Anzeige
Tutorialbeschreibung

Aufbau der Fantasylandschaft - Teil 1

Aufbau der Fantasylandschaft - Teil 1

Hallo liebe Freunde und Composer,

mein Name ist Uli Staiger und ich möchte euch mal zeigen, was wir mit diesem Bild vorhaben:

Bilder



Zuerst werden wir uns um die Landschaft kümmern, also erst mal den Vordergrund aufbauen, um anschließend einen neuen Himmel einzufügen und beides dann mit den Bergen am Horizont zu verbinden.

Dann kommt diese Telegrafenleitung, die bei der Hütte auf dem Berg beginnt und dann ein Gefälle produziert, wo wir erst noch die Leitungen einziehen müssen. Bei den Leitungen müssen wir dann das Problem lösen, dass sie hinten 1 Pixel stark sind, aber aussehen müssen, als wären sie nur 1/4 Pixel stark. Dann haben wir da noch die Skaterin, die an die Lichtsituation angepasst werden muss. Und wir müssen dafür sorgen, dass ihre Klamotten glänzend aussehen.

Und zum Schluss geht es noch darum, einen Look über das Bild zu legen, ihm diese kühle Atmosphäre zu verpassen und gleichzeitig das Licht so erscheinen zu lassen, als würde alles vom Hintergrund kommen.

Ich wünsche euch sehr viel Spaß und Erfolg damit.


 

Schritt 1

Wir beginnen mit dem Aufbau der Landschaft bzw. des Landschafts-Vordergrunds. Alles ist über Datei>Öffnen im Ordner "Panorama" zu finden. Ich klicke die oberste und die unterste Datei mit gedrückter Shift-Taste an, sodass wir alle sechs Bildchen öffnen können.

Bilder



Die sind nicht besonders groß und vor allem in den Lichtern nicht sehr gut. Das hat damit zu tun, dass ich hier nur mit der JPEG-Komprimierung arbeiten konnte. (Da seht ihr es wieder: Nie JPG verwenden!)

Es ist in diesem Fall nicht besonders dramatisch, aber ich musste mich entscheiden, ob ich auf die Lichter oder die Schatten belichte. Ihr seht schon, wofür ich mich entschieden habe, denn Lichter gibt es keine mehr, das ist alles nur noch eine weiße Suppe. Die Schatten dagegen sehen sehr gut aus und das ist auch der wichtigere Part, zumal der Himmel sowieso später ausgetauscht wird.

Wenn man in Richtung der Sonne fotografiert, ist es sowieso schwierig, diesen gesamten Kontrastumfang im Bild einzufangen. Sicher ist aber, dass man das mit dem RAW-Format sehr viel besser hätte meistern können als mit dem JPEG-Format.


 

Schritt 2

Wir können also erst mal diese sechs Bilder zusammenrechnen lassen. Über Datei>Automatisieren>Photomerge kann man das machen.

Bilder



Schritt 3

Jetzt bekommen wir ein paar Fragen von Photoshop gestellt:

Die erste und wichtigste ist, welche Dateien wir verwenden. Natürlich die geöffneten (Geöffnete Dateien hinzufügen). Ansonsten könnten wir auch den Ordner der Festplatte Durchsuchen...

Ich möchte die Bilder zusammen überblenden, setze also hier ein Häkchen. Ebenso bei Vignettierungsentfernung. Im Prinzip hat jedes Bild eine Vignettierung, deshalb sollte man das immer anklicken.

Und eine eventuelle geometrische Verzerrung soll ebenfalls herausgerechnet werden (Korrektur der geometrischen Verzerrung).

Die letzten beiden sind besonders wichtig, wenn man Winkelobjektive verwendet hat. (So wie ich hier).

Die Art des Layouts ist relativ schnell beantwortet: Ich würde in den meisten Fällen mit Auto beginnen, denn die Autofunktionen versuchen stets, die größtmögliche Fläche aus diesen Bildern oder aus den jeweils zur Verfügung stehenden Bildern zu errechnen.

Ist eine zu starke Verzerrung zu erkennen, das Ganze also zu stark kissen- oder tonnenförmig verzeichnet, dann kann man auf Perspektivisch oder Zylindrisch umschwenken.

Kugelförmig braucht man nicht, das ist eine Sonderfunktion, die errechnet tatsächlich eine Kugel, die man dann zum Beleuchten von 3D-Szenen verwenden kann. Collage und Repositionieren sind ebenfalls Sonderfunktionen, wo dann auch nicht mehr die Vignettierung zu Verfügung steht.

Deshalb bleiben wir bei Auto, bestätigen mit OK und lassen Photoshop mal ein wenig rechnen.

Bilder



 

Schritt 4

Photoshop macht jetzt der Reihe nach all diese Sachen auf, baut sie aneinander, rechnet sie schön zusammen und wahrscheinlich bekommt ihr gleich einen Schreck, wenn ihr die erste Ansicht seht, die Photoshop da präsentiert. Die ist nämlich noch, ohne dass die Lichter zurechtgerechnet worden wären.

Ihr seht es hier, da sind noch Streifen drin. Die muss Photoshop erst noch rausrechnen und es dauert ein wenig, bis die Ebenen auf dem Inhalt basierend überblendet sind. Aber gleich sind die Streifen weg.

Bilder



 

Schritt 5

So, jetzt haben wir ein absolut lückenloses Bild, das man mit ganz harten Masken überblendet hat. Es ist ganz irre, dass das funktioniert.

Wären wir in CS4 unterwegs, würde ich sagen: Wir bringen das alles auf die Hintergrundebene (Auf Hintergrundebene reduzieren). Das machen wir hier auch ...

Bilder



... und schneiden uns die passende Auswahl zurecht. Da wir aber in CS5 unterwegs sind, müssen wir den weißen Kram außen nicht wegschneiden, sondern ich zeige euch gleich mal ein richtiges Ding.


 

Schritt 6

Man kann über Bearbeiten>Fläche füllen nicht nur eine Fläche hineinfüllen, sondern man kann auch inhaltssensitiv arbeiten.

Dazu muss man natürlich erst einmal definieren, wo gefüllt werden soll. Das macht in diesem Fall das Zauberstab-Werkzeug, das auf eine Toleranz von 1 gestellt ist. Der Wert 1 ist deshalb sehr wichtig, damit ich jetzt nur den weißen Hintergrund und sonst nichts auswählen muss.

Natürlich wird hier auch noch ein Teil des Himmels ausgewählt, den man gerade sieht, aber der wird sowieso ausgetauscht, deshalb ist es nicht weiter dramatisch.

Bilder



 

Schritt 7

Jetzt kann ich inhaltssensitiv füllen über Bearbeiten>Fläche füllen>Inhaltssensitiv und ich bestätige mit OK.

Bilder



Das dauert ein kleines bisschen, aber gleich haben wir es.

Das Großartige daran ist - es ist einfach nicht zu fassen - wie fantastisch Photoshop diesen Inhalt überblendet.

 
Schaut es euch mal an. Es wird wohl keiner mehr auf die Idee kommen, wenn er das einmal gemacht hat, es jemals selber wieder von Hand zu versuchen.

Das ist doch irre: Ich geh mal dichter ran und lasse die Auswahl bestehen, damit man sieht, wo hier gerechnet wurde. Aber wenn man das nicht mehr weiß – ich blende die mal aus –, dann gibt es eigentlich keine Möglichkeit mehr, herauszufinden, wo Photoshop nun selbst gedacht hat und wo vorher schon Inhalt drin war.

Bilder



 
Ich blende es noch mal ein: Unten natürlich, aber da kommt man einfach nicht mehr drauf, wo eigentlich die Überblendung stattgefunden hat. Das funktioniert ganz hervorragend und sorgt dafür, dass die Panoramen in vollem Umfang erhalten bleiben.

Bilder



Damit hätten wir erst mal das Vordergrundpanorama sozusagen fertig. Es ist ein einziges Bild auf einer einzigen Ebene.


 

Schritt 8

Aus lichttechnischen Gründen wollen wir das Bild jetzt noch drehen, müssen dazu aber erst mal alles auswählen.

Bilder



 

Schritt 9

Über Bearbeiten>Transformieren spiegeln wir das Ganze horizontal.

Diese Datei können wir dann speichern und damit werden wir nachher gleich weiterarbeiten.

Bilder



 

Schritt 10

Jetzt bauen wir mal den Himmel ein. Ich zeige euch, wie das funktioniert:

Das ist relativ easy, wir müssen erst mal den alten Himmel auswählen. Den holen wir uns am besten mit dem Schnellauswahlwerkzeug, damit ist man relativ schnell fertig.

Ich gehe auf den normalen Modus (Der Auswahl hinzufügen) und fahre mit der Maus einfach mal über Himmel.

Rechts bekommen wir Schwierigkeiten, da wird gleich zu viel ausgewählt, weil hier relativ wenig Trennung drin ist. Aber das ist nicht dramatisch.

Bilder



 

Schritt 11

Ich gehe auf das Minus hier oben (Von Auswahl subtrahieren) oder mache das mit gedrückter Alt-Taste und ziehe den Teil der Auswahl wieder ab.

Bilder



Wie das rechts hinten am Horizont aussieht, ist nicht sehr wichtig, denn da wird später sowieso ein Gebirgsteil eingebaut. Man kann das also einfach so stehenlassen. Vorläufig mal.


 

Schritt 12

Natürlich wollen wir den Himmel nicht weglöschen, sondern wir wollen ihn maskieren.

Als Ebene haben wir nur die Hintergrundebene. Oberhalb der Ebenen sind die Masken. Wer jetzt mit CS4 arbeitet, der kann auf diese Maskenpalette zurückgreifen. In CS3 gibt es die noch nicht. Da muss man erst durch Doppelklick eine editierbare Ebene machen.

Wir gehen in die Masken, nehmen uns eine Pixelmaske und die ist - wie immer, völlig klar - völlig falsch herum. Wir kehren sie also um (Umkehren) und haben damit den alten Himmel erst mal aus dem Bild katapultiert.

Bilder



 

Schritt 13

Jetzt können wir uns den neuen Himmel über Datei>Öffnen holen. Die Datei "Himmel" ist im Ordner "Onlineskater". Ich mache sie auf und sie öffnet sich in einem neuen Tab.

Das ist aus dem Flieger heraus fotografiert, deshalb der schöne, langgezogene Horizont, was vom Licht her eigentlich ganz gut passt.

Bilder



 

Schritt 14

Ich lege mal beide Bilder nebeneinander.

Bilder



 

Schritt 15

Ich hole mit dem Verschieben-Werkzeug einfach den Himmel ins Bild und kann ihn dann links oben wieder schließen.

Bilder



 

Schritt 16

Und da liegt er im Bild drin, nur noch an der falschen Stelle. Ich muss die "Ebene 1" unter die "Ebene 0" ziehen und dann machen wir das Ebenenfenster wieder zu.

Man sieht, dass der Himmel schon sehr gut dazu passt. Er ist zwar noch nicht gut überblendet, man muss noch einiges an den Helligkeitswerten ändern, aber er passt von der Größe gut hinein. Er ist nur minimal größer als das Bild und wir haben ein bisschen Spielraum, um ihn an Ort und Stelle etwas zu verschieben.

Bilder



 

Schritt 17

Wer will, kann ihn natürlich noch skalieren, um die volle Breite auszunutzen. Also um den gesamten Himmel drin zu haben.

Das lässt sich auch machen und sieht dann ungefähr so aus. Vielleicht rechts und links bis an den Rand heran verkleinern, dann haben wir ein bisschen mehr Wolken im Bild.

Man sollte nur darauf achten, dass der Horizont ungefähr mit dem Horizont der Landschaftsaufnahme übereinstimmt. So dürfte der Horizont ziemlich genau da verlaufen, wo der Himmelshorizont verläuft.

Bilder



 

Schritt 18

Im nächsten Schritt müssen wir den Himmel und die Vordergrundlandschaft miteinander verbinden. Jetzt könnt ihr natürlich sagen: Das ist eine Kleinigkeit, da müssen wir einfach nur die Maske etwas weich radieren. Und das stimmt, das könnte man so machen.

Aber damit würde man natürlich eine ganze Menge an Möglichkeiten verschenken. Erstens mal der Darstellung, denn würden auf dem Gebirgszug im Hintergrund verzichten und damit zweitens auf eine Möglichkeit, die Perspektive noch weiter hervorzuheben. Denn wenn Berge, womöglich leicht bläulich, im Hintergrund im Dunst versinken, dann gibt das eine klasse Perspektivdarstellung. Und die würde ich sehr ungern weglassen.

Deswegen: Über Datei>Öffnen holen wir uns die Berge. Und wie man schon sieht, verfügen die Berge über einen eigenen Himmel, der natürlich raus muss. Die Berge müssen maskiert werden.

Auch dafür können wir ganz bequem das Schnellauswahlwerkzeug verwenden. Wir stellen die Werkzeuggröße auf etwa 100 ein und los geht's. Ich fange ausnahmsweise auf der rechten Seite an und ziehe ohne groß nachzudenken meine Werkzeugspitze rüber.

Bilder



 

Schritt 19

Das ist schon fast perfekt. Ich habe ein paar Kleinigkeiten vergessen, aber es ist nicht unbedingt notwendig, dass man die mit reinnimmt. Das kann auch durchaus draußen bleiben, denn man muss nicht auch noch den letzten und allerletzten Bergzug drin haben. Kann man aber natürlich.

Wer das gerne möchte, zoomt einfach mal dichter ran und dann könnt ihr mit einer kleineren Werkzeugspitze und gedrückter Alt-Taste das wieder abziehen.

Bilder



Das könnte man auch für die Bergkuppen rechts daneben und links daneben noch machen, aber ich belasse es dabei und lasse auch die Tragfläche hier drin.

An der Tragfläche sieht man übrigens, dass ich die Aufnahme gekontert habe. Was sich hier ganz seltsam liest, ist in Wirklichkeit Spiegelschrift. Ich lasse das mal so stehen.


 

Schritt 20

Nun blende ich den Himmel durch eine Maske, die ich dazufüge, aus. Eine Pixelmaske. Die ist natürlich wieder verkehrt herum und ich muss sie als Erstes wieder Umkehren.

Und damit ist unser Gebirge fertig.

Bilder



 

Schritt 21

Ich kann das Gebirge jetzt in die Panoramaaufnahme hineinfügen. Dazu lasse ich mir beide Aufnahmen übereinander anzeigen, hole mir dann das Verschieben-Werkzeug und ziehe die Berge einfach mal auf das untere Bild.

Und sie landen sogar in der richtigen Ebene, also zwischen den beiden Ebenen Himmel und Vordergrund. Ich kann also die oberen Berge wieder schließen. Die brauche ich auch nicht zu speichern.

Bilder



 

Schritt 22

Ich schaue mir die Ebenen an und es wäre nicht schlecht, wenn wir die mal benennen würden. Unten ist der "Himmel", dann haben wir die "Berge", und haben dann weiter oben den "Vordergrund".

Dann kann man das Ebenenbedienfeld wieder schließen.

Bilder



Ein kleiner Tipp dazu übrigens: Wenn man Ebenen benennt und man drückt, während man doppelt auf den Namen klickt, die Alt-Taste, dann gehen nicht die Ebenenoptionen auf, was manchmal nervt.


 

Schritt 23

Die Berge sind noch ein bisschen dick und voluminös, aber die kann man noch etwas kleiner bekommen, indem man sie einfach etwas skaliert.

Wir gehen über Bearbeiten>Transformieren>Skalieren und jetzt kann man die Berge mit gedrückter Shift-Taste ein bisschen kleiner machen.

Das Ebenen-Bedienfeld blende ich anschließend wieder aus.

Bilder



 

Schritt 24

Dann rücken wir sie noch an die richtige Stelle und sehen schon, dass das natürlich erheblich sinnvoller und besser aussieht.

Schön wäre es außerdem noch, wenn der Übergang nicht ganz so hart wäre. Also müssen wir diese ziemlich harte Geschichte - auch wenn sie später noch vereinfacht und überblendet wird und auch wenn der Telegrafenmast davor stehen wird – etwas weicher zeichnen.

Bilder



 

Schritt 25

Gehen wir mal in die Ebene "Vordergrund", denn es ist die Maskierung, die diese harte Kante verursacht.

Mit einem Pinsel, schwarzer Farbe und einer Deckkraft von etwa 50% fangen wir an, vorsichtig die Kante zu radieren und den Vordergrund ein bisschen weicher zu zeichnen.

So wird der Übergang deutlich sanfter. Man muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht in den Bereich der Tragfläche vorstößt, denn die würde ja hier eher gar nicht ins Bild passen.

Bilder



Es passt besser, aber es ist noch nicht perfekt.


 

Schritt 26

Wir können uns dann ab jetzt darum kümmern, wie man diese drei Ebenen miteinander so verblendet, dass sie noch deutlich besser zusammenpassen.

Vergleichen wir mal die Kontraste miteinander: Man sieht, dass der Kontrast einigermaßen passt, aber noch nicht so ganz. Denn wir haben im Vordergrund schönen Sonnenschein, das passt gut zusammen, Lichter und Schatten, aber im Hintergrund fehlt das. Da ist alles ein bisschen sumpfig.

Bilder



 

Schritt 27

Ich möchte den Kontrast der Berge im Hintergrund etwas erhöhen. Aktivieren wir also erst mal die Ebene "Berge".

Jetzt mache ich das nicht über den globalen Kontrast, sondern ich erhöhe die Kontraste bezogen auf die Schärfe, bezogen auf die Kanten. Das geht so, dass man über Filter>Scharfzeichnungsfilter>Unscharf maskieren... geht und dann die Werte entsprechend anpasst:

Ich nehme für die Stärke einen Wert von 25 % und für den Radius ungefähr 50 Pixel.

Und wir schauen, was das für einen Unterschied macht, indem wir das Häkchen für die Vorschau setzen.

Bilder



Das ist gewaltig. So passt sich der Hintergrund deutlich besser an den Vordergrund an und wir haben vom Kontrast her einiges zusammengebracht.


 

Schritt 28

Und genau so, wie wir den Kontrast angepasst haben, müssen wir auch die Helligkeitswerte anpassen.

Hier haben wir diesen großen Dunstbereich, wo die Sonne reingeschienen hat. Das ist natürlich viel zu hell. Den sollten wir erst mal dunkler machen.

Dafür legen wir eine neue Ebene an (1) und füllen sie über Bearbeiten>Fläche füllen... mit 50 % Grau (2).

Bilder



 

Schritt 29

Die neue Ebene wird dann im Modus Weiches Licht verrechnet.

Wichtig ist nun:

Damit gleich nur der Vordergrund dunkel wird und nicht auch noch der Hintergrund, muss ich natürlich eine Schnittmaske anlegen. Über Ebenen>Schnittmaske erstellen. Damit wirkt sich die Veränderung nur auf die Ebene "Vordergrund" aus.

Dann kann ich mit schwarzer Vordergrundfarbe, einer nicht allzu großen Deckkraft um die 20 % und einem etwa 180 Pixel großen Pinsel den Vordergrund etwas dunkler malen.

Und jetzt kann ich anfangen und eine Angleichung vornehmen, die zumindest die Helligkeitswerte relativ nah aneinander bringt, damit wir hier nicht mehr diese große Diskrepanz haben.

Im Vordergrund bin ich etwas vorsichtig, da möchte ich nicht allzu viel von der Helligkeit haben, aber im Anschlussbereich sozusagen, da muss man schon noch etwas machen.

Bilder



 

Schritt 30

Jetzt fällt natürlich auf, dass wir da farblich ein bisschen auseinanderliegen. Das ist aber nicht schlimm, denn ich möchte sowieso für den Hintergrund eher eine bläuliche Färbung haben.

Diese bläuliche Färbung kann ich auch jetzt bereits einfügen und dann werden Vorder- und Hintergrund auch im Hinblick auf die Farbe deutlich besser zusammenpassen.

Ich aktiviere dafür zunächst die Ebene "Berge" und füge dann über Korrekturen eine Einstellungsebene Farbbalance ein.

Bilder



 

Schritt 31

Die muss natürlich mit einer Schnittmaske versehen werden, die man direkt hier im Dialog bekommen kann.

Mal schauen, was wir machen, wenn wir das Blaue bekommen möchten. Nur Blau funktioniert so gut wie nie. Denn damit erhöht man immer irgendwie auch den Magenta-Anteil. Ich muss also dafür sorgen, dass auch ein bisschen Cyan mit dabei ist.

Schaut mal, wie das aussieht, wie diese relativ kleine Adaptierung dafür sorgt, dass es wesentlich besser passt. Diese Blaufärbung wirkt völlig normal und natürlich. Damit können wir es auch belassen.

Ein Tipp: Meistens liegt man mit der Farbe dann richtig, wenn man eine imaginäre Linie durch diese Farbregler ziehen kann. Das kann man in diesem Fall, auch wenn sie ein bisschen schief ist, aber trotzdem liegt man seltsamerweise meistens richtig mit der Farbe.

Bilder



 

Schritt 32

Im Moment ist der Himmel noch ein wenig zu dunkel, bezogen auf den Vordergrund, und der Vordergrund ist noch ein bisschen zu dunkel bezogen auf den Himmel.

Auch die Entfernung nimmt natürlich zu, wenn ich diese Berge noch ein wenig heller mache.

Heller machen bedeutet, dass ich über Korrekturen die Gradationskurven auswähle und damit die Mitteltöne etwas aufhelle. Die Mitteltöne und die hellen Töne, das heißt, ich ziehe die Kurve auf mittlerer Höhe mal leicht nach oben.

Natürlich lege ich auch wieder eine Schnittmaske an, um nur die Berge zu treffen.

Ich mache das so hell, bis der Anschluss zwischen Vorder- und Hintergrund auch farblich gut passt. Wie gesagt, da kommt später noch ein Nebel drüber. Wenn hier noch eine leichte Mauschelei zu erkennen ist, ist das nicht schlimm. Aber das Aufhellen der Landschaft sorgt nochmals dafür, dass wir mehr Sonne drin haben, was passender ist.

Bilder



 

Schritt 33

Und wenn ich alle Einstellungsfenster zur Seite schiebe und wir uns das Bild im Großen anschauen, dann sieht man, wie gut der Vordergrund zum Hintergrund passt und wie gut das jetzt hier zusammengefügt ist.

Eine Kleinigkeit ist noch hier hinten, da ist es so, dass die Berge ein kleines bisschen heller sind als der Horizont. Das kann eigentlich nicht sein. Die müssen ein bisschen dunkler sein.

Also müssen wir entweder später die Berge an der Stelle noch etwas abdunkeln oder den Horizont etwas aufhellen. Ich glaube, es würde uns noch mehr Tiefe in die Aufnahme bringen, wenn wir den Horizont an der Stelle etwas heller machen würden. Dazu aber später mehr.

Bilder



 

Schritt 34

Bevor nun im nächsten Schritt der Nebel rechts im Vordergrund eingebaut wird, müssen wir noch ein paar Sachen in puncto Helligkeit ändern. Links hinten ist die Ecke mit den Bergen noch etwas zu dunkel, da brauchen wir eine leichte Aufhellung, denn im Gegensatz zu den Bergen in der mittleren und rechten Bildhälfte, die weit weg scheinen, sind diese hier dunkler und wirken zu nah.

Da muss man nur die Mitteltöne ein bisschen aufhellen, wofür es grundsätzlich ganz verschiedene Möglichkeiten gibt: Natürlich könnte man mit dem Abwedler-Werkzeug arbeiten, das hätte den großen Vorteil, dass es zwischen Tiefen, Mitteltönen und Lichtern unterscheidet. Genau gleich geht es aber auch, wenn man das mit stellvertretenden Ebenen macht, und das möchte ich euch hier demonstrieren:

Wir haben hier schon die "Ebene 1", die mit dem Modus Weiches Licht verrechnet wurde und die sich auf den Vordergrund auswirkt. Diese graue "Ebene 1" aktivieren wir und malen einfach mit einem Pinsel, weißer Vordergrundfarbe und einer Deckkraft um die 10% über die zu dunklen Berge.

Bilder



Das sorgt nicht dafür, dass die Farben aufgehellt werden. Es geht auch nicht darum, dass man die Farben zum Leuchten bringt. Es ist eher milchig im Hintergrund, und dieses Milchige, wo auch die Farben zurückgehen, das ist genau das Richtige für die Entfernung. Das ist es auch schon, schaut, wie diese Ecke hier hinten plötzlich weiter entfernt aussieht.


Schritt 35

Das zweite, was ich euch zeigen möchte, betrifft den Himmel. Auch den müssen wir ein bisschen aufhellen, denn wie vorhin schon gesagt: Der Himmel hier hinten ist entweder zu dunkel oder die Berge sind zu hell.

Aber die schweren Töne der Wolken, die ja Nähe suggerieren, möchte ich eher aufhellen als die Berge abzudunkeln.

Das machen wir mit noch einer leichteren Aufhellungsmöglichkeit, die noch weniger die Farbe nach vorn bringt: Wir malen einfach mit Weiß drüber.

Das machen wir natürlich nicht auf der Ebene "Himmel" selbst, sondern erstellen eine neue Ebene. Ich nehme einen Pinsel, weiße Vordergrundfarbe und 10 % Deckkraft, und damit kann ich den Himmel wunderbar heller malen.

Bilder



Und ihr seht, dass ab einer gewissen Helligkeit die Berge plötzlich natürlich aussehen. Jetzt passt das alles zusammen. Jetzt sehe ich, dass Wolken und Berge hier von den Helligkeitswerten insofern passen, als dass die Berge ein klein wenig dunkler sind als der Horizont. Und das müssen sie auch sein. Wenn wir hier leuchtende Berge gegen einen dunklen Himmelshorizont hätten, sähe das nicht gesund aus.

Schaut euch im Vorher-Nachher-Vergleich an, wie schwer das eben noch aussah und wie leicht das jetzt ist.

Bilder



Das war die zweite Art der Aufhellung.


 

Schritt 36

Die dritte Art der Aufhellung, die ich euch gerne zeigen möchte, bezieht sich auf die Farbigkeit. Auf das Leuchten der Farben.

Da könnte ich mir vorstellen, dass wir im Vorder- und Mittelgrund noch einiges herausarbeiten können: Beispielsweise in den Baumwipfeln, die sehr klar erkennbar sind, hätte ich gerne etwas mehr Licht.

Ebenso auf der Felskante vorne, wo die Sonne direkt drauf scheint und trotzdem ist es noch relativ dunkel. Das kann man ein bisschen schöner haben.

Ebenso wie diese Schatten hier, auch da hätte ich gerne, dass die Farbigkeit und die Intensität des Leuchtens, das man hier schon ahnen kann, noch ein bisschen mehr hervorgehoben wird.

Das geht wieder mit einem ganz anderen Modus: Ich lege eine neue Ebene an und fülle die Fläche über Bearbeiten>Fläche füllen... mit Schwarz.

Das Ganze verrechne ich im Modus Farbig abwedeln.

Bilder



 

Schritt 37

Jetzt könnte ich ganz normal mit Weiß hier weitermalen, das würde auch heller, aber es ist nicht das, was ich haben wollte. Ich wollte schon gern dieses nachmittägliche warme Licht transportieren und nach vorne bringen.

Also gehe ich per Doppelklick auf die Vordergrundfarbe und öffne so den Farbwähler, wo ich ein warmes Gelb-Orange auswähle.

Bilder



Das ist der große Vorteil gegenüber dem Abwedler-Werkzeug, dass ich nicht auf Schwarz oder Weiß bzw. hell oder dunkel angewiesen bin, sondern dass ich die Farbe auswählen kann, die ich gerne hätte.


 

Schritt 38

Wenn ich jetzt über die Stellen male, sieht man, dass es insgesamt sehr viel wärmer wird. Und diese Wärme, die hier zum Vorschein kommt, gibt der Landschaft ein besseres Aussehen. Einen besseren Kontrast. Und lässt das Ganze mehr wie Licht erscheinen und nicht wie Nebel.

Und natürlich ist auch die Verrechnungsmethode wichtig. Wem Farbig abwedeln noch nicht reichen sollte, der kann das Ganze mal mit strahlendem Licht versuchen, ich würde das aber hier nicht machen, dann Strahlendes Licht ist eine ziemlich brutale Methode, aber auch das würde theoretisch gehen.

Bilder



 

Schritt 39

Ich male jetzt mit der gewählten Vordergrundfarbe und einer Deckkraft von etwa 10% das warme Licht ins Bild. Für die Bergspitze lege ich eine Schnittmaske an, damit nicht versehentlich der Himmel mit bearbeitet wird.

So sieht der Vorher-Nachher-Vergleich aus:

Bilder



Wenn mir auffällt, dass es an einer Stelle ein bisschen zu viel geworden ist, dann brauche ich nur die Farbe umzukehren und mit Schwarz drüberzugehen, um die Wirkung in der Ebenen-Miniatur zurückzumalen.


 

Schritt 40

Schauen wir uns das Bild mal aus der Entfernung an. Damit können wir vorerst mal leben.

Bilder



Im nächsten Teil dieser Tutorialserie werden wir das noch etwas mystischer gestalten, das viele Grün entfernen und dafür sorgen, dass es gerade im Vordergrund noch etwas nebliger erscheint.


Kommentare
Achtung: Du kannst den Inhalt erst nach dem Login kommentieren.
Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 30.09.2016 - 16:04

Vielen Dank! Tolles Tutorial.

Portrait von pascallo
  • 26.12.2014 - 19:42

Sehr schön erklärt. Danke

Portrait von Mi93
  • 18.11.2014 - 09:47

super tutorial, danke :)

Portrait von Mi93
  • 12.11.2014 - 08:34

super tutorial, danke :)

Portrait von Steve007
  • 09.11.2014 - 17:14

Vielen Dank für diesen 1. Teil Deiner interessanten Reihe.

Portrait von lehmannj
  • 08.11.2014 - 12:15

Vielen Dank für dieses sehr interessante Tutorial.

Portrait von listje
  • 07.11.2014 - 12:34

Eine neue Reihe, dankeschön

Portrait von MARIA52
  • 06.11.2014 - 15:02

Ich habe wieder was dazu gelernt - großartig!

Portrait von lalelu44
  • 06.11.2014 - 13:23

Vielen Dank für das tolle Tutorial! Sehr gut und ausführlich erklärt!

Portrait von kw513143
  • 06.11.2014 - 09:34

Das ist spannend erklärt und macht Lust auf mehr

Portrait von MARIA52
  • 06.11.2014 - 07:32

Dankeschön für das Video. Sehr gut erklärt.

Portrait von HajoSun
  • 06.11.2014 - 01:09

...wie immer sehr gut erklärt. Super finde ich auch den Einstieg "mein Name ist Uli Staiger". Ist so ein bißchen wie
"my name`s johnny cash."

Portrait von pallasathena
  • 05.11.2014 - 23:32

Vielen Dank! Da is wieder einiges dabei, das man auch für anderes verwenden kann

Portrait von Tus_nelda
  • 05.11.2014 - 22:54

Frage : wo finde ich den Ordner Panorama? Habe mir dieses Video heruntergeladen, aber wenn ich die Fotos geöffnet habe bei CS5 und Photomerge und mit OK. bestätigt , habe ich kein Panoramabild. Was könnte ich verkehrt machen.
Bin hier sicher verkehrt aber kann es nicht besser, leider!

Portrait von Domingo
  • 05.11.2014 - 22:46

Klasse Anleitung, vielen DAnk.

Portrait von wysiwyget
  • 05.11.2014 - 22:10

Danke für den informativen 1. Teil

Portrait von Caesarion2004
  • 05.11.2014 - 22:10

Vielen Dank für dieses sehr interessante Tutorial. Bin schon sehr auf die weiteren Teile gespannt.

Portrait von Torouk
  • 05.11.2014 - 21:45

Wow, so detailreich hab ich das ganze noch nie betrachtet und danke für den Tipp mit dem inhalssensitiven fläche füllen... :)

Portrait von ICEMANN
  • 05.11.2014 - 20:54

Danke Danke

Portrait von ICEMANN
x
×
×