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Tutorialbeschreibung

Luft anhalten! Wir fluten einen Raum

Luft anhalten! Wir fluten einen Raum

In diesem Tutorial könnt ihr lernen, wie man mit viel Aufwand und ein wenig Fantasie einen Raum unter Wasser setzen und darin spannende Dinge passieren lassen kann.

Dies ist mein erstes Tutorial und es mag für den einen etwas zu ausführlich geschrieben sein, für den anderen an einigen Stellen jedoch zu knapp. Ich habe versucht, es für Anfänger sowie Fortgeschrittene zu schreiben und das ist dabei herausgekommen.

Das Bild des Raumes für dieses Tutorial zu verwenden, wurde mir freundlicherweise von Mario Baessler genehmigt. Das Bild des Tauchers stellte mir "Visit Brasil" von flickr.com zur Verfügung.

Da ich im Folgenden genügend Worte für die nächsten 3 Jahre verlieren werde, fasse ich mich einfach kurz: Viel Spaß!


Inhalt:

• Materialien & Recherche
• Vorbereitungen
• Wasser Marsch!
• Fazit


1. Materialien & Recherche

Ich setzte mich also ran und suchte nach Bildern, dummer- und glücklicherweise zunächst bei Google, weshalb ich zum einen zwar auf einige Bilder gestoßen bin, die ich sonst nicht unbedingt gefunden hätte, zum anderen aber später auch auf einige Bilder wieder verzichten musste, um die Urheberrechte nicht ungewollt zu missachten.

Schnell war mit Keywords wie "Old room" oder zu Deutsch "alter Raum" ein passendes Bild in hoher Auflösung gefunden.

Um dem Betrachter schneller klar werden zu lassen, dass die Situation unter Wasser abläuft, fehlte es noch an einem Taucher und vielleicht ein paar Korallen oder Fischen. Auch diese Objekte waren schnell bei einer kostenlosen Stockexchange-Plattform gefunden.

Also ging es an die Recherche. Ich wollte kein Neckermann-Wasser haben, sondern eher ein grünlich/mit Cyan durchsetztes Wasser. Ich stöberte also in den Unterwasserbildern, die Google mir so anbot, und begriff zusehends, dass Licht und Sicht unter Wasser stark von den darin befindlichen Partikelchen beeinträchtigt werden. Auch verlieren Objekte unter Wasser schneller an Tonwerten und Zeichnung, als ich dachte. Logischerweise wird das Wasser umso heller, je näher man der Wasseroberfläche ist. All solche kleinen Faktoren galt es also im Folgenden zu berücksichtigen.


 

2. Vorbereitungen

Da ich für dieses Composing kein einziges Foto selbst geschossen habe, gab es zunächst auch keine feste Idee und damit keine Skizze. Ich habe einfach so lange nach passenden Bildern gesucht, bis ich zufrieden war. Wer mag, kann sich, sobald er sein Hauptbild (Schauplatz) gefunden hat, selbstverständlich erst mal mit Bleistift und Papier eine Skizze vom späteren Geschehen machen und sich dann weiter auf die Suche begeben.

Bei mir lief es jedoch so ab. Wichtigste Bedingung für ein gelungenes Composing ist zweifelsohne die passende Perspektive, aus der ein Objekt aufgenommen wurde. Wir schauen uns also unser Ausgangsbild, den Schauplatz des späteren Geschehens, einmal an.

Ausgangsbild: RaumBilder



 
Und nun schauen wir uns den Taucher, den Kronleuchter und den Fotografen einmal genauer an und wägen ab, ob wir womöglich viel korrigieren müssten, was Qualitäts- und dadurch womöglich "Echtheitsverluste" mit sich bringen könnte.

Benutzte Objekte: Photograph, Taucher, KronleuchterBilder



Wir haben Glück: Bei allen wichtigen Objekten stimmt die Perspektive so sehr überein, dass keine oder kaum Korrekturen vonnöten sein werden.

Dann geht es ans Freistellen. Zunächst habe ich die Fensterscheiben des Raums entfernt, um den Raum später mit einem neuen Hintergrund versehen zu können. Mit dem Pfadwerkzeug keine große Sache. Aus den Formen wird dann eine Auswahl erstellt und diese wird unter Auswahl>Kante verbessern mit 0,5 Px weichgezeichnet. Das Bild vom Raum wird mit einer Ebenenmaske versehen und die Auswahl der Fenster wird auf dieser mit Schwarz gefüllt.

Auch den Taucher, den Fotografen und den Kronleuchter habe ich mit einer weichen Kante von 0,5 Px freigestellt.

Achtet beim Freistellen darauf, lieber etwas weniger vom Objekt auszuwählen, um diese winzigen Übergänge vom Objekt in seine Umgebung nicht mitzunehmen. Falls doch mal was mitkommt, kann man das später durch Helligkeits- und Sättigungseinstellungen immer noch ausbessern; arbeitet trotzdem so sauber wie möglich.


3. Wasser Marsch!

Wir beginnen mit unserem Ausgangsbild, dem heruntergekommenen Raum, der bereits um seine Fensterscheiben erleichtert wurde. Unter Bild>Korrekturen>Variationen klicken wir uns so lange durch, bis wir einen unseren Vorstellungen entsprechenden "Unterwassertouch" gefunden haben; es darf ruhig etwas dunkler werden und leicht grün.

Raum ohne Fenster nach VariationBilder



Nun wollen wir uns erst mal dem Meerwasser außerhalb des Raumes widmen. Wir erstellen eine neue Ebene und füllen sie mit einem linearen Verlauf von unten nach oben (von dunkel nach hell).

Meine Farbwerte lauten: #4e8f7c und #6c9b7a.

Nun können wir bereits die ersten Störpartikel im Wasser unterbringen. Wir wandeln die Ebene mit dem Verlauf in ein Smart-Objekt um und wenden den Filter>Strukturierungsfilter>Körnung mit folgenden Einstellungen an.
Wir können diese Einstellungen zur Not später noch anpassen.

Intensität: 9
Kontrast: 28
Körnungsart: Weich

 
Wir legen eine neue Ebene oberhalb der Verlauf-Ebene an und wenden mit gedrückter Alt-Taste einen Wolkenfilter ("Renderfilter>Wolken") an. Danach wenden wir den Relieffilter über Stilisierungsfilter>Relief mit einem dem Lichteinfall entsprechenden Winkel, einer Höhe von ca. 30 Px und einer Stärke von 150% an. Dem folgt ein Gaußscher Weichzeichner von 14 Px und eine Reduzierung der Deckkraft auf etwa 8%. Wir duplizieren die Ebene des Raums, legen sie über die Hintergrundebene und wandeln auch diese in ein Smart-Objekt um, um dem Raum ebenfalls eine weiche Körnung zu verpassen.

Raum mit Hintergrund und KörnungBilder



 
Als Nächstes werden wir dem Raum neue (alte) Fenster verpassen. Wir laden die Formen als Auswahl, suchen uns ein schönes "altes" Braun aus und füllen die Auswahl auf einer neuen Ebene damit. Nun maskieren wir die Fensterebenen und "putzen" sie mit einem sehr weichen Pinsel und reduzierter Deckkraft wieder sauber, lassen aber einen schön angelaufenen, blinden Rand zu den Fensterrahmen hin. Anschließend reduzieren wir noch die Deckkraft der Fensterebenen auf etwa 70%.

Raum mit neuen FensternBilder



 
Nun können wir uns der Atmosphäre des Raums widmen. Wir legen eine neue Gruppe an und benennen sie "Globale Korrekturen". Wir wollen den Raum noch weiter abdunkeln und verwenden dafür eine Gradations-Einstellungsebene, die wir "Raum abdunkeln" nennen. Ich verwende folgende Einstellungen:

Punkt 1: Ausgabe: 18; Eingabe: 70
Punkt 2: Ausgabe: 194; Eingabe: 187

Es folgt eine Tonwert-Einstellungsebene, mit der wir die abnehmenden Tonwerte mit zunehmender Bildtiefe simulieren wollen. Ich verwende folgende Einstellung:

Globale TonwertkorrekturBilder



 
Wie wir sehen, wird das Bild schon trüber, jedoch wollen wir diese Trübung nicht überall gleich stark ausgeprägt haben. Wir machen also von der Ebenenmaske Gebrauch und maskieren mit einem großen, weichen Pinsel mit reduzierter Deckkraft die Teile des Raums, die noch stark im Vordergrund liegen, deutlich und die "Mitte" des Raums etwas weniger stark, bis wir schließlich die tiefste Stelle am hinten gelegenen Fenster so gut wie unberührt lassen. Die Sicht sollte nun von vorne nach hinten konsequent schlechter werden.

Vergleichsbild: Mit und ohne MaskeBilder



 
Auffallend gelb ist noch der Lichtfleck vom Fenster, der Lichtstrahl und die erhellte Fläche an der Wand. Wir legen eine Farbton/Sättigungs-Einstellungsebene an, wählen dort "Gelbtöne" aus und ergänzen den zu bearbeitenden Farbraum mit der +-Pipette, indem wir in die betroffenen Flächen des Bildes klicken und so die Farben mit aufnehmen. Ich habe den Farbtonregler auf +93 gestellt, um einen konsistenten Farbeindruck des Raumes zu erhalten.

Die Checkbox Färben ist deaktiviert.

So weit, so gut, trübe und entsprechend getönt ist das Bild bereits. Wir legen schließlich eine letzte Einstellungsebene an, und zwar eine Farbbalance.

Meine Werte sind:
Tiefen: -30 0 +13
Mitteltöne: -47 0 +13
Lichter: -100 0 +17
Luminanz erhalten ist deaktiviert.

Diese Einstellungsebenen-Gruppe platzieren wir zunächst als oberste Ebene, sodass Hintergrund, Raum und Fenster davon betroffen sind.

Nun wollen wir den Raum noch von Hand etwas abdunkeln. Dazu legen wir oberhalb der Raum-Ebene eine neue Ebene an und füllen diese mit Weiß. Den Ebenenmodus stellen wir auf Linear nachbelichten und pinseln mit einem schwarzen Pinsel mittlerer Größe, 1% Deckkraft und vermindertem Fluss die Stellen ab, die wir abdunkeln wollen.

Ebenenreihenfolge bis hierhin.Bilder



 
Das sind bei mir vor allem die linke hintere Ecke, wo später der Fotograf sitzen wird, und die rechte Wand, die ja nur von dem bisschen Licht des Raumes und der kleinen Kerze erhellt wird.

Raum bisher.Bilder



Jetzt wird es langsam spannend. Nachdem wir alle bisherigen Ebenen sinngemäß in Gruppen verstaut haben, erstellen wir an oberster Stelle eine neue Gruppe und nennen diese "Fotograf". Nun fügen wir unseren freigestellten Fotografen ein und skalieren ihn, bis er stimmig ins Bild und an seinen Platz in der Ecke passt.

Wir berücksichtigen das einfallende Licht und legen eine neue Ebene unterhalb des Fotografen an, welche sein Schatten wird. Wir stellen den Ebenenmodus auf Multiplizieren, setzen die Deckkraft auf etwa 30% herab und malen mit schwarzer, weicher Pinselspitze einen Schatten. Nun legen wir oberhalb des Fotografen eine Ebene mit Schnittmaske an (Rechtsklick>Schnittmaske erstellen) und benennen diese "Eigenschatten".

Wir setzen den Ebenenmodus wiederum auf Multiplizieren und malen mit einem kleinen, weichen Pinsel verminderter Deckkraft an den Schuhsohlen des Fotografen herum, um ihn an den dunklen Untergrund anzupassen.

Nun ist es wieder Zeit für zwei Einstellungsebenen: Wir beginnen mit einer Tonwertebene mit Schnittmaske und übernehmen die Werte aus der Tonwertkorrektur aus der Gruppe "Globale Korrekturen". Die Ebenenmaske nutzen wir dazu, um das rechte Knie, welches etwas weiter zum Betrachter zeigt, zu maskieren, um es etwas von der Tonwertkorrektur zu verschonen und dem Fotografen die gleiche Tiefe zu geben wie dem Raum auf seiner Höhe. Es folgt eine Farbbalance-Ebene mit folgenden Werten:

Tiefen: -50 +1 -2
Mitteltöne: -100 +3 -26
Lichter: -100 0 +17

Wir verwenden deshalb nicht dieselben Werte wie aus "Globale Korrekturen", da wir es ja mit gänzlich anderem Ausgangsmaterial zu tun haben, welches noch intensiverer oder auch schwächerer Anpassung bedarf als der Raum.

Wir vermindern die Deckkraft der Ebenen auf 85% und 80%.

Ausschnitt PhotographBilder



 
Nun wollen wir den Fotografen noch weiter mit seiner Umgebung verschmelzen lassen. Dazu müssen wir ihn stellenweise abdunkeln. Wir gehen dabei genauso vor wie beim Raum. Neue Ebene>mit Weiß füllen>Modus auf Linear nachbelichten und mit sehr geringer Deckkraft seinen Rücken, seine Füße und den Umriss ein wenig abdunkeln. Je nachdem, wie stark wir abgedunkelt haben, regeln wir die Deckkraft der Ebene runter (bei mir auf 50%).

Nun ist der Fotograf zwar schön abgedunkelt, jedoch wirkt er noch zu sehr draufgeklebt. Jetzt kommt der Trick:

Wir ändern den Ebenenmodus vom Fotografen auf Aufhellen, und schon sollte der Fotograf mit seiner dunklen Ecke verschmolzen sein. Wie stark er jetzt noch sichtbar ist, hängt von der Deckkraft der Abdunkeln-Ebene ab. Ich bin mit 50% zufrieden und widme mich nun seinen Luftblasen.

Photograph aktualisiertBilder



 
Zunächst stelle ich mit D die Standardfarben wieder her und hole mit X Weiß in den Vordergrund. Nun gehe ich zu den Pinselvorgaben, wähle eine kleine Pinselspitze (3-4 Px) geringer Härte aus. Unter den Formeigenschaften regele ich den Größen-Jitter auf 100%.

Unter Streuung stelle ich die Streuung auf etwa 274% und den Anzahl-Jitter auf 100%. Nun male ich dem Fotografen eine kleine aufsteigende Spur Luftblasen. Währenddessen ändere ich noch einmal die Pinselgröße, um auch ein paar größere Blasen zu erzeugen. Das Ganze spielt sich natürlich auf einer neu angelegten Ebene "Luftblasen" ab. Die Deckkraft habe ich auf 46% reduziert.

Gesamteindruck bis hierhin.Bilder



 
Nun machen wir uns an den Taucher. Freigestellt haben sollten wir ihn bereits und so können wir ihn nun in einer neuen Gruppe "Taucher" einfügen.

Ausschnitt: TaucherBilder



Von der Körnung her passt er schon ganz ordentlich ins Bild. Was noch nicht stimmt, sind Tonwerte, Farbton, Helligkeit und Kontrast. Wir beginnen mit einer Einstellungsebene Farbbalance, die wir mit einer Schnittmaske versehen. Ich verwende folgende Werte:

Tiefen: -43 23 29
Mitteltöne: -22 19 5
Lichter: -100 0 -22

 
Damit sind wir schon ganz gut dabei; der Taucher passt sich farblich langsam dem Wasser an. Wir fahren fort mit einer Gradationskurven-Einstellungsebene, die wir oberhalb der Farbbalance ebenfalls mit einer Schnittmaske anlegen. Um dem Taucher diese milchige Optik zu nehmen, verwende ich die Werte:

Punkt 1: Ausgabe: 18; Eingabe: 70
Punkt 2: Ausgabe: 194; Eingabe: 187

Zugegeben, jetzt sieht der Taucher wieder etwas bläulich aus, aber das haben wir gleich. Außerdem strahlt er noch ein bisschen zu sehr, was wir mit unseren Partikelchen der Tonwertkorrektur in den Griff kriegen:

Tonwertkorrektur: TaucherBilder



Anschließend reduziere ich die Deckkraft der Tonwertebene auf 85%. Um den Taucher noch getrübter aussehen zu lassen, legen wir eine letzte Einstellungsebene an, und zwar eine für Farbton/Sättigung. Mit Standard ausgewählt, vergebe ich folgende Werte:

Farbton: -30
Sättigung: -49
Helligkeit: -26

Das alles müsst ihr natürlich je nach Gusto anpassen. Wir können uns dem Schatten des Tauchers zuwenden. Zunächst wollen wir die Unterseite des Tauchers in Schatten hüllen, da das Licht von oben kommt und seine Unterseite somit - gerade in diesem nicht sehr stark reflektierenden Raum - deutlich dunkler sein müsste.

Wir verfahren wie gehabt mit einer neuen Ebene oberhalb der Einstellungsebenen, füllen sie mit Weiß, stellen den Ebenenmodus auf Linear nachbelichten, legen eine Schnittmaske an und malen mit weicher Spitze und äußerst geringer Deckkraft mit schwarzer Farbe die Unterseite des Tauchers dunkel. Anschließend reduziere ich die Deckkraft der Ebene auf gute 60%.

Wir legen eine neue Ebene unterhalb des Tauchers an und benennen diese sinnigerweise mit "Schatten". Wir wählen Schwarz als Vordergrundfarbe, einen weichen Pinsel mit geringer Deckkraft (< 10%) und wählen den Modus Multiplizieren als Pinselvorgabe aus. Nun malen wir dem Lichteinfall entsprechend einen Schatten unter den Taucher. Je nach Distanz zum Taucher sollte der Schatten schärfer bzw. weicher werden.

Ausschnitt: Taucher aktualisiertBilder



 
Wir spendieren dem Taucher noch ein paar Luftblasen, wie wir es auch schon bei dem Fotografen getan haben.

Farblich passt der Taucher nun schon gut ins Bild. Aber räumlich ist er momentan nicht Fisch, nicht Fleisch. Die Perspektive, aus der er aufgenommen wurde, eignet sich prima dazu, ihn durch das (nun) offen stehende Fenster in den Raum schwimmen zu lassen.

Um das zu erreichen, legen wir auf der Ebene des Tauchers eine Ebenenmaske an und maskieren mit schwarzer Farbe den Bereich des Fensterrahmens sowie den Wandbereich, welchen wir entweder filigran mit einem Pinsel nachzeichnen oder besser schnell mit dem Pfadwerkzeug einzäunen und in eine Auswahl umwandeln und diese dann auf der Ebenenmaske mit Schwarz füllen.

Achtung: Wenn jetzt der Taucher erneut bewegt wird, wird auch die Ebenenmaske mitbewegt und müsste daher neu angelegt werden. Überlegt euch also vorher, wo ihr den Taucher platzieren mögt.

Als letztes Objekt fügen wir die Kerze in die Komposition ein. Wir legen dafür eine neue Gruppe an, die wir "Kerze" nennen. Frisch eingefügt passt die Kerze ganz und gar nicht ins Bild. Wir legen erneut die vier Einstellungsebenen: Gradationskurven, Tonwertkorrektur, Farbton/Sättigung und Farbbalance mit Schnittmasken an. Was ihr dabei zu beachten habt, könnt ihr euch an den anderen Einstellungsebenen abgucken; meine Werte jedenfalls lauten:

Kurven:
Punkt 1: Ausgabe: 18; Eingabe: 70
Punkt 2: Ausgabe: 194; Eingabe: 187

Tonwerte:

Tonwertkorrektur: KerzeBilder



 
Farbton/Sättigung:
Hierbei habe ich mir mit der +-Pipette die Gelbtöne der Kerze geholt und damit das Farbspektrum, welches durch die Ebene verändert wird, angepasst.

Gelbtöne: +93 0 0

Farbbalance:
Tiefen: -30 0 +13
Mitteltöne: -47 0 +13
Lichter: -100 0 +17


Achtung: Ein Tipp für all diese Korrekturen. Wir haben anfangs die "Globalen Korrekturen" angelegt und bereits für den ganzen Raum mit Ebenenmasken bestückt. Die Objekte, die wir in den Raum einfügen, benötigen zwar teilweise andere Werte in den Einstellungen, die Ebenenmasken können wir jedoch 1:1 übernehmen, um die Intensität der Einstellung je nach Ort im Raum zu normieren. Dupliziert also einfach die Einstellungsebenen aus den "Globalen Korrekturen", verschiebt sie in der Ebenenpalette an die gewünschte Stelle und passt sie in den Werten an.

Ich habe die Kerze an sich auf der Farbbalance-Ebene maskiert, um sie von der Farbbalance-Einstellung auszusparen. Dies erzeugt einen angenehmen Kontrast, wodurch die Wärme der Kerze erst deutlich wird.

Ausschnitt: Kerze bis hierhinBilder



 
Leicht vorstellbar, wie wir eine Bewegungsunschärfe der Flamme erzeugt haben: Auf der Kerzen-Ebene mit dem Auswahl-Lasso die Flamme ausgewählt und kopiert. Dann unterhalb der Kerze eingefügt und mit dem Filter Weichzeichnungsfilter>Bewegungsunschärfe mit gewünschtem Winkel und Abstand weichgezeichnet. Anschließend habe ich die Deckkraft auf bummelige 50% gesenkt. Nun wollen wir uns dem Schein widmen.

Wir legen dazu unterhalb der Kerze zwei neue Ebenen an, die wir "Schein 1" und "2" benennen, wobei "Schein 2" oberhalb von "Schein 1" liegt. Wir beginnen mit "Schein 1" und wählen einen kleinen bis mittleren Pinsel mit 0% Härte und suchen uns ein warmes Orange aus.

Mit mäßiger Deckkraft klicken wir 1-2 Mal genau ins Zentrum der Flamme und passen bei Bedarf im Nachhinein die Deckkraft der Ebene an. Auf der Ebene "Schein 2" verfahren wir ähnlich; mit kleinerer, etwas härterer Pinselspitze und einem hellen, gelben Orange klicken wir wiederum ins Zentrum der Flamme und stellen danach die Deckkraft der Ebene entsprechend runter (bei mir auf 54%).

Nun fehlt es der Kerze noch an einem Schatten, welcher ihr einen besseren räumlichen Effekt verleihen wird. Wir legen dazu an unterster Stelle der Gruppe eine neue Ebene an.

Zunächst wollen wir den Schatten unmittelbar an dem Kronleuchter selbst malen. Dazu wählen wir eine kleine, weiche Pinselspitze mit geringer Deckkraft und schwarzer Farbe und malen so einen kleinen Schatten "unterhalb" des Kronleuchters.

Ausschnitt: Kerze mit SchattenBilder



Somit wären wir kurz vor der Fertigstellung des Innenraums angelangt. Was fehlt, sind die Lichtstrahlen, die wir unbedingt rekonstruieren und ein wenig verstärken müssen, um einen realistischen Lichteinfall zu erzeugen.

 
Dazu legen wir wiederum eine letzte Gruppe "Lichtstrahlen" an und bedienen uns des Polygonlassos, um von oben links nach unten rechts breiter werdende Formen zu erstellen, die wir auf einer jeweils neuen Ebene mit Weiß füllen, mit dem altbewährten Gaußschen Weichzeichner weichzeichnen, in ihrer Deckkraft anpassen (bei mir zwischen 30 und 60%) und mit einer Ebenenmaske versehen.

Wir aktivieren die Ebenenmaske und setzen Weiß als Vordergrund- und Schwarz als Hintergrundfarbe. Mithilfe des Filters Renderfilter>Wolken verleihen wir dem einfallenden Licht eine ähnliche Struktur wie zuvor dem Wasser, um es ein wenig plastischer wirken zu lassen.

Zu guter Letzt müssen wir ggf. einige Elemente aus dem Raum (Fensterrahmen) wieder über den Lichtstrahlen einfügen, um dem Raum mehr Tiefe zu spendieren. Würden wir dies nicht tun, würden die Lichtstrahlen eher draufgeklebt wirken und nicht tatsächlich aus der Tiefe des Bildes leicht in den Vordergrund ragen.

Dazu kopieren wir entsprechende Rahmenteile aus der Ebene "Raum" und fügen sie oberhalb der Lichtstrahlen wieder ein. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, die entsprechenden Korrekturen im Original zu übernehmen: Wir duplizieren also die "Globalen Korrekturen" und fügen sie oberhalb der Abdeckungen wieder ein. Fertig.

Fertiges ErgebnisBilder



 
Jetzt können wir uns entscheiden, in welchem Stockwerk unser Raum überhaupt liegt und entsprechende Hintergrundeffekte einbauen wie z.B. andere Häuserfronten von benachbarten Hochhäusern oder, wie in meinem Fall - in Bodennähe - ein Korallenriff, welches den Raum umgibt und ein paar Fische.

ErgänzungenBilder



4. Fazit

So. Ich hoffe, euch hat dieser Berg an Informationen gefallen und geholfen. Es ist sicherlich noch nicht perfekt, aber das liegt im Ermessen des jeweiligen Betrachters und Produzenten. Der Mehrwert dieses Tutorials mag sein, dass euch Fehler meinerseits auffallen, die ihr anders gelöst hättet. Dort greift doch der Lerneffekt am stärksten: Nachmachen ist leicht, die Fehler der anderen in eigene Stärken umwandeln schon schwerer.

Ihr mögt von der Anzahl an Ebenen erstaunt sein, doch ich versichere euch: Das ist noch gar nichts. Wer non-destruktiv arbeiten will, ist automatisch auf umso mehr Ebenen angewiesen, je mehr Effekte und Objekte er einsetzen will. Ich habe versucht, das Ganze so stark wie möglich zu komprimieren, aber an einigen Dingen wie wiederholt eingesetzten Einstellungsebenen kommt man in Photoshop (noch) nicht vorbei. Zukünftig könnte sicherlich über eine Zuweisung von Einstellungsebenen unabhängig von Ebenenreihenfolge nachgedacht werden, aber das sollen die Jungs von Adobe entscheiden ...

Kommentare
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Portrait von MicroSmurf
Portrait von Nevermake
  • 25.04.2011 - 13:24

Sehr schön und detailliert erklärt. Danke!

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 05.11.2010 - 03:00

super gemacht tolles tut

Portrait von Vespillo
  • 25.05.2010 - 16:15

der taucher, der durch das fenster schwimmt ist perspektivisch gesehn viel zu klein.. aber an sich eine top idee und eine recht gute umsetzung

Portrait von Tobi236
  • 20.03.2010 - 16:44

Klingt echt gut ist aber für mich als anfänger noch zu schwer :(

Portrait von Bierbaron
  • 17.03.2010 - 21:04

echt krass was für ideen manche haben und wie sie es dann so toll umsetzen können.

Portrait von Nikkkon
  • 03.03.2010 - 22:38

klasse gemacht und eine faszinierende Stimmung!

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 03.03.2010 - 11:28

Sieht toll aus. Ich bin begeistert.

Portrait von ShadowCrasher
  • 02.03.2010 - 20:57

Schönes Tutorial. Hat mich inspiriert!"

Portrait von monkeyflip
  • 02.03.2010 - 17:45

finde das Tutorial auch sehr toll:=)

Portrait von XxKlenerxX
  • 01.03.2010 - 21:08

Genial! Sieht echt spitze aus, weiter so!

Portrait von Cokes_SaSch
  • 01.03.2010 - 10:42

sehr schönes Tutorial ... werd ich mit sicherheit auch mal versuchen

Portrait von berndschwartz
  • 01.03.2010 - 00:19

Super gelungen, das anamiert zum Nachmachen...

Portrait von zaoza
  • 28.02.2010 - 19:28

Echt stark !

Sehr gut und ausführlich erklärt und das Resultat ist super :)

Portrait von sonje
  • 28.02.2010 - 14:55

Klasse Tutorial, vielen dank dafür :-)

Portrait von xmann76
  • 27.02.2010 - 21:49

jepp gut gemacht kann man gleich mal mit einem bild versuchen

Portrait von UltimateX
  • 27.02.2010 - 17:28

sieht echt richtig gut aus^^ danke fürs tut

Portrait von LillithsEden
  • 27.02.2010 - 09:56

sehr gelungen. das licht ist super geworden, chapeau!

Portrait von waso
  • 27.02.2010 - 00:04

Mal ein ganz wertfreier Kommentar zur Montagequalität (leider muss ich ja Punkte vergeben, deshalb nur 3):
Unterwasser wird die Farbe Rot nach ca. 3-4 Metern fast vollständig absorbiert. Das lässt Dein Ergebnis für Kenner der Unterwasser Fotografie ziemlich gestellt bzw. montiert aussehen - die Fahnenbarsche, das Licht der Kerze und der rote Schnittel am Inflatorschlauch des Tauchers sehen ohne künstliche Lichtquelle einfach zu unnatürlich aus.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 27.02.2010 - 15:43

Moin!

Gut, da kenn ich mich natürlich nicht genügend aus. Das Licht der Kerze habe ich so belassen, um den ohnehin surrealen Effekt ein wenig zu verstärken, um sie noch ein wenig mehr als Eyecatcher wirken zu lassen.

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