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Tutorialbeschreibung

Vom RAW zum fertigen Bild - mein Workflow Teil 01: Hautunreinheiten und fliegende Haare schnell entfernen

Vom RAW zum fertigen Bild - mein Workflow Teil 01: Hautunreinheiten und fliegende Haare schnell entfernen

In diesem und den nachfolgenden Tutorials möchte ich auf meinen Workflow bei der Bearbeitung von Bildern eingehen und euch zeigen, wie ihr mit gezielten Kniffen evtl. ein wenig Zeit sparen könnt, ohne groß die Qualität des Resultates zu mindern.

Ich möchte nochmals betonen, dass es lediglich meine Art der Bearbeitung ist, die weder das Optimum noch perfektioniert ist.

Es soll lediglich als Hilfestellung dienen und wer weiß, vllt. kann der ein oder andere ja noch einen hilfreichen Schritt für seine Bearbeitung mitnehmen :).

Dies ist Teil 01 von 10.


Hautunreinheiten und fliegende Haare schnell entfernen

In diesem ersten Teil meiner Tutorial-Reihe soll es um die Ausbesserung von Hautunreinheiten und fliegenden Haaren, in einem kurzen Zeitraum, gehen.

Es geht hierbei ganz gezielt nicht um eine Beautyretusche, sondern um eine effektive Bearbeitung, die ein normaler Kunde auch bezahlen kann und will ;).

Vorweg, ich gehe hierbei nicht auf die Vorbereitung des Bildes in Lightroom ein, lediglich auf die Übergabe nach Photoshop. LR-Tutorials kommen evtl. in Zukunft mal, wenn Bedarf und Interesse besteht.


Schritt 1: Übergabe aus LR in Photoshop

Ich sehe immer wieder, dass selbst erfahrene Fotografen Potenzial ihrer Bilder verschenken, weil sie einfach nicht im RAW-Format ihrer Kamera fotografieren.

Natürlich kann man auch schon mit einem unbearbeiteten JPEG zufrieden sein; sollte es jedoch nicht das Ziel sein, das Optimum eines jeden Bildes freizusetzen?

Genau aus diesem Grund kann ich euch nur empfehlen, in RAW zu fotografieren. Ihr dürft euch dieses Format wie ein Negativ aus der analogen Fotograie vorstellen, deshalb wird es auch oft digitales Negativ genannt.

Der Vorteil dieses Formates liegt darin, dass alle von der Kamera erfassten Details wie Farbe, Helligkeit oder Dynamikumfang, gespeichert werden und durch gezielte Bearbeitung nahezu verlustfrei verändert werden können.

Dies setzt jedoch auch voraus, dass die Bilder bearbeitet werden müssen und unbehandelt natürlich noch recht unspektakulär wirken, da eben nicht die kamerainterne JPEG-Engine an dem Bild gearbeitet hat.

Grob gesagt: Es hat eigentlich nur Vorteile für euch, wenn man mal von dem Aufwand und der erhöhten Dateigröße absieht ;).

 
Nun gut, kommen wir wieder zu unserem Bild in LR zurück, das wir zuvor natürlich geöffnet und nach unseren Wünschen voroptimiert haben.

Mit einem Rechtsklick auf das geöffnete Bild, öffnet sich ein Kontextmenü mit einer Vielzahl an Optionen. Für uns jetzt interessant ist Bearbeiten in, welches wir nun anklicken.

Wieder öffnen sich mehrere Optionen. Wir könnten jetzt ganz einfach die oberste Option In Adobe Photoshop bearbeiten wählen, ich jedoch bevorzuge es, das Bild mit In Photoshop als Smart Objekt öffnen zu öffnen.

Die Erklärung dazu folgt sogleich.

Bilder



 

Schritt 2

Ich öffne das Bild in Photoshop als Smart Objekt aus folgendem Grund: Ich bin weiterhin in der Lage, das Bild mit einem RAW-Konverter zu bearbeiten und kann Filter, die ich auf das Smartobjekt angewendet habe, jederzeit bearbeiten.

Somit halte ich mir einfach noch mehr Optionen offen, da ich oft mit Farbveränderungen in RAW arbeite, die ich dann einfach ausmaskiere.


Hautunreinheiten bearbeiten

Sagen wir, ich bin mit dem Bild bisher zufrieden und möchte erst einmal nichts weiter daran ändern, dann folgt jetzt das Entfernen von störenden Hautunreinheiten.

Das hat absolut nichts mit einem gestörten Verhältnis von Perfektionismus, wie sie die Werbung uns vorlebt, zu tun, sondern dient einfach der Aufwertung der Aufnahme, des Bildes.

Denn wir alle kennen das doch: Wir haben ein wichtiges Date und am Tag zuvor ist uns ein Riesenscheusal im Gesicht gewachsen oder unsere Haut ist spröde, weil das nun einmal in der Winterzeit so ist, oder, oder, oder.

Natürlich können wir nicht immer mit einer Visagistin zusammenarbeiten, weil der Kunde das evtl. nicht bezahlen möchte, oder aus welchem Grund auch immer. Jedoch sollte gesagt sein, dass es nicht das Ziel ist, alles später in Photoshop zu ändern, sondern die Aufnahme schon bestmögliches Ausgangsmaterial darstellen sollte.

Aber genug dazu, widmen wir uns wieder unserer heiß geliebten Bearbeitung ;).


 

Schritt 3: Der Reparatur-Pinsel

Wir erstellen eine komplett neue Ebene über der Hintergrundebene. Eine neue Ebene und nicht einfach eine duplizierte deshalb, weil wir so richtig viel Dokumentengröße einsparen können und wir auch ohnehin mit dem Reparatur-Pinsel arbeiten können.

Bilder



 
Dafür sind nur ein paar wenige Einstellungen an unserem Werkzeug nötig, auf die ich hier ganz kurz eingehen möchte.

Bilder



Wir wählen den Reparatur-Pinsel über die Werkzeugleiste oder mit J aus und schauen uns einmal in der oberen Leiste die Einstellmöglichkeiten an.

Den Modus belassen wir bei Normal, ebenso wie die Quelle bei Aufgen.

Für uns jetzt erst mal nur wichtig ist Aufnehm., wo wir nicht Aktuelle Ebene und auch nicht Alle Ebenen, sondern Akt. u. darunter auswählen.

Bilder



 

Schritt 4

Ich möchte darauf jetzt nicht im Detail eingehen, da ich hierfür noch ein separates Tutorial erstellen werde, welches die Unterschiede vom Bereichsreparatur-Pinsel, dem Reparatur-Pinsel und dem Ausbessern-Werkzeug erläutern wird.

Nur soviel sei gesagt: Mit der aktuellen Einstellung ist es uns möglich, alle bisher erstellten Daten, die sich unter dieser noch leeren Ebene befinden, auf dieser zu verändern. Und das ganz ohne die Urdaten auch nur irgendwie zu berühren, was ganz hilfreich sein kann, wenn man mal mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist ;).

Mit einem Rechtsklick öffnet ihr ein Kontextmenü, in dem ihr Parameter wie Größe oder Härte des Pinsels ändern könnt. Ich empfehle euch, die Härte auf 0 zu setzen, da so bessere Übergänge entstehen.

Übrigens könnt ihr die Größe und Härte auch einstellen, ohne dass ihr jedes Mal rechts klickt. Haltet einfach die Alt-Taste gedrückt und bewegt eure Maus nach links und rechts, um die Größe zu ändern, und nach oben und unten, um die Härte anzupassen. Das sollte euren Workflow um einiges beschleunigen.

Mit gedrückter Alt-Taste wählt ihr die Quellpixel aus, also jene Pixel, mit denen ihr Hautunreinheiten ersetzen wollt. Hierbei hat sich bei mir eine kleine Pinselspitze bewährt, mit der ich kurze kreisende Bewegungen um das Ziel mache.

Vielleicht noch erwähnenswert: Bislang retuschiere ich mit einer Maus, weil ich simpel gesagt zu faul bin, jedes Mal mein A4-Grafiktablet auszupacken und wieder wegzupacken (Platzprobleme). Für die meisten wird ein Tablet wohl aber sinnvoller und angenehmer sein, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, ich bin jedoch schon das Zeichnen mit der Maus gewohnt und kann daher sagen, dass ich auch so gut klarkomme ;).

 
Um euch zu zeigen, welche Stellen mich an dem Bild stören, habe ich hier mal farbige Markierungen rund um die Stellen angebracht, die ich jetzt entfernen möchte. Dazu sollte noch gesagt sein, dass das Model diese Bearbeitung nicht wirklich nötig hat. Sie hat ohnehin schon eine tolle Haut, wir wollen jedoch das tolle Ausgangsmaterial noch optimieren.

Hierbei arbeite ich immer in etwa bei einer 50%-Ansicht, um einen besseren Überblick zu haben. Lediglich bei Feinarbeiten zoome ich in die 100%-Ansicht, dies ist meiner Meinung nach auch ganz wichtig, damit man sich nicht stundenlang mit den kleinen Details aufhält, die im Endeffekt eh niemand sieht.

Bilder



 

Schritt 5

Hier zeige ich euch, wie es bei mir, nach der Reparatur-Pinsel-Behandlung aussieht.

Bilder



Evtl. müsst ihr das Bild etwas größer machen, um die genauen Unterschiede sehen zu können. Das Hautbild wurde dezent verbessert und die ersten fliegenden Haare wurden beseitigt. Das Ganze hat bei mir nicht mal zehn Minuten in Anspruch genommen und optimiert das Bild jetzt schon immens, zumindest nach meinem Geschmack ;).

Um die Farbanpassungen kümmern wir uns erst im späteren Verlauf, das soll uns jetzt nicht weiter interessieren.

 
Wie ihr evtl. schon gemerkt habt, hat der Reparatur-Pinsel an einigen Stellen des Bildes ein paar Probleme. Nämlich da, wo harte Kontrastkanten existieren, wie z.B am Lippenrand oder der Mütze. Wenn wir dort einfach mit einer normalen Quelle drüberpinseln, dann entstehen matschige Stellen, die natürlich unschön aussehen. Aber auch hierfür gibt es einen Trick, den wahrscheinlich die wenigsten kennen. Denn meist wird für diese Bereiche der Kopierstempel verwendet, was aber nicht unbedingt notwendig ist.

Bilder



Wichtig bei Kontrastkanten ist nämlich, dass ihr die Quelle aus einer ähnlichen Kontrastkante wählt, bei der jedoch die umliegenden Pixel so sind, wie ihr euch die zukünftige Fläche wünscht.

In unserem Fall nehmen wir als Quelle den grün markierten Bereich, weil die angrenzenden Pixel frei von Haaren sind, was wir ja wollen.

Dann ziehen wir diese Auswahl so nah wie möglich an unseren Bereich der fliegenden Haare und pinseln drüber in Richtung rechts, und wie von Zauberhand verschwinden unsere fliegenden Haare.

Dies lässt sich auf jegliche Bereiche übertragen, natürlich kommt auch der Reparatur-Pinsel irgendwann an seine Grenzen, dann hilft in der Tat nur noch der Kopierstempel ;).

Mit diesem Wissen entfernen wir nun alle uns störenden Hautunreinheiten und fliegenden Haare. Da wir auf einer extra Ebene arbeiten, können wir jederzeit unsere Arbeit mit dem Radiergummi oder einer Ebenenmaske ausblenden.

Je nachdem, wie viel Zeit man aufwenden will, ist das ein noch recht schneller Weg, störende Elemente aus einem Bild zu verbannen.

Ich hoffe, euch hat der erste Teil der Tutorial-Reihe gefallen und ihr konntet noch etwas für euch mitnehmen. Ich würde mich sehr über Fragen, Kritik oder das Teilen der Seite freuen. :-)


Kommentare
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Portrait von limbus
  • 09.11.2014 - 17:48

Danke für das hilfreiche Tutorial.

Portrait von pasaja14
  • 06.10.2014 - 20:19

Ein sehr gut verfasstes Tutorial. Habe es gleich mal ausprobiert. Einige Übung braucht es schon. Besonders die Vorauswahl darf ich bei mehreren unterschiedlichen Stellen nicht vergessen.

Danke schön.

Portrait von weyer
  • 24.09.2014 - 14:35

Danke für Ihre Veröffentlichung Ihres Tutorial

Portrait von hs1

hs1

  • 24.09.2014 - 12:29

endlich eine Beschreibung, die man sofort nachvollziehen kann.

Portrait von IVIarc
  • 22.09.2014 - 14:42

Danke, Gut für Anfänger!

Portrait von Turst
  • 11.09.2014 - 19:50

Danke sehr gut erklärt







Portrait von oelli
  • 11.09.2014 - 01:49

bedankt!werd ich mir ansehen....

Portrait von hs1

hs1

  • 10.09.2014 - 12:24

Endlich eine Erklärung Schritt für Schritt. Bin auf die nächsten Teile gespannt.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 05.09.2014 - 17:25

Vielen Dank! Sehr hilfreich!

Portrait von Kundentest
  • 02.09.2014 - 19:17

Herzlichen Dank für das Tutorial.

Portrait von UClausnitzer
  • 02.09.2014 - 18:42

Großen Dank, ganz klasse erklärt und man kann sich jeden Schritt noch einmal genau anschauen.
Freue mich ebenfalls auf den oder die nächsten Teile........Daumen voll nach oben!!

Portrait von ThomasUpo
  • 02.09.2014 - 16:00

Schön geschrieben, Daumen hoch. Danke

Portrait von practicant
  • 01.09.2014 - 17:57

Danke für das Tutorial. Habe bisher solche Aufgaben mit dem Kopierstempel erledigt. Der bekommt jetzt mehr Freizeit. ;-)

Portrait von InstantSB
  • 01.09.2014 - 12:37

Danke, hat mir sehr weitergeholfen!

Portrait von lalelu44
  • 01.09.2014 - 11:45

Danke für den ersten Teil, bin schon auf die weiteren Teile gespannt!

Portrait von SigridBW
  • 01.09.2014 - 10:44

Hallo

Hinweis für alle, die die richtige Arbeitsdatei vermisst haben :

Ist schon ausgetauscht, wir haben die raw-Datei bekommen !
Super, und natürlich freu ich mich jetzt erst recht auf die weiteren Folgen.

Portrait von Domingo
  • 01.09.2014 - 00:30

Da sind jede Menge brauchbare Tipps drin. Danke dafür.

Portrait von supadejay
  • 01.09.2014 - 00:14

wieder etwas gelernt, vielen Dank

Portrait von chicks91
  • 31.08.2014 - 23:30

Sauber erklärt - sehr schön

Portrait von figge
  • 31.08.2014 - 22:20

Danke für das interessante Tutorial.

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