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Tutorialbeschreibung

Das Maximum aus einer RAW-Datei rausholen

Das Maximum aus einer RAW-Datei rausholen

Ich möchte euch hier einen Einblick geben, wie man aus einer einfachen RAW-Datei das Maximum an Zeichnung und Tonwertumfang herausholen kann. Das Ganze geht selbstverständlich auch über eine mehrfache RAW-Konvertierung. Ich möchte hier aber mal einen Weg aufzeigen, der mit einer einfachen auskommt.


Als Ausgangsbild dient ein Foto, das ich im Dänemark-Urlaub aufgenommen habe:

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Wenn man sich das Bild anschaut, stellt man fest, dass es zu „flau“ ist. Es fehlt die Zeichnung in den Mitteltönen, der Kontrast und die Sättigung kann erhöht werden und der Himmel ist überbelichtet und kann ebenfalls mehr Zeichnung vertragen. Fazit: Das Bild ist langweilig.

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Als Erstes wird die Datei in Photoshop geöffnet und die RAW-Konvertierung vorgenommen. Wenn wir jetzt mal den Belichtungs-Regler nach links und rechts schieben, sehen wir, wie viel Zeichnung tatsächlich noch in dem Bild vorhanden ist. Ich stelle die Belichtung nun auf -1,35, damit wir noch ordentlich Zeichnung in den Himmel bekommen.

Um noch mehr Zeichnung in die Lichter zu bekommen, stelle ich den Reparatur-Regler auf 74. Nun sieht man, wie in den Mitteltönen die Farben „zulaufen“ und die Zeichnung verloren geht. Um diese wieder aufzuhellen, bedienen wir uns des Fülllicht-Reglers. Ich ziehe ihn nun ganz brutal auf 91 hoch. Die Mitteltöne werden aufgehellt, aber der Kontrast geht erheblich verloren. Deshalb stellen wir den Schwarz-Regler auf 54. So bekommen wir wieder ein wenig mehr Kontrast ins Bild. Zusätzlich erhöht sich auch die Sättigung.
 
 
Die Helligkeit stellen wir auf 53. Und um den Kontrast weiter zu verstärken, erhöhen wir den Kontrast auf 37. Um die Mikrokontraste zu erhöhen, stellen wir den Klarheit-Regler auf 59. Um den Dynamikumfang zu erhöhen, stellen wir den Dynamik-Regler auf 45. Da sich durch die Erhöhung des Schwarz-Wertes die Sättigung verstärkt hat, reduzieren wir die Sättigung bis auf -33.

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Wenn man die Shift-Taste drückt, ändert sich der Knopf Bild öffnen in Objekt öffnen.

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Dadurch öffnet man das Bild als Smart-Objekt und hat jederzeit die Möglichkeit, die Einstellungen nachträglich zu ändern. Durch einen Klick auf die Ebenen-Miniatur kommt man jederzeit wieder zurück in die Raw-Konvertierung. Es ermöglicht uns auch, non-destruktiv zu arbeiten, das heißt, dass die Filter als Smart-Filter angewendet und nachträglich noch editiert werden können.
 
 
Das Bild ist nun in Photoshop geöffnet. Man sieht, wir haben schon mehr Details im Bild als vorher. Leider geht bei einer starken Verwendung des Fülllicht-Reglers der Kontrast verloren. Um diesen zu verstärken, nehmen wir uns eine Einstellungsebene Schwarz-Weiß ...

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... und stellen die folgenden Werte ein.

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Anschließend stellen wir den Ebenenmodus auf Weiches Licht.

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Nun haben wir wieder einen stärkeren Kontrast im Bild und schon ein gutes Zwischenergebnis. Jetzt geht’s an die Feinheiten.
 
 
Wir markieren uns jetzt die Ausgangsebene mit dem Bild. Damit der Blick des Betrachters auf die Bildmitte geführt wird, fügen wir eine Vignette an den Rändern ein. Dies geht über Filter>Verzerrungsfilter>Objektivkorrektur.

Wir stellen bei den Vignetten-Einstellungen die Stärke auf -22 und den Mittenwert auf +42.

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Da die Schärfe des Bildes noch nicht optimal ist, verwenden wir noch den Selektiven Scharfzeichner unter Filter>Scharfzeichnungsfilter. Ich verwende den Scharfzeichner gerne etwas stärker. Deshalb stellen wir die Stärke auf 93 und den Radius auf 1,9. Entfernen sollte auf Gaußscher Weichzeichner stehen und das Häkchen bei Genauer sollte gesetzt werden.

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Um den Wolken ein wenig mehr Dynamik zu verleihen, schärfen wir sie noch ein wenig nach. Dazu erstellen wir uns eine Kopie des Originalbildes: Wir machen auf der Bildebene einen Rechtsklick und wählen Neues Smart-Objekt durch Kopie.

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Nun machen wir auf der Ebenenkopie einen Doppelklick auf den Scharfzeichnungsfilter und ändern die Werte in 57 und 52,8.

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Wir stellen die Deckkraft der Ebene auf 71%, damit der Effekt nicht voll zum Tragen kommt.

Jetzt wurde allerdings das gesamte Bild geschärft. Um dies nur auf den Himmel anzuwenden, legen wir uns eine Ebenenmaske an.

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Diese invertieren wir nun durch Markieren und durch Drücken von cmd+i auf Mac oder Strg+I auf dem PC. Alternativ kann man auch die Alt-Taste drücken, wenn man auf das Maskensymbol klickt. Dadurch wird gleich eine schwarze Maske angelegt. Mit einem weichen Pinsel und weißer Vordergrundfarbe malen wir uns nun den Himmel wieder ins Bild.

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Jetzt haben wir einen schönen dynamischen Himmel.
 
 
Als Nächstes legen wir uns eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung über die oberste Ebene, um die Sättigung ein wenig anzuheben. Dazu markieren wir die oberste Ebene und wählen Ebene>Neue Einstellungsebene>Farbton/Sättigung.

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Den Sättigungswert erhöhen wir auf 12.

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Wenn wir das Bild nun betrachten, stellen wir fest, dass die Lichter relativ dunkel sind. Besonders im Bereich des zugeschneiten Sees. Auch den Baum können wir noch ein wenig aufhellen.

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Wir legen uns über Ebene>Neue Einstellungsebene eine Tonwertkorrekturebene an ...

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... und stellen diese wie folgt ein:

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Wenn das Bild später einmal gedruckt werden soll, ist darauf zu achten, dass noch mindestens jeweils 3% Cyan, Magenta und Gelb in den Lichtern enthalten sind. Ansonsten brechen die Lichter weg, und das sieht einfach unschön aus.
 
 
Damit die Lichter, besonders im Himmel, nicht ausbrechen, legen wir uns wieder mit gedrückter Alt-Taste eine Ebenenmaske an und malen mit einem weichen Pinsel und weißer Vordergrundfarbe die Stellen ins Bild, die wir aufhellen möchten.

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Um nun auch noch den Himmel ein wenig aufzuhellen, legen wir uns eine weitere Tonwertkorrekturebene an.

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Als Maske können wir uns der Himmelmaske des Schärfungsvorgangs bedienen. Wenn man die Alt-Taste drückt, dann die Ausgangsmaske anklickt und diese auf die Zielebene schiebt, kopiert Photoshop diese Maske auf die Ebene. Man muss aber darauf achten, dass man vor dem Anklicken die Alt-Taste drückt, sonst wird die Maske nur verschoben und fehlt in der Ursprungsebene.

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Jetzt sind wir fast fertig. Allerdings können noch kleine Optimierungen vorgenommen werden. Durch das Schärfen sind an manchen Stellen unschöne Kanten entstanden.

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Damit wir diese ganz entfernen können, legen wir uns eine leere Ebene nach ganz oben.

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Auf dieser Ebene können wir die Kante mit dem Kopierstempel-Werkzeug wegstempeln. Darauf achten, dass bei Aufnehmen in den Stempeloptionen  Akt. u. darunter ausgewählt ist. Ansonsten kann man von den darunterliegenden Ebenen keine Farbe aufnehmen.

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Man könnte jetzt noch weitere Optimierungen vornehmen, z.B. die hinterste Baumreihe, die im Dunst verschwindet, wegstempeln. Weitere Optimierungen überlasse ich aber gerne euch.

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Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in die Bild-Optimierung einer RAW-Aufnahme geben und wünsche euch nun viel Spaß beim Probieren und beim zukünftigen Optimieren eurer Aufnahmen.

Über Feedback freue ich mich selbstverständlich.


 

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Kommentare
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Portrait von Pompom
  • 01.08.2016 - 20:09

Feine Sache, sehr anschaulich beschrieben und gut nachvollziehbar, Danke!

Portrait von foto-dino
  • 05.03.2016 - 11:21

ein Super Einstand von Dir _ Glückwunsch
Nun ist mir einiges klar geworden bei der Camera RAW Bearbeitung, werde es nächstesmal bedenken.

Mein Wunsch wäre an Dich :
nicht nur ich verwenden KEIN Photoshop sondern LIGHTROOM, daher wünsche ich mir auch Tutorials für LR.

recht herzlichen Dank gut Licht wünscht Dir und allen anderen Annette

Portrait von Hocki
  • 27.11.2014 - 13:09

War mein erstes Tutorial welches ich heruntergeladen habe.
Es hat mir sehr weitergeholfen den Einstieg in die .raw Bearbeitung zu finden.

Portrait von Sebbel330i
  • 06.08.2013 - 19:55

echt super Tutorial, bisher habe ich nur einfache Sachen gemacht in der RAW-Bearbeitung, hier konnte ich jetzt viel mitnehmen

Portrait von meandi
  • 18.04.2013 - 08:18

Prima - eine eventuelle "Übertriebenheit" (ohne negative Wertung) lässt oftmals der eigen Phantasie Spielraum.
Schlüssiges und verständliches Tutorial - Dankeschön :-)

Portrait von CrossSo
  • 10.04.2013 - 14:38

Vielen vielen Dank für dieses sehr eindrucksvolle Tutorial! Das ist zwar recht aufwändig, aber das Ergebnis ist natürlich ziemlich genial.... ein bisschen in Camera Raw rumschubsen scheint also nicht auszureichen :)

Portrait von znaxi
  • 27.03.2013 - 08:46

dein Beispiel ist stellenweise etwas übertrieben finde ich :D aber zur veranschaulichung ist gut. Dankeschön :)

Portrait von elsch
  • 26.03.2013 - 10:41

schönes Tutorial und gut erklärt. danke

Portrait von Pixel_junkie
  • 22.03.2013 - 10:34

Besten Dank.
Das hilft mir weiter.

Portrait von jochen_muc
  • 21.03.2013 - 15:26

Im Großen und ganzen interessant, aber eigentlich nur auf dieses eine Bild bezogen, daher nicht so hilfreich wie es hätte sein können

Portrait von NWo87
  • 13.02.2013 - 17:10

Vielen Dank für das Tutorial! Fehlt nur noch ein bisschen die Übung, aber prinzipiell auch für Anfänger geeignet!

Portrait von Eaquendija
  • 18.01.2013 - 19:07

Tolle Sache! Bin sehr begeistert von dem Ergebnis! :D

Portrait von Uba

Uba

  • 10.01.2013 - 21:49

Danke, wirklich umfangreich mit wunderschönem Ergebniss.

Portrait von Androidbeere
  • 24.12.2012 - 21:36

Danke, hilfreiches Tutorial. :)

Portrait von yveskubli
  • 23.12.2012 - 11:18

Danke, sehr tolle Sache!

Portrait von MaoMao
  • 20.12.2012 - 18:35

Kann ich gut gebrauchen, danke für die Arbeit.

Portrait von schokomueller
  • 19.12.2012 - 17:52

Leider ist das Tut sehr auf das Mitgelieferte Bild bezogen, nicht verallgemeinert.
Daher nicht für mich geeignet, da ich Allgemeines brauche ;)

Portrait von mikobi
  • 28.09.2012 - 10:41

Mal wieder was zum üben..............Danke

Portrait von Walther
  • 24.09.2012 - 16:57

Meine bisherige Vorgehensweise wurde bestätigt.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 24.09.2012 - 08:42

Sehr interessant und wirklich beeindruckend, was du mit diesem Bild gemacht hast.

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