Anzeige
Tutorialbeschreibung

Bilder scharfzeichnen - Teil 1

Bilder scharfzeichnen - Teil 1

Einer der häufigsten Bearbeitungsschritte in Photoshop ist das Scharfzeichnen. Wer sich einmal näher damit beschäftigt hat, wird feststellen, dass es in Photoshop diverse Varianten gibt, ein Bild zu schärfen. In dieser Tutorialserie werde ich die verschiedenen Möglichkeiten vorstellen und erklären.

Im 1. Tutorial werde ich euch Grundsätzliches zur Schärfe, zur Entstehung von Unschärfe und zum Schärfen erzählen. Neben einem groben Überblick über die Schärfungswerkzeuge in Photoshop werde ich mir ein erstes Schärfungswerkzeug vornehmen – den Unscharf-maskieren-Filter. Am Ende gibt es noch Tipps und Tricks rund um das Thema Schärfen.


Was ist eigentlich Schärfe?

Um Schärfe beurteilen zu können, gibt es eine grundlegende Voraussetzung: Es muss sichtbare Kanten und unterschiedliche Farben und Helligkeiten in einem Bild geben. Das lässt sich leicht erklären: Wenn man einen blauen, wolkenlosen Himmel aufnimmt, der ein ganzes Bild füllt, wird es niemals möglich sein zu sagen, ob er scharf oder unscharf ist – wie man in folgendem Bild deutlich erkennen kann.

Himmel - Scharf oder Unscharf?Bilder



 
Die Kanten spielen bei der Beurteilung und Wahrnehmung der Schärfe eines Bildes die entscheidende Rolle. Kanten ergeben sich, wenn ein helles neben einem dunklen oder farbiges neben einem andersfarbigen Pixel liegt. Der Kontrast der beiden Pixel kann dabei in Farbkontrast und Hell-/Dunkelkontrast unterteilt werden. Je größer diese Kontraste – also die Farb- und/oder Helligkeitsdifferenzen in einem Bild – sind, desto schärfer erscheint es dem Menschen. Dies sieht man im folgenden Beispiel: Während alle Kanten komplett scharf sind, erscheinen die jeweils rechten Kanten trotzdem schärfer, da die Differenzen von Farbe und Helligkeit jeweils größer sind.

Farb- und HelligkeitskontrasteBilder



 
Nun mag der ein oder andere sagen, dass das Beispiel für den Helligkeitskontrast gleichzeitig ein Beispiel für Farbkontraste ist, da der Farbunterschied zwischen Schwarz und Weiß ebenfalls hoch ist. Das ist so weit richtig - andersrum gilt dies jedoch nicht! Wandelt man dasselbe Bild einmal in ein Schwarz-Weiß-Bild um, so erkennt man, dass das Bild rechts unten so gut wie keine Helligkeitskontraste beinhaltet, sogar deutlich weniger als das Bild links unten. Wer öfter Bilder in Schwarz-Weiß aufnimmt, sollt sich mit dieser Thematik einmal näher beschäftigen, denn Farbkontrast ist nicht gleich Helligkeitskontrast.

Farb- und Helligkeitskontrast Schwarz-WeißBilder



 
Die Schärfe eines Bildes wird jedoch nicht nur durch die Kantenkontraste, sondern auch durch die Weite der Kante – also des Überganges zwischen zwei Farbflächen – maßgeblich beeinflusst. Während dieses Beispiel jeweils scharfe Kanten beinhaltet und nur die Wahrnehmung durch die verschieden starken Kontraste beeinflusst wurde, sieht man im folgenden Bild links einen sehr weiten Übergang mit viele Zwischentönen von einer Farbe zur anderen. Der Kontrast von Pixel zu Pixel ist dabei gering, wodurch eine weiche Kante mit weitem Übergang entsteht. Im Gegensatz dazu ist der Übergang in Bild zwei sehr viel schmaler und in Bild drei gar nicht vorhanden – das Bild rechts erscheint am schärfsten.

Kantenübergang von unscharf zu scharfBilder



Wichtig dabei ist, dass die Auflösung eines Bildes für die Schärfe grundsätzlich keine Rolle spielt. Die Auflösung ist lediglich entscheidend für die Detailtiefe eines Bildes.

Bearbeitung von Bildern kann diese Details zerstören, jedoch nie wieder herstellen. Das heißt gleichzeitig, dass durch alle Methoden des Scharfzeichnens nur die Kantenschärfe und nicht die Detailauflösung verbessert werden kann.


 

Wie entsteht Unschärfe?

Um zu verstehen, was beim Schärfen passiert, muss man erst einmal verstehen, woher Unschärfe kommt. Es ist hier nicht die Unschärfe gemeint, die durch falsche Fokussetzung oder Bewegungen verursacht wird.

Bei der analogen Fotografie war das Nachschärfen von Bildern nicht notwendig – warum ist es das also bei digitaler Fotografie? Digitale Kameras arbeiten mit Sensoren. Diese Sensoren setzen sich aus Millionen von Pixeln zusammen, die das sogenannte Bayer-Pattern bilden. Dieses ist in folgendem Bild sehr stark vergrößert dargestellt. Jedes Kästchen stellt dabei ein Pixel auf dem Sensor dar.

Bayer-Pattern eines SensorsBilder



 
Jedes dieser Pixel kann entweder nur Grün, nur Rot oder nur Blau erkennen. Jedes Grünpixel auf dem gesamten Sensor nimmt dabei in einem Helligkeitswert auf, wie viel Grün auf es trifft. Das Gleiche gilt für die roten und blauen Pixel. Aus dem Zusammenrechnen dieser Farb- und Helligkeitsinformationen entsteht dann zusammengesetzt wieder ein Bild.

Bei Flächen gibt es keine Probleme; viele nebeneinanderliegende Pixel haben immer den gleichen Wert, der auch in der Realität so wahrgenommen wird. Spannend wird das Ganze erst an den Kanten mit Kontrasten. Trifft eine Kante genau auf ein Pixel, so wird dieses grau, da es den Mittelwert der auftreffenden Farbinformationen aufnimmt – der Kantenkontrast lässt nach. Gleiches gilt übrigens auch für das Scannen von Bildern.

Lichtaufnahme eines Pixel auf dem SensorBilder



 

Was passiert beim Schärfen?

Wir wissen jetzt also erst einmal, woher die Unschärfe kommt. Was genau beim Schärfen passiert, möchte ich im Folgenden erklären.

Während das Auge in Realität an einer Kante einen abrupten Übergang sieht, entsteht bei digitalen Aufnahmen wie eben beschrieben ein weicher, weiter Übergang an der Kante.

Ziel des Schärfens ist es nun, diesen Kantenkontrast wieder zu erhöhen. Schärfungswerkzeuge bedienen sich hierbei eines Tricks: Sie dunkeln die dunkle Seite etwas ab und hellen die helle Seite ein wenig auf. Dabei entsteht ein Übergang, der zwar immer noch weich ist (also mehrere Pixel umfasst), allerdings eine höhere Steigung hat. Die Helligkeitsdifferenz zwischen den einzelnen Pixeln, die zusammen die Kante bilden, wird also höher. Dadurch entsteht insgesamt ein erhöhter Kantenkontrast.

Kantenschärfe von real zu digitalBilder



An dieser Darstellung ist jedoch auch sofort die Gefahr des Nachschärfens zu erkennen – wird der Kantenkontrast zu extrem oder mehrfach erhöht, entstehen Ausreißer in sehr helle bzw. dunkle Bereiche. Während dunkle Ränder oft nicht wahrgenommen werden, fallen weiße Streifen bspw. in blauen Himmelsbereichen dem Betrachter sofort ins Auge.

Grundsätzlich kann ein Bild, welches unscharf fotografiert wurde, im Nachhinein nicht scharf gemacht werden – ein falsch gesetzter Fokus oder Bewegungsunschärfe können mit Schärfungswerkzeugen nicht korrigiert werden.


Schärfungswerkzeuge in Photoshop - ein Überblick

Unscharf maskieren und Selektives Scharfzeichnen sind die beiden Filterwerkzeuge, die von Adobe zum Schärfen von Bildern empfohlen werden. Neben diesen gibt es die Filter Scharfzeichnen, Konturen scharfzeichnen und Stärker scharfzeichnen, die jedoch auch destruktiv arbeiten und nicht manuell angepasst werden können – daher werde ich auf diese in dieser Tutorialserie auch nicht weiter eingehen.

Sowohl der Filter Unscharf maskieren als auch Selektives Scharfzeichnen können nur auf eine Ebene angewendet werden. Daher ist es grundsätzlich notwendig, alle Ebenen zusammenzufassen, wenn ein komplettes Bild geschärft werden soll. Weiterhin ist zu beachten, dass diese Filter destruktive Werkzeuge sind – wurden sie einmal auf eine Ebene angewendet, kann diese nicht wieder in ihren Ursprungszustand zurückgesetzt werden. Daher sollte man immer auf einer separaten Ebene arbeiten oder die Ebene in ein Smart-Objekt umwandeln. Wichtig ist es auch, im Composingbereich erst zu schärfen, wenn man mit der gesamten restlichen Bearbeitung fertig ist, da sonst die Gefahr besteht, dass es im Bild verschiedene Schärfebereiche gibt, die nicht zueinander passen.

Neben diesen Methoden gibt es jedoch noch andere Wege, ein Bild zu schärfen, wie bspw. den Hochpassfilter, das LAB-basierte Schärfen und Kombinationen verschiedener Werkzeuge. Auf diese werde ich in den folgenden Tutorials näher eingehen.


 

Unscharf maskieren - Was ist das?

Das Werkzeug Unscharf maskieren hat einen ungewöhnlichen Namen für ein Schärfungswerkzeug. Erst einmal klarzustellen ist hier, dass das Bild durch die Anwendung dieses Filters natürlich nicht unschärfer wird. Doch woher kommt eigentlich dieser seltsame Name? Um dies zu verstehen, muss man nachvollziehen, was der Filter eigentlich genau macht.

Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Bereich der analogen Fotoentwicklung in Dunkelkammern. Die dort angewandte Technik wird durch den Unscharf-maskieren-Filter digital nachgeahmt.

Dabei wird das Bild zuerst weichgezeichnet und dadurch unscharf. Daraufhin wird diese unscharfe Kopie über das Originalbild gelegt. Die daraus resultierende Differenz wird nun automatisch maskiert. An folgendem Bild kann sehr gut nachvollzogen werden, was genau dabei passiert:

Unscharf maskieren - FunktionsweiseBilder



 
Manuell nachvollziehen kann man das, was eigentlich im Hintergrund vorgeht, indem man sein eigenes Bild dupliziert, einen Weichzeichner (bspw. den Gaußschen Weichzeichner) verwendet und die obere Ebene auf den Ebenenmodus Differenz setzt. Ich habe das mal auf einem Bild von mir angewendet:

Kanten durch Unscharf maskieren am BeispielBilder



Sehr schön sind in diesem Beispiel die Kanten des Baumes zu erkennen, die dann in einem weiteren Schritt maskiert werden.

Und nur auf diesen Bereich – die durch die erzeugte Unschärfe maskierten Kanten – wird das eigentliche Scharfzeichnungswerkzeug nun angewendet. Diese Vorgehensweise ermöglicht es zu verhindern, dass in kantenlosen Bereichen die Kontraste erhöht werden und nicht gewünschte Effekte wie verstärktes Bildrauschen entstehen.


 

Einstellungsmöglichkeiten des Unscharf-maskieren-Filters

Nachdem man in Photoshop das zu schärfende Bild geöffnet hat, sollte man die Ebene duplizieren, denn wie bereits erwähnt arbeitet der Unscharf-maskieren-Filter destruktiv – einmal angewendet, kann er nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Das Unscharf-maskieren-Werkzeug findet sich unter Filter>Scharfzeichnungsfilter>Unscharf maskieren.

Wo finde ich den Unscharf maskieren FilterBilder



 
Klickt man dieses an, öffnet sich ein Dialogfeld mit drei Einstellungsreglern – der Stärke, dem Radius und dem Schwellenwert. In den folgenden Bildern möchte ich auf diese drei eingehen und erklären, was sie tun. In dem Moment, in dem ich den Filter aufrufe, werden im Hintergrund automatisch die Kanten wie oben beschrieben maskiert. Der Effekt wird im Vorschaufenster angezeigt. Aktiviere ich den Haken Vorschau, wird er auch auf dem eigentlichen Bild angezeigt. Dies ist dringend zu empfehlen, um einen Gesamteindruck des Effekts auf dem Bild zu erkennen.

Ein kleiner Tipp: Hält man im Vorschaufenster die Maus gedrückt, so sieht man das Bild ohne Scharfzeichnungseffekt und kann die Vorher-Nachher-Ansicht vergleichen, ohne jedes Mal den Haken in der Checkbox Vorschau aktivieren bzw. deaktivieren zu müssen.

Der erste Regler im Dialogfeld ist die Stärke. Sie bestimmt, wie stark diese Kanten auf der hellen Seite aufgehellt und auf der dunklen Seite abgedunkelt werden. Dies sieht man an folgendem Beispiel deutlich. Das Beispielbild setzt sich aus drei nach unten hin immer unschärfer werdenden kleinen Kästchen mit geringem Helligkeitskontrast und einer Kante mit relativ großem Helligkeitskontrast zusammen.

Unscharf maskieren - StärkereglerBilder



 
Links sieht man eine dezente Schärfung der Kanten bei 100%, rechts eine übertriebene Schärfung von 500%; dort sind die Kanten komplett weiß und schwarz gemalt und haben somit den maximal möglichen Kontrast. Gerade bei diesem Wert ist es wichtig, nicht zu übertreiben, denn das rechte Bild wirkt doch schon sehr unnatürlich – auf ein normales Foto angewendet, würden die Schärfungsartefakte, wie ihr im folgendem Beispiel seht, sofort ins Auge fallen.

Um den nächsten Regler zu verdeutlichen, habe ich die übertriebene Stärke von 500% beibehalten. Der Radius gibt an, in welchem Bereich um die Kante die Aufhellung und Abdunkelung erfolgt. Der Wert ist dabei in Pixelgröße angegeben.

Unscharf maskieren - RadiusreglerBilder



 
Während links ein kleiner Bereich von 1px um die Kante geschärft wurde, wurde rechts bei einem Radius von 10px ein deutlich weiteres Umfeld um die Kante verändert. Mit der hier eingestellten Stärke sieht das Ganze sofort völlig unnatürlich aus, aber auch bei geringer Stärke sollte der Radius eher im kleinen Bereich liegen.

Sehr schön erkennt man hier, dass das Kästchen unten rechts trotz extremer Anwendung des Filters noch immer unscharf bleibt. Beim mittleren kann man zumindest noch einiges rausholen, das obere kann deutlich geschärft werden. Das bestätigt an dieser Stelle noch einmal, dass unscharf aufgenommene Bilder auch mit der Anwendung von Schärfungswerkzeugen nicht mehr gerettet werden können.

Der letzte Regler ist der Schwellenwert. Dieser steuert, ab welchem Tonwertunterschied zwischen zwei Pixeln überhaupt geschärft wird.

Unscharf maskieren - SchwellenwertreglerBilder



 
Bei einer Einstellung von 0 werden alle Pixel geschärft, bei einem Schwellenwert von 50, wie im Bespielbild rechts gewählt, sieht man deutlich, dass die kleinen Quadrate nicht mit geschärft wurden. Dies ist besondere bei leicht rauschenden Bildern wichtig – denn ein Nachschärfen des Rauschens ist unerwünscht. Gleichzeitig werden allerdings auch andere Details mit geringen Tonwertunterschieden an der Stelle nicht mehr geschärft.


Vorgehensweise bei der Anwendung des Unscharf-maskieren-Filters

Wir kennen nun die Einstellungsmöglichkeiten des Unscharf-maskieren-Filters. Leider gibt es keine Vorgaben, wie hoch diese Werte sein müssen oder sollen, damit man zum perfekten Schärfungsergebnis kommt – denn dies variiert von Bild zu Bild, wie auch bei jedem anderen Schärfungswerkzeug in Photoshop.

Wichtig zu wissen ist, dass die Einstellungen der drei Regler voneinander abhängig sind. Erhöhe ich den Radius, muss ich die Stärke verringern. Erhöhe ich den Schwellenwert, muss ggf. die Stärke erhöht werden. Durch die im Folgenden beschriebene Vorgehensweise gelangt man relativ schnell zu guten Ergebnissen. Das Ganze werde ich an einem Beispielbild erläutern.


 

1. Bild öffnen und duplizieren

Als Erstes öffnen wir das Bild in Photoshop und duplizieren es, indem wir es auf das Symbol für Neue Ebene ziehen oder Strg+J drücken. Beim Austesten mit verschiedenen Einstellungen des Unscharf-maskieren-Filters bietet es sich an, die obere Ebene in ein Smart-Objekt umzuwandeln. So können im Nachhinein alle Einstellungen noch einmal angepasst werden.

Beispielbild - Ebene duplizieren und Smart-Objekt erstellenBilder



 

2. Radius einstellen

Als Nächstes sollte der Schärferadius eingestellt werden. Die Größe des zu wählenden Radius ist von zwei Hauptfaktoren abhängig – einerseits dem Bildinhalt und andererseits der Auflösung.

Für den Bildinhalt gilt dabei Folgendes: Gibt es viele kleine Details im Bild, sollte der Radius kleiner sein, damit diese optimal geschärft werden. Gibt es eher größere Details im Bild, sollte der Radius größer gewählt werden.

Bei der Auflösung ist Folgendes zu beachten: Kleine Details sind bei geringer Bildauflösung auf wenige Pixel verteilt – der Radius sollte deswegen auch einen kleinen Pixelwert haben. Hat man das gleiche Bild in höherer Auflösung vorliegen, so verteilen sich die gleichen Details auf wesentlich mehr Pixel – der Pixelradius muss dementsprechend höher gewählt werden.

Zunächst sollte man nach Öffnen des Dialogfelds eine Ansicht von 100% im Vorschaufenster wählen und einen Bereich mit vielen Details suchen. Die Stärke des Filters sollte dabei erst einmal zu hoch mit 300-500% und der Schwellenwert auf 0 gesetzt werden, damit wir den genauen Radius auf dem Bild wahrnehmen können. Wir suchen uns nun den Punkt, an dem kleine Bilddetails oder zu helle weiße Linien um die Kanten herum zu verschwinden beginnen.

Im Beispielbild bietet sich für diese Einstellung der Bereich links in der Mitte an, an dem sowohl die Felldetails als auch die Mauerstruktur gut zu sehen ist. Man sollte sich jedoch nicht nur auf einen Punkt beschränken, sondern mehrere Bildbereiche vergleichen.

Beispielbild - den richtigen Radius findenBilder



Dies bildet die Ausgangsbasis für die weiteren Einstellungen.


 

3. Stärke einstellen

Nun nehmen wir uns den Stärkeregler vor. Hierbei kommt es vor allem darauf an, wofür das Bild letztendlich gedacht ist. Am Ende des Tutorials habe ich unter Tipps und Tricks dazu einige Faustregeln zusammengetragen.

Im Beispielbild bietet sich das Ohr rechts an.

Beispielbild - Die richtige Stärke findenBilder



Letztendlich ist die Stärke der Schärfung eine Geschmackssache, man sollte jedoch darauf achten, dass der Stärkewert so gewählt wird, dass an den Rändern keine überzogenen weißen Linien entstehen. Ggf. muss zusätzlich eine Maske an bestimmten Kanten erstellt werden, um dies zu verhindern.


 

4. Schwellenwert einstellen

Als Letztes wird der Schwellenwert eingestellt. Dieser sollte so gewählt werden, dass glatte Bereiche nicht geschärft werden und evtl. auftretendes Rauschen nicht verstärkt wird. In den meisten Fällen ist der Schwellenwert relativ gering. Verschwinden zu viele Details bei dem Versuch, das Rauschschärfen zu unterdrücken, sollte lieber ein kleiner Schwellenwert gewählt und die unerwünschten Bereiche mit einer Ebenenmaske ausgeschlossen werden.

Hierfür wähle ich im Bild eine glatte Fläche – die Fenster rechts im Hintergrund, jedoch so, dass ich noch die Details des Fells im Blick habe.

Beispielbild - Den richtigen Schwellenwert findenBilder



 
Hier mein Ergebnis als Vorher-Nachher-Vergleich. Das Fell und die Wand links haben mehr Struktur, ...

Beispielbild - VorherBilder



 
... während der Hintergrund nicht unangenehm durch das Schärfen beeinflusst wurde.

Beispielbild - NachherBilder



 

Tipps und Tricks

• Es gibt kein Patentrezept - die optimalen Einstellungen zum Schärfen sind immer bildabhängig!
• Schärfe ist Geschmackssache, man wird es nie allen Recht machen können.


• Schärfe immer nur wenig; übertriebene Schärfe zerstört Bilder.
• Schärfe nie zweimal mit demselben Schärfungswerkzeug in derselben Bildgröße, sonst werden auftretende Kantenartefakte noch verstärkt.
• Schärfe in mehreren kleinen Schritten – zuerst, nachdem die Aufnahme oder der Scan entstanden ist und dann, wenn alle Korrekturen durchgeführt wurden und das Bild auf die endgültige Größe gebracht wurde. Der letzte Schärfungsschritt sollte dabei so spät wie möglich erfolgen.


• Schärfe immer auf einer separaten Ebene, damit die Schärfung nicht destruktiv ist (also später nicht mehr verändert werden kann).
• Setze die separate Schärfungsebene auf den Ebenenmodus Luminanz, wenn Farbverschiebungen an den Kanten auftreten.
• Wenn eine Reduzierung des Bildrauschens notwendig ist, mache diese unbedingt vor dem Schärfen.


• Sei beim Schärfen von Bildern mit linienartigen Mustern besonders aufmerksam und behutsam, sonst kommt es zu Flimmereffekten.
• Schärfe Hauttöne mit relativ hohem Schwellenwert.


• Je kleiner das Bild, desto mehr darf geschärft werden.
• Je größer der Abstand des Betrachters, desto mehr darf geschärft werden.
• Je gröber das Druckmuster, desto mehr darf geschärft werden.
• Je größer der Ausdruck, desto mehr darf geschärft werden.


• Es ist nicht möglich, am Monitor die exakte Schärfe des Ausdrucks vorauszusagen, deswegen prüfe wenn möglich einen Probeausdruck auf dem endgültigen Ausgabemedium.
• Zwei Vergrößerungsstufen sind am Monitor sinnvoll: 100%-Ansicht zur Beurteilung des Schärferadius und 50% für die Beurteilung eines Ausdrucks.


Ich hoffe, dass euch das Tutorial gefallen hat und ihr das ein oder andere zum Thema Schärfen und zum Unscharf-maskieren-Filter lernen konntet.

Im nächsten Tutorial der Serie werde ich auf weitere Schärfungswerkzeuge von Photoshop wie bspw. den Selektiven Scharfzeichner und den Hochpassfilter eingehen.


Weitere Teile


Kommentare
Achtung: Du kannst den Inhalt erst nach dem Login kommentieren.
Portrait von KFreund
  • 18.05.2014 - 17:30

Das Hintergrundwissen, woher die Unschärfe kommt usw., ist sehr wirkungsvoll vermittelt worden.
Klasse Tutorial.

Portrait von Mariahad
  • 10.01.2014 - 19:31

Prima Tutorial, sehr ausführlich erklärt. Was bringt Teil 2?

Portrait von HeinzGeorg
  • 07.01.2014 - 11:50

Danke für den schönen Beitrag mit den guten Beispielen.
Nun muss ich noch Teil 2 durcharbeiten.

Portrait von caralis91
  • 17.08.2013 - 12:27

Danke für das Tutorial. Es ist wirklich toll erklärt und durch die vielen Beispiele sehr hilfreich!

Portrait von poni
  • 12.07.2013 - 13:09

Sehr hilfreich, vielen Dank und mehr davon.

Portrait von mantaro
  • 26.06.2013 - 09:15

Danke für das gelungene Tutorial, war wirklich hilfreich!

Portrait von Kundentest
  • 25.06.2013 - 10:34

Herzlichen Dank für das Tutorial.

Portrait von arnieparnie
  • 22.06.2013 - 10:03

Herzlichen Dank für das Tut!

Portrait von Evilmax
  • 22.06.2013 - 07:37

danke für das Tutorial !

Portrait von OliverG
  • 13.03.2013 - 07:17

Tolles Tutorial! Sehr empfehlenswert für diejenigen, die sich mit dem Schärfen noch nicht befasst haben oder noch unsicher in der Benutzung des unscharf-maskieren Filters sind. Vielen Dank dafür.

Portrait von lisefa
  • 31.01.2013 - 20:18

Super erklärt, ich hoffe ich kann es auch anwende... vielen dank!!

Portrait von lisefa
  • 31.01.2013 - 19:38

Wow, sehr detailliert und genau erklärt!

Portrait von Prophion
  • 06.01.2013 - 21:13

Ein super Tutorial, das auch sehr viel Hintergrundwissen beinhaltet! Weiter so!

Portrait von MaoMao
  • 15.12.2012 - 15:40

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von HumpaLumpa007
Portrait von frankeit
  • 16.11.2012 - 11:36

Vielen Dank! ausführlich-für Anfänger und Fortgeschrittene!

Portrait von mantaro
  • 13.11.2012 - 13:12

Danke für das informative Tutorial!

Portrait von 0plankton0
  • 11.11.2012 - 18:53

gefällt mir sehr gut^_^

Portrait von NellyGrace
  • 26.10.2012 - 10:00

Genau dass, was ich suchte. Danke.

Portrait von chritti_strom
  • 02.08.2012 - 12:54

vielen Dank, nun weiß ich mehr und einiges genauer :o)

x
×
×