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Tutorialbeschreibung

Real Thing: Realistisch Narben mit Photoshop

Real Thing: Realistisch Narben mit Photoshop

Realistische Narben mit Photoshop

Im Netz kursieren einige Tutorials, über die Erstellung von Narben. Die meisten allerdings derart von der Darstellung überzogen, dass sie schon wieder unnatürlich wirken. Ich möchte Euch daher zeigen, wie man auch durchaus realistische Narben mit Photoshop erstellen kann.

 


Realistische Narben mit Photoshop

Die Idee zu diesem Workshp kam mir, als ich einen ähnlichen WS in einem Buch gesehen habe ("I´ve got a human in my throat"). Da mein Englisch nun "nicht wirklich" als gut zu bezeichnen ist, habe ich die meisten Sachen eher durch probieren und testen rausgefunden, als durch diesen Kurzworkshop. Der Vollständigkeit halber sei es aber erwähnt, bevor irgendwelche "Gemüsecontroller" (dt.: Erbsenzähler) wieder auf den Gedanken kommen, das wäre abgeschrieben. Würde ich auch nie machen, denn dazu "tipper" ich zu gerne meinen eigenen Senf zu einzelnen Schritten. An dieser Stelle aber ein fettes Danke an den Autor, allein für die Idee und den groben Weg.  

Sicher sind diese Workshops jedem schon einmal unter die Finger gekommen: Narben, aus denen noch literweise das Blut tropft, derart groß, dass die betroffene Person den Rechtsstreit gegen den Arzt auch ohne Anwalt locker gewinnt oder Narben, die von derart dickem „Zwirn“ zusammengehalten werden, dass man damit auch ohne weiteres Ozeanriesen im Hamburger Hafen festmachen könnte.

Ziel unseres Workshops soll es aber sein, die Narben so realistisch wie möglich darzustellen. Die einzige Effekthascherei, sind bei uns die Fäden, die etwas übertrieben dargestellt werden – aber einen kleinen „Kick“ sollte ja jedes Bild haben :-)

Als Ausgangsbild dient uns ein schönes glattes Stück Haut, wie man es derzeit zuhauf an den Stränden und Freibädern sieht sowie die Überlegung, welche Form die Narbe haben soll. Ich habe mich für die Konturen eines bekannten Häschens entschieden, es könnte aber auch genauso ein glatter Schnitt  oder irgend eine andere Form sein.

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Die Kontur des Bunnys kopiert ihr nun als neue Ebene in Euer Hautbild und platziert es an die entsprechende Stelle, an der die Narbe entstehen soll. Natürlich könnt ihr die Form der Narbe auch direkt in eine neue Ebene mit einem weichen Pinsel hineinmalen. Falls die Konturen der Narbenvorlage zu hart sind, geht noch einmal mit einem Weichzeichner drüber, damit das alles etwas flüssiger wirkt.

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Die folgenden Arbeiten werden auf der Bildebene des Bunnys ausgeführt, das dort lediglich als Kontur bei transparentem Hintergrund liegt. Das sollte Photoshop durch den Einfüge-Befehl bereits automatisch so angelegt haben. Falls ihr die Kontur direkt malt, nicht vergessen: Erstellt vorher eine neue Ebene!!! Auf dieser Eben erstellt Ihr nun einen neuen Ebenenstil.

Tipp hierbei:
Immer wenn ich neue Ebenstile erstelle oder Aktionen an einer Ebene vornehme, fertige ich von dieser Ebene zuerst eine Kopie an, blende die Ursprungsebene aus und arbeite dann an der Kopie weiter. So erspart man sich später einmal grau Haare, wenn man etwas zu „Grütze“ gearbeitet hat und alles nochmal machen muss – quasi eine Art Sicherungsleine. Das solltet ihr euch unbedingt angewöhnen.

Dieser Ebenenstil erhält dann abgeflachte Kanten und Relief, sowie eine Kontur und eine Struktur.
Ich habe bei meiner Narbe folgende Einstellungen gewählt, allerdings sind diese abhängig von der Größe des Ausgangsmaterials und der Größe der Narbe. Hier solltet ihr ein wenig mit den Reglern „spielen“, bis es dann einigermaßen passt.

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Zwei Sachen sind hier noch zu beachten:
Als Lichtermodus bei der Schattierung habe ich eine helle Stelle des Hautstücks per Pinpettenwerkzeug gewählt und als Sturktur eine Marmor-Steinstruktur aus den Photoshop-Boardmitteln ausgewählt. Aber gerade bei der Struktur gilt ebenfalls: Erlaubt ist, was gefällt – also ruhig ein wenig experimentieren. Allerdings (wie so oft) - die Boardmittel reichen. Es besteht keinerlei Bedarf nach "Fremddownloads". Überhaupt werdet ihr kaum eine vernarbte Wunde wieder so hinbekommen, wie den Vorgänger – zu verschieden sind die Einstell- und Veränderungsmöglichkeiten.

Als nächsten Schritt habe ich auf einige Sellen der zukünftigen Narbe ein paar rote Markierungen aufgebracht, die später einmal für eine blutähnliche Verfärbungen sorgen sollen

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So, nun geht  es an den Heilungsprozess, der gleichzeitig auch schon für eine realistische Darstellung der Narbe sorgen soll.
Als erstes stellt ihr nun den Ebenenmodus auf „überlagern“ und fangt dann an, mit dem Gaußschen Weichzeicher die Wunde zu heilen. Im Vorschaumodus seht ihr, wie sich auf wundersame Weise die Narbe schließt und die Strukturen um die Narbe herum entstehen. Auch hier kann ich keine generelle Empfehlung über die Stärke des Weichzeichners geben – geht einfach nach Fingerspitzengefühl vor.
Unsere Narbe sollte jetzt in etwas so aussehen:
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Falls die Narbe nun ein wenig zu hell wirkt, könnt ihr das in den Ebenenstilen noch mit einem Schlagschatten abdunkeln. Das hängt aber ebenfalls vom Einzelfall ab.

Wer nun damit zufrieden ist, eine reine Narbe ohne jegliche Fäden zu erhalten, die da noch zu zíehen wären, hat das Ende dieses Tutorials bereits erreicht.
Vielen Dank für die bisherige Geduld und viel Erfolg beim Einsatz der bisher erworbenen Kenntnisse.

Für alle anderen, die sich im Bereich der Strickmuster weiterbilden wollen, geht es natürlich weiter.
Nun kommt der für etwas ungeübteren Photoshopler wohl schwierigste Teil: Die Anbringung der Nähte mit dem Pfadwerkzeug. Achtet bei der Benutzung des Pfadwerkzeugs (1) darauf, dass auch der Modus „Pfade“ (2) oben in der Menüleiste aktiviert ist.

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Mit dem Pfadwerkzeug geht ihr nun an der Narbe entlang und markiert die jeweiligen Stichstellen der Nähte.

Wichtig, um diese gebogenen Linien der jeweiligen Stiche hinzubekommen:
Jeweils am Ende eines Stiches solltet ihr die Maustaste oder Stiftpitze (des Grafiktabletts) gedrückt halten und durch Ziehen der jeweiligen „Anfasser“ eine kleine Wölbung herstellen. Diese Anfasser (ich habe mal einen in dem roten Recheck markiert) bekommt ihr immer erst dann, wenn die Maustaste einen Moment gedrückt gehalten wird und dann bewegt wird, ansonsten wird nur ein Markierungspunkt gesetzt.
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Um nun den Pfad auch mit Farbe zu füllen, müsst ihr zuerst einen Pinsel mit Stärke 2 oder 3 wählen und die Farbe auf „schwarz“ stellen. Diese Pinselvorgabe nutzen wir nun, um die Pfadkontur zu füllen. Das hört sich wieder komplizierter an, als es ist – das Menü für die Pfadkontur erreicht ihr über einen Reiter der Ebenenpalette – dort, wo auch der eben erstellt Arbeitspfad dokumentiert ist.
Klickt hier den Befehl „Pfadkontur füllen“ an und bestätigt dann nochmal, dass dafür die eben gesetzten Pinseleigenschaften verwendet werden sollen.

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Unser Pfad zeigt sich nun in voller Schönheit mit schwarz ausgefüllter Kontur.
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Danke nochmal an Paccoo für den Tipp – ich hatte bei meinem ersten Bild jeden Stich als gesonderten Pfad erstellt – mühsame Angelegenheit, so geht’s natürlich schneller.
Manchmal sieht man echt den Wald vor lauter Bäumen nicht. :-)

Erstellt nun auf der Ebene, auf der unsere Pfadkontur liegt, eine Ebenenmaske. Damit soll der überflüssige „Nähgarn“ unsichtbar gemacht werden.

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 Nun kommt wieder das altbekannte Verfahren, nämlich in der Ebenenmaske (einmal draufklicken, damit die auch wirklich aktiviert ist) mit einem schwarzen Pinsel alle die Teile zu übermalen (und damit transparent zu machen), die überflüssig sind.

Nach dieser Aktion sollte sich das Bild wie folgt darstellen:

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Um die Stiche noch realistischer wirken zu lassen, brauchen wir noch das Zusammenspiel zwischen Hautrötung und Schatten. Dabei werden wir an jedem Einstichloch von Außen nach innen arbeiten.
Also
1.schwärzlicher Schatten
2.Hautrötung
3.das eigentliche Einstichloch

1.schwärzlicher Schatten
Erstellt dazu eine neue Ebene, stellt die Deckkraft auf ca. 50% und bringt nun mit einem entsprechend eingestellten Pinsel schwarze Kreise um die Stichstellen an.
Danach werden diese Stichstellen mit dem Gaußschen Weichzeichner verschwommen gemacht.

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2.Hautrötung
Das gleiche Verfahren erfolgt nun mir roten Punkten bei einem etwas kleineren Pinsel
-neue Ebene
-rote Puntke auftragen
-Gaußschen Weichzeichner drüber

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3.das eigentliche Einstichloch
Nun noch die eigentlichen Einstichstellen – hier braucht ihr nur jeweils mit einem schwarzen Pinsel, der ca. doppelt so groß ist wie das Garn, die Einstichlöcher markieren. Setzt dann die Deckkraft für diese (natürlich neu erstellte) Ebene auf ca. 50% und gebt einen kleinen Tick Gaußschen Weichzeichner dazu – fertig.

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Nun kommt noch ein wenig Feinschliff.
Geht nochmal auf die Ebene, auf der unser Garn liegt.
Das bekommt nun noch über einen Ebenenstil ein paar kleine Ebeneneffekte in Form eines Schlagschattens und einer Kontur, um den Nähzwirn plastischer wirken zu lassen.
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Unsere Narbe ist fertig. Soweit auch schon gut verheilt, um demnächst beim Doc die Fäden ziehen zu lassen.

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Das   Verfahren ist natürlich ausbaufähig, ob nun mit Kreuzstich, enger an der Haut anliegenden Fäden oder blutigeren Wunden – das überlasse ich Eurer Phantasie und Eurem Können.

Es müssen ja nicht immer Blutbilder oder Bilder im Dark-Style sein.
Wie wär es dann mal mit unserer Bundeskanzlerin mit zugenähtem Mund und einem kleinen Zettel
am Ende der Nahtstelle : „Zwirn sponsored by SPD“.

In diesem Sinne-
gutes Gelingen beim Nachbau dieses kleinen Workshops
(naja klein ist er nicht gerade ausgefallen – stimmt)

Pepexx
August 2006


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Kommentare
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Portrait von virra
  • 24.03.2015 - 23:49

Wow. Gerade anlässlich den Frankenstein-Contests gefunden. Suuuper!! Hut ab.

Portrait von DavidMeniw
  • 21.11.2013 - 23:20

hammer tutorial, danke!

Portrait von peaches78
  • 10.02.2013 - 02:58

wow super tut!!! bin totaler anfänger und habe trotzdem eine annehmbare narbe zu stande gebracht.. lach.. die nächsten werden noch besser werden...vielen dank dafür.. genau was ich gesucht habe....

Portrait von Anekha
  • 23.06.2011 - 16:09

Klasse Tut! Vielen Dank dafür.

Portrait von julia_bauch
  • 09.06.2011 - 12:46

Super toll habs gleich weitergeleitet an jmd der öfter mal sowas brauch!
Sieht fertig echtklasse aus wenn man etwas rumprobiert!

Portrait von darkvelvet
  • 09.06.2011 - 11:11

perfekt,genau sowas habe ich gesucht! danke

Portrait von mdPhotography
  • 01.03.2011 - 11:49

Klasse Tutorial! Wird in einer meiner nächsten Kompositionen mit Sicherheit Anwendung finden. Vielen Dank dafür!

Portrait von schlangenzunge
  • 05.01.2011 - 12:04

völlig aus dem häuschen sieht hammer aus

Portrait von BOOOOOM
  • 14.12.2010 - 00:44

schaut echt ziemlich realistisch aus ihhhhh^^ aba hat mir sehr geholfen thx ;D

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 10.11.2010 - 14:23

Hat mir sehr geholfen. Super Workshop!

Portrait von Unzenhoff
  • 06.11.2010 - 22:51

Super Tutorial, danke!

Portrait von kleinkariert
  • 15.08.2010 - 05:02

wirklich gutes tut :thumbup:

Portrait von Blume123
  • 06.08.2010 - 15:54

Hamma tutorial, danke

Portrait von Card
  • 19.07.2010 - 13:03

Genau das, was ich gesucht hab!

Portrait von Balbera
  • 22.05.2010 - 19:39

Klasse Tutorial. :)
Gefällt mir sehr gut das Ergebnis.

Portrait von No_Nice
  • 22.03.2010 - 20:57

extrem toll...! danke schon für das Tutorial

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 12.03.2010 - 21:55

Nicht schlecht^^ werd's mal ausprobieren, klingt net allzu schwer... danke

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 15.02.2010 - 18:45

Da tut an sich ist ganz okay. Aber mit der CS4 - no chance.
Ich krieg da rein nur schwarze Linien raus. Ich krieg schon gar nicht die Linien der Narbe irgendwie dargestellt. Vielleicht kasnn mal wer das tut auf CS4 brauchbar ändern. Schade drum

Portrait von pepexx
  • 15.02.2010 - 23:41

Aber sicher doch, werde ich für diese tolle Bewertung Dir auch noch die Arbeit und das Denken abnehmen... Kopfschüttel....

Portrait von S_A_M
  • 16.01.2010 - 18:19

Wie ich schon weiter unten sagte..DANKE das Du Dein Wissen teilst. Hab viel gelernt, oft geschmunzelt und mich währendessen prächtig amüsiert. ;-)

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