zoomen genau heran und platzieren diesen Ast ganz genau. So könnt ihr jetzt weitermachen und dieses Ding weiter verästeln, bis er aussieht wie ein echter Blitz. Viel Spaß! ...

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Schritt 12

Die Form für meine Blitze ist soweit fertig, sie besteht aus insgesamt drei Blitzen: Ich habe drei neue Blitze erstellt ("Blitz_01", "Blitz_02" und "Blitz_03") und daraus jeweils eine Kopie erstellt.

Diese Kopien habe ich dann über Bearbeiten>Transformieren entweder horizontal oder vertikal gespiegelt und diese kleinen Verästelungen daraus gebaut.

Schauen wir es uns aus der Nähe an: Es sieht gut aus, vor allem an den Stellen, wo sich die Blitze überlagern. Es ist wichtig, dass ihr solche Stellen mit einbaut, denn es ist ja ein räumliches Gebilde und da kann es passieren, dass die Lichtspuren scheinbar übereinanderlaufen.

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Schritt 13

"Natürlich aussehen lassen" ist auch genau mein Stichwort, denn im Moment sieht es noch eher aus wie ein verunglücktes Spinnennetz, nicht wie ein Blitz. Der Blitz richtet noch nichts an, er leuchtet noch nicht.

Aber zuerst möchte ich etwas aufräumen und für die Blitzebenen, die ich alle markiere, eine Neue Gruppe aus Ebenen anlegen. Die nennen wir "Blitze".

Dann ist alles hübsch aufgeräumt.

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Schritt 14

Die Blitze könnte man natürlich noch mehr zum Leuchten bringen. Dafür brauche ich zwei Ebenen.

Ich lege eine neue Ebene durch Klick auf das Symbol Neue Ebene erstellen an (1) und fülle sie über Bearbeiten>Fläche füllen mit 50% Grau (2).

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Schritt 15

Diese Ebene ziehe ich nun wiederum auf das Symbol Neue Ebene erstellen und lege somit eine Kopie davon an. Das habe ich gemacht, um verschiedene Arten von Strahlung anlegen zu können.

Die erste Ebene, deren Strahlung die Wolken betreffen wird, nenne ich "Wolkenstrahlen". Die wird im Modus Strahlendes Licht verrechnet.

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Schritt 16

Die zweite Ebene, die den Blitz aufleuchten lässt, nenne ich "Blitzestrahlen" und verrechne sie im Modus Lineares Licht.

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Damit ihr den Unterschied zwischen den beiden Verrechnungsmodi seht, nehme ich einen Pinsel und weiße Farbe, eine Deckkraft von 30 % und male damit einmal in die Ebene "Blitzestrahlen" hinein. Das ist der Modus Lineares Licht. Es wird hell, scheint auch zu strahlen, aber irgendwie wird es milchig.

Das Gleiche mache ich auf der Ebene "Wolkenstrahlen" mit dem Modus Strahlendes Licht. Es wird auch hell, aber gleichzeitig werden hier die Farbe und die Farbsättigung nach oben gefahren, während das beim Linearen Licht im ersten Beispiel nicht passiert ist.

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Mit diesen beiden Modi möchte ich jetzt arbeiten. Ich mache die beiden Striche wieder rückgängig und dann geht es weiter ...


 

Schritt 17

Ich fange an mit der Ebene "Wolkenstrahlen" und möchte, dass meine Wolken auch aussehen wie Wolken. Deshalb sollte ich sie mit einem wolkenähnlichen Pinsel erhellen.

Ich wähle diesen Pinsel 255 aus, das ist, glaube ich, einer von qbrushes.net und dort sind es die Explosion Brushsets.

Dazu setze ich je ein Häkchen bei Formeigenschaften und Streuung.

Die Deckkraft ist natürlich viel zu hoch, uns genügt ein Wert von ungefähr 5%. Damit können wir hier besser arbeiten.

An der Stelle, wo der Blitz aus den Wolken tritt, helle ich die Wolken auf. Mit der Deckkraft von 5% kann ich ziemlich häufig drübermalen, aber ihr seht: Es wirkt, als ob der Blitz an dieser Stelle, wo ich drübergemalt habe, deutlich heller ist.

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Er ist natürlich nicht heller, denn Weiß ist Weiß und kann - zumindest in Photoshop - nicht weißer werden. Es wirkt nur heller wegen der Überstrahlung, weil die Wolken durch die weiße Farbe im Modus Strahlendes Licht scheinbar heller werden.


 

Schritt 18

Jetzt möchte ich die Stelle, an der der Blitz aus den Wolken heraustritt, so hell machen, dass es wirklich nach einer echten Überstrahlung aussieht. Ich gehe also noch mal mit einer deutlich größeren Pinselspitze drüber (1).

Und jetzt schaut euch das mal an. Das sieht doch aus, als würde der Blitz aus den Wolken treten (2).

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Schritt 19

Für die Aufhellung des Blitzes, der ja nicht nur die Wolken erhellt, sondern der auch von sich aus strahlen muss, nehmen wir kein Strahlendes Licht. Dafür haben wir die zweite Ebene mit dem Modus Lineares Licht angelegt.

Ich nehme eine ganz normale Pinselspitze ohne Streuung und ohne Formeigenschaften. Das Auswahlfeld für die Pinsel kann ich dann wieder schließen und aktiviere meine Ebene "Blitzestrahlen" im Modus Lineares Licht.

Wenn ich damit den Blitz entlangmale, natürlich mit einer deutlich kleineren Pinselspitze (Größe ungefähr 60 Px) und Deckkraft (5%), dann erhöhe ich damit nicht die Farbsättigung der Wolken, auch nicht die des Blitzes, der natürlich weiß ist und keine Farbe hat, und bekomme trotzdem den Eindruck, dass er zu strahlen beginnt.

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Schritt 20

Ihr malt diese Überstrahlung am besten einfach von Hand in den Blitz hinein. Macht das nicht irgendwie automatisiert, wählt nicht den Blitz aus über Auswahl vergrößern oder Ähnliches, sondern macht das wirklich von Hand, damit ihr eine gewisse Zufälligkeit mit hineinbekommt. Das würde auch so aussehen, wenn ihr es fotografieren würdet.

An manchen Stellen könnt ihr etwas häufiger drübergehen, denn der Blitz strahlt ja natürlich nicht überall gleich stark und er ist auch nicht überall gleich dick. So könnt ihr Varianz hineinbringen.

Ihr könntet natürlich auch über einen Größen-Jitter gehen oder den Zeichenstift so einstellen, dass er auf Druckstärke reagiert, aber ich finde es schöner, die Größe der Pinselspitze immer wieder zu verändern.

Diese Strahlung bringt es eigentlich schon, die lässt meinen Blitz tatsächlich aufleuchten, ihr müsst nur darauf achten, dass eure Spitze sehr, sehr weich ist.

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Ich blende die beiden Ebenen noch mal aus und wieder ein, um den Vorher-Nachher-Unterschied zu sehen.

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Schritt 21

Jetzt setze ich noch einen drauf: Ich aktiviere die Ebene "Blitzestrahlen" und helle die Stelle, wo der Blitz aus den Wolken tritt, mit einer richtig großen Spitze (Größe 1600 Px) noch weiter auf.

Dieser Lichteindruck wird nachher hinter Regenschleiern verschwinden, deshalb ist es gut, wenn wir den Blitz etwas übertreiben. Wir wollen ihn ja dann nachher im Regen auch noch gut erkennen können.

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Schritt 22

Wenn wir schon einen schicken Blitz haben, dann brauchen wir auch Regen. Und Regen ist einfach zu machen.

Zuvor ändern wir aber noch eine Kleinigkeit, die mich schon die ganze Zeit stört: Diese kleine Ecke oben rechts. Da fehlt etwas Himmel. Durch die Erweiterung der Arbeitsfläche hat sich der Himmel verabschiedet.

Ich klicke die Ebene "Himmel" an - also nicht die Ebene "Himmelkopie". Ich nehme den originalen Himmel, schnappe mir den Kopierstempel, wähle die Quelle mit gedrückter Alt-Taste und Mausklick ganz links in der Ecke, wo es schön dunkel ist, und stemple die Farbe in die rechte Ecke.

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Damit ist diese Geschichte erledigt. Ich schließe die Ebenengruppe "Himmel" wieder und jetzt können wir uns um den Regen kümmern.

 

Schritt 23

Ich lege über das Symbol Neue Ebene erstellen eine neue Ebene für den Regen an und fülle sie über Bearbeiten>Fläche füllen mit 50 % Grau.

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Das mache ich, weil wir den Filter, den wir gleich brauchen, natürlich nicht auf einer leeren Ebene anwenden können. Ich könnte den natürlich direkt auf das ganze Bild anwenden, aber dann hätten wir später keine Möglichkeit mehr, noch irgendwas zu ändern.


 

Schritt 24

Ich möchte den "Regenfilter" benutzen und gehe dafür zuerst mal über Filter>Für Smartfilter konvertieren (1).

Dann können wir uns den Filter holen: Filter> Rauschfilter>Rauschen hinzufügen (2).

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Dieser Filter macht nichts anderes, als tatsächlich Rauschen zu einer Ebene hinzuzufügen. Das muss nicht unbedingt monochromatisch sein, aber da wir keinen bunten Regen haben wollen, ist Monochromatisch vielleicht doch eine gute Idee. Ich setze also das Häkchen.

Der Regler Stärke regelt nicht - wie man annehmen könnte - die Größe der Körnung, sondern vielmehr den Kontrast. Ich zoome etwas näher heran, damit ihr das auch gut sehen könnt: Der Kontrast sollte in etwa so sein, dass wir nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grau drin haben.

Bei 400 % haben wir nur noch Schwarz und Weiß, aber ich möchte auch etwas Grau drin haben. Sonst bekommen wir später das Problem, dass sämtliche Regentropfen entweder ganz schwarz oder ganz weiß sind und das stimmt natürlich nicht.

Also gilt für uns eine Stärke von etwa 50 %, damit wir möglichst alle Tonwerte drin haben. Ich bestätige mit OK.

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Schritt 25

Das war der erste Filter, aber wir brauchen noch einen zweiten. Denn wenn wir wieder herauszoomen, sehen wir, dass das noch nicht wie Regen aussieht. Wir könnten auch die Regentropfengröße verändern, aber das machen wir erst dann, wenn wir tatsächlich Regentropfen hier drin haben. Aufgrund der Belichtungszeit der Kamera würden die natürlich auch nicht als Tropfen, sondern als Striche angezeigt.

Wir verändern zunächst noch den Modus auf Ineinanderkopieren, damit wir im Hintergrund auch wieder unser Gelände sehen.

Zoomen wir etwas dichter heran, um zu sehen, wie diese Regentropfen jetzt aussehen.

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Schritt 26

Ich klicke über Filter>Weichzeichnungsfilter>Bewegungsunschärfe, denn genau das brauche ich jetzt.

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Die ist mit einem Winkel von ungefähr 90° auch schon fast richtig eingestellt, aber der Regen fällt natürlich nie direkt senkrecht von oben nach unten. Wir lassen ihn besser von der Richtung fallen, aus der auch das Licht kommt, und stellen den Winkel etwas schräg auf ungefähr 77 %. Es soll ja natürlich aussehen.

Wir haben auch die Möglichkeit, den Abstand einzustellen, also zu definieren, wie viele Pixel lang der Regen sein soll. Wenn ihr das besonders lang macht (z. B. auf 187 Pixel), dann sieht das nur noch wie ein helles Streifengebilde aus. Machen wir ihn allerdings zu kurz (z. B. auf 9 Pixel), dann sind es eher Punkte.

Wir versuchen, den Abstand ungefähr auf 20-40 Pixel zu bringen, wo es tatsächlich aussieht wie Regenschnüre, die da entlangpurzeln. Das bestätigen wir mit OK.

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Schritt 27

Wir zoomen wieder dichter heran: Der Regen fällt im Moment noch etwas dicht. Den möchte ich noch etwas ausdünnen. Das können wir natürlich nicht einzeln retuschieren, aber wir können etwas ganz Tolles anderes machen:

Mit einem Doppelklick auf die "Ebene 2" bekommen wir das Ebenenstil-Einstellungsfenster. Dort können wir unter Ausblenden: Grau die dunklen Tonwerte - die natürlich jetzt nicht zu sehen sind, weil wir Ineinanderkopieren angewählt haben - entfernen.

Ich schiebe den linken Regler auf einen Wert um die 79 und kann so einzelne Regenschnüre darstellen.

Vielleicht ist es auch ganz gut, diesen Regler zu teilen, indem ich die Alt-Taste drücke und die neue Hälfte damit auf ungefähr 145 ziehe. So kann ich das Ganze etwas unregelmäßiger aussehen lassen und zufälliger gestalten, damit nicht alle gleich groß sind.

Das gefällt mir. Ich bestätige mit OK und damit habe ich schon einen relativ guten Regen erzeugt.

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Schritt 28

Aus der Entfernung - herausgezoomt - betrachtet, müssen wir noch nicht mal mehr etwas an der Bewegungsunschärfe oder am Rauschen verändern.

Aber wir brauchen noch etwas mehr Regen. Das bekommt ihr ganz einfach, indem ihr die "Ebene 2" anpackt und auf das Symbol Neue Ebene erstellen zieht, also einfach kopiert. Dann ist es schon deutlich regnerischer.

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Schritt 29

Und wenn ich die Ebene noch ein zweites Mal kopiere (1), dann könnte ich das ja auch noch etwas verzerren und verformen. Da brauchen wir gar nicht zu verflüssigen, sondern es reicht, über Bearbeiten>Transformieren in den Dialog Verformen hineinzugehen (2).

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Jetzt kann ich den Regen noch etwas dynamischer machen, indem ich das Raster an einigen Stellen ziehe. Dann sieht es so aus, als ob die Regenschwaden durch den Wind in Schwung gebracht würden. Das soll ja auch so aussehen und ich bestätige mit Enter.

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Schritt 30

Diese verformte Ebene kann ich noch ein weiteres Mal duplizieren, um sie noch etwas stärker aussehen zu lassen und heller zu gestalten. Ich ziehe also die Ebene wieder auf das Symbol Neue Ebene erstellen.

Jetzt haben wir insgesamt vier Regenebenen. Ihr könnt so viele reinbauen, wie ihr wollt, bis es euch zu dicht erscheint. Ich könnte mir auch vorstellen, da noch mehr zu machen, aber im Moment geht es ja hauptsächlich um das Prinzip und ich möchte euch nicht eure ganze Fantasie nehmen. Baut einfach so viele Regenebenen hinein, wie ihr wollt.

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Schritt 31

Ich markiere jetzt alle Regenebenen, klicke auf Neue Gruppe aus Ebenen... und benenne diese in "Regen" um. Nun sieht es also wieder aufgeräumt aus und ich kann diese Gruppe aus- und wieder einblenden, um zu sehen, was ich gemacht habe.

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Diese Unruhe und Feingliedrigkeit, die die Regentropfen hier reinbringen, tut dem Bild mächtig gut. Wir sind auch fast am Ende mit diesem Composing. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, um das Ganze noch etwas emotional begreifbarer zu gestalten. Im Moment ist es ganz hübsch, aber ich möchte noch mehr Kontraste und eine Konzentrierung auf das eigentlich Wichtige.

Stellt euch vor, wie ihr dieses Bild anschauen würdet, wenn ihr es zum ersten Mal seht: Dann würde euer Blick wahrscheinlich zuerst von Big Ben in der Mitte angezogen. Dann würde der Blick hinübergleiten zu den Gebäuden links und dann in den Hintergrund zur Skyline. Die modernen Gebäude dort hinten würden euren Blick dann nach vorne zum Hochhaus katapultieren.

In diesem mittleren Bereich ist also alles drin, was im Bild wichtig ist: Da haben wir den zentralen Big Ben. Die roten Busse auf der Brücke knallen unglaublich raus und sind fast im Goldenen Schnitt. Dann die sich wiederholende Form der Brücke und der Fassade.

Die Wolken, der Blitz und die aufwendig gestaltete Fassade des Hochhauses flankieren dagegen nur und sind Staffage.

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Schritt 32

Um dem Rechnung zu tragen, möchte ich gerne eine Vignette um das Bild herum legen. Eine leichte Vignette.

Man darf nicht vergessen, dass wir hier ziemlich viel zusammengebastelt haben: Wir haben ein Stockbild mit einem selbst fotografierten Bild, einem Himmel, der woanders herkommt, einem gemalten Blitz und einer 3D-Datei zusammengebracht. Wir müssen deshalb emotional noch den Eindruck herstellen, dass wir eine echte Fotokamera genommen haben, um das zu fotografieren. Und das geht mit einer Vignettierung.

Ich erkläre das so ausführlich, weil man es ganz häufig sieht, dass Leute Vignetten um ein Bild herum bauen, und man fragt sich, warum sie das tun, Kanten so hart verlaufen lassen usw.

Wir klicken also auf Neue Ebene erstellen und nennen sie "Vignette".

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Schritt 33

Es gibt viele Arten, Vignetten zu produzieren. Diese möchte ich mit einem Verlauf erstellen. Ich nehme das Verlaufswerkzeug und stelle es auf Radialverlauf mit Zentrum in der Mitte ein.

In der Auswahlliste für Verläufe wähle ich das erste Icon, bei dem der Verlauf von Schwarz auf Weiß geht bzw. Vorder- zu Hintergrundfarbe, wenn sie denn entsprechend Schwarz und Weiß sind.

Nun stelle ich noch den Modus auf Multiplizieren. Das sind die Vorbereitungen.

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Schritt 34

Jetzt ziehe ich aus dem Zentrum nach links außen - und bekomme das:

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Na ja, Vordergrund- zu Hintergrundfarbe.

 
Ihr könnt jetzt aber nicht einfach umgekehrt ziehen, also von links oben zur Mitte hin. Denn dann passiert das:

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Das wollt ihr nicht.

 
Ihr könnt entweder die Vorder- und die Hintergrundfarbe tauschen oder in der Leiste oben das Häkchen bei Umkehren setzen.

Und wenn wir jetzt noch mal von der Mitte in die obere linke Ecke ziehen, dann steht die Vignette auch richtig da.

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Vielleicht noch nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich mache das noch mal rückgängig ...

 
... und ziehe lieber ein Stück weiter links von der Mitte in die rechte obere Ecke, damit es ein bisschen kleiner wird.

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Schritt 35

Und dann muss ich die Deckkraft natürlich noch etwas weiter runtersetzen (Wert 42%), denn ich möchte ja nur die Andeutung haben. Mein Objekt, meinen Hauptgegenstand, möchte ich etwas deutlicher betonen. Ihr könnt das mal aus- und wieder einblenden, um den Unterschied zu sehen.

Sieht super aus.

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Schritt 36

Eine Sache möchte ich noch machen, weil das Bild aus verschiedenen Dateien zusammengebaut ist, die alle ein bisschen unterschiedlich von der Farbigkeit sind. Das sieht man daran, dass der Hintergrund natürlich schon etwas blau ist, aber doch etwas anders blau als der Himmel.

Deshalb möchte ich eine Farbbalance drüberlegen und das Ganze soll damit auch gleichzeitig etwas dunkler werden.

Wir zoomen wieder etwas näher heran und gehen über Korrekturen in die Farbbalance. Die verrechnen wir im Modus Abdunkeln.

Jetzt passiert natürlich noch nichts, erst wenn wir anfangen, die Regler zu verschieben.

Ich gebe etwas Cyan (-24) rein für die Mitteltöne und etwas Blau (+7).

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Schritt 37

Dann klicke ich die Tiefen an und mache das Ganze noch mal, also Cyan (-8) und Blau (+3).

Stellen wir den Verrechnungsmodus auf Normal, wird es etwas heller. Da ich es aber dunkler haben wollte, bleiben wir beim Modus Abdunkeln. Wenn man von vornherein den Modus entsprechend anpasst, dann bekommt man das leicht hin.

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Und das sieht doch super aus.

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Ich hoffe, dass euch dieses Tutorial Spaß gemacht hat!



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Kommentare
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Portrait von spirit010
  • 09.10.2016 - 02:08

vielen dank für das video

Portrait von hairjunkie
  • 22.04.2015 - 15:52

Alle wollen gutes Wetter... Ich jetzt nur noch Regenwetter! Danke.

Portrait von ananasstueckchen
  • 26.03.2015 - 13:28

Super Tutorial! Hervorragend erklärt uns das Ergebnis lässt sich sehen! Danke :)

Portrait von Ramona1902
  • 05.09.2014 - 16:21

wirklich wahnsinn super tutorial !

Portrait von AnneRick
  • 21.03.2014 - 16:40

Vielen dank fur das Tutorial.

Anne

Portrait von Merilhin
  • 14.03.2014 - 09:05

Super Tutorial. Sehr leicht zu folgen und nachzumachen. Bin begeistert.

Portrait von MicroSmurf
  • 13.03.2014 - 13:14

Vielen Dank. Sehr schön.

Portrait von noerror
  • 13.03.2014 - 11:10

Ich mag, wenns bltzt. ;)
Danke für das Tutorial.

Portrait von Steve007
  • 11.03.2014 - 18:44

Vielen Dank für diesen weiteren Teil Deiner tollen Reihe.

Portrait von berndschwartz
  • 11.03.2014 - 00:49

Herzlichen Dank für dieses tolle Tutorial...animiert direkt zum Nachmachen....

Portrait von hejokimo
  • 10.03.2014 - 19:24

Sehr gut erklärt. In Composings gut einsetzbar.Dankeschön!

Portrait von Kundentest
  • 10.03.2014 - 19:15

Herzlichen Dank für das Tutorial.

Portrait von KGFotoarbeiten
Portrait von a_green
  • 10.03.2014 - 17:14

wie immer perfekt, Danke

Portrait von chukky1986
  • 10.03.2014 - 17:04

Vielen Dank für dieses super Tut. Mit den Ideen kann man bestimmt einige schöne Bilder zaubern.

Portrait von kw513143
  • 10.03.2014 - 16:41

Gute Ideen kann man immer gebrauchen

Portrait von somuki
  • 10.03.2014 - 16:36

Sehr interessante Infos, vielen Dank.

Portrait von Torito49
  • 10.03.2014 - 16:26

Danke fürs klasse Tutorial! Jetzt weiß ich, wie ich einen Blitz erstellen kann.

Portrait von rocking_sid
  • 10.03.2014 - 15:52

Vielen Dank für diesen weiteren Teil der sehr interessanten Serie!

Portrait von Jolin
  • 10.03.2014 - 15:16

Echt super gut erklärt! Hat mir richtig gut gefallen! Dankeschön

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