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Tutorialbeschreibung

Vom RAW zum fertigen Bild - mein Workflow Teil 02: Augen hervorheben und Zähne weißen

Vom RAW zum fertigen Bild - mein Workflow Teil 02: Augen hervorheben und Zähne weißen

In diesem und den nachfolgenden Tutorials möchte ich auf meinen Workflow bei der Bearbeitung von Bildern eingehen und euch zeigen, wie ihr mit gezielten Kniffen evtl. ein wenig Zeit sparen könnt, ohne groß die Qualität des Resultates zu mindern.

Ich möchte nochmals betonen, dass es lediglich meine Art der Bearbeitung ist, die weder das Optimum noch perfektioniert ist.

Es soll lediglich als Hilfestellung dienen und wer weiß, vllt. kann der ein oder andere ja noch einen hilfreichen Schritt für seine Bearbeitung mitnehmen :).

Dies ist Teil 02 von 10.

Wir beschäftigen uns dieses Mal mit dem Hervorheben der Augen und dem Weißen der Zähne.


Augen hervorheben und Zähne weißen

Zugegeben, der letzte Teil war etwas länger als erwartet, aber ich wollte es dann doch lieber etwas umfangreicher erklären, als dass es später zu viele Fragen diesbezüglich gibt.

In diesem zweiten Teil der Tutorial-Reihe vom „Raw zum fertigen Bild - mein Workflow“ dreht sich alles um das Hervorheben von Augen mittels verschiedener Techniken und das Weißen von Zähnen.

Die Teile der Reihe bauen aufeinander auf, ihr solltet somit also den vorherigen Teil gelesen haben, wenn euch etwas unklar ist :).


Schritt 1 - Bringt die Augen zum Leuchten, macht sie lebendig.

Als Erstes kümmern wir uns um die Augen, da diese das Aushängeschild eines jeden von uns sind. Man sagt auch, durch sie gelingt uns ein Blick in das Innere, in die Seele.

Na ja gut, ganz so mystisch soll es dann bei der Bearbeitung diesmal nicht zugehen ;). Es sei denn, ihr wollt euch in einem Fantasy-Look probieren, dann darf man vor allem bei den Augen gerne etwas übertreiben.

Wir wollen jedoch die Augen nur etwas hervorbringen, ohne sie gleich zu unecht wirken zu lassen. Auch hierbei gibt es natürlich nicht den einen einzig wahren Weg, viele Wege führen zum Ziel.

Welche Technik ihr letztendlich benutzt, hängt ganz von euren Vorlieben der Bearbeitung ab. Seien wir mal ehrlich, entscheidend ist das Ergebnis und nicht der Weg dahin.

Wir werden uns in den nachfolgenden Zeilen mit insgesamt drei verschiedenen Techniken beschäftigen, mit denen man die Augen besonders hervorheben kann.

Fangen wir doch mit dem offensichtlichsten Werkzeug an, nämlich dem Abwedler-Werkzeug, welches in seiner Funktion schon in der analogen Fotografie verwendet wurde.


 

Schritt 2 - Methode 1 - Das „Abwedler-Werkzeug“

Das besagte Werkzeug befindet sich auf der linken Seite des Bildschirmes, im zweiten Segment der Werkzeugleiste ganz unten, wenn ihr die Ansicht natürlich nicht in den Voreinstellungen geändert habt. Mit Strg+O kommt ihr ebenfalls auf das Abwedler-Werkzeug.

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Bei diesem Werkzeug ist es so, dass wir leider nicht einfach eine leere Ebene erstellen können, auf der wir dann arbeiten. Hier müssen wir unsere bereits vorhandenen Ebenen auf eine zusammenfassen, das machen wir mit der Tastenkombination Strg+Shift+Alt+E.

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Auf dieser Ebene können wir nun anfangen zu arbeiten. Wir gucken einmal nach oben in die Leiste, wo wir Dinge einstellen können wie Bereich, Belichtung usw. Jetzt interessiert uns nur Bereich. Hier lässt sich einstellen, ob wir unsere Aufhellung in den Tiefen, Mitteltönen oder Lichtern haben wollen. Das kann sehr nützlich sein, wenn man z.B. nur vorhandene Lichtreflexe verstärken möchte oder aber, wie in unserem Fall, nur die Tiefen aufhellen möchte, weil diese einfach zu sehr absaufen. Hierbei nehmen wir eine geringe Belichtung von 10%, ihr werdet sehen, dass das schon eine recht starke Aufhellung hervorbringt.


Schritt 3 - Weniger ist mehr

Ein Grundsatz bei der Bearbeitung der Augen ist definitiv, dass weniger oft mehr ist. Man sollte es nicht übertreiben, denn sonst wirkt das Gesicht einfach zu künstlich, wenn die Augen schon so krass hervorstechen. Darum gehen wir nur einmal über die Bereiche für eine leichte Aufhellung. Als Nächstes helle ich, im Bereich der Mitteltöne, noch etwas die helleren Bereiche unterhalb der Pupille auf. Das hebt das Auge noch etwas hervor.

Im letzten Schritt gehe ich mit dem Abwedler-Werkzeug noch einmal schmal um die Iris, um das Augenweiß etwas aufzuhellen und somit das Auge für den Betrachter optisch zu weiten. Das war‘s dann auch schon, für meinen Geschmack reicht das in diesem Falle vollkommen aus. Hier seht ihr noch mal die einzelnen Schritte.

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Schritt 4 - Methode 2 - Dodge&Burn über eine 50%-Grau-Ebene

Hierfür legen wir uns eine leere Ebene an, die wir entweder über Bearbeiten>Fläche füllen oder mit dem Tastenkürzel Umschalt+F5 mit einem 50%-Grau füllen.

Wir haben nun eine Fläche komplett in Grau vor uns. So wie es jetzt aussieht, ist es natürlich noch nicht richtig. Wir müssen nun noch den Ebenenmodus von Normal auf Weiches Licht ändern. Und schon sehen wir wieder unser normales Bild.

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Schritt 5

Jetzt fragt ihr euch vielleicht, was das nun sollte, da ihr ja keine Veränderung seht, berechtigterweise.

Sinn des Ganzen ist es nun, mit Schwarz oder Weiß auf dieser Ebene zu malen, mit welcher Intensität oder Pinselspitze, spielt erst mal keine Rolle.

Bei dem Ebenenmodus Weiches Licht werden alle Bereiche, die heller als 50% Grau sind, aufgehellt bzw. im Gegenzug wird alles, was dunkler als 50% Grau ist, abgedunkelt.

 
Im Prinzip machen wir hier nix anderes als das, was der Abwedler und Nachbelichter tun. Nur, dass wir das manuell übernehmen und durch Deckkraft etc. eine bessere Kontrolle über das Ergebnis haben. Zumindest meiner Ansicht nach. Was ihr letztlich präferiert, bleibt euch überlassen ;).

Auch hier empfehle ich wieder, bei den Pinseleinstellungen lieber mit geringeren Werten zu arbeiten; ihr habt einfach eine bessere Kontrolle.

Ich benutze bei den Augen meist einen Wert von 3-5% Deckkraft und 100% Fluss bzw. 100% Deckkraft und 1% Fluss. Was es mit der Deckkraft und dem Fluss genau auf sich hat und was die Unterschiede sind, welche übrigens nur selten gewusst werden, erkläre ich genauer in dem Punkt, wenn es um Dodge&Burn geht.

Begeben wir uns also weiter zur nächsten Technik.

Bilder



 

Schritt 6 - Methode 3 - Die Gradationskurve

Ich gehe in diesem Abschnitt absichtlich nicht auf alle Funktionen der Gradationskurve ein, da ich ihr einen komplett eigenen Teil im späteren Verlauf der Tutorial-Reihe gewidmet habe.

Die Gradationskurve ist wohl eines der mächtigsten Werkzeuge, die Photoshop zu bieten hat.

Aufrufbar über Bild>Korrekturen>Gradationskurven, Strg+M (wobei das hier keine Einstellungsebene ist) ...

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... oder über die Menüs auf der rechten Seite.

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Schritt 7

Wir rufen die Gradationskurve auf und ziehen die Linie in der Mitte etwas nach oben, um das Bild gesamtheitlich aufzuhellen.

Dass jetzt alles heller ist, stört uns nicht, weil wir das mittels einer Maske später nur auf die Augen beschränken werden.

Optional könnt ihr natürlich noch weitere Punkte erstellen und so z.B den Kontrast etwas steigern.

Probiert einfach mal aus, was passiert, wenn ihr die Linie ein wenig modifiziert. Wie gesagt, ich werde darauf in einem anderen Kapitel genaustens eingehen.

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Schritt 8

Da wir die Aufhellung natürlich nur auf den Augen haben wollen, kehren wir die Auswahl mit Strg+I um.

Nun malen wir uns mit weißer Vordergrundfarbe die Aufhellung zurück. Bei Bedarf kann der Effekt mit Schwarz auch wieder zurückgenommen werden, bzw. mit Verringerung der Ebenen-Deckkraft.

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Schritt 9 - Zähne weißen

Im letzten Part dieses Kapitels geht es darum, wie wir verfärbte Zähne schön weiß bekommen, ohne einen großen Aufwand zu haben.

Das geht viel einfacher, als man vielleicht denkt. Denn im Grunde sind die Verfärbungen ja nur unliebsame Farben in den Zähnen, die wir ganz einfach rausfiltern können.

Gehen wir in die Einstellungsebenen bzw. wahlweise auch in die Korrekturen, die sich auf der rechten Seite, unterhalb bzw. oberhalb der Ebenenpalette befinden.

Quasi da, wo wir auch die Gradationskurven ausgewählt haben.

Jetzt jedoch wählen wir Farbton/Sättigung.

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Schritt 10

Nun nehmen wir die Sättigung aus dem Bild etwas raus, bis die Verfärbung aus den Zähnen verschwunden ist, und heben dann noch die Helligkeit etwas an.

Bilder



Mit Strg+I kehren wir die ganze Sache wieder um, damit der Effekt nicht mehr zu sehen ist.

Nun zeichnen wir uns den Effekt mit Weiß als Vordergrundfarbe zurück auf die Zähne, am besten nicht mit voller Deckkraft.

 
Fertig ist unser strahlendes Lächeln.

Sollte der Effekt zu stark sein, kann man natürlich jederzeit entweder die Deckkraft der Ebene oder die Parameter der Einstellungen zurücknehmen.

Das ist der Vorteil einer non-destruktiven Bearbeitungstechnik.

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Wenn ihr Fragen habt, zögert nicht, diese zu stellen, ich versuche sie, mir bestmöglich, zu beantworten :). Gerne auch über meine Facebook-Fanpage, da ich da fast immer sofort darauf reagieren kann.


Kommentare
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Portrait von pasaja14
  • 07.10.2014 - 20:15

Das Tutorial hat mir sehr gut gefallen. Beim Probieren kam ich mit den Methoden 2 und 3 nicht so gut klar. Liegt da sicher an der fehlenden Übung.

Danke schön.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 29.09.2014 - 19:41

Vielen Dank! Sehr lehrreich.

Portrait von Frank31
  • 28.09.2014 - 21:50

Danke für die großartige Anleitung!

Portrait von berndschwartz
  • 24.09.2014 - 21:15

Klar und deutlich beschrieben, ohne jeden Schnickschnack, vielen Dank

Portrait von KGFotoarbeiten
Portrait von Domingo
  • 24.09.2014 - 16:20

Eine klasse Anleitung aus der Raw-Reihe.

Portrait von christoffers
  • 24.09.2014 - 14:27

Dankeschön für die beschriebenen Möglichkeiten :)

Portrait von rocking_sid
  • 24.09.2014 - 13:38

Vielen Dank für das sehr interessante Tutorial!

Portrait von kimba121
  • 24.09.2014 - 12:35

Muss zugeben, ich hab mit RAW noch nie was gemacht, aber ich kann dieses mitgelieferte Foto in PS schon mal gar nicht öffnen. Was nun?

Portrait von reckordzeitstudio
  • 24.09.2014 - 17:04

Wenn du Photoshop hast, schau mal ob du ACR aktualisieren kannst.
Ansonsten kannst die Datei auch mit einem DNG-Konverter in ein DNG umwandeln, das Format kann so gut wie jedes entsprechende Programm öffnen.

So einen Konverter bekommst du zB bei Chip.de
http://www.chip.de/downloads/Adobe-DNG-Converter_39060135.html

Portrait von hs1
hs1
  • 24.09.2014 - 12:26

kurz und knackig - wunderbar!

Portrait von maxxie
  • 24.09.2014 - 12:16

Wieder eine sehr brauchbare und klar geschriebene Anleitung. Dafür ein Dankeschön!

Portrait von SigridBW
  • 24.09.2014 - 12:05

was mich jetzt etwas verwundert ist daß als Arbeitsmaterial die gleiche Rawdatei wie beim ersten Tutorial als Arbeitsmaterial angeboten wird.

Portrait von pallasathena
  • 24.09.2014 - 12:05

danke war gut als Erinnerung!

Portrait von mmaatthhiiss
  • 24.09.2014 - 11:54

Danke für das Informative Tutorial.

Portrait von Caesarion2004
  • 24.09.2014 - 11:49

Danke für das Texttutorial - bin auf weitere Teile gespannt.

Portrait von MicroSmurf
  • 24.09.2014 - 11:42

Mir stellt sich die Frage, was das mit RAW-Bearbeitung zu tun hat, wenn Du diese Bearbeitungen in Photoshop machst mit Ebenen und Dodge & Burn und so einen Nonsens. Du hast doch RAW-Dateien, mach doch diese Anpassungen in Lightroom oder Bridge. Das ist genauso nondestruktiv, sicherlich noch schneller erledigt und Du kannst sogar später das Bild in verschiedenen Größen exportieren ohne alle Schritte wiederholen zu müssen.

Portrait von kirtona
  • 24.09.2014 - 11:38

Danke für das Tutorial. Habe es gleich ausprobiert.

Portrait von Edwalder
  • 24.09.2014 - 11:36

Danke für ein weiteres informatives Tutorial welches ich gerade gut gebrauchen kann. Ich hatte mich bisher nur auf das Fotografieren festgelegt und möchte mich im Laufe der Zeit mehr auch auf die Bildbearbeitung konzentrieren. Diese ist aus Zeitgründen leider immer zu kurz gekommen. Auf jeden Fall freue ich mich darauf die Themen auszuprobieren, zu verbessern was schon da ist und weiteres zu ergänzen. Ich freue mich schon auf das nächste TUT.
Gruß
Der Edwalder

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