Anzeige
Tutorialbeschreibung

Die Vielfalt der Bildstapel

Die Vielfalt der Bildstapel

„Ein Bild sagt mehr als hundert Worte“. Aber ein Bild sagt manchmal auch mehr, als einem eigentlich lieb ist. Habt ihr euch nicht auch schon gewünscht, die eine oder andere Sehenswürdigkeit ohne Scharen von Touristen zu fotografieren? Bildstapel bieten euch genau diese Möglichkeit und darüber hinaus noch weitere verblüffende Effekte.

Hinweis: Dieses Video-Training hat nichts mit der ähnlich lautenden Stapelverarbeitung zu tun!


Bildstapel ermöglichen dem Anwender, störende Elemente automatisiert aus einem Bild zu entfernen. Dazu werden mehrere Bilddateien als ein Smartobjekt zusammengefasst und von Photoshop analysiert. Bildbereiche, an denen Änderungen auftreten, werden als ungewollt eingestuft und mit einer Ebenenmaske ausgeblendet.

Am Ende bleiben lediglich jene statischen Bildinformationen über, die sich über die verschiedenen Bilder hinweg nicht unterscheiden. Somit eignen sich Bildstapel ausschließlich zur Trennung von bewegten und unbewegten Objekten, wie in der klassischen Situation „Tourist vor Sehenswürdigkeit“. In diesem Artikel sollen drei Einsatzgebiete besprochen werden: Entfernen von störenden Objekten, Reduzieren von Bildrauschen und der Erstellen von Bildsequenzen.

Bildstapel lassen sich seit Version CS3 Extended erstellen. Besitzer der Standardversion gehen leider leer aus.


Die Vorbereitung

Um ansprechende Ergebnisse zu erzielen, solltet ihr im Vorfeld einige Dinge beachten. Das betrifft sowohl die Aufnahme mit der Kamera als auch die Optimierung des Bildmaterials vor dem Erstellen eines Bildstapels:


 

Mehrere Aufnahmen

Macht mehrere Aufnahmen des gewünschten Motivs. Zwei sind das absolute Minimum; je nachdem, wie belebt der Ort ist, an dem ihr fotografiert, sind fünf und mehr Aufnahmen jedoch sinnvoll. So macht ihr es Photoshop später leichter, Unterschiede zwischen den einzelnen Bildern festzustellen.

Mehrere Bilder aufnehmenBilder



 

Stativ verwenden

Verwendet möglichst ein Stativ, um zu vermeiden, dass euer eigentliches Motiv (z. B. ein Bauwerk) durch die unruhige Handhaltung als bewegtes Element analysiert wird. Leichte Verschiebungen lassen sich korrigieren, dennoch beugt ihr so Geisterbildern vor – leicht transparente Überbleibsel, die Photoshop nicht korrigieren konnte.


Fotografieren im manuellen Modus

Fotografiert im manuellen Modus bei gleichbleibender Blende und Belichtungsstufe und fokussiert manuell, damit eure Bildserie so homogen wie möglich wird.

Kamera im manuellen Modus verwendenBilder



 

Starke Bildabweichungen korrigieren

Weisen eure Bilder beim Sichten am Computer deutliche Helligkeitsunterschiede auf, gleicht diese vor dem Erstellen des Bildstapels erst ein wenig aus. Das kann z. B. über Bild>Korrekturen>Helligkeit/Kontrast geschehen, oder aber, wenn ihr euch mit Gradationskurven auskennt, präziser über Bild>Korrekturen>Gradationskurven …

Helligkeitsunterschiede anpassenBilder



 

Workshop 1: Bildelemente entfernen

In diesem Beispiel sollen Fahrzeuge von einer Brücke entfernt werden.


Bilder laden

Öffnet alle Bilder aus dem Ordner Stapel als Ebenen in einem Dokument. Am schnellsten geht das über Datei>Skripten>Dateien als Stapel laden. Hier könnt ihr einen Ordner, geöffnete Dateien, oder Einzeldateien auf der Festplatte als Quelle wählen.

Bilder im Stapel ladenBilder



 

Platzieren (für mehr Optionen)

Alternativ könnt ihr die Bilder auch einzeln über Datei>Platzieren in einer Datei sammeln. Gerade bei RAW-Bildern hat das den Vorteil, dass ihr die beim Platzieren entstehenden Smart-Objekte jederzeit noch in Camera RAW nachbearbeiten könnt, um sie optimal vorzubereiten (z. B. Belichtung anpassen, Weißabgleich etc.)

Platzieren-DialogBilder



 

In Smart-Objekt konvertieren

Markiert alle Ebenen im Dokument und wählt den Befehl Ebene>Smart-Objekte>In Smart-Objekt konvertieren. Dieser Schritt ist notwendig für die anschließende Berechnung des Bildstapels. Über Ebene>Smart-Objekt>Inhalt bearbeiten könnt ihr die einzelnen Ebenen jederzeit weiterhin sehen und bearbeiten.

Dialog in Smart-Objekt konvertierenBilder



 

Stapel einrichten

Zum endgültigen Erstellen des Bildstapels ist nun nur noch ein einfacher Schritt nötig: Ebene>Smart-Objekt>Stapelmodus>Median. Nach ein wenig Rechenarbeit präsentiert Photoshop das „gereinigte“ Motiv ohne störende, bewegte Elemente. Möchtet ihr den Bildstapel später einmal auflösen, wählt ihr einfach den Stapelmodus Ohne.

Stapelmodus Median wählenBilder



 

Ergebnis retuschieren

Nicht immer ist das Ergebnis optimal. Ist der Hintergrund unter allen Aufnahmen zusammen nicht einmal an jeder Stelle frei, entstehen nach dem Bilden des Bildstapels leicht transparente Schemen, die manuell mit den Retuschewerkzeugen beseitigt werden müssen.

Störende Elemente retuschierenBilder



 

Workshop 2: Bildrauschen reduzieren

Ausgangsmotive sichten

Nach dem fast gleichen Prinzip, das in Workshop 1 beschrieben wurde, lässt sich auch ein (Farb-) Rauschen deutlich reduzieren, indem man einen Bildstapel erstellt und einen passenden Stapelmodus einstellt. Hier reichen jedoch bereits zwei bis drei Aufnahmen eines Motivs aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Verrauschtes AusgangsmotivBilder



 

Objekte laden und bündeln

Öffnet die Bilder im Ordner „Rauschen“ über Datei>Skripten>Dateien in Stapel laden, mit aktivierter Option Nach dem Laden von Ebenen Smart-Objekt erstellen. Somit spart ihr euch den Weg, händisch ein Smart-Objekt aus den einzelnen Ebenen zu generieren. Die Bilder automatisch auszurichten, ist nicht nötig, da das Bild mit einem Stativ aufgenommen wurde.

Bilder als Smart-Objekt ladenBilder



 

Störungen analysieren

Klickt mit rechts auf das Smart-Objekt und wählt „Inhalt bearbeiten“. Wenn ihr nun in der Smart-Objekt-Datei die einzelnen Ebenen ein- bzw. ausblendet, seht ihr, dass jedes Einzelbild ein unterschiedliches Rauschen aufweist. Diese dezente Änderung reicht Photoshop bereits, um sie als „Störelemente“ zu definieren.

Störungen analysierenBilder



 

Störung per Stapel entfernen

Schließt das Smartobjekt mit Strg/Cmd+W, ohne es zu speichern. Definiert anschließend über Ebene>Smart-Objekt>Stapelmodus>Arithmetisches Mittel den Stapelmodus. Das Rauschen wird nun deutlich reduziert. Erwartet aber keine Wunder. Eine vollständige Entfernung ist auf diese Weise selten möglich.

Rauschen per Stapelmodus Arithmetisches Mittel entfernenBilder



Hinweis: Solltet ihr mit dem Stapelmodus Arithmetisches Mittel nicht zufrieden sein, testet auch einmal die Modi Median bzw. Minimum. Mit jeder dieser drei Varianten wird das Rauschen reduziert, das Bild bleibt aber an sich unverändert. Alle anderen Modi führen zu drastischen Bildveränderungen und sind für diesen Zweck nicht zu gebrauchen.


 

Workshop 3: Bildsequenzen erstellen

Die Bildstapel lassen sich nicht nur dazu verwenden, bewegte Inhalte zu entfernen. Auch andersherum ist es möglich, indem man die von Photoshop erstellten Ebenenmasken einfach invertiert. So lassen sich im Handumdrehen Sequenzen innerhalb eines Bildes darstellen, wie es beispielsweise zur Erklärung von Bewegungsabläufen im Sport gerne gemacht wird, optional versetzt mit einem leicht transparenten Effekt für mehr Dynamik.


Bilder laden und ausrichten

Öffnet die Bilder aus dem Ordner „Sequenz“ über Datei>Skripten>Dateien im Stapel laden. Da diese Bilder Freihand geschossen wurden, markiert ihr die Option Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten. Photoshop versucht nun, die Bilder deckungsgleich übereinanderzubringen. Deaktiviert die Option, ein Smart-Objekt erstellen zu lassen.

Bilder laden und automatisch ausrichtenBilder



 

Ränder korrigieren

Das Ergebnis ist durch die automatische Ausrichtung insbesondere an den Bildrändern nicht optimal. Um hier korrigierend einzugreifen, wählt ihr das Freistellen-Werkzeug (Shortcut C) und beschneidet die transparenten und unsauberen Ränder, sodass nur noch das eigentliche Motiv übrig bleibt.

Fehlerhafte Ränder korrigierenBilder



 

Geisterbilder maskieren

Markiert eine Ebene und legt über Ebene>Ebenenmaske>Alle einblenden eine Ebenenmaske an. Malt mit einem schwarzen Pinsel grob über Pferd und Frau. Wiederholt diesen Vorgang für alle Ebenen bis auf die unterste. Invertiert jede Ebenenmaske, indem ihr diese markiert und Strg/Cmd+I drückt.

Unerwünschte Schemen maskierenBilder



 

Transparenz regulieren

Möchtet ihr die Darstellung etwas dynamischer mit transparenten Sequenzbildern, verfahrt ihr folgendermaßen: Markiert alle Ebenen und konvertiert sie in ein Smart-Objekt. (Ebene>Smart-Objekt>In Smart-Objekt konvertieren.) Führt nun den Menübefehl Ebene>Smart-Objekt>Stapelmodus>Median aus.

Regulieren der TransparenzenBilder



 

Feinschliff

Ist euch das Ergebnis zu transparent, dupliziert ihr die Smart-Objekt-Ebene über Ebene>Smart-Objekt >Neues Smart-Objekt durch Kopie. Entfernt den Stapelmodus über Ebene>Smart-Objekt>Stapelmodus>Ohne. Mit dem Deckkraftregler der oberen Ebene lässt sich nun die optimale Intensität einstellen.

Feinschliff am Bild vornehmenBilder



Kommentare
Achtung: Du kannst den Inhalt erst nach dem Login kommentieren.
Portrait von Solla
  • 07.10.2012 - 13:14

Sensationell, vielen Dank, diese Funktion hätte ich in 1000 Jahren PS ohne Video nie gefunden ;)

Portrait von FotoLoverD7000
  • 21.06.2012 - 16:51

Super Tutorial, kann dabei noch sehr viel lernen - THX :)

Portrait von heeka
  • 14.03.2012 - 17:12

Guter Tip, werde ich gleich mal ausprobieren.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 01.12.2011 - 16:30

Gut beschrieben, werde das mal austesten. Vor allem für sportliche Aufnahmen sehe ich da viel Potenzial (speziell im Kampfsport durch Veranschaulichung von Fuß- und Handtechniken).

Portrait von double_ugly
  • 30.11.2011 - 10:29

Sehr übersichtlich und auch für mich als Anfänger verständlich. Das muss ich jetzt erstmal ein bisschen probieren...

Portrait von WolfCH
  • 02.10.2011 - 20:52

Super geiles Tutorial!
Danke!

Portrait von lisapopisa
  • 18.09.2011 - 17:10

Super Tutorial. Wird beim nächsten Ausflug getest !!
Gruß lisapopisa

Portrait von iManes
  • 13.09.2011 - 00:27

Klasse Tutorial! Einfach und übersichtlich verfasst! Vielen Dank dafür.
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=217409241648103&set=a.217409234981437.63508.217304908325203&type=1&ref=nf

Portrait von tekkwar
  • 10.09.2011 - 10:29

..ich fahre demnächst nach Angkor What, da werde ich wohl jede menge bilder erstellen um die touristen loszuwerden, coole sache..freu mich

Portrait von darkvelvet
  • 06.09.2011 - 09:21

werde ich b ei gelegenheit gleich ausprobieren,danke!

Portrait von michael390
  • 05.09.2011 - 16:49

Genial :) , wusste bisher gar nicht das so etwas so gut möglich ist.

Portrait von michal_k
  • 01.09.2011 - 09:58

Die zip-Datei mit den Arbeitsmaterialien ist leider leer.

Portrait von witheking
  • 31.08.2011 - 20:34

Danke, sehr verständlich erklärt !

Portrait von Merican
  • 28.08.2011 - 09:00

Sehr hilfreich! Danke.

Portrait von milli132
  • 26.08.2011 - 15:19

Vielen Dank! Workshop 1 werd nach der nächsten Stadtbesichtigung ausprobieren :)

Portrait von Pjotr
  • 24.08.2011 - 18:14

Gut erklärt, danke schön!

Portrait von icycloud
  • 24.08.2011 - 11:39

Das ist echt toll, ich habe als Laie immer nach einer solchen Möglichkeit gesucht. Werde es gleich ausprobieren. Danke.

Portrait von MK01
  • 20.08.2011 - 22:00

super Hinweis,
ich werde geich auf meiner nächsten Tour etwas Rohmaterial produzieren und
testen. Vielen Dank

Portrait von Bebbs
  • 20.08.2011 - 10:21

Herzlichen Dank, gerade der erste Workshop wird mir sehr weiterhelfen. Gruß Bebbs

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 20.08.2011 - 13:26

Hallo,

danke für das Tut. Ich habe es ausprobiert. Eine feine Sache. Was man alles lernen kann........
Vielen Dank

liebe Grüße
Fraudl

x
×
×