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Tutorialbeschreibung

Smart-Objekte und Smartfilter - Teil 2

Smart-Objekte und Smartfilter - Teil 2

Smart-Objekte und Smartfilter sind wesentliche Merkmale der nondestruktiven Bildbearbeitung in Photoshop. In diesem zweiteiligen Tutorial werden einige Funktionen und Techniken von Smart-Objekten und Smartfiltern exemplarisch vorgestellt.

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Im ersten Teil geht es um folgende Themen:
  • Allgemeine Funktionsweise am Beispiel einer Vignette
  • Korrekturbeispiel mit Smartfilter
  • Retuschebeispiel mit Smartfilter
  • Texte als Smart-Objekt für Filter zugänglich machen und editierbar bewahren

Im zweiten Teil geht es um folgende Themen:
  • Filmstreifenzaubereien: Austausch von Bildinhalten trotz Transformationen
  • Smart-Objekte in Interaktion mit anderen Programmen und Plug-ins
  • Stapelmodi für Smartfilter


Filmstreifenzaubereien: Austausch von Bildinhalten trotz Transformationen

Ein Beispiel, das die non-destruktive Macht und Schnelligkeit von Smart-Objekten zeigt: Filmstreifenzaubereien. Ich habe einen Filmstreifen erstellt, in dem Fotos platziert werden sollen. Der Filmstreifen soll auch noch gespiegelt werden. Der erste Schritt besteht darin, dass ich meine Vorlage zu einem Smart-Objekt zusammenfasse. Dazu markiere ich alle zugehörigen Ebenen und konvertiere diese in ein Smart-Objekt.

Bilder



 
Ich dupliziere das Smart-Objekt und wähle Strg+T zum Transformieren. An dem oberen Seitenpunkt fasse ich an und ziehe die Filmstreifenvorlage nach unten, sodass sich eine Spiegelung ergibt.

Ich verringere die Deckkraft der duplizierten Smart-Objekt-Ebene auf 40 Prozent.
Ich füge eine Ebenenmaske hinzu und wähle das Verlaufswerkzeug mit schwarz-weißer Farbe an. Nun maskiere ich den unteren Bereich, damit sich ein weicher Übergang in der Spiegelung ergibt.

Bilder



 
Ich wähle meine Smart-Objekt-Ebene an mit Klick rechte Maustaste>Inhalt bearbeiten (bzw. mit Doppelklick). Es öffnet sich die PSB-Datei. Das ist das besagte Große Dateiformat von Photoshop, welches mir die Bearbeitung der Smart-Objekte im Original ermöglicht. Alle Änderungen wirken sich nach dem Speichern auf die PSD-Datei sofort aus. Ich wähle im Menü Datei>Platzieren und füge mein erstes Bild ein. Bilder und Vektorgrafiken, die ich in Photoshop platziere, werden grundsätzlich als Smart-Objekt angelegt. Das Foto platziere ich über dem ersten Platzhalter.

Bilder



 
Nun erstelle ich eine neue Gruppe, in die ich dieses Bild verschiebe. Die Gruppe erhält den Ebenenmodus Multiplizieren. Da meine Platzhalter weiß waren und der Hintergrund schwarz, wird genau innerhalb des Platzhalters mein Bild gezeigt, weil das Weiß vollkommen mit den dunkleren Farben multipliziert wird. Der schwarze Hintergrund bleibt gleich, weil eine Multiplizierung von Schwarz und dem farbigen Foto weiterhin Schwarz bewirkt. So behalte ich die Rundung an den Ecken.

Im nächsten Schritt kann ich die nächsten Fotos platzieren und an die entsprechende Stelle des Platzhalters verschieben. Die Anzeige ist dank der Gruppen-Füllmethode sofort richtig.

Bilder



 
Um die Bilderplatzierungen zu bestätigen, wähle ich im Menü Datei>Speichern bzw. Strg+S.

In der PSD-Datei sind die Bilder nun platziert. Das Beste daran: Die Bildspiegelungen sind ebenso vorhanden.

Bilder



 
Hintergrund: Alle Effekte und Transformationen von Smart-Objekten wirken sich immer vom Original aus. Und da das Smart-Objekt dupliziert und transformiert wurde, greift diese nun auch auf die PSB-Datei zu und zieht sich die Bilder in die Spiegelung. Das Duplikat bildet eine weitere Instanz des ersten Smart-Objekts. Beide sind also miteinander verknüpft. Mit Strg+T und Klick rechte Maustaste kann ich verschiedene Transformationseinstellungen auswählen und meinen Filmstreifen mit beiden ausgewählten Ebenen transformieren.

Bilder



 
Jetzt möchte ich doch ein anderes Bild in meinem Filmstreifen aufnehmen, der aber schon transformiert wurde. Also gehe ich wieder auf Inhalt bearbeiten und tausche das Bild.

Bilder



 
Der Bildertausch erfolgt unter Berücksichtigung aller Transformationen und Effekte.

Bilder



Wenn ich meinen Filmstreifen erneut transformiere, erfolgt dies immer unter Neuberechnung vom Original in der PSB-Datei aus. Damit kann ich mein Bild auch nach 20 Transformationen ohne Berechnungsverluste verändern. Das ist wirklich toll, weil die Bilder immer von der Originalqualität her angezeigt werden. Wer jetzt auch noch eine Schwingung in den Filmstreifen bringen möchte, kann diesen einfach verkrümmen und die Bilder verkrümmen sich mit. (Bei wem das Verkrümmen nicht funktionieren sollten, für denjenigen habe ich einen guten Tipp weiter unten).

Diese Technik bietet sich gerade bei Designprodukten an, die regelmäßig aktualisiert/verändert werden. Fertig ist mein Fotofilmstreifen, den ich auf einfache Weise verändern kann.


 

Smart-Objekte in Interaktion mit anderen Programmen und Plug-ins

Im Abschnitt zu den Voreinstellungen habe ich bereits kurz gezeigt, dass sich JPG-Dateien sehr leicht über Adobe Bridge in Camera Raw öffnen und bearbeiten lassen.
In diesem Beispielbild fehlt mir etwas Kontrast. Ich verschiebe den Schwarzregler auf ca. 25.

Bilder



 
Jetzt kann ich statt „Bild speichern“ „Objekt öffnen“ wählen. Die von mir getroffenen Einstellungen in Camera Raw in meiner JPG-Datei werden als Smart-Objekt-Original hinterlegt. Die Datei wird als Smart-Objekt in Photoshop geöffnet. Ich kann jetzt beispielsweise die Maße ändern und andere Bildbearbeitungen vornehmen.

Bilder



 
Möchte ich jetzt wieder zurück in Camera Raw und das Bild bearbeiten, drücke ich einfach doppelt auf die Smart-Objekt-Miniatur. Es öffnet sich wieder Camera Raw und ich kann weitere Einstellungen vornehmen, zum Beispiel passe ich die Tiefen und Lichter in der Gradationskurve mit einer leichten S-Kurve an. Wie zu sehen ist, wird in Camera Raw das Bild in den Originalpixelmaßen angezeigt, obwohl es einen Schritt zuvor mit dem Freistellungswerkzeug in der Größe verändert wurde. Mit OK wird das Bild in Photoshop dann wieder in der mit dem Freistellungswerkzeug bearbeiteten Größe angezeigt und alle soeben vollzogenen Bildänderungen berücksichtigt.

Bilder



 
Smart-Objekte sind also in der Lage, sich mit weiteren Programmen und Plug-ins interaktiv zu vernetzen und den Workflow wesentlich zu beschleunigen.

Ein weiteres Beispiel für die programmübergreifende Verknüpfung von Bildern als Smart-Objekte:
In diesem Flyer möchte ich noch ein Cocktailglas integrieren, um die gewünschte Partyklientel stärker zu akzentuieren.

Bilder



 
Das Cocktailglas platziere ich über Menü>Datei. Wie auch bei Bildern werden Vektorgrafiken grundsätzlich als Smart-Objekt in Photoshop platziert. Die Datei hat das Vektorformat von Adobe Illustrator .ai.

Bilder



 
Das Platzieren klappt übrigens genauso gut über Drag&Drop von Adobe Illustrator zu Adobe Photoshop. Wenn ich Vektorgrafiken nicht als Smart-Objekt in das Dokument einfügen möchte, kann ich es auch über Strg+C in Adobe Illustrator und Strg+V in Photoshop einfügen. Dann kommt eine Abfrage, ob es als Pixel, Pfad, Form oder Smart-Objekt eingefügt werden soll. Ich möchte nicht nur ein Glas haben, sondern noch ein zweites. Daher dupliziere ich die Smart-Objekt-Ebene mit Strg+J und positioniere das zweite daneben.

Bilder



 
Nun entschließe ich mich dazu, dass die Gläser doch eine andere Farbe haben sollen. Ich klicke daraufhin doppelt auf die Smart-Objekt-Miniatur des ersten Glases und die Originaldatei öffnet sich in Adobe Illustrator. In der AI-Datei in Adobe Illustrator ändere ich die Farbverläufe im Glas und bestätige meine Änderungen mit Speichern.

Bilder



 
In meinem Photoshopdokument war das Dokument die gesamte Zeit mit dem Originalbild bzw. dem Quellbild verknüpft. Der neue Farbverlauf ist deswegen sofort aktualisiert worden.Allerdings kommt es zu keiner Änderung des Originalbildes, auch wenn ich am Ende der Bearbeitung Speichern klicke. Das Originalbild bleibt in seinem Ursprung bestehen. Rufe ich das Originalbild das nächste Mal in Adobe Illustrator auf, ist es wieder orangefarben. Die Änderungen haben sich ausschließlich in den temporären Dateien abgespielt.

Bilder



 
Zu bemerken ist, dass auch das zweite Glas – wie zu erwarten nach dem Filmstreifenbeispiel – die Farbe geändert hat. Das liegt daran, dass Duplikate als weitere Instanzen des Smart-Objekts definiert sind und alle Effekte und Änderungen auch auf das Duplikat wirken.

Möchte ich allerdings nicht, dass weitere Kopien von Smart-Objekten als Instanzen definiert sind und sich Effekte im Original auf alle Duplikate auswirken, kann ich statt Duplizieren mit Strg+J über das Menü Ebene>Smart-Objekt>Neues Smart-Objekt durch Kopie gehen und das Smart-Objekt duplizieren.

Bilder



 
Nun wird das Duplikat nicht als Instanz definiert, sondern als selbstständiges Smart-Objekt. Änderungen im ersten Smart-Objekt-Original wirken sich somit nicht auf die Kopie aus.

Bilder



 
Beim Transformieren der Vektordatei in Photoshop fällt auf, dass die Funktion Verkrümmen leider nicht funktioniert.

Bilder



 
Tipp: Das bestehende Smart-Objekt wird einfach noch einmal in ein Smart-Objekt konvertiert, d. h. verschachtelt. Jetzt klappt auch das Verkrümmen!

Bilder



 
Wenn ich nun Änderungen in Adobe Illustrator losgelöst von meinem Smart-Objekt vornehme und anschließend in Photoshop schaue, was passiert ist, sehe ich, dass die Änderungen nicht übernommen wurden. Das ist eine Art Bestandsschutz, sodass nur Änderungen aktualisiert werden, die auch über die Smart-Objekt-Bearbeitung im Original aufgerufen wurden. Mit Klick rechte Maustaste>Inhalt ersetzen kann ich – ähnlich wie in Adobe InDesign mit Verknüpfung aktualisieren – die neue Fassung in das Dokument bringen. Die in Photoshop durchgeführten Transformationen und Effekte bleiben berücksichtigt. Das ist etwa dann sehr wichtig, wenn sich im Corporate Design das Logo ändert oder andere Farbwerte vorgegeben sind. So lassen sich schnell alle Dateien auf das neue Design anpassen. Übrigens: Smart-Objekte kann ich auch aus Photoshop in Dreamweaver öffnen und so Änderungen am Design jederzeit einfach aktualisieren lassen.


Stapelmodi für Smartfilter


Seit Photoshop CS3 gibt es die Stapelmodi für Smart-Objekte – allerdings nur in der Extended Version. Einen Stapelmodus möchte ich exemplarisch in diesem Tutorial erklären.

Das sogenannte Stacking, also das Stapeln von Bildern kann bei Bilderserien bzw. motivgleichen Aufnahmen angewendet werden. Abzugrenzen sind die Stapelmodi von den Ebenenmodi durch die Verrechnung der Ebenen. Während die Füllmethoden eine Ebene mit der darunterliegender Ebenen verrechnen, kommt es beim Stapelmodus zu einer Verrechnung aller bestehenden Ebenen im Smart-Objekt.

So kann ich etwa mit dem Stapelmodus Arithmetisches Mittel und Median auf leichte Weise bei einer Bildserie mit deckungsgleichem Motiv das Rauschen herausfiltern, ohne dass das Bild an Schärfe und Kontrast verliert. Bei mehreren Aufnahmen mit Menschenbewegungen kann ich diese mit dem Stapelmodus Minimum zu einem Massenauflauf werden lassen – oder eben mit dem Stapelmodus Median gänzlich verschwinden lassen.

In meinem Beispiel habe ich ohne Stativ ein Gebäude mit angrenzendem Park fotografiert. Ich möchte aus sechs Bildern nun ein Bild ohne die störenden Menschenbewegungen generieren. Da die Bilder nicht vollends gleich ausgerichtet sind, muss ich diese erst ausrichten.

 
Bei Dateien in Stapel laden kann ich die Checkbox für Smart-Objekt aktivieren. Ebenso muss die Checkbox für die automatische Ausrichtung aktiviert werden.

Bilder



 
Ich beschneide das Smart-Objekt auf das Wunschformat mit dem Freistellungswerkzeug.

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Ich wähle nun im Menü Ebene>Smart-Objekt>Stapelmodus>Median.

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Median sorgt dafür, dass die Pixel aller Ebenen mit einer verrechnet werden und nur die übrig bleiben, die am häufigsten in den Ebenen auftreten. Da Personen immer an unterschiedlichen Punkten im Bild herumlaufen, werden diese herausgerechnet. Das Beste daran: Diese Arbeit ist non-destruktiv, d. h. zerstörungsfrei. Jederzeit kann ich den Stapelmodus verändern oder aufheben und selbst die Smart-Objekte im Original, sprich: die einzelnen Ebenen bearbeiten, tauschen, löschen etc.

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Diese Technik eignet sich auch sehr gut, um bei Himmelsaufnahmen das Rauschen herauszurechnen.



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Kommentare
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Portrait von KFreund
  • 18.05.2014 - 15:06

Hat mir die Einarbeitung in diese Problematik sehr erleichtert.

Portrait von koesine
  • 29.04.2012 - 03:55

sehr hilfreich diese Informationen

Portrait von kickaha
  • 10.08.2011 - 18:47

Sehr gutes Tutorial - da kann selbst ein alter Photoshop-User (seit 2.0) noch was lernen.
Danke!

Portrait von Palmbeach
  • 04.08.2011 - 13:19

Sehr gut beschriebenes Tuturial, sehr hilfreich.

Portrait von hamsibone
  • 19.07.2011 - 22:08

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von magoo1
  • 17.07.2011 - 13:29

sehr "erhellend" dein Tut.!

Danke

Portrait von PaXstyle
  • 01.06.2011 - 22:16

Schön erklärt, dankeschön :)

Portrait von Pursuer
  • 23.05.2011 - 12:06

1A. Vielen dank für das Tut. Hat mir gut geholfen ! :)

Portrait von Ganja62
  • 22.05.2011 - 11:00

Schön erklärt, sehr hilfreich.....Danke

Portrait von Feddmund
  • 17.04.2011 - 11:36

vielen dank, super tut

Portrait von ste7seven
  • 25.03.2011 - 12:25

super erklärt, vielen dank!

Portrait von indira23
  • 04.01.2011 - 09:56

Gutes Tutorial, für Anfänger eine Super-Hilfe.
Velen, vielen Dank.

Portrait von Anduz
  • 19.09.2010 - 15:03

coole tut-serie! schöne erklärung! danke!!!

Portrait von Geschichtes
  • 13.05.2010 - 17:34

Einfach Klasse,
mach grad ne Ausbildung als Mediengestalter und so paar kniffe sind echt super, danke für die Mühe.

Portrait von MARIA52
  • 23.04.2010 - 08:42

Einfach suuuuper schönes tut, danke schön!

Portrait von vischnie
  • 21.04.2010 - 11:47

Was man nicht alles machen kann!!!

Portrait von Keki63
  • 05.02.2010 - 09:52

Einfach verständlich, voller unbekannter Möglichkeiten und eine echte Hilfe!
Vielen Dank für deine Mühe.

Portrait von kahja
  • 29.01.2010 - 08:24

Vielen lieben Dank für das Tutorial!
Das ist wirklich verständlich geschrieben und hat mir schon viel geholfen :)

Portrait von der_fou
  • 26.01.2010 - 11:25

Klasse tut! Bisher waren für mich die Smart-Objekte ein Buch mit mindestens 7 Siegeln, aber dank Deiner tuts ...

Portrait von der_fou
  • 26.01.2010 - 11:24

Klasse tut! Bisher waren für mich die Smart-Objekte ein Buch mit mindestens 7 Siegeln, aber Deiner tuts ...

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