Tutorialbeschreibung

Waffe: Der Schuß durch die Karte

Waffe: Der Schuß durch die Karte

Eine Spielkarte durchschießen - nicht nur für die Revolver-Schwinger des Wilden Westens eine schwierige Aufgabe, auch für viele Photoshopler ein kompliziertes Unterfangen. Ich möchte euch ein wenig beim Schießtraining helfen, damit ihr diese Aufgabe meistern könnt.



Making of...Der Schuß durch die Karte

Das Ursprungsbild entstand während eines Contests (Grüßle an Sacrifice und Archaeopterix) und hat in meinem Postfach doch ein paar Reaktionen ausgelöst – deshalb der Entschluß, mal wieder ein „kleines“ Tutorial zu verfassen.

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Eine kleine Warnung vorweg:
Ich habe versucht, das Tutorial so aufzubauen, dass auch „engagierte Anfänger“ diese Schritte nachvollziehen können. Ich kann aber trotzdem nicht ausschließen, dass es hier und da einen kleinen Sprung gibt, der für mich zwar selbstverständlich ist, bei Anderen aber einen kleinen „Hänger“ auslösen kann. Dann scheut Euch nicht, mir einfach eine kleine Mail zu schicken, oder im Forum nachzufragen. „Da wird euch gerne geholfen.“ Grundkenntnisse in Photoshop setze ich allerdings voraus.

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Es gibt viele Arten, Damen zu behandeln. Einige sammeln sie, Andere tauschen sie, wieder Andere zersägen sie, aber ich möchte heute mal eine „zerschießen“.

  • Eine Spielkarte (da ich tatsächlich über Google keine Passende gefunden habe, musste ich sie selbst fotografieren)

  • eine Pistolenkugel (wer Murmeln und Eis bei der Suche nach „Kugel“ ausschließen will, sucht am Besten nach Munition :-) )

  • ein beliebiges Hintergrundbild mit Sonnenschein und schönem Kontrast – Motiv egal, da es eh fast bis zur Unkenntlichkeit weichgezeichnet wird.

Für die spätere Bearbeitung ist es von Vorteil, wenn ihr schon einen Brush/Pinsel installiert habt, der eine Abrisskante simuliert.Damit ihr nicht lange suchen müsst, hier der Link zu Adobe, die sowas als Download anbieten (sollte ohne Registration downloadbar sein)
http://share.studio.adobe.com/

Wer die Karte zusätzlich etwas zerknittern will (obwohl, das passt mehr zu durchschossenen Bildern/Zeitungen), der findet hier auch gute Knittereffekte:
http://share.studio.adobe.com/

OK – frisch ans Werk.

Beginnen wir mit dem Hintergrundbild, das wir nach dem Laden als weitere Ebene kopieren.
Danach blendet ihr das Original-Hintergrundbild aus. (Hoffentlich hängt jetzt noch niemand fest :-) )

Als nächsten Schritt ladet ihr die Spielkarte als neues Bild.
Über das Rechteck-Auswahlwerkzeug (1) markiert ihr jetzt die oberen ca. 45% der Karte (2) und zieht diese (nach Klick auf das Verschieben-Werkzeug) in das Bild mit dem Hintergrund, dadurch wird automatisch eine neue Ebene erstellt. Alternativ könnt ihr natürlich auch die getroffene Auswahl kopieren und im Hintergrundbild wieder einfügen. Auch in diesem Fall wird eine neue Ebene erstellt. Den gleichen Schritt wiederholt ihr mit der unteren 45%-Hälfte (3).

Bilder


Euer Bild müsste jetzt in etwas so aussehen:
Bilder

 
Nun kommen erstmalig unsere „Abrisskanten-Pinsel/Brushes“ ins Spiel. Ich gehe mal davon aus, dass diese bereits installiert sind. Solltet ihr bei den Kanten nur solche vorfinden, die z.B. in eine Richtung zeigen (also z.B. nur für die obere Hälfte der Karte geeignet wäre), dann lässt sich das leicht ändern.

Erstellt ein neues Bild (ruhig größer als der Brush/Pinsel) mit transparentem Hintergrund und klickt da einmal mit eurem Pinsel in schwarzer Farbe rein. Dann kopiert ihr das Pinselbild einmal über die Zwischenablage mit den korrekten Maßen und erstellt ein neues Bild. Dieses Bild dreht ihr dann einfach in die gewünschte Richtung und tragt diesen neu erstellten Pinsel dann über -> Bearbeiten -> „Pinselvorgabe festlegen“ in eure Pinselliste mit ein. Und schon habt Ihr nun Abrisskanten für beide Seiten der Spielkarte.

Bilder


So, nun zurück zu unserer Karte, die wir noch immer in Form von zwei Ebenen vor unserem Hintergrundbild haben. Ladet nun die Pinselspitze der Abrisskante und klickt ein wenig damit über die glatten Kanten der Schnittstellen. Am Anfang/Ende der Karte ruhig einen Tick mehr, als in der Mitte, damit optisch die Eintritt-/Austrittöffnung der Kugel dargestellt wird. Zur besseren Ansicht habe ich mal die Karte vor einen schwarzen Hintergrund gestellt. Sie sollte jetzt in etwa so aussehen:

Bilder


Eigentlich schon ganz nett, aber es fehlen die typisch weißen Abriss-Kanten, die man immer sieht – Überreste der Karte, die aber nicht mehr die Oberflächenstruktur/-farbe haben. Photoshop hilft aber auch hier weiter. Wir müssten eigentlich lediglich einige schmale Bereiche der Karte noch weiß „brushen“ - mit dem gleichen Pinsel wie eben, allerdings muss der transparente Hintergrund davon verschont bleiben, denn der würde normalerweise automatisch auch weiß werden. Die Photoshop-Erfinder haben dafür eine Funktion eingebaut, die sich „transparenten Hintergrund fixieren“ nennt. Zu finden auf der Palette der Ebenenauswahl in Form eines kleinen Kästchens. (1)
Bilder

Dieses Kästchen klickt ihr nun jeweils bei den Ebenen der Kartenhälften an und seht den Erfolg in Form eines kleinen Schlosses (2) in der Zeile der jeweiligen Ebene.
Damit ist der transparente Hintergrund vor unseren künftigen Aktionen im Bild geschützt.

Nun kommt der tatsächliche „Abreiss-Effekt“. Dazu benutzt ihr (wie schon erwähnt) den gleiche Pinsel, mit dem ihr auch die erste Risskante an der Karte erstellt habt. Allerdings kommt nun nicht Schwarz, sonder als Vordergrundfarbe „Weiß“ zum Einsatz. Klickt etwas versetzt zur ersten Abrisskante an der Kante lang und ihr erhaltet den gewünschten weißen Untergrund der Karte, ohne die farbige Oberfläche. Wer es nun ganz genau machen will, bildet in diesen weißen, neu definierten Abrisskanten auch noch kleine, dünne Schatten ab - das wäre aber bei unserem Bild zuviel des Guten, es soll ja kein Poster werden.

Bilder


 OK – nun kommen zwei weitere Schritte, die ich im nächsten Bild zusammengefasst habe.

  1. Der Hintergrund wurde über den -->Filter -> Weichzeichner --> Gaußscher Weichzeichner verschwommen dargestellt (dadurch wirkt auch der Vordergrund gleich wesentlich schärfer, ein Trick, den sich oft auch Fotografen zu Eigen machen, um Objekte besser zur Geltung zu bringen)

  2. Die Kugel wurde bereits eingefügt.

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Beide Schritte sollten keine unüberwindbare Hürde darstellen. Oder?

Nun kommen wir zu den ersten Teilen der „Geschoss-Fetzen“ der Spielkarte, die von der Kugel übriggelassen wurden. Dafür kopiert ihr als Vorlage die restlichen (ca.)-10% aus der Mitte der Spielkarte in ein neues Bild.

Bilder

Aus diesem Mittelteil schneidet ihr nun mit dem Lasso-Werkzeug einige längliche, „Freihand“-Stücke aus und fügt sie in unser Arbeitsbild wieder ein. Allerdings jeweils schon etwas versetzt zum ursprünglichen Platz, den dieses Stückchen auf der Spielkarte innegehabt hat. Als besonderen Effekt werden die beide Stücke am Ende der Karte noch ein wenig gedreht. Für eine noch bessere Realitätstreue habe ich auch dem einen Stückchen, das sich über der Karte befindet, noch einen Schlagschatten gegönnt, (Achtung: Den Schlagschatten aber ausserhalb der Karte wieder entfernen, der findet sich sonst auch auf dem grünen Hintergrund). Alle Ebenen werden jetzt (nach Erstellen des Schlagschatten für das entsprechende Stück) auf eine Ebene zusammengefasst. Danach noch den -> Filter -> Verzerren -> Kräuseln über die Schnipsel laufen lassen (nicht zu starke Einstellung) und die Schuss-Fetzen sind fertig.

Bilder


Was fehlt, ist nun noch der feinere Schuss-Staub.
Bevor Ihr nun langwierig anfangt, einem Brush/Pinsel dafür zu suchen – macht ihn Euch schnell selbst.
- Neues Bild (50x50) mit transparentem Hintergrund wählen.
- Den Hintergrund einmal kopieren und
- in diese neue Ebene einfach ein paar schwarze Punkte in Größe 2-3 reinsetzen. Willkürlich verteilt.

Bilder

Wenn ihr das soweit habt, diesen Brush unter -> Bearbeiten ->Pinselvorgabe festlegen mit dem entsprechenden Namen Euren Pinseln hinzufügen
Nun braucht ihr nur noch den Pinsel auswählen (Farbe auf weiß) und entlang des Schußkanals die Staubpartikel andeuten. Zum Ende hin natürlich heller, da sich dort mehr befinden, als am Anfang.Heller bekommt ihr die Dinger einfach durch mehrmaliges Klicken auf derselben Stelle.

Bilder

Das wars dann auch schon.

Noch einen schönen Titel überlegt, einen passenden Rahmen um das Bild und schon ein ein realitätsnahes Bild entstanden (und nach dem 3. - 4. Versuch auch in recht kurzer Zeit :-) )

Bilder

Auf jeden Fall ist dieses Verfahren ausbaufähig.

Wie wäre es mal mit einem Apfel, aus dem gerade ein Pfeil austritt, oder ein Ei, das von einer Kugel getroffen wird...
OK – genug für heute. Mal im Kühlschrank schaun, was an Schuss- äh Studienobjekten da ist.

Pepexx
Juli 2006


Kommentare
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Portrait von Axl79
  • 17.07.2006 - 22:50

Sehr schönes Tutorial

Portrait von MultiSpeedKing
  • 16.07.2006 - 08:49

toll, vielen Dank für Deine Mühe.

Diese Kugel muß aber geworfen worden sein, denn gezündet wurde sie nicht - die Hülse ist noch dran ;o ).
Der messingfarbene Teil bleibt in der Waffe und wird nach dem Schuß zur Seite ausgeworfen. Einzig das Projektil, der kupferfarbene Teil (vorn) fliegt nach vorn.

Portrait von pepexx
  • 16.07.2006 - 09:15

Jup - hatte ich oben in der ersten Antwort schon geschrieben. Aber da war es schon zu spät und das Ding war schon veröffentlicht :-)

Portrait von Aquamarin
  • 16.07.2006 - 01:07

Ein sehr schönes Tutorial. Gut erklärt Dankeschön.
Aquamarin

Portrait von Lica
  • 15.07.2006 - 16:29

Super Tutorial und oben drauf gut erklärt! Wie die anderen schon sagten ein wenig Bewegungsschärfe wäre nicht schlecht gewesen, trotzdem voller Punktzahl von mir;-)

Portrait von Psycho_23
  • 15.07.2006 - 15:33

Pepexx. ich bin begeistert. Das Bild war ja schon start. aber das ist super. Schön erklärt.
Einzige Kritkipunkte: Bissl größere Bilder wären schön gewesen (aber nicht unbedingt nötig) und die angesprochene Bewegungsunschärfe von CemLinde. Trotzdem volle Punktzahl.

Portrait von sacrifice
  • 15.07.2006 - 12:22

Tja, gut erklärt und auch sehr lebendig :)

Schönes tutorial zum Bild von unserem Battle !

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 15.07.2006 - 11:23

Super Idee und gut beschrieben. Nur die Kugel ist sehr statisch. Mit einem Weichzeichnungsfilter / Bewegungsschärfe kann man die Kugel beweglicher machen, oder?!?
;-)

Portrait von pepexx
  • 15.07.2006 - 11:30

"Könnte" man, was aber nicht Sinn und Zweck von "Hochgeschwindigkeitsaufnahmen" ist, oder? :-)<br>
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Abe ich hab eben noch einen viel größeren Schnitzer entdeckt:<br>
Die Kugel hat noch ihr Patronengehäuse *grins*<br>
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Also das letzten Fitzelchen hinten bitte noch über eine Ebenenmaske löschen. :-)

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